1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

GKS-Nachhaltigkeitsstrategie

Im Zentrum der Nachhaltigkeitsstrategie des GKS steht die gleichwertige und gleichzeitige Betrachtung der Nachhaltigkeitsdimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales. Neben den ökonomischen Kennzahlen (Jahresabschluss) fungieren die Umwelterklärung und der Sozialbericht des GKS als zentrale Bestandteile der GSK-Nachhaltigkeitsstrategie. Diese sind zugleich Grundlage für die Systematisierung nachhaltigkeitsbezogener Indikatoren und Themen. Im Berichtszeitraum wurden die drei Dimensionen bzw. Berichte nicht nur sektoral, sondern zunehmend synergetisch betrachtet. In dieser Hinsicht stellt die nachhaltige Entwicklung eine Chance bzw. einen Mehrwert für die Unternehmensstrategie des GKS dar.

In den einzelnen Kriterien und Indikatoren werden zahlreiche Aspekte genannt, die in ihrer Gesamtheit den Nachhaltigkeitsansatz des GKS verdeutlichen.
 

Handlungsfelder

Auf der Basis der ökonomischen Kennzahlen, der Umwelterklärung und des Sozialberichts (vgl. Kriterium 1) wurden folgende Nachhaltigkeitsaspekte bzw. Handlungsfelder für das GKS von der Geschäftsführung als wesentlich identifiziert (Inside-out-Perspektive).

Ökonomie

Wirtschaftlichkeit
Regionale Wertschöpfung
Gebührenstabilität
Erlöse aus der Energieerzeugung

Ökologie

Emissionen
Reststoffe Kohle- und Müllteil
Immissionen und Schutzgüter
Brennstoffe und Betriebsstunden
Ressourceneffizienz
Klimaschutz
Müllverbrennungsanlage als Schadstoffsenke
Stoffstrommanagement
Abfallvermeidung

Soziales

Mitarbeiter- und Kundenorientierung
Arbeitssicherheit
Gesundheitsschutz
Tarifliche Einbindung und außertarifliche Regelungen
Aus-, Fort-, Weiterbildung, Schulungen
Gender und Gleichberechtigung
Soziale Aktivitäten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  

Weitere Nachhaltigkeitsaspekte sind in der Außenwirkung des GKS der Einkauf, die Öffentlichkeitsarbeit, Spenden und Sponsoring sowie das kulturelle Engagement.

Nachhaltigkeitsrelevante Standards  

Für das GKS sind als nachhaltigkeitsrelevanter Standard der DNK, das Umweltmanagementsystem EMAS sowie die Auszeichnung als Entsorgungsfachbetrieb zu nennen.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Gesellschaftliches Umfeld und Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Nachhaltigkeitsaspekte

Die gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Hinwendung zur nachhaltigen Entwicklung geht konform mit dem Ziel des GKS, die Geschäftstätigkeit immer mehr in Richtung Nachhaltigkeit auszurichten und die Nachhaltigkeitsdimensionen sukzessive zu verzahnen. Das GKS handelt in diesem Zusammenhang proaktiv und gestaltend.
 

Die Main-Rhön-Region ist sowohl ländlich als auch städtisch geprägt. Das Versorgungsgebiet beschränkt sich dagegen weitgehend auf das Stadtgebiet Schweinfurt.    

In der Stadt Schweinfurt ist eine Lokale Agenda 2030 als Geschäftsstelle für Nachhaltigkeitsfragen zuständig. Die Arbeit findet überwiegend in Arbeitsgruppen statt:  
Zu nennen ist auch das Integrierte kommunale Klimaschutzkonzept der Stadt Schweinfurt, in dem die Fernwärmeversorgung durch das GKS im Kapitel „Energieverbrauch und CO2-Emission“ Berücksichtigung findet. Das GKS war in die Aufstellung des Konzepts im Rahmen von Arbeitsgruppen involviert.

In Kriterium 1 werden die Handlungsfelder beschrieben, die durch die Geschäftstätigkeit des GKS beeinflusst werden. Die Themen Klimawandel, Kohleausstieg und Digitalisierung sind wesentliche Nachhaltigkeitsthemen für das GKS, die im Dialog mit Verbänden und weiteren externen Stakeholdern in den Fokus der Unternehmenspolitik gerückt sind (Outside-in-Perspektive). 
 

Die Risiken werden insbesondere in den Kriterien 12, 14, 16, 17 und 20 thematisiert.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Nachhaltigkeitsstrategie

Ziel des GKS ist es auch weiterhin, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Nachhaltigkeitsfragen zu sensibilisieren. Dies erfolgt durch Informationen im Rahmen von Betriebsversammlungen, durch eine Schulung der bestellten und benannten Personen (vgl. Kriterium 5) sowie durch eine nachhaltigkeitsbezogene Ausgestaltung des Vorschlagwesens.

Des Weiteren wird eine Fortschreibung der DNK-Erklärung im 3-jährigen Rhythmus angestrebt. Die Umwelterklärung und der Sozialbericht als Bausteine der Nachhaltigkeitsstrategie werden weiterhin jährlich aktualisiert.
 

Strategische und operative Ziele im Umweltmanagementsystem

Im Rahmen des Umweltmanagementsystems werden zur Verbesserung der Umweltleistung strategische und operative Ziele formuliert. Die folgenden strategischen (nicht quantifizierten) Ziele werden für die Periode 2021 bis 2023 beibehalten.

1. Steigerung der Energieeffizienz
2. Emissionsminderung
3. Schaffung einer nachvollziehbareren Unternehmensstruktur
4. Steigerung der Arbeitssicherheit

Die operativen Ziele werden für die genannte Periode in Kriterium 12 beschrieben.  

Die Ziele und deren Erfüllungsgrade werden u.a. im Rahmen des Umweltmanagementsystems kontrolliert und priorisiert. Eine Priorisierung findet unter Abwägung von Kosten, Nutzen, Nachhaltigkeitseffekten und Umsetzbarkeit durch die Geschäftsführung statt, um die relevanten Ziele und Maßnahmen zu ermitteln. Die Geschäftsführung ist für die Zielerreichung zuständig. Der Umweltmanagementbeauftragte führt die Kontrolle und Nachverfolgung der Zielerreichung und Maßnahmenumsetzung durch und berichtet dies im Rahmen des halbjährlichen und jährlichen Reviews.  

Ziele im Bereich Gesellschaft wurden im Berichtsjahr 2020 nicht explizit formuliert. 


Da die Nachhaltigkeitsstrategie eine immer stärkere Verzahnung der einzelnen Dimensionen vorsieht, werden die Ziele zunehmend im Hinblick auf ihre synergetischen Potenziale betrachtet.


Im Jahr 2022 wird eine weitergehende Quantifizierung der Ziele überprüft.

Die UN-Nachhaltigkeitsziele

Für das GKS sind folgende UN-Nachhaltigkeitsziele wesentlich:  

3.    Gesundheit und Wohlergehen (Kriterium 14 und 15)
4.    Hochwertige Bildung (Kriterium 16)
5.    Geschlechtergleichheit (Kriterium 15)
7.    Bezahlbare und saubere Energie (Kriterium 7 und 13)
8.    Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (Kriterium 14 und 15)
9.    Industrie, Innovation und Infrastruktur (Kriterium 4, 10 und 12)
11.  Nachhaltige Städte und Gemeinden
12.  Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion
13.  Maßnahmen zum Klimaschutz (Kriterium 7 und 13)
17.  Partnerschaften zur Erreichung der Ziele (Kriterium 18)


Es wird geprüft, ob die UN-Nachhaltigkeitsziele künftig in die Umwelterklärung und den Sozialbericht aufgenommen werden können.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Kohleheizkraftwerk und Thermische Abfallbehandlungsanlage

Das GKS versorgt dem Gründungszweck entsprechend die ortsansässigen Gesellschafter mit Heizwärme durch das Kohleheizkraftwerk (umweltfreundliche Bereitstellung von Fernwärme in Kraft-Wärme-Kopplung) und eine Thermische Abfallbehandlungsanlage. Das GKS leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Ent- und Versorgungssicherheit in der Region.
Die Kohle wird zu 100 Prozent aus Polen importiert, die Restabfälle stammen hauptsächlich aus der Main-Rhön-Region.
Seit 2020 wird ein Teil der Steinkohle durch getrockneten Klärschlamm substituiert. Bei gleichbleibender Fernwärmemenge wird weniger fossiles CO2 emittiert und gleichzeitig ein Beitrag zur Entsorgungssicherheit des stetig anfallenden Klärschlamms geleistet.
Die im Kohle- und Müllteil anfallenden Reststoffe wie etwa Schlacke werden z.B. für den Straßenbau eingesetzt. Die Zusammenarbeit erfolgt in diesem Zusammenhang ausschließlich mit zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben.

Nachhaltige Beschaffung

Der Einkauf eines Unternehmens leistet einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Im
GKS ist Nachhaltigkeit als festes und verbindliches Einkaufsziel definiert und im Unternehmenshandbuch festgehalten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einkauf sind entsprechend geschult. Wenn die drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Soziales und Ökonomie bei der Bewertung durch den Einkauf gleichzeitig und gleichwertig berücksichtigt werden, können geeignete Warengruppen für einen nachhaltigen Einkauf ausgewählt und entsprechende Produkte bei der Auswahl berücksichtigt werden. Dabei wird auch auf die einschlägigen anerkannten Umweltlabels geachtet.

Ökologische und soziale Probleme

Das GKS ist bestrebt, vom Import bis zur Entsorgung der anfallenden Reststoffe Nachhaltigkeitsaspekte zu beleuchten. Die ökologischen und sozialen Probleme werden beispielsweise durch die Zusammenarbeit mit zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben minimiert. Diese wirken an der Förderung der Kreislaufwirtschaft und der Sicherstellung des Schutzes von Mensch und Umwelt bei der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen nach Maßgabe der hierfür geltenden Rechtsvorschriften mit.
Weitergehende ökologische und soziale Risiken sind derzeit nicht bekannt. Das GKS wird diese Aspekte auch im nächsten Berichtszeitraum im Dialog mit den Lieferanten und Geschäftspartnern weiter beleuchten.

Austausch mit Lieferanten und Geschäftspartnern

In den Kriterien 1 und 2 wurden die Nachhaltigkeitsbezüge des GKS im Kerngeschäft beschrieben. Daher ist der Austausch mit den Lieferanten und Geschäftspartnern kontinuierlich durch unmittelbare Nachhaltigkeitsbezüge geprägt.
Die Lieferanten und Geschäftspartner werden über die DNK-Erklärung des GKS und die Nachhaltigkeitsorientierung des GKS in Kenntnis gesetzt, um eine weitere Sensibilisierung in der gesamten Wertschöpfungskette zu erreichen.  

Eine weitergehende Konkretisierung der Wertschöpfungskette erfolgt u.a. in den Kriterien 12 (Nachhaltigkeitsbezüge des Umweltmanagementsystems) und 13.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4