1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Nachhaltigkeit als permanente strategische Aufgabe

Die AVG Köln sieht Nachhaltigkeit als permanente strategische Aufgabe an. Als Unternehmen der Kölner Abfallwirtschaft sorgt sie mit ihrer Tätigkeit für einen nachhaltigen Umgang der gesellschaftlichen Hinterlassenschaften und leistet damit einen wichtigen gesamtgesellschaftlichen Beitrag zum Schutz der Umwelt und des Klimas. Und sie sorgt für die Schonung natürlicher Ressourcen, indem sie Wertstoffe sichert, dabei Schadstoffe zerstört und klimafreundliche Energie erzeugt.

Die AVG Köln hat den Auftrag von der Stadt Köln, Hausmüll, Sperrmüll und Bioabfall aus den privaten Kölner Haushalten umweltgerecht zu behandeln und sicher zu beseitigen. Damit verbunden gewährleistet die AVG Köln den vom Landesgesetzgeber geforderten Nachweis einer permanenten zehnjährigen Entsorgungssicherheit, den kommunale Gebietskörperschaften in ihren Abfallwirt-schaftskonzepten erbringen müssen. Die gemäß Abfallwirtschaftskonzept realisierten Anlagen zur stofflichen und thermischen Abfallbehandlung (vgl. Allgemeine Informationen) sind auf einen langlebigen Betrieb hin konzipiert und so flexibel gestaltet, dass die AVG Köln ihre Aufgaben auch zukünftig zuverlässig erbringen kann.

Diese klassische Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge erfordert eine per se nachhaltige Unternehmenspolitik. Die AVG Köln fühlt sich daher verpflichtet, in ihren strategischen Überlegungen ökologische, ökonomische und soziale Gesichtspunkte zu berücksichtigen, um die Basisversorgung der Stadt Köln mit abfallwirtschaftlichen Dienstleistungen dauerhaft gewährleisten zu können.

Die AVG Köln ist Teil der Stadtwerke Köln GmbH, einer Holding, die städtische und stadtnahe Gesellschaften überspannt. Auf dieser Ebene wurde in den vergangenen Jahren eine Nachhaltigkeitsstrategie für den Konzern entwickelt, an der die AVG Köln entscheidend mitgearbeitet hat. Hierzu wurde eine Wesentlichkeitsanalyse erstellt, die durch den Aufsichtsrat gespiegelt wurde. In der Folge ist ein formalisierter Stakeholder-Dialog geplant. 

In diesem Kontext verfolgen die AVG Köln und ihre Tochtergesellschaften ihre Nachhaltigkeitsstrategie. 

Die wichtigsten Bestandteile der Nachhaltigkeitsstrategie sind in Kriterium 2 beschrieben, deren Umsetzung in den einzelnen Kriterien. So wird etwa unter "Wesentlichkeit" im Bereich Umwelt die Ressourcenschonung als essenziell bezeichnet und in den Kriterien 11 bis 13 näher ausgeführt. Im Bereich Gesellschaft werden beispielsweise die Leistungen für die Allgemeinheit genannt und in Kriterium 18 näher spezifiziert.  

Die Maßnahmen werden in Nachhaltigkeitsberichten dokumentiert. Alle drei Jahre veröffentlicht die AVG Köln einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht. Darüber hinaus finden sich jährlich die wesentlichen Beiträge zur Nachhaltigkeit in dem Nachhaltigkeitsbericht der Stadtwerke Köln GmbH.

Nachhaltigkeitsrelevante Standards    

Die AVG Köln ist als „Entsorgungsfachbetrieb“ zertifiziert. Als unmittelbarer nachhaltigkeitsrelevanter Standard ist der DNK zu nennen. Zudem werden die UN-Nachhaltigkeitsziele in der vorliegenden DNK-Erklärung erstmals berücksichtigt.


 

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Handlungsfelder (Inside-out-Perspektive)

Folgende Aspekte wurden in den letzten Jahren als wesentlich im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung identifiziert und dienten u.a. als Grundlage für die Gliederung der Nachhaltigkeitsberichte seit dem Jahr 2012:

Ökonomie

Wirtschaftlichkeit
Wertschöpfung in der Region
Gebührenstabilität
Erlöse aus der Energieerzeugung

Ökologie

Abfallvermeidung
Schließung von Stoffkreisläufen
Ressourcenschonung
Sparsamer Umgang mit Wasser und Energie
Reduzierung von Abgasemissionen
Müllverbrennungsanlage als Schadstoffsenke
Geruchsminderung
Landschaftspflege
Klimafreundliche Energieerzeugung
Gebäudeenergieeffizienz

Soziales

Verantwortungsvoller Arbeitgeber
Kundenorientierung

Gesellschaft

Corporate Citizenship – Leistungen für die Allgemeinheit
Public Corporate Governance Kodex
Kooperationen mit der Stadt Köln
Die AVG Köln als außerschulischer Lernort
Kulturelles Engagement in der Region
Spenden und Sponsoring an lokale, sozial und gemeinwohltätigen Institutionen
Netzwerkarbeit

Soziale Chancen und Risiken

Soziale Chancen werden im Engagement der AVG Köln für die Region sowie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesehen. Soziale Risiken sind dagegen nicht bekannt.

Ökologische Chancen und Risiken
 
Ökologische Chancen werden durch den sukzessiven Ausbau von Geschäftsfeldern genutzt, wie zum Beispiel durch die Inbetriebnahme einer hochmodernen Altholzsortier- und aufbereitungsanlage und die Inbetriebnahme einer Vergärungsanlage zur kaskadischen Nutzung des Bioabfalls. Risiken werden durch ein installiertes Risikomanagementsystem beschrieben, bewertet und in einem halbjährlich verfassten Bericht jeweils dokumentiert. Mit diesem Frühwarnsystem lassen sich Entwicklungen frühzeitig erkennen und gegensteuern.

Outside-in-Perspektive

Der Klimawandel stellt eine große Herausforderung dar, daher ist die klimafreundliche Energieerzeugung auch als ein wesentliches Handlungsfeld benannt.

Ein entscheidendes Anliegen der AVG Köln ist es, frühzeitig das Votum der Bürgerinnen und Bürger im Rahmen von Projekten und Maßnahmen zu berücksichtigen und auf dieser Basis gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Dies gilt insbesondere auch für den Austausch mit den lokalpolitischen Akteurinnen und Akteuren.


Die Besonderheiten des Umfeldes werden unter „Allgemeine Informationen“ und in Kriterium 1 beschrieben.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Ziele werden nachfolgend für die Nachhaltigkeitsstrategie im Allgemeinen sowie die Dimensionen Ökologie und Soziales benannt. Quantifizierungen wurden, wenn möglich, vorgenommen.

Nachhaltigkeitsstrategie/-kommunikation

Fortschreibung der Nachhaltigkeitsberichte im 3-jährigen Rhythmus
Erstellung der DNK-Erklärung im 3-jährigen Rhythmus
Berichterstattung im Nachhaltigkeitsbericht der Stadtwerke Köln GmbH jährlich

Ökologie

Soziales

Re-Auditierung des INQA-Prozesses zur zukunftsfähigen Unternehmenskultur (INQA; vgl. Kriterium 14). Abschluss: 2022.

Priorisierung der Ziele

Eine Priorisierung der Ziele im engeren Sinne erfolgt nicht, da die Nachhaltigkeitsdimensionen dem originären Sinne der nachhaltigen Entwicklung gemäß gleichwertig und gleichzeitig betrachtet und verfolgt werden. Die Kontrollmechanismen durch Gremien und Prozesse sind in den entsprechenden Kriterien beschrieben (vgl. exemplarisch Kriterium 20 ).

Die UN-Nachhaltigkeitsziele

Für die AVG Köln sind folgende UN-Nachhaltigkeitsziele wesentlich:  

3.    Gesundheit und Wohlergehen
4.    Hochwertige Bildung
5.    Geschlechtergleichheit
6.    Sauberes Wasser und Sanitärversorgung
7.    Bezahlbare und saubere Energie
8.    Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
9.    Industrie, Innovation und Infrastruktur
11.  Nachhaltige Städte und Gemeinden
12.  Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion
13.  Maßnahmen zum Klimaschutz
15.  Leben an Land
17.  Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Auf diese Ziele wird in den entsprechenden Kriterien Bezug genommen.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Wertschöpfungskette

Im Zentrum der Tätigkeiten der AVG Köln stehen die energetische Verwertung und Beseitigung der Abfälle.

Die Abfälle stammen zum weitaus überwiegenden Teil aus der Kölner Region. Dabei handelt es sich um den kompletten Resthausmüll und Sperrmüll der Kölner Bürgerinnen und Bürger. Daneben verarbeitet die AVG Köln gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften Abfälle aus dem Handwerk, dem Gewerbe und der Industrie. Bei den Anlieferern handelt es sich um Gebietskörperschaften und Betriebe. Im Abfallsektor arbeitet die AVG Köln mit Unternehmen zusammen, die als Entsorgungsfachbetriebe zertifiziert sind.   

Die thermische Verwertung und damit die Nutzung des Abfalls als Energieträger wird von der AVG Köln in der Restmüllverbrennungsanlage erfolgreich umgesetzt. So wurde die Turbinen-/Generatoreinheit von Beginn an als sogenannte Kraft-Wärme-Kopplungsanlage konzipiert, das heißt, sie nutzt die anfallende Wärme aus dem Verbrennungsprozess effizient, indem sie sowohl Strom (Kraft) als auch Dampf (Wärme) produziert.

Folgende Reststoffe fallen beim Verbrennungsprozess an (mit Angabe der Verwendung bzw. Entsorgung):

- Rostasche (Verwendung im Straßen-, Wege- und Lärmschutzwallbau bzw. genehmigungskonforme Ablagerung auf der Deponie)
- Kesselasche, Filterstäube, Mischsalze aus der Abgasreinigung (Verwendung als Versatzmaterial im Bergbau)
- Gips (Verwendung in Bauindustrie)
- Harz (zur sicheren Entsorgung)

Die Restmüllverbrennungsanlage fungiert als Schadstoffsenke und dient der effizienten Gewinnung von Altmetallen. 

Ökologische und soziale Probleme sind in der Wertschöpfungskette nicht bekannt. Die entsprechenden Maßnahmen zur Minimierung der Probleme werden in den einzelnen Kriterien umfassend beschrieben. Die Nachhaltigkeitsorientierung der AVG Köln lässt sich damit anhand der gesamten Wertschöpfungskette nachvollziehen.

Der Austausch mit Lieferanten und Geschäftspartnern über Nachhaltigkeitskriterien bzw. die Bedingungen der AVG Köln wird u.a. in Kriterium 17 beschrieben. Die Zusammenarbeit erfolgt darüber hinaus mit zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben. Die Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb dient der Sicherstellung des hohen Qualitätsniveaus in der Entsorgungswirtschaft. Nach § 56 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes wirken Entsorgungsfachbetriebe an der Förderung der Kreislaufwirtschaft und der Sicherstellung des Schutzes von Mensch und Umwelt bei der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen mit. Die Überprüfung der Betriebe findet vor Ort durch beauftragte Sachverständige statt.    
Der Zertifizierungsprozess, den auch die AVG Köln und ihre Tochtergesellschaften absolvieren, erfolgt jährlich. Für den Betrieb der Anlagen erforderliche Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen werden mit Spezialfirmen bewerkstelligt, die in der Regel aus Deutschland stammen. Benötigte Ersatzteile sind zumeist anlagenspezifisch und müssen zeitnah zur Verfügung stehen. Daher sind die Lieferanten vornehmlich Fachfirmen mit Sitz in Deutschland oder in der EU.

Bei Geschenken und Give-aways setzt die AVG Köln seit 2019 auf nachhaltige Produkte aus heimischer Produktion.

UN-Nachhaltigkeitsziele:

Bezahlbare und saubere Energie (7)
Industrie, Innovation und Infrastruktur (9)
Nachhaltige Städte und Gemeinden (11)
Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion (12)
Maßnahmen zum Klimaschutz (13)

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4