1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

1.1. Strategische Analyse
Für das Berichtsjahr 2017 gab es noch keine im Organigramm etablierte CSR-Funktion o.Ä. bei der INTER Versicherungsgruppe. Dementsprechend lag zu diesem Zeitpunkt keine explizite CSR-Strategie vor. Maßnahmen mit Nachhaltigkeitswert und eine nachhaltige Denkweise sind der Geschäftstätigkeit der INTER jedoch seit jeher in diversen Bereichen zu entnehmen. Beispielsweise ist auch der Wert Fairness seit vielen Jahren Teil der Unternehmenswerte und im Leitbild der INTER festgeschrieben:
Wir nehmen unsere unternehmerische Sozialverantwortung nach außen und nach innen wahr. (…). Wir leben unsere Maxime „Kompetenz, Fairness und Vertrauen“ nach außen und nach innen.
Mit der Vorbereitung des ersten CSR-Berichts der INTER, dem INTER-Fairness-Report 2017, begann für die INTER ein umfassender Prozess, in dem das im Unternehmen befindliche CSR-Wissen erhoben, analysiert und strukturiert wurde. In Bezug auf CSR wurde in den letzten Jahren bereits vieles intuitiv beachtet und umgesetzt, ohne systematisch darüber zu berichten. 

Innerhalb der Wesentlichkeitsanalyse wurden die CSR-relevanten Themen unter Berücksichtigung aller erforderlichen Unternehmensbereiche und unter Einbezug relevanter Stakeholder identifiziert. Mit dem Vorstand bzw. den Führungskräften der Bereiche Recht, Personal, Betriebsorganisation, Marketing und Unternehmenskommunikation sowie Kapitalanlagen wurde dahingehend eine Bestandsaufnahme der unternehmerischen Verantwortungsübernahme der INTER vorgenommen. Weiterhin wurden CSR-Konzepte, -Ziele und -Leistungsindikatoren diskutiert und operationalisiert. Zudem wurden bereits erste Maßnahmen umgesetzt (z.B. die Abschaffung von Plastikdeckeln in der INTER-Cafeteria in Mannheim). 

1.2. Bestandteile der Strategie
CSR wurde 2017 als Vorstandsthema der Versicherungsgruppe identifiziert und die CSR-Berichterstattung sowie die nachhaltigere Ausrichtung der INTER wurde als Unternehmensziel definiert. Eine konkrete CSR-Strategie wurde im Zuge der CSR-Berichterstattung 2017 erarbeitet. Hierzu gehörte es zu Beginn, ein ganzheitliches Nachhaltigkeitsverständnis herauszuarbeiten und dies im Stakeholderdialog mit wissenschaftlicher Unterstützung zu überprüfen. 

Nachhaltigkeit steht bei der INTER für Projekte und Maßnahmen, bei denen der ökologische und gesellschaftliche Wert einer Maßnahme mindestens auf einer Ebene mit deren wirtschaftlichem Wert stehen. Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten nachhaltigen Handelns: 
1. solche Aktivitäten, die der Gesellschaft oder Umwelt direkt zugutekommen und in denen die INTER Multiplikator des CSR-Gedankens ist;
2. solche, die Personen und Institutionen dabei unterstützen, ihren Nachhaltigkeitsbeitrag zu multiplizieren.

1.3. Ziele und Chancen der Strategie
Ziel der CSR-Strategie ist es, Nachhaltigkeit Schritt für Schritt im Einklang mit den Unternehmenszielen in allen Bereichen und entlang der Wertschöpfungskette im Denken, Kommunizieren und Handeln der INTER zu verankern. Über CSR gilt es, zu einem differenzierten Umgang mit Nachhaltigkeit zu gelangen, der Ressourcen schont, die Gesellschaft besser macht und gleichzeitig zum Erfolg der INTER Versicherungsgruppe beiträgt. Chancen der CSR-Strategie und bereits eingeleitete Maßnahmen werden nach der Zusammenstellung der Informationen zu den CSR-Bereichen Produkte, Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaft ausformuliert. Prinzipiell wirft die Beschäftigung mit CSR eine bereichsübergreifende Perspektive auf die komplette Geschäftstätigkeit der INTER und kann dazu dienen, CSR-Wissen freizulegen und Mitarbeiter sowie Stakeholder für CSR zu sensibilisieren, um sich mit dem INTER-Nachhaltigkeitsgedanken zu identifizieren. Durch die Einführung der CSR-Strategie bei der INTER ergeben sich folgende konkrete Chancen für das Unternehmen:

- Imageverbesserung durch die interne und externe Kommunikation von CSR-Aktivitäten, sodass die INTER als verantwortungsbewusstes Unternehmen wahrgenommen wird und Alleinstellungsmerkmale gegenüber Wettbewerbern geschaffen werden;
- Organisationsentwicklung durch die Prüfung von CSR-relevanten Themen innerhalb der INTER, wodurch neue Blickwinkel auf das Unternehmen und seine Themen geworfen werden;
- (Neue) Kommunikationskanäle und Wissensbestände durch die komplexe Beleuchtung der Stakeholderbedürfnisse identifizieren, was zu einem besseren Stakeholderdialog beiträgt;
- Transparenz durch die Ordnung komplexer Datensätze, was die Wertschöpfung der INTER im Nachhaltigkeitsdreieck aus Erfolg, Sozialem und Ökologie erhöht;
- Sensibilisierung aller Unternehmensbereiche in Bezug auf Nachhaltigkeit, wodurch Produkt- und Serviceverbesserungen stattfinden können;
- Indirekte, positive Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt durch Information und soziales bzw. ökologisches Engagement der INTER.

1.4. Konkrete Maßnahmen
Die CSR-Strategie der INTER Versicherungsgruppe wurde in einem vierstufigen Verfahren unter wissenschaftlicher Begleitung erarbeitet, bestehend aus Analyse, Befähigung, Entwicklung und Validierung sowie Implementierung.

Analyse: Hierbei wurde das bereits vorhandene Wissen im Unternehmen erhoben und systematisiert, indem neben Stakeholder-Workshops und Gesprächsrunden mit Führungskräften eine Analyse der bereits existierenden Kommunikate der INTER sowie ihrer Stakeholder-Kommunikation stattfand. Diese Kommunikate beinhalteten: seitens der INTER Versicherungsgruppe: Homepagetexte (INTER, Bausparkasse Mainz, FAMK), Pressemitteilungen, Konzernbroschüre, Imagebroschüre, Unternehmensleitbild, Geschäftsbericht 2016, SFCR-Bericht 2016, Social-Media-Beiträge (Facebook, YouTube, XING) und interne Dokumente; seitens der Stakeholder: Social-Media-Beiträge auf Facebook (Kommentare und Bewertungen), Kundenbewertungen auf ciao.de, check24.de und jameda.de, Testberichte, Arbeitgeber-Bewertungen auf kununu.de sowie externe Pressetexte (Zugriff über Pressini und LexisNexis).

Befähigung: Aus der Analyse und den Gesprächen ergaben sich Fragen, Diskussionspunkte und mögliche Prioritäten der INTER, die zu einer CSR-Agenda führten und schließlich in die Wesentlichkeitsanalyse mündeten. Medieneinweisungen, Klärungen von Kapazitäten für das spätere CSR-Kernteam und die Vermittlung fachlichen Wissens zum Thema Nachhaltigkeit wurden darüber hinaus vorgenommen. Die Phase wurde mit der Einführung der DNK-Kriterien beendet.

Entwicklung und Validierung: Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse ergaben sich erste Themen und Teillösungen in Form von Prototypen (CSR-Kennzahlen und Texte), die in Arbeitssprints validiert wurden. Meilensteine, Arbeitspakte und Zuständigkeiten im Hinblick auf die Einführung der CSR-Strategie wurden definiert. Eine Vision, wie sich CSR bei der INTER manifestieren könnte, führte zur Festlegung von CSR-Zielen für die relevanten Bereiche (Kapitalanlagen, Betriebsorganisation, Personal etc.). Die wissenschaftliche Begleitung dieses Prozesses trug dazu bei, den Dialog als Grundprinzip von CSR zu verankern, indem die CSR-Strategie durch Gespräche, Workshops und audiovisuelle Begleitung validiert wurde.

Implementierung: Die Implementierung erfolgte final mit der Vorlage der DNK-Entsprechenserklärung, welche die CSR-Strategie beinhaltet, an den Vorstand und Aufsichtsrat der INTER. Daneben wurden Führungskräfte und Mitarbeiter sowie die Öffentlichkeit im April 2018 über die umfassende Einführung von CSR ins Unternehmen mit der Veröffentlichung des CSR-Berichts auf der Homepage www.inter.de informiert. Extern wurde die Multiplikation über Pressemitteilungen an regionale Medien und die Fachpresse sowie Social-Media-Pressearbeit eingeleitet. Intern ging es vor allem darum, Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen, weshalb bereits vorab Materialien im Intranet bereitgestellt, Probeleser identifiziert und Informationen über eine (digitale) Infostelle in der Direktion in Mannheim angebracht wurden. Durch die Einführung der CSR-Strategie soll der Nachhaltigkeitsgedanke Schritt für Schritt in der INTER, der Bausparkasse Mainz sowie der polnischen Gesellschaften verankert werden. Wir wollen die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht nur erfüllen, sondern Nachhaltigkeit als strategisches Aushängeschild für uns etablieren.
 

 
 

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Im Zuge der CSR-Strategieentwicklung wurde eine Wesentlichkeitsanalyse für die INTER Versicherungsgruppe erarbeitet. Wesentlichkeit ist das bestimmende Prinzip in Bezug auf die Berichtsinhalte von CSR-Berichten und der Entsprechenserklärung. Es legt fest, auf welche Themen und Inhalte sich ein Unternehmen fokussiert. Wesentlich sind die Aspekte der Geschäftstätigkeit, die eine Auswirkung auf Umwelt und Gesellschaft haben und die insofern für Stakeholder relevant sind, als sie die Entscheidungsfähigkeit der Stakeholder in Bezug auf das Unternehmen beeinflussen.

Die INTER hat 2017 folgende Themen als wesentlich definiert:
- Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen
- Innovationsmanagement und Digitalisierung
- Regionales, partnerschaftliches soziales Engagement
- Arbeitgeberverantwortung (Ausbildung, Gesundheit und Work-Life-Balance)
- Umweltschutz
- Compliance und Recht
- Kundendialog und -verstehen

2.1. Gesellschaftliches Umfeld und drängendste Herausforderungen
Versicherungen dienen dazu, Risiken abzufangen. Versicherungen müssen sich aber auch selbst absichern. Das neue europäische Aufsichtsregime Solvency II und damit auch das durch die 10. VAG-Novelle geänderte Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) sind am 01.01.2016 in Kraft getreten. Den neuen Anforderungen liegt eine ganzheitliche, prinzipienbasierte Risikobetrachtung zugrunde. Die INTER Versicherungsgruppe veröffentlichte 2017 den Bericht über Solvabilität und Finanzlage für das Geschäftsjahr 2016 (SFCR), der zur Herstellung von Transparenz über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens dient.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung sind gerade für Unternehmen, die mit sensiblen Daten arbeiten, neue Formen der Absicherung notwendig. IT-Sicherheit war und ist daher ein wichtiges Thema bei der INTER, besonders der Schutz unserer Kundendaten und die Integrität unserer IT-Systeme. Eine essentielle Maßnahme war daher 2017 das Audit der IT-Sicherheit durch die Assekurata Management Services GmbH. Dieses Audit wurde bereits zum zweiten Mal durchgeführt und erneut mit dem Siegel „Geprüfte IT-Sicherheit" erfolgreich abgeschlossen. 

Auch der demographische Wandel betrifft die Versicherungsbranche – sogar in zweifacher Hinsicht. Erstens aus Produktsicht: So wurde mit dem Inkrafttreten des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) am 01.01.2017 die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und des neuen Begutachtungsinstruments zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit in der Pflegeversicherung ab 2017 gesetzlich verankert. Hierzu hat die INTER das Produkt INTER QualiCare® ins Leben gerufen, das die in Zukunft steigenden Pflegekosten in die Kalkulation einrechnet. Zweitens aus Personalsicht: Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Unternehmen um junge, gut qualifizierte Arbeitskräfte. Unser Personalrecruiting ist daher darauf ausgerichtet, verstärkt junge Menschen für den Vertrieb zu gewinnen.

Der Trend zu Wohnraummodernisierungs- und Energieeinsparmaßnahmen wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Vor diesem Hintergrund erwartet die Bausparkasse Mainz ein ansteigendes Volumen bei den Darlehensgenehmigungen sowie einen steigenden Wunsch nach der Vermittlung von Immobilien sowie damit verbundenen Leistungen zur Energieeffizienz (Modernisierung, energetische Sanierung, Smart Homes).

Letztlich erwarten uns 2018 zwei weitere europäische Neuerungen: Am 23.02.2018 tritt die Europäische Versicherungsvermittlerrichtlinie (IDD) in Kraft, um weitere Regulierungen der Versicherungsvermittlung einzuführen. Für das zweite Quartal 2018 stehen Anpassungen zur Kapitalmarkt-Richtlinie Mifid 2 im Raum. Beide Anpassungen tragen dazu bei, eine fairere Beratung sowie transparentere Kundenkommunikation und -information zu gewährleisten. 

2.2. Relevante Aktivitäten der Geschäftstätigkeit
In den vergangenen Jahren hat die INTER Versicherungsgruppe mit Bezug auf Nachhaltigkeit schon einiges geleistet. In den Jahren 2014 und 2015 wurde beispielsweise bereits ein großer Teil unserer Gebäude kernsaniert. Auch wurde nach der Mitarbeiterbefragung 2016 ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) eingeleitet. Das INTER-Betriebsrestaurant stellte im selben Jahr sein neues nachhaltiges Küchenkonzept vor, das seitdem erfolgreich umgesetzt wird. Daneben führte die INTER ein Energie-Audit durch. Im Zuge der CSR-Workshops 2017 beschäftigte sich die INTER mit der Überprüfung ihrer Nachhaltigkeit im Ressourcenverbrauch in Betriebsorganisation, Marketing, innerhalb von Kapitalanlage-, Kunden-, Personal- und Compliancemanagement sowie der Definition von relevanten CSR-Kennzahlen (Produkte und Wertschöpfungskette, Kunden, Umwelt, Mitarbeiter, Gemeinwesen, politische Einflussnahme und Compliance).

Für 2017 gibt es für die von uns als wesentlich definierten Themen weiterhin Folgendes zu berichten:
- Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen: Einführung und Anpassung von INTER MeinLeben®;
- Innovationsmanagement und Digitalisierung: Entwicklung INTER CyberGuard, Entwicklung des Chatbots EVA (empathische Versicherungsassistentin) für den Online-Abschluss des INTER QualiMed Z® Zahn;
- Regionales, partnerschaftliches soziales Engagement: Unterstützung diverser Sport- sowie Spendenaktivitäten (u.a. „Bewegen bringt Segen“, Typisierungsaktion zur Stammzellenspende, Azubi-Tage im Kinderheim Wespinstift);
- Arbeitgeberverantwortung: Unterstützung diverser Ausbildungs- und Gesundheitsinitiativen (u.a. Ausbildungs-Ass oder INTER Gesundheitstag);
- Umweltschutz: energieeffizientere Betriebsorganisation (u.a. Ressourcen-Einsparungen durch digitale Services wie die INTER-Postbox);
- Compliance und Recht: Aktualisierung der Compliance-Richtlinie (12/2017);
- Kundendialog: Auszeichung der INTER Kranken als „Fairer privater Krankenversicherer“ durch die ServiceValue GmbH im Auftrag von Focus Money; Auszeichung der Bausparkasse Mainz als „Fairste Bausparkasse Deutschlands“ durch das Deutsche Institut für Service Qualität (DISQ) und den Nachrichtensender n-tv.

2.3. Soziale und ökologische Chancen und Risiken
Die INTER Versicherungsgruppe sieht erhebliche Chancen in Bezug auf Nachhaltigkeit für diverse Unternehmensbereiche, besonders für Produktgeschäft und -entwicklung, eine umweltfreundlichere Betriebsorganisation und Personalmaßnahmen.
- Ausbau nachhaltiger Finanzanlagen (ESG): Entwicklung von ESG-Chancen der Produkte;
- Stärkere Nutzung der Digitalisierung für Produkte (u.a. Arzneimittelvergleich online, BetterDoc, Tinnitracks, Online-Abschluss INTER ReiseAV, INTER QualiMed Z® Zahn und INTER CyberGuard, Online-Energiekennzahl-Rechner der BKM);
- Produkte für den demographischen Wandel: INTER 50 PlusCare® (Unfallversicherung für Senioren), INTER QualiCare® (Einrechnung steigender Pflegekosten), Arbeitskraftabsicherung, flexible Produkte für die Altersversorgung (INTER MeinLeben®);
- Anpassung der Beratungskonzepte für jüngere Zielgruppen: Der gesellschaftliche Trend geht zur privaten Vorsorge und zum Immobilienbesitz. Somit interessieren sich mehr und mehr junge Zielgruppen für unsere Angebote. Diese beziehen wir durch INTER ProKids® sowie das INTER Junge-Leute-Programm mit ein. INTER ProKids® wurde von der Zeitschrift Eltern (6/2015) im Premium-Tarif untersucht und erhielt die Auszeichnung „TOP-Tarif Unfallversicherung“. Die Bausparkasse Mainz bietet ebenfalls Bausparen für Kinder und junge Leute an.
- Unterstützung bei Energieeffizienzmaßnahmen: Die Bausparkasse Mainz beschäftigt sich intensiv mit energetischer Sanierung. Mit einem Modernisierungskredit können Kunden z.B. die Installation einer Photovoltaikanlage finanzieren. Mit dem Online-Energiekennzahl-Rechner der BKM lässt sich die energetische Qualität der Gebäudehülle eines Hauses vom Kunden selbst ermitteln. Die Energiekennzahl sagt aus, wie viel Energie pro Quadratmeter Fläche im Jahr für die Heizung verbraucht wird.
- Weitere Chancen bestehen bei der Weiterentwicklung der INTER Versicherungsgruppe zu einem noch umweltbewussteren Unternehmen. Ein Versicherer kann gerade beim Thema Gebäudemanagement, Papierverbrauch und Geschäftsreisen / Außendienst nachhaltiger werden. Unsere Direktion in Mannheim wurde bereits 2014/15 zu großen Teilen energetisch saniert. Weitere Energieeinsparmaßnahmen und Umbauten sowie ein ganzheitliches Energie-Audit und eine jährliche Umweltbilanz sollen folgen. Unser Betriebsrestaurant setzt durch das nachhaltige Konzept bereits stark auf regionale Küche sowie Convenience- und Konservenvermeidung. Einen weiteren Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten wir, indem wir ab 2018 unsere Plastikdeckel für den Kaffeekonsum abgeschafft haben.

Das Risikomanagement hat in der INTER Versicherungsgruppe einen hohen Stellenwert. Die Ziele des Risikomanagements, die zentralen Prozesse zur Risikobeurteilung und Risikoberichterstattung sowie die Risiken sind im Lagebericht beschrieben. Ein neues Thema wie Nachhaltigkeit, das ganzheitlich im Konzern durchgesetzt werden soll, bietet neben Chancen allerdings auch neue Herausforderungen. Diese hat die INTER Versicherungsgruppe wie folgt definiert:

- Imageschaden: Ein Imageschaden kann sich aus einer möglichen Beschädigung des Rufes des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit (z.B. bei Kunden, Geschäftspartnern, Behörden) ergeben. Auch öffentlich-rechtliche Maßnahmen (Strafen, Bußgelder oder andere behördliche Sanktionen gegen das Unternehmen oder unternehmensangehörige Personen) sowie materielle Schäden (Verluste, entgangener Gewinn, zusätzlicher Verwaltungsaufwand, Leistungsausfälle aufgrund nicht soliden Wirtschaftens) können ursächlich sein. Um dies zu verhindern, optimieren wir unsere Geschäftsprozesse in der Öffentlichkeit, bei Kunden und Geschäftspartnern kontinuierlich und bilden Mitarbeiter in ihrer Qualifikation aus bzw. weiter.
- Anspruchsvolle Personalrekrutierung und -entwicklung: Durch den demographischen Wandel sind immer weniger gute und qualifizierte Arbeitskräfte auf dem Markt, daher müssen gezielt Maßnahmen zum Talent Management, zur Aus- und Weiterbildung, zur Arbeitgeberattraktivität sowie zur Unterstützung älterer Mitarbeiter getroffen werden. Die INTER arbeitet daher derzeit an der Weiterentwicklung ihrer Arbeitgebermarke und der Stärkung von Diversität.
- Vorurteile im Stakeholderdialog: Durch den verstärkten Einbezug externer Stakeholder kann es zu Interessenkonflikten kommen, die öffentlich (z.B. über Social Media) ausgetragen werden. Speziell der Banken- und Versicherungsbranche steht nach der Finanzkrise ein gesteigertes Misstrauen gegenüber, das auch beim Thema CSR zum Ausdruck kommt, sodass negative Vorurteile aufkommen (z.B. Greenwashing). Wir wirken diesen Vorurteilen entgegen, indem wir unsere Stakeholder im Zuge der CSR-Kommunikation transparent informieren und ihnen aufzeigen, dass sich gewinnorientiertes Wirtschaften und gesellschaftliche Verantwortungsübernahme nicht ausschließen.
- Nicht-nachhaltige Produkte und Lieferkette: Trotz sorgfältiger Kontrollen besteht die Möglichkeit, innerhalb der Wertschöpfungskette an nicht-nachhaltige Anbieter zu geraten. Wir arbeiten daher grundsätzlich nur mit renommierten Institutionen zusammen und überwachen unsere internen Prozesse streng. Derzeit kontrollieren wir unsere Produkte und Anbieter (Stufe II), damit wir nicht-nachhaltige Kapitalanlagegesellschaften oder andere Lieferanten (z. B. für Betriebsrestaurant, Gebäudemanagement und Werbemittel) ausschließen können. Um dieser Herausforderung verstärkt zu begegnen, werden wir in Zukunft weitere Rückverfolgungsmöglichkeiten installieren.
- Datenschutz im Internet: Da wir mit sensiblen personenbezogenen Daten unserer Kunden arbeiten, müssen wir besondere Vorkehrungen treffen, um diese an allen Orten (auch virtuell) vor kriminellen Aktivitäten (z.B. Datenverluste oder Hacker-Angriffe) zu schützen. Daher wurden entsprechende Maßnahmen geschaffen, wie Backup-Systeme für Rechner und Datenbestände, Firewalls, Notfallplanungen, Zugangskontrollen und Berechtigungssysteme, die entweder den Eintritt des schädigenden Ereignisses verhindern oder die Folgen daraus beherrschbar machen. Die INTER Versicherungsgruppe ist daneben dem Datenschutzkodex des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) beigetreten und arbeitet stets an dessen Einhaltung und der Verbesserung der Systeme. Im Geschäftsjahr 2017 gab es keine meldepflichtigen Datenpannen im Sinne von § 42a BDSG. 

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Neben dem Ziel, dass wir mit dieser Entsprechenserklärung die gesetzliche Pflicht zur nichtfinanziellen Erklärung erfüllen, hat die INTER Versicherungsgruppe (längerfristige) Ziele definiert. 

3.1. Längerfristige CSR-Ziele
Diese lassen sich thematisch in konkrete Ziele, geordnet nach Unternehmensbereichen (Strategie, Produkte, Kunden, Umwelt, Mitarbeiter, Gemeinschaft, Compliance), Maßnahmen, Zielerreichungsgrad und Zuständigkeiten der Kontrolle, unterteilen, was wir ausführlich in den nachstehenden Zieltabellen darstellen.

Innerhalb der Strategie umfasst dies Maßnahmen in den Bereichen Vermittlung von Wissen über Nachhaltigkeit (z.B. Vortrag für Bereichsleiter zu CSR in 2018, Anpassung Homepage inkl. CSR-Bereich in 2019), Verankerung von CSR im Management (z.B. Vorstands-Workshop CSR-Ziele in 2018, Überprüfung Geschäftsziele auf Nachhaltigkeit > 2019) sowie Etablierung eines CSR-Bereichs (z.B. Einführung CSR-Beauftragter, CSR-Kernteam und CSR-Beirat in 2018, Erweiterung CSR-Beirat um Externe in 2019).

Innerhalb der Produkte umfasst dies Maßnahmen in den Bereichen Einführung nachhaltiger Kapitalanlagen (z. B. Angebot nachhaltiger Fonds bei INTER MeinLeben® in 2018, Screening der Kapitalanlagen nach ESG-Nachhaltigkeitskriterien in 2019), Aufnahme nachhaltiger Indizes (z.B. Überprüfung nach Principles Responsible Investment (PRI) in 2019, Investitionsausschlusskriterien > 2019) sowie Wertschöpfungskette (Überprüfung neuer Lieferanten bzgl. Menschenrechtsverletzungen in 2018, Aufnahme von Menschenrechten in Einkaufsrichtlinien und Kapitalanlagerichtlinien in 2019).

Für Kunden umfasst dies Maßnahmen in den Bereichen Kundenverstehen (z. B. Automatisierung der Erstregistrierung bei der INTER-Postbox (erfüllt), Nachhaltigkeitsbereich in Kunden- und Vertriebspartnerumfrage in 2019) sowie Kundenbildung-/digitalisierung (z. B. Kundeninformationen zu demographischem Wandel auf der Webseite in 2019, Optimierung digitaler Prozesse und Online-Abschlüsse > 2019).

Für die Umwelt umfasst dies Maßnahmen in den Bereichen Senkung der CO2-Emissionen (z. B. Erhebung Scope 1-3 (erfüllt), Steigerung DB-Geschäftsreisen um 5% in 2018), Ressourcenschonung (z. B. Abschaffung Plastikdeckel Kaffeebecher (erfüllt), Verringerung Papierverbrauch in der Direktion um 5% in 2018), Reduktion Energieverbrauch (z. B. Ermittlung Kühlmittelverbrauch in 2018, energetische Sanierung Gebäude > 2019) sowie Sensibilisierung (z. B. Einführung VfU-Umweltkennzahlen (erfüllt), Überprüfung Werbeartikel auf Nachhaltigkeit in 2018).

Für die Mitarbeiter umfasst dies Maßnahmen in den Bereichen Chancengerechtigkeit (z. B. Einrichtung Beschwerdestelle Mitarbeiter (erfüllt), Senkung Altersdurchschnitt Vertrieb in 2019), Qualifizierung (z. B. Integration sozialer Aspekte in Ausbildungskonzept (erfüllt)), Vereinbarkeit Beruf-Familie (z. B. Überprüfung Gesundheitsmanagement auf Nachhaltigkeit in 2018, Erhebung Elternzeitquote in 2018) sowie CSR-Bildung (z. B. Etablierung Arbeitgebermarke mit nachhaltigem Kern < 2019).

Innerhalb der Gemeinschaft umfasst dies Maßnahmen in den Bereichen Gesellschaftsunterstützung (z. B. Erhebung Sponsoring-Strategie Sport (erfüllt), Ausbau Sponsoring-Tätigkeiten nachhaltiger Institutionen in 2019), Wissenschaftsförderung (Produktion Nachhaltigkeitsvideos in 2019, Förderung CSR-Lehrstuhl Universität Mannheim bis 2021) sowie Spenden-Monitoring (z. B. Einführung Kennzahl Spenden- und Förderausgaben in € (erfüllt), Quote der Spenden mit regionalem Bezug in 2018).

Innerhalb der Compliance umfasst dies Maßnahmen im Bereich der Sicherstellung regelkonformen Verhaltens (Beibehaltung 0 Fälle Korruption und 0 Fälle Bußgelder).















Unsere 
Ziele werden ab 2017 in unseren CSR-Berichten beschrieben und jährlich angepasst. Mit Bezug auf die Modifikation unseres Handelns unter nachhaltigkeitsrelevanten Kriterien entstehen daraus langfristige Ziele: Wir möchten unsere Mitarbeiter über die Sensibilisierung für das Thema CSR zu nachhaltigem Handeln bewegen. Nachhaltigkeit wird dadurch Teil unserer Arbeitgeber- und Unternehmensmarke. Weiterhin sollen Aspekte der Nachhaltigkeit in allen unternehmerischen Tätigkeiten und Entscheidungen selbstverständlich sein. Wir etablieren eine stimmige CSR-Strategie und ein aktives CSR-Team. Im Umweltbereich setzen wir nach klarer Prüfung auf umweltfreundliche Materialien und reduzieren unseren Ressourcenverbrauch von Jahr zu Jahr. Das Reden über Nachhaltigkeit mit all unseren Stakeholdern soll fester Bestandteil unserer Unternehmenskommunikation werden und per Email an nachhaltigkeit@inter.de jederzeit möglich sein. Zudem machen wir dauerhaft und unterjährig – neben dem CSR-Bericht –  unsere Aktivitäten in puncto Nachhaltigkeit transparent. Wir berücksichtigen Nachhaltigkeit in der Auswahl der Kapitalanlagen, der Produktinnovation, in der Auswahl von Lieferanten und in der Beurteilung von Ideen sowie Sponsorings systematisch. Außerdem bleibt die INTER ihrer soliden Eigenkapitalquote und dem Prinzip des sicherheitsorientierten Investierens treu.

3.2. CSR-Controlling
Im Zuge der CSR-Workshops 2017 beschäftigte sich die INTER Versicherungsgruppe mit der Überprüfung ihrer Nachhaltigkeit im Ressourcenverbrauch in Verwaltung und Organisation, Vertrieb und Marketing, innerhalb von Kapitalanlage-, Kunden-, Personal- und Compliancemanagement sowie der Definition von relevanten CSR-Kennzahlen (Produkte und Wertschöpfungskette, Kunden, Umwelt, Mitarbeiter, Gemeinwesen, politische Einflussnahme und Compliance). Wir überprüfen derzeit, welche CSR-Kennzahlen bereits vorliegen, stellen Sets und Zuständigkeiten zusammen und definieren ein CSR-Controlling, das bis spätestens 2020 implementiert werden soll. Die genannten Ziele werden regelmäßig einer Zielbewertung, -priorisierung und -kontrolle unterzogen. Die Priorisierung der Ziele erfolgt nach Wesentlichkeit. Für das Controlling gilt folgender Prozess: Ziele definieren, Maßnahmen planen, Kennzahlensets definieren, Kennzahlen monitoren und Maßnahmen anpassen.

Zu Grunde liegt dem Controlling ein ganzheitliches Nachhaltigkeitsverständnis. Daraus ergeben sich sechs mögliche Zielkategorien, nach denen sich die CSR-Strategie eines Unternehmens ausrichten kann: Anamnese, Diagnose, Modifikation, Generalisierung, Spezifizierung und Kontrolle, wobei die ersten drei die INTER im Jahr 2017 vormalig betreffen. Folgende Beispiele illustrieren dies:

- Anamnese: Überprüfung des bereits Vorhandenen, z. B. Screening Kapitalanlageanbieter
- Diagnose: Beurteilung des bereits Vorhandenen, z. B. Identifikation relevanter CSR-Kennzahlen;
- Modifikation: Anpassung des bereits Vorhandenen und Integration von Neuem, z. B. Erweiterung INTER-Homepage um CSR-Bereich; 
- Generalisierung: Ausbau des bereits Vorhandenen und des integrierten Neuen, z. B. Stärkung von Bottom-up-Kommunikation durch CSR-Box;
- Spezifizierung: Konzentration auf daraus gewonnene neue Aspekte, z. B. transparente CSR-Kommunikation unterjährig;
- Kontrolle: (erneute) Kontrolle aller vorhandenen und neuen Aspekte, z. B. Überprüfung relevanter CSR-Kennzahlen.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

4.1. Beschreibung der Wertschöpfungskette
Der größte Teil der Wertschöpfungskette wird von der INTER Versicherungsgruppe selbst erbracht, wodurch wir einen großen Überblick über Wertschöpfungskette und -tiefe haben. Nachhaltigkeitskriterien des Kerngeschäfts von der Beratung über die Produktentwicklung bis zur Kapitalanlage gehen in diese Prozesse ein. Zum Berichtszeitpunkt 2017 fand eine systematische Prüfung der Wertschöpfungskette jedoch noch nicht statt. 

Bei einer Versicherung beginnt die Wertschöpfungskette klassischerweise bei der Produktentwicklung und vollzieht sich über den Vertrieb, die Zeichnungspolitik (transparente Kundenkommunikation, -beratung und -information etc.), die Schadensregulierung bis hin zu etwaigen Rückversicherungen. Daneben laufen Prozesse im Einkauf (Werbeartikel, Papier etc.) sowie in der Unternehmens- und Personalorganisation (Mitarbeiterführung und Vergütung), die teilweise auf externe Partner zurückgreifen müssen. Hier bestehen die größten Risiken bei nicht-nachhaltigen Produkten bzw. Anbietern. Eine transparente und faire Beratung durch unabhängige Vermittler (wie Makler etc.) und unsere Vertriebspartner wird durch die Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) sichergestellt. Für den Kunden ist so gewährleistet, dass ihm nur passende Produkte angeboten werden. Deshalb lassen wir verstärkt auch Umwelt- oder soziale Aspekte in die Kundenberatung einfließen. 

Gerade der Unternehmenswert „Fairness“ in der Kundenbeziehung zahlt sich im positiven Sinne für die INTER Versicherungsgruppe aus. Die INTER Kranken wurde 2017 als „Fairer privater Krankenversicherer“ durch die ServiceValue GmbH im Auftrag von Focus Money prämiert. Die ausgezeichneten privaten Krankenversicherer schnitten in allen fünf Kategorien mindestens „gut“ ab: faires Produktangebot, faire Kundenberatung, faire Leistungsabwicklung, faires Preis-Leistungs-Verhältnis sowie faire Kundenkommunikation. Als Grundlage der Studie wurden 2.100 Kunden befragt. Das Deutsche Institut für Service Qualität (DISQ) und der Nachrichtensender n-tv zeichneten zudem die Bausparkasse Mainz als fairste Bausparkasse Deutschlands aus. Hierbei belegte die BKM in den Kategorien Zuverlässigkeit, Transparenz und Preis-Leistungsverhältnis jeweils den ersten Platz. Die BKM wurde bereits mehrfach für ihre Produkt- und Servicepolitik ausgezeichnet.

Die Langfristigkeit unserer geschäftlichen Beziehungen mit Kunden, Partnern, deren Reputation sowie die sorgfältige vorherige Überprüfung sicherten uns bisher ein solides und nachhaltiges Wirtschaften. Dies betrifft auch Bereiche fernab unseres Produktgeschäfts: Etwa beziehen wir unseren Fisch und unsere Meeresfrüchte für das Betriebsrestaurant nur aus zertifizierten Fanggebieten und verwenden in der Direktion FSC- und PEFC-zertifiziertes Papier.

4.2. Bedeutung von Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung und Tiefe der Nachhaltigkeitsberücksichtigung
Auch im Jahr 2017 stand die Sicherheit der Anlagen im Vordergrund der Kapitalanlagestrategie. So gewährleisten wir auch weiterhin die Einhaltung unserer Verpflichtung gegenüber dem Gesetzgeber, im Interesse der Kunden unsere gesamten Vermögenswerte nach dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht anzulegen sowie die Ziele der Sicherheit, Qualität, Liquidität und Rentabilität einzuhalten (§124 Versicherungsaufsichtsgesetz). Neu- bzw. Wiederanlagen wurden daher schwerpunktmäßig in lang laufende gedeckte Zinsanlagen mit zum Teil bester Bonität getätigt. Die durchschnittliche Ratingqualität des Zinsanlagenbestandes liegt auf Basis externer Ratings mit A+ und auf Basis interner Ratings mit A+ (gemäß Moody’s WARF) auf einem hohen Niveau. Aufgrund der Langfristigkeit unserer Anlagen, welche im Kerngeschäft von Versicherungen begründet ist, ist die Berücksichtigung der Nachhaltigkeit wesentlicher Bestandteil unserer Kapitalanlagen. Da das Risiko, nicht-nachhaltige Kapitalanlagen zu unterstützen, besteht, überprüfen wir die Kapitalanlagegesellschaften und die Produkte, mit denen wir arbeiten, sorgfältig. Dies bezieht sich auf unsere Lieferanten in der Wertschöpfungstiefe, Ebene II. Wir garantieren, dass wir nur selbst oder mit direkten Lieferanten Geschäftsbeziehungen unterhalten, die wir im Rahmen der CSR-Berichterstattung auf ihre Nachhaltigkeitsaspekte überprüfen.

Nachhaltigkeit wird bei den von uns investierten Fonds berücksichtigt. Die Prüfung der Corporate Governance-Strukturen der jeweiligen Zielfondsmanager ist wichtiger Bestandteil ihrer Due Diligence. Die jeweilige ESG-Policy ist bei allen Investment Managern im Investmentprozess bzw. Risikomanagementprozess verankert. Dabei werden wesentliche ESG-Risikofaktoren berücksichtigt und der Bewertung unterzogen. ESG-Aspekte sind damit ein wesentlicher Bestandteil des Investmentanalyse- und Entscheidungsprozesses und unsere Partner weisen keine ESG-kritischen Investments auf. Uns ist nicht bekannt, dass es in der Vergangenheit im Hinblick auf die Einhaltung relevanter Industrie-Codes oder -Policies Verstöße gab. 

Eine hohe Zufriedenheit unserer Kunden mit den Produkten und Serviceleistungen der INTER Versicherungsgruppe ist unser Ziel. Wir sind überzeugt, dass wir aus den Beschwerden einzelner Kunden viel über die Bedürfnisse unserer gesamten Kundschaft erfahren können, um unser Handeln hieran auszurichten. Deshalb eröffnen wir unzufriedenen Kunden einfache Möglichkeiten, Lob oder Beschwerde loszuwerden, beispielsweise auf www.inter.de. Beschwerden werden zentral durch ein spezialisiertes Team für unsere Kunden geprüft. Im Übrigen erfolgt die Beschwerdebearbeitung in unseren kundenorientierten Fachbereichen nach festgelegten Qualitätsstandards. Inhaltlich lautet unser Anspruch, die Sichtweise des Kunden zu verstehen. So können wir eine angemessene Lösung entwickeln, welche die Situation des einzelnen Kunden berücksichtigt und zugleich mit den Interessen der Versichertengemeinschaft in Einklang steht. Das Beschwerdeaufkommen wird in einer speziellen IT-Anwendung erfasst und fortlaufend analysiert. Damit ist gewährleistet, dass wiederholt auftretende oder systematische Probleme sowie potentielle Risiken unverzüglich festgestellt und behoben werden können. Leitlinien zur Beschwerdeerkennung, -erfassung, -bearbeitung und -analyse definieren und sichern unternehmensweit einheitlich hohe Qualitätsstandards. Die Einhaltung der Leitlinien gewährleistet die Beschwerdemanagementfunktion. In Mitarbeiterbefragungen erzielte die Frage, ob Kundenbeschwerden im Unternehmen ernst genommen werden, wiederholt höchste Zustimmungswerte. Sehr gute Teilbewertungen erzielte das INTER-Beschwerdemanagement-System in den veröffentlichten Unternehmensratings der Ratingagentur ASSEKURATA. Die durch Kundenbefragungen belegte, wachsende Zufriedenheit unserer Kunden mit den Produkten und Serviceleistungen der INTER Versicherungsgruppe bestätigt die Wirksamkeit unseres INTER-Beschwerdemanagement-Systems. Falls es doch einmal zu Unstimmigkeiten mit Kunden kommt, greifen wir als Versicherer auf Streitschlichtungsverfahren zurück. So bietet z. B. die Institution des Ombudsmanns der PKV (Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.) die Möglichkeit, Meinungsverschiedenheiten einvernehmlich ohne ein Gerichtsverfahren zu schlichten. Der Ombudsmann soll in jedem Stadium des Verfahrens zwischen den Beteiligten vermitteln und eine Versöhnung erreichen. Die Unternehmen der INTER Versicherungsgruppe haben sich zur Teilnahme an folgenden Streitschlichtungsverfahren verpflichtet: INTER Kranken: Ombudsmann Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.; INTER Leben und INTER Allgemeine: Versicherungsombudsmann e.V. Für Verbraucher, die den Versicherungsvertrag auf elektronischem Weg abgeschlossen haben, steht die Plattform der EU-Kommission zur Online-Streitbeilegung zur Verfügung.

4.3. Ökologische und soziale Probleme im Wertschöpfungsprozess
Die INTER Versicherungsgruppe kommt auch als Versicherungsunternehmen mit ökologischen und sozialen Fragen in Berührung. Beispielsweise optimieren wir derzeit unser Ressourcenmanagement, z. B. den Verbrauch von Papier, Verpackungs- und Werbematerial. In der betriebseigenen INTER Akademie bilden wir unsere Vermittler selbst aus bzw. weiter. Die INTER ist darüber hinaus dem GDV-Verhaltenskodex und dem GDV-Datenschutzkodex beigetreten. Damit geben wir unseren Vertriebspartnern nicht nur eine Anleitung zum integren Handeln, sondern stellen auch eine hohe Beratungsqualität sicher. Im Produktbereich verpflichtet sich die INTER zu verantwortungsvollen Investitionen, die neben der Sicherheit und Rendite also auch ethische Werte berücksichtigen. Die INTER hat sich daher zum Ziel gesetzt, bei der Produktentwicklung soziale Leistungsbestandteile einzubeziehen, die bedarfsorientiert und kalkulatorisch sinnvoll sein müssen. Mindestens eine nachhaltige Kapitalanlage soll dementsprechend für INTER MeinLeben® angeboten werden.

Die grundsätzliche Ausrichtung der Kapitalanlagen ist entsprechend der Unternehmensleitlinie auf Sicherheit und Langfristigkeit abgestellt. Die konsequente Umsetzung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften wird durch ein qualifiziertes Kapitalanlagemanagement, eine perspektivische Kapitalanlagepolitik und organisatorische Maßnahmen, wie die klare Trennung von Portfoliomanagement, Abwicklung und Risikocontrolling, sichergestellt. Derivative Finanzinstrumente und strukturierte Produkte werden strikt nach den dafür geltenden besonderen Bestimmungen behandelt und stehen unter ständiger Beobachtung. 

Die Wertpapiereigenanlagen des Bereichs Bausparen erfolgen ebenfalls auf Basis einer internen Kapitalanlagerichtlinie, die den Rahmen des möglichen Anlagespektrums aufgrund der Vorgabe von Mindestratings, internen Limits und externen Bonitätsprüfungen beschränkt. Die Bausparkasse Mainz hat daneben den freiwilligen Verhaltenskodex zwischen den europäischen kreditwirtschaftlichen Verbänden und den europäischen Verbraucherorganisationen für die Vergabe von wohnwirtschaftlichen Krediten unterzeichnet. Ziel dieses Kodex ist die umfassende Information der Verbraucher über alle angebotenen wohnwirtschaftlichen Kredite.

4.4. Kommunikation mit Lieferanten und Geschäftspartnern
Die Kommunikation mit unseren Lieferanten und Geschäftspartnern erfolgt transparent über den jeweiligen Fachbereich. Die INTER unterhält ein Netz aus über 300 Vertriebspartnern in der Ausschließlichkeit, die vom internen Vertriebsmanagement der INTER betreut werden. Zusätzlich gibt es den INTER-Maklervertrieb, der Kontakt z. B. zu den Makler-Pools und den ungebundenen Vermittlern unterhält. 

Wir pflegen den persönlichen Kontakt zu den unabhängigen Vermittlern vor Ort. Darüber hinaus stehen weitere Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung, beispielsweise das INTER MaklerNet. Dort finden unabhängige Vermittler Vertriebsmaterialien, News-Service sowie personalisierte Zugangsmöglichkeiten. Um den Informationsaustausch schnell und nachhaltig zu gestalten, bietet die INTER Online-Abschlüsse sowie die INTER Makler App an. Die INTER veranstaltet zudem Webinare und Roadshows, wobei die Teilnehmer für den Schulungsteil Weiterbildungspunkte erhalten können. Die Teilnahme an der Roadshow ist selbstverständlich kostenfrei. Daher ist die INTER auch Teil der Initiative „gut beraten“ – Weiterbildung (WB) der Versicherungsvermittler in Deutschland. 

Alle Vertriebspartner in der Ausschließlichkeit haben zusätzlich die Möglichkeit, über die INTER-Werbebox auf sämtliche Werbemaßnahmen zuzugreifen. Diese können durch die Vertriebspartner online individualisiert, geschaltet und per Mausklick bestellt werden. Ziel der INTER-Werbebox ist zum einen ein durchweg einheitliches Erscheinungsbild in den Werbemaßnahmen. Zum anderen können Aktionen wie Mailings nun einfach, rechtssicher und schnell umgesetzt werden. 

 

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4