1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die mehrdimensionale und damit synergetische Nachhaltigkeitsorientierung der HEB GmbH lässt sich analog zu den Nachhaltigkeitsdimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales wie folgt zusammenfassen:

Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Gebührenstabilität und regionale Wertschöpfung durch Umwelt-/Klimaschutz und soziale Verantwortung.

Die in Kriterium 2 genannten wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte sind die Bausteine der strategischen Nachhaltigkeitsausrichtung, anhand derer Nachhaltigkeit künftig immer stärker gemessen und operationalisiert werden kann.

Der im Jahr 2016 erschienene erste Nachhaltigkeitsbericht der HEB GmbH ist als konkrete Maßnahme der Nachhaltigkeitskommunikation und -strategie zu nennen. Dort werden entsprechende Aktivitäten und Orientierungen dargelegt (Abfallwirtschaftskonzept, Abfallpädagogik, Stadtsauberkeit, partizipative Ansätze, Stromturbine, Fernwärme). Kampagnen und eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit sind dauerhafte Bestandteile der Nachhaltigkeitskommunikation. 

Die HEB GmbH fördert als weitere Maßnahme einen Nachhaltigkeitsbericht für die Gesamtschule Hagen-Eilpe, um auf die Nachhaltigkeitsorientierung der HEB GmbH - nicht zuletzt in Zeiten des Fachkräftemangels - zu reagieren und zugleich weitere strukturelle Kooperationspartner im Bereich der Abfallpädagogik zu gewinnen.   

Die Chancen der Nachhaltigkeitsorientierung der HEB GmbH liegen in der konsistenten und vergleichbaren Darstellung der zahlreichen Nachhaltigkeitsleistungen und -innovation des Unternehmens. Daraus kann eine stärkere Wahrnehmung als nachhaltig tätiges und attraktives Unternehmen im Zuge des sich abzeichnenden Fachkräftemangels resultieren.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz des Bundes (§ 21 KrWG) und dem Landesabfallgesetz Nordrhein-Westfalen (§  5a  LAbfG) haben die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger Abfallwirtschaftskonzepte aufzustellen und der oberen Abfallwirtschaftsbehörde im Abstand von fünf Jahren vorzulegen. Dabei sind die Vorgaben des Abfallwirtschaftsplans des Landes Nordrhein-Westfalen einzubeziehen. Die Stadt Hagen hat ihr Abfallwirtschaftskonzept im Jahr 2016 auf den aktuellsten Stand gebracht und an die sich wandelnden gesetzlichen Regelungen des Bundes und des Landes angepasst.

Im Abfallwirtschaftskonzept sind die Maßnahmen zur Steigerung der Stadtsauberkeit sowie der Klima-  und Ressourcenschutz enthalten. Es ist die Grundlage einer nachhaltigen Abfallwirtschaft für die Stadt  Hagen und die HEB GmbH. "Nachhaltig im vollkommen ursprünglichen Sinn: ökologisch,
 wirtschaftlich und sozial", heißt es im ersten Nachhaltigkeitsbericht der HEB GmbH 2016.

Folgende Nachhaltigkeitsaspekte sind für die HEB GmbH wesentlich:


Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
Stadtsauberkeit
Gebührenstabilität
Mitarbeiterorientierung
Umwelt- und Klimaschutz
Abfallvermeidung
Soziales Engagement
Regionale Wertschöpfung
Innovation
Dialog und Offenheit
Bürgerbeteiligung
Regionalität
Winterdienst

Im Folgenden werden soziale und ökologische Chancen und Risiken genannt, die sich aus den wesentlichen Aktivitäten ergeben:

Soziale Chancen und Risiken


Soziale Chancen bieten gemeinsame Aktionen für mehr Stadtsauberkeit, die das Miteinander und die Identifikation fördern.
Die HEB GmbH offeriert sichere Arbeitsplätze in der Region und stärkt zudem durch Projekte, Förderungen, Sponsoring etc. das Gemeinwesen (vgl. Kriterium 18).
Soziale Risiken sind nicht bekannt. Sprachlichen Herausforderungen begegnet die HEB GmbH durch einen mehrsprachigen Flyer, der Zuwanderern das System der Abfallentsorgung erläutert. Damit leistet das Unternehmen einen Beitrag zum wertschätzenden interkulturellen Miteinander in der Stadt Hagen bzw. im Entsorgungsgebiet.

Ökologische Chancen und Risiken

Ökologische Chancen resultieren aus der immer stärkeren Nachhaltigkeitssensibilisierung - in der Öffentlichkeit, in der Politik und im Unternehmen. Die umweltschonende Entsorgung und Energienutzung wird zunehmend öffentlich kommuniziert, um Nachhaltigkeitserfolge in der Abfallwirtschaft und hier im Speziellen in der thermischen Abfallbehandlung transparent zu machen.
Ökologische Risiken sind - nicht zuletzt aufgrund der Innovationen der letzten Jahrzehnte - nicht bekannt.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die nachfolgend beschriebenen Ziele orientieren sich überwiegend an den unter Wesentlichkeit genannten Nachhaltigkeitsaspekten. Sofern eine Quantifizierung der Ziele möglich ist, werden konkrete Angaben zur zeitlichen Umsetzung gemacht.

Stadtsauberkeit

Fortführung erfolgreicher Projekte mit Langzeitarbeitslosen in der Maßnahme "Stadtsauberkeit" sowie zusätzlich mit dem im Jahr 2016 aufgelegten Projekt mit Langzeitarbeitslosen und Migranten genannt "Gemeinsam für mehr Stadtsauberkeit".

Abfallpädagogisches Konzept

Fortlaufende Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen. Zusammenarbeit mit einer Förderschule für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund.

Dezentraler Wertstoffhöfe

Planung weiterer dezentraler Wertstoffhöfe - beginnend noch im Jahr 2018 in den Stadtteilen Hagen Haspe und Eilpe.

Umwelt- und Klimaschutz

Im Rahmen des Berufskraftfahrerqualifikationsgesetzes ist für alle Fahrer eine Schulung für 2019/2020 vorgesehen, die u.a. der Kraftstoffreduzierung dient.

Bauliche Maßnahmen, Sanierungen und Optimierungen werden im Allgemeinen im Sinne des Klimaschutzes geplant. Dies gilt auch für optimierte (infrastrukturelle) Betriebsabläufe durch eine mögliche Zusammenlegung von Betriebseinheiten.

Mitarbeiterorientierung

Weiterentwicklung des betrieblichen Gesundheitsmanagements bis 2019.
Nachhaltigkeitsschulung für Bereichsleiter (in 2018).
Systematisierung der Weiterbildungen mit Nachhaltigkeitsbezügen (in 2018).
LOB im Hinblick auf Nachhaltigkeitsbezüge untersuchen (in 2018).

Soziales Engagement und Bürgerbeteiligung

siehe Stadtsauberkeit

Innovation

Weiterentwicklung und Ausbau des Einsatzes von Unterflursystemen (vgl. Kriterium 10).

Überarbeitung des betrieblichen Vorschlagwesens, u.a. im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte (bis 2019).

Dialog und Offenheit

Fortschreibung des Nachhaltigkeitsberichts und der DNK-Entsprechenserklärung im 2-jährigen Rhythmus.

Die im Frühjahr 2018 erstellte onlinebasierte Nachhaltigkeitsvisitenkarte (vgl. Kriterium 10) wird fortlaufend nach Bedarf und Anlass aktualisiert.

Weiterführung und -entwicklung der Öffentlichkeitsarbeit in Richtung Nachhaltigkeit.
Artikel im Mitarbeiter-Magazin mit unmittelbaren Nachhaltigkeitsbezügen (u.a. ein Bericht zur DNK-Entsprechenserklärung und zur Nachhaltigkeitsvisitenkarte).

Themen- und dimensionenübergreifender (Ökonomie, Ökologie, Soziales) Austausch mit den Anspruchsgruppen, um weitere Synergien zu ermöglichen (ggf. Stakeholder-Austausch).

Beschwerdemanagement - Weiterentwicklung eines bürgerfreundlichen und effizienten Beschwerdemanagements bis 2019.

Durchführung weiterer Kundenbefragungen.

Errichtung einer Messstation auf dem Schlot der MVA in Kooperation mit dem "Wetternetz Hagen" im Jahr 2018.

Zielerreichung

Die Zielerreichung wird u.a. durch intensive Beteiligungsprozesse (Gremien, Mitarbeitende, Bürgerinnen und Bürger etc.) kontrolliert. Im Speziellen sind Berichtspflichten wie etwa der Emissionsbericht zu nennen, der jährlich Auskunft über die Einhaltung der Grenzwerte gibt.
Die vorliegende Entsprechenserklärung und die Nachhaltigkeitsvisitenkarte werden genutzt, um eine weitere Kontrolle nachhaltigkeitsbezogener Aspekte zu gewährleisten.
Die Priorisierung der Ziele ist abhängig von den Festlegungen des Abfallwirtschaftskonzepts und von aktuellen Herausforderungen (Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern sowie Mitarbeitenden, gesellschaftliche Trends etc.).

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Sammlung, energetische Verwertung und Beseitigung der Abfälle steht neben der Straßenreinigung, der Stadtsauberkeit und dem Winterdienst bei der HEB GmbH im Zentrum der unternehmerischen Tätigkeit. Auf der Basis des Kreislaufwirtschaftsgesetzes nimmt die Abfallvermeidung - u.a. durch Angebote der Abfallpädagogik – ebenfalls eine immer größere Rolle ein.

Bei der thermischen Verwertung ist insbesondere die Funktion der Müllverbrennungsanlage als Schadstoffsenke zu nennen. Die durch den Abfall eingebrachte Energie wird zudem in Form von Strom und Fernwärme klimaschonend genutzt.

Die Schlackeaufbereitung findet als Verbrennungsrückstand bei einem langjährigen Geschäftspartner in Hagen statt (zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb). Verwendet wird die Schlacke in der Regel für den Straßenbau.

Die Darstellung der Wertschöpfungskette macht deutlich, dass Nachhaltigkeitsaspekte auf den beschriebenen Ebenen eine bedeutende Rolle spielen (u.a. thermische Verwertung, Müllverbrennungsanlage als Schadstoffsenke, Schlackeaufbereitung, Abfallpädagogik)

Ökologische und soziale Probleme sind in der Wertschöpfungskette nicht bekannt. Die Zusammenarbeit erfolgt mit langjährigen Geschäftspartnern aus der Region bzw. mit zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben.

Kampagnen im Bereich Mülltrennung (Flyer, Radio- und Kino-Spots, Anzeigen, Plakatwerbung, Fahrzeugwerbung etc.) und Abfallvermeidung (Jahreskalender mit Vermeidungstipps) sensibilisieren die Bürgerinnen und Bürger für einen sachgerechten und nachhaltigen Umgang mit dem Abfall.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4