1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

"Gut für Essen" ist für uns nicht nur ein bundesweiter Werbeslogan der Sparkassen, sondern zeugt davon, welche Bedeutung eine Sparkasse für ihre Region haben kann. Essen ist als Stadt im Ruhrgebiet - wie viele andere Städte - vom Strukturwandel betroffen. Aus Steinkohle und Schwerindustrie kommend entwickelte sich die Stadt im Laufe der Zeit zum Hochschulstandort der Universität Essen-Duisburg, zur Kulturhauptstadt (2010), zur Grünen Hauptstadt Europas (2017) und insbesondere zu einer Dienstleistungsstadt in der Metropolregion Rhein-Ruhr. Wir als Sparkasse Essen tragen zu diesem Strukturwandel bei, fördern wir doch durch Spenden- und Sponsoringzahlungen, Unterstützung einer für den Nutzer kostenfreien Online-Spendenplattform (https://www.gut-fuer-essen.de), Ausschüttungen unserer sparkasseneigenen Stiftungen und natürlich unserer eigentlichen Aufgabe der Versorgung der Region mit Kreditmitteln, strukturellen Fortschritt und Weiterentwicklung. Wir begleiten Existenzgründer in den Frühphasen ihrer Entstehung, um insbesondere auch denen eine Chance zu geben, die den Strukturwandel Essens weiter vorantreiben.

Das Geschäftsmodell einer Sparkasse ist seit jeher von Nachhaltigkeit geprägt. Erstmals in der Geschäftsstrategie 2020 - 2022 wurde ein eigenes Kapitel zum Thema Nachhaltigkeit aufgenommen. Mit Erarbeiten der Geschäftsstrategie für die Jahre 2021-2023 hat das Thema Nachhaltigkeit weiter an Bedeutung gewonnen:

Unsere Geschäftspolitik ist von Nachhaltigkeit geprägt. Als Anstalt des öffentlichen Rechts handeln wir im Auftrag unserer kommunalen Träger und sind dem Gemeinwohl verpflichtet. Insofern bedienen wir nachhaltig insbesondere die ökonomische und soziale Dimension. Die Geschäftsstrategie und das darauf basierende unternehmerische Handeln sind determiniert durch die gesetzlichen und satzungsrechtlichen Grundlagen. Die Sparkasse bekennt sich seit ihrer Gründung 1841 zur sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit, ohne die es keinen langfristig stabilen Wohlstand gibt. Im Sinne eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnisses, das die Grenzen der Verfügbarkeit der für das Leben auf unserer Erde notwendigen Ressourcen berücksichtigt, beziehen wir auch die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit in die Geschäftsstrategie ein. Die Sparkasse Essen möchte die soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeitswirkung im Kundengeschäft, im eigenen Betrieb sowie bei der Unterstützung der Gemeinschaftsaufgaben schrittweise verbessern.

Für eine Sparkasse hat der Ressourcenverbrauch im Vergleich zu einem Industrieunternehmen jedoch eher eine untergeordnete Bedeutung. Somit sind auch die unmittelbaren Umwelteinwirkungen eher
gering. Dennoch streben wir an, den ökologischen Fußabdruck unseres Institutes stetig zu reduzieren. Wir erheben für unsere Geschäftstätigkeit relevante Nachhaltigkeitsindikatoren, um wesentliche Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit zu beobachten. Diese sind: Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Papierverbrauch und Abfallbilanz.

Die Sparkasse Essen achtet konsequent Recht und Gesetz. Mit unserem Handeln erfüllen wir nicht nur alle rechtlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Als verantwortungsvolles Unternehmen ist es unser Anspruch, den ethischen und gesellschaftlichen Ansprüchen unserer Kunden, Geschäftspartner, Mitarbeitenden und unseres Trägers zu genügen. Im Tagesgeschäft haben wir entsprechende Maßnahmen und Prozesse zur Sicherstellung der Einhaltung implementiert. Wir streben an, unseren Kunden auf Wunsch mit unseren Produkten ein nachhaltiges Handeln zu ermöglichen. Bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung orientiert sich die Sparkasse Essen an den Vorgaben des Deutschen Nachhaltigkeitskodex, der die gesetzlichen Anforderungen des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes abbildet.

Vor dem Hintergrund steigender Bedeutung nachhaltiger Geschäftstätigkeit wurden Leitsätze zur Weiterentwicklung der Bemühungen im Bereich der Nachhaltigkeit entwickelt. Im Rahmen der Entwicklung von Leitsätzen zur Weiterentwicklung der Bemühungen im Bereich der Nachhaltigkeit, hat die Sparkasse Essen den Begriff der Nachhaltigkeit für sich definiert und wie folgt festgehalten:

„Kern des öffentlichen Auftrags der Sparkasse Essen ist es, Finanzdienstleistungen zum Wohle der Allgemeinheit anzubieten. Aus dieser besonderen, dem Gemeinwohl verpflichteten unternehmerischen Haltung heraus leistet die Sparkasse Essen mit ihrer Geschäftspolitik, ihren Produkten und gesellschaftlichen Initiativen einen substanziellen Beitrag zu nachhaltigem Wohlstandswachstum, Lebensqualität und gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit in der Region. Unter gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit versteht die Sparkasse Essen eine Art und Weise des Wirtschaftens, bei welcher derzeitige Bedürfnisse befriedigt werden, ohne zukünftigen Generationen die Lebensgrundlagen zu entziehen. Diese Grundhaltung bringen wir auch mit unserer Mission „Wir fördern ein gutes Leben aller Menschen in Essen“ zum Ausdruck, die Teil unseres Unternehmensleitbildes ist.“

Wir integrieren die Haltung zur Nachhaltigkeit in die Geschäftsstrategie. Damit ist Nachhaltigkeit zu einem Kernbestandteil der geschäftspolitischen Ausrichtung geworden. Das Nachhaltigkeitsmanagement ist Teil des Bereichs Vorstandsstab & Kommunikation im Dezernat des Vorstandsvorsitzenden und koordiniert im Auftrag des Vorstands alle entsprechenden Aktivitäten in der Sparkasse Essen. Der Bereich ist Ansprechpartner für alle Organisationseinheiten und nimmt diese Funktion auch gegenüber allen externen Stakeholdern – insbesondere Unternehmen und Einrichtungen in der Sparkassen-Finanzgruppe, Nachhaltigkeitsratingagenturen und Nichtregierungsorganisationen – wahr. Ergänzt wird das Nachhaltigkeitsmanagement um die Betrachtung von Nachhaltigkeitsrisiken durch den Bereich Planung, Bilanzen und Controlling. Die Umsetzung des ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatzes wird im Rahmen von fünf Handlungsfeldern bearbeitet. Die Leitsätze zur Nachhaltigkeit setzen hierbei den Rahmen für die operative Umsetzung. 

Das Handlungsfeld „Nachhaltige Unternehmensführung“ steht übergeordnet und wirkt damit auf die nachgeordneten Handlungsfelder, die wie folgt lauten:

"Nachhaltiger Bankbetrieb" (beinhaltet u. a. Digitalisierung, Filialnetz, ...), "Nachhaltiges Personalmanagement (beinhaltet u. a. Personalentwicklung, Gesundheitsmanagement, ...), "Nachhaltige Produkte (beinhaltet u. a. nachhaltige Geldanlage, Finanzierungen über KfW Bank, ...) und "Gesellschaftliches Engagement (beinhaltet u. a. Spenden, Sponsoring, ...)

Die darüber hinaus entwickelten Leitsätze der Sparkasse Essen zur Nachhaltigkeit bilden dabei den Rahmen zur Ableitung operativer Maßnahmen. Die Leitsätze der Sparkasse Essen zur Nachhaltigkeit lauten:

1. Wir bekennen uns zu unserem öffentlichen [gesellschaftlichen] Auftrag.
2. Wir machen Finanzwirtschaft verständlich und stellen sie in den Dienst der Menschen und der Wirtschaft.
3. Wir streben ein möglichst ressourcenschonendes Wirtschaften an.
4. Wir machen uns stark für nachhaltigen Wohlstand und fördern ein gutes Leben aller
Menschen in Essen.

Im Hinblick auf ein ressourcenschonendes Wirtschaften hat die Sparkasse Essen Ende des Jahres 2020 zudem die "Selbstverpflichtung deutscher Sparkassen für klimafreundliches und nachhaltiges Wirtschaften" unterzeichnet. Damit verpflichten sich die teilnehmenden deutschen Sparkassen u. a. dazu, die CO2-Neutralität im Geschäftsbetrieb bis 2035 herzustellen. 

Daneben hat sich die Sparkasse Essen im Jahr 2020 intensiv mit der Behandlung von Nachhaltigkeitsrisiken auseinandergesetzt. Zu diesem Thema haben sich mit Erscheinen des BaFin-Merkblattes zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken die Abteilungen Vorstandsstab und Planung + Risikocontrolling mit der Einbettung nachhaltiger Aspekte bei der Risikobeurteilung beschäftigt. Zusammenfassend haben Nachhaltigkeitsrisiken bereits in der Risikoinventur 2020 Berücksichtigung gefunden: Gemäß der Verbandsempfehlung konzentrierte sich das Vorgehen auf die Fragestellung: "Wenn wir alles berücksichtigen, was wir über Nachhaltigkeitsrisiken wissen, ändert sich dann die Wesentlichkeitseinschätzung einer klassichen Risikoart?". Hierbei ist der Bedarf an Weiterentwicklung bewusst geworden: Im Rahmen der vertiefenden Weiterentwicklung im Jahr 2021 wird dabei u. a. eine Ausweitung der qualitativen Bewertung über die physischen und Transistionsrisiken hinaus auf die gesamten ESG-Kriterien angestrebt. Eine Ermittlung quantifizierbarer Auswirkungen sind derzeit noch nicht möglich. 

Da all diese Maßnahmen, Ziele und Herausforderungen die Anstrengungen des Gesamthauses bedürfen, wurde zum Ende des Jahres eine Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit gegründet. Nahezu alle Bereiche des Hauses haben einen Abgesandten ernannt, der innerhalb der Arbeitsgruppe die Bereichsinteressen vertritt und andersherum die in der Arbeitsgruppe erarbeiteten Themen als Multiplikator in den eigenen Bereich trägt. Da sich die Arbeitsgruppe bisher erst zu einer ersten Auftaktveranstaltung zusammengefunden hat, kann daraus noch keine dezidierte Berichterstattung erfolgen. 

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die Sparkasse Essen nutzt die Chancen, die sich aus einer nachhaltigen Strategie bzw. aus nachhaltigen Leitsätzen ergeben bereits jetzt. Ziel unserer Geschäftstätigkeit ist die Versorgung der Menschen mit Bankdienstleitungen, die Weiterentwicklung der Region, die Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung sowie die nachhaltige Wohlstandsentwicklung. Die Förderung nachhaltiger Entwicklung interpretieren wir als Aussage zum Kernmodell einer jeden Sparkasse: der öffentliche Auftrag für das Gemeinwohl.

Neben den globalen Aspekten wie dem Klimawandel und den damit verbundenen lokalen Folgen, sehen wir als regional verankertes Institut besonders lokale Aspekte als wesentlich an. Dabei sehen wir im demografischen Wandel und dem daraus folgenden Fachkräftemangel eine Herausforderung, der wir uns in der Zukunft stellen müssen. In der Finanzbranche liegt der Fokus aktuell auf drei wesentlichen Herausforderungen: Digitalisierung, Regulatorik und Niedrigzinsphase. In unserer Geschäftsstrategie und einem langfristig angelegten Strategieprozess haben wir dabei festgehalten, wie wir damit umgehen wollen. Ziel ist es, den Risiken eines Ertragsrückgangs bei gleichzeitig steigenden Kosten entgegenzuwirken.

Im Jahr 2019 wurde ein Prozess zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur der Sparkasse Essen, bei dem der Fokus auf dem Mitarbeiterwohl liegt, gestartet. Als ein Bestandteil des Prozesses wurden im Vorfeld die wichtigsten Kulturdimensionen in einer Umfrage unter der gesamten Mitarbeiterschaft herausgearbeitet. Die Dimensionen sind:
Übergeordnet wurde ein Unternehmensleitbild entwickelt, welches unser gesamtes Handeln steuern soll. Neben den Kulturdimensionen sind im Laufe des Prozesses eine Mission, eine Vision, eine Strategie und vier Grundwerte entstanden. Dabei sind alle Bestandteile der Mission "Wir fördern ein gutes Leben aller Menschen in Essen" untergeordnet.

Begleitend zum Kulturprozess wurden in einem Bewerbungsverfahren 16 Kulturbotschafter aus allen Hierarchie- und Unternehmensbereichen ausgewählt, um die Zukunft der Sparkasse Essen an vorderster Front mitzugestalten. Die Koordination erfolgt über ein neu eingerichtetes Kulturbüro.

Ein wesentlicher Aspekt, der die nachhaltige Geschäftstätigkeit der Sparkasse Essen beeinflusst, ist die Struktur der Region, in der sie sich befindet. Essen liegt mitten im Ruhrgebiet. Jahrzehnte wurde das Stadtbild durch Zechen geprägt, heute sind es Hochhäuser vieler großer und bedeutender Konzernzentralen. Dennoch gilt Essen als die grünste Großstadt Nordrhein-Westfalens, was ihr 2017 den Titel "Grüne Hauptstadt Europas" einbrachte. Der Hochschulstandort Essen zieht zudem viele junge Leute nach Essen, die hier nicht nur studieren, sondern anschließend in einem der zwei DAX- oder einem der vier MDAX-Unternehmen, die in Essen angesiedelt sind, arbeiten. Auch Gründer - insbesondere solche mit digitalen Wurzeln - zieht es nach Essen. In modernen Zentren wie dem Ruhr:HUB und dem Digital Campus Zollverein arbeiten Start-ups und Unternehmen zusammen, um für die Zukunft aussichtsreiche und innovative Projekte zu entwickeln. Die Sparkasse Essen als Förderer etablierter wie auch junger Unternehmen unterhält zur Ruhr:HUB GmbH ebenso eine Beziehung wie zum Digital Campus Zollverein e.V. Im Digital Campus Zollverein e.V. ist die Sparkasse Essen sogar Gründungsmitglied. Die Gründung erfolgte im Geschäftsjahr 2019.

In Ergänzung zu den genannten Aspekten wurden im Jahr 2020 konkrete Handlungsfelder benannt, die die Sparkasse Essen als wesentlich für die nachhaltige Entwicklung in der Zukunft ansieht (vgl. auch Kriterium 1). Über die Wesentlichkeit dieser Handlungsfelder wurde im Rahmen einer Vorstandssitzung mit den Fachbereichen Vorstandsstab und Kommunikation sowie Planung, Bilanzen und Controlling ausführlich diskutiert. Im Ergebnis wurden die Handlungsfelder

als wesentlich für die Sparkasse Essen eingestuft. Im Anschluss daran wurden die Handlungsfelder auch dem Verwaltungsrat der Sparkasse vorgestellt und werden von diesem mitgetragen.

In einer ersten internen Analyse wurden den Handlungsfeldern beispielhaft konkrete Aspekte zugeordnet. Eine Weiterentwicklung wird dabei durch den vom Vorstand eingesetzten Arbeitskreis Nachhaltigkeit erfolgen. Die bisherigen Aspekte können dabei auf zwei Perspektiven verteilt werden. Die Outside-In-Perspektive beschreibt eine Wirkung von Außen auf interne Faktoren, während die Inside-Out-Perspektive Aspekte beschreibt, die die Sparkasse durch ihr Handeln in Umwelt und Gesellschaft beeinflusst.

Handlungsfeld Perspektive Beispielhafte Aspekte
Nachhaltige Unternehmensführung Outside-In Corporate Governance, öffentlicher Auftrag
Nachhaltige Unternehmensführung Inside-Out Eigenhandel, Kreditvergabe
Nachhaltiger Bankbetrieb Outside-In Digitalisierung
Nachhaltiger Bankbetrieb Inside-Out Ressourcenverbrauch, Filialnetz, lokaler Auftraggeber
Nachhaltiges Personalmanagement Outside-In Demographie
Nachhaltiges Personalmanagement Inside-Out Personalentwicklung, Gesundheitsmanagement
Nachhaltige Produkte Inside-Out Produkte zur Geldanlage, Förderkreditgeschäft
Gesellschaftliches Engagement Outside-In Öffentlicher Auftrag
Gesellschaftliches Engagement Inside-Out Spenden, Sponsoring, Steuerzahler

Wesentliche soziale oder ökologische Risiken aus der Umsetzung der genannten Aspekte sehen wir nicht.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Grundsätzlich orientieren wir uns im Handeln an den Nachhaltigkeitsstandards unseres Dachverbandes, dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Die Sparkasse Essen soll gut gerüstet und stabil in die Zukunft schauen können und sich als Marktführerin positionieren. Dies gelingt nur, wenn wir die Herausforderungen von heute annehmen, damit wir gut gerüstet für die Zukunft sind.

Neben der betriebswirtschaftlichen Entwicklung steht insbesondere das Kundeninteresse im Fokus. Als Marktführerin (mit einem Marktanteil von 46 %, was in der Marktanteilsstudie 2020 bestätigt wurde) ist es unsere Pflicht und Aufgabe, unsere Kunden ganzheitlich zu beraten und dort zu sein, wo sie sind. Das heißt unter anderem auch, sich den Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen und die Kunden auf die Zukunft vorzubereiten, ohne persönliche Präferenzen dabei außer Acht zu lassen. Die Zeiten, in denen eine Überweisungsausführung mehrere Tage in Anspruch genommen hat, sind längst vorbei und haben neuen Herausforderungen Platz gemacht, wie beispielsweise Zahlungen mittels Smartphone zu tätigen. Nur wenn die Sparkasse nah bei den Kunden ist und deren Wünsche, aber auch deren Ängste berücksichtigt, sie abholt und mit auf die Reise durch die digitale Landschaft nimmt, kann die Kundenbeziehung nachhaltig und langfristig gestaltet werden. Dies gelingt uns unter anderem durch die 1:1-Zuordnung unserer Kunden zu einem festen Ansprechpartner. Persönliche Betreuung stärkt das Vertrauensverhältnis und fördert eine individuelle Begleitung der Kunden in allen Lebensphasen. Dieses Ziel ist oberste Priorität in der Sparkasse Essen.

Eine weitere Zielgröße unseres Unternehmens ist die Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden. Die Förderung von Zufriedenheit, Motivation und Identifikation mit der Sparkasse betrachten wir als nachhaltige Investition in die Zukunft. Wir bieten eine familienfreundliche Personalpolitik, ein Frauenmentoring-Programm zur Förderung von Frauen in Führungspositionen und diverse bedarfsorientierte und zielgerichtete Weiterbildungsmöglichkeiten an.

Im Rahmen des Gleichstellungsplans (vgl. dazu auch Kriterium 15) werden dazu folgende Handlungsfelder genannt:

Handlungsfeld Maßnahmen
Arbeitszeit Frauen- und familienfreundliche Arbeitszeiten
Personalentwicklung Fortführung des Rückkehrmanagements für Mitarbeiter*innen in Elternzeit
Mentoring-Programme für Frauen
Führung/Karriere Erhöhung des Frauenanteils in Führung
Erhöhung des Frauenanteils in den oberen Entgeltgruppen
Information und Kommunikation Zertifizierte Familienfreundlichkeit
Fortsetzung des betrieblichen Engagements
(z. B. Interne Veröffentlichungen, Gesprächsangebote)
Fortsetzung des außerbetrieblichen Engagements
(z. B. Präsenz und Unterstützungsarbeit im Essener Bündnis für Familie, bei der Stadt Essen sowei bei RSGV)

Ein weiterer Aspekt der nachhaltigen Arbeitsweise unserer Sparkasse ist die Verkleinerung des ökologischen Fußabdruckes. In diesem Zusammenhang wurde Ende des Jahres 2020 die "Selbstverpflichtung deutscher Sparkassen für klimafreundliches und nachhaltiges Wirtschaften" unterschrieben, die die teilnehmenden Sparkassen verpflichtet, ihren Geschäftsbetrieb bis 2035 CO2-neutral zu gestalten. Dazu erheben wir relevante Wasser-, Energie-, Abfall- und Papierverbräuche, um eine kontrollierte Reduzierung unserer Gesamtressourcennutzung erreichen zu können. Über die strategische Verankerung des Themas hinaus wurden bislang keine expliziten operativen Ziele festgelegt. Die Ende des Jahres 2020 gegründete Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit wird Schritt für Schritt Maßnahmen zum weiteren Vorgehen erarbeiten. Die koordinierende Verantwortung des gesamten Themenfeldes Nachhaltigkeit ist dabei Linienaufgabe der Abteilung Vorstandsstab. 

Die genannten Ziele stehen für uns gleichrangig nebeneinander. Sie sind aus unserer Sicht Ausdruck des Selbstverständnisses der Sparkassen-Organisation und verbinden den wirtschaftlichen Erfolg mit sozialen, ökologischen und gesellschaftlichen Fragen. Ein direkter Bezug zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (UN) ist aktuell noch nicht gegeben.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Tiefe der klassischen Wertschöpfung ist bei Kreditinstituten naturgemäß sehr gering. Den Großteil unserer Wertschöpfung erbringen wir als Sparkasse selbst. Als Finanzdienstleister mit ganzheitlichem Beratungskomzept decken wir die komplette Wertschöpfungskette von der Hereinnahme von Kundengeldern (Einlagen) bis zur Ausgabe der Gelder als Kreditmittel selbst ab. Die Geschäftstätigkeit der Sparkasse Essen sowie auch die daraus erwirtschafteten Erträge kommen der Gesellschaft in der Region zugute. Im Wesentlichen ergibt sich die Wertschöpfung daher aus dem Zins-, Provisions- und sonstigen Überschüssen. Als Arbeitgeber, Steuerzahler und im Rahmen unseres gesellschaftlichen Engagements haben wir im Jahr 2020 eine Wertschöpfung in Höhe von 105,1 Mio. € in unserem Geschäftsgebiet realisiert. Für gesellschaftliche Aufgaben und Anliegen haben wir 3,48 Mio. € zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus haben wir unser Eigenkapital erhöht.
 
Unser Geschäftsmodell beruht auf dem Engagement für die Gesellschaft und Wirtschaft der Stadt Essen. Ein schonender Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen ist für uns dabei eine Selbstverständlichkeit. Daher bemühen wir uns auch fortwährend um die Optimierung unserer Prozesse, indem wir nationale gesetzliche Normen und internationale Standards zum Umweltschutz, sowie die Nutzung umweltschonender Produkte auf unsere Agenda setzen. Unsere strategischen Entscheidungen werden unter Berücksichtigung von ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten getroffen. Auch wenn wir den Bezug nicht schriftlich fixiert haben, fließen beispielsweise die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN als Umweltstandard mit in unsere Überlegungen ein. Gesetzlich sind wir unter anderem an das Kreditwesengesetz, das Geldwäschegesetz, die Abgabenordnung sowie das Wertpapierhandelsgesetz gebunden. 

Wir nutzen verfügbare Informationen über die Beachtung von Umwelt- und Sozialaspekten (z. B. Media Screening, Informationen von Fachabteilungen mit Kontakt zum Lieferanten) zur Früherkennung und Minimierung von ökologischen und sozialen Risiken im Rahmen unseres Lieferantenmanagements. Die Sparkasse Essen erwartet von ihren Lieferanten und Dienstleistern sowie etwaigen Vorlieferanten die Einhaltung jeweils geltender Umwelt- und Sozialstandards und kommuniziert diese in jeder Vertragsverhandlung. So lässt sich die Sparkasse Essen im Rahmen individueller Verträge mit Geschäftspartnern bestätigen, dass die Vergütung den bestehenden Tarifverträgen bzw. mindestens dem Mindestlohn entspricht. Das übergeordnete Thema Nachhaltigkeit gewinnt in der Kommunikation mit unseren Geschäftspartnern insgesamt zusehends an Bedeutung.

Das stetige Bemühen um die Optimierung der Verfahrensweisen in den betrieblichen Abläufen und der eingesetzten Technologien, die Verwendung umweltverträglicher Produkte, sowie die Beachtung der nationalen gesetzlichen Normen und internationalen Standards zum Umweltschutz sind Schwerpunkte unseres täglichen Handelns. Eine regelmäßige Überprüfung findet im Rahmen des laufenden Betriebes durch unsere Dienstleistersteuerung statt.

Unser Anliegen ist es, Nachhaltigkeitsaspekte auch im Kerngeschäft der Sparkasse Essen weiter zu verankern. Hierzu zählen neben dem Aktiv- und Passivgeschäft mit unseren Kunden auch die Eigenanlagen der Sparkasse. Im Zuge der Vorbereitungen zur grundsätzlichen nachhaltigen Anlageberatung haben wir 2020 einem Schulungsprogramm für alle betroffenen Kundenberater abgeschlossen: Ab 25.1.2021 werden die Kunden in jeder Anlageberatung gefragt, ob nachhaltige Produkte im Rahmen der Anlageberatung angeboten werden sollen. In diesem Zusammenhang gab es umfangreiche Beraterschulungen mit WebBasedTrainings und Digitale Seminare zu den Themen:
• Definition Nachhaltigkeit
• Grundwissen Impact Investing
• Kundenerwartung
• Regulatorik und Kritik
• Regulatorik in der Anlageberatung
• Nachhaltigkeit und Zielmarkt
• Nachhaltigkeit und DekaBank

Als nicht produzierendes und ausschließlich regional tätiges Unternehmen sind uns bisher keine sozialen oder ökologischen Risiken bekannt, die auf den einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette bestehen. Im Bereich des Kreditgeschäfts haben wir 2020 zum ersten Mal die möglichen Risiken im Rahmen der jährlichen Risikoinventur beleuchtet. Als Vorlage diente dazu das Merkblatt der BaFin zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken aus dem Jahr 2019 sowie der zugehörge Interpretationsleitfaden des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Da aktuell lediglich eine qualitative Bewertung der Nachhaltigkeitsrisiken im Kreditgeschäft möglich ist, wurden die beteiligten Bereiche vor die Aufgabe gestellt zu prüfen, ob sich ihre Risikoeinschätzung zu Aktivbereichen ändert, wenn sie alles einfließen lassen, was sie über Nachhaltigkeit wissen. Da Nachhaltigkeitsrisiken keine eigene Risikoart im Kreditgeschäft darstellen, sondern nur indirekt auf die bekannten Kreditrisiken (Adressenausfallrisiko etc.) wirken, konnten im ersten Schritt keine wesentlichen Nachhaltigkeitsrisiken im Kreditgeschäft aufgezeigt werden. Im Laufe des Jahres 2020 werden erstmals mithilfe einer vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband entwickelten Nachhaltigkeitsinventur auch Risiken in anderen Geschäftsbereichen (Depot A, Produktportfolio, Ressourcenmanagement, etc.) beleuchtet.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4