1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Als Sparkasse ist unser Unternehmensziel nicht die Gewinnmaximierung, sondern vorrangig die Steigerung des Gemeinwohls. Das macht unser Geschäftsmodell einzigartig. Wir stehen zu 100 Prozent zur regionalen Marktorientierung und bekennen uns als Sparkasse Bodensee ganz gezielt zu unserem gesellschaftlichen Auftrag in der Bodenseeregion. Unser Selbstverständnis basiert gleichermaßen auf Ökonomie, sozialer Verantwortung und Ökologie.  

Deshalb haben wir das Thema Nachhaltigkeit als strategische Stoßrichtung in unserer Geschäftsstrategie verankert: Wir generieren aktiven, erlebbaren Mehrwert für die Region und setzen uns für die Nachhaltigkeit ein.  

Unter Nachhaltigkeit verstehen wir die Übernahme von Verantwortung - ökonomisch, ökologisch, gesellschaftlich und sozial. Spezifische Produkt- und Dienstleistungsangebote unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten erweitern dabei unser Angebotsportfolio.  

Um das Thema Nachhaltigkeit noch gezielter und systematischer anzugehen, haben wir in 2019 den Nachhaltigkeits-Kompass durchgeführt. Dadurch haben wir einen guten Überblick erhalten, wie wir im Branchenvergleich stehen, wie wir in den einzelnen Handlungsfeldern aufgestellt sind und welches die nächsten sinnvollen Entwicklungsschritte in unserem Nachhaltigkeitsmanagement sind. Auf dieser Basis haben wir intensiv diskutiert, welches Ambitionsniveau wir uns zukünftig im Thema Nachhaltigkeit geben möchten und sind zu dem Schluss gekommen, dass Nachhaltigkeit für uns als Sparkasse Bodensee noch stärker in unsere strategische Ausrichtung einfließen soll. Wir sind der festen Überzeugung, dass Nachhaltigkeit ein hohes Potenzial für uns bietet. Entsprechend haben wir für das Jahr 2019 ein umfangreiches Nachhaltigkeitsprogramm verabschiedet. Eine wichtige Maßnahme war die Konkretisierung der strategischen Stoßrichtung Nachhaltigkeit durch die Entwicklung der Leitsätze Nachhaltigkeit für die Handlungsfelder Unternehmensführung, Kerngeschäft (Eigenanlagen, Kreditgeschäft, Anlagegeschäft) Personal, Geschäftsbetrieb und gesellschaftliches Engagement. Die Leitsätze, die wir in Kriterium 3 ausführlich beschreiben, dienen uns fortan als Rahmen für die weitere Entwicklung unserer Nachhaltigkeitsarbeit.
Mit dieser strategischen Positionierung sehen wir die Chance, vom anhaltenden Trend zu nachhaltigen Geldanlagen zu profitieren und uns gleichzeitig als Unternehmen zu positionieren, das seiner Verantwortung in Sachen Klimaschutz gerecht wird.  

Neben geschäftspolitischen Erwägungen spielen im Thema Nachhaltigkeit zunehmend auch regulatorische und aufsichtsrechtliche Anforderungen eine wichtige Rolle, insbesondere die Maßnahmen aus dem EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums sowie das Bafin-Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken. Neben der zunehmenden strategischen Verankerung haben wir das Thema Nachhaltigkeit in 2019 deshalb auch nochmals deutlich stärker in unserem Kerngeschäft verankert. Wir bieten unseren Kunden aktiv ein breites Spektrum an nachhaltigen Anlagemöglichkeiten an und im Kreditgeschäft werden aktuell erste Nachhaltigkeits-standards entwickelt. Darüber hinaus haben wir eine erste Analyse von Nachhaltigkeitsrisiken, insbesondere Klimarisiken, durchgeführt. Daraus werden wir in 2020 weitere Maßnahmen ableiten. Bei unseren Eigenanlagen haben wir ebenfalls Nachhaltigkeitsstandards definiert, die für alle unsere Direktanlagen gelten.  

Um zu prüfen, ob wir die für 2019 gesteckten Ziele erreicht haben und uns auch auf die weiter zunehmenden Anforderungen bestmöglich vorzubereiten, werden wir im 1. Halbjahr 2020 erneut den Nachhaltigkeits-Kompass durchführen. Anhand der gewonnen Erkenntnisse werden wir unser Nachhaltigkeitsprofil weiter schärfen und zielgerichtete Maßnahmen ableiten. Der Nachhaltigkeits-Kompass berücksichtigt die Anforderungen und Inhalte wesentlicher internationaler und nationaler Nachhaltigkeitsstandards (z. B. UN Sustainable Development Goals, Deutscher Nachhaltigkeitskodex) und stellt diese in den Kontext des Geschäftsmodells von Sparkassen.

In der Nachhaltigkeitsberichterstattung orientieren wir uns weiterhin am Deutschen Nachhaltigkeitskodex, der auf den wesentlichen internationalen Nachhaltigkeitsstandards basiert. Durch die Orientierung am Deutschen Nachhaltigkeitskodex stellt die Sparkasse Bodensee damit sicher, dass sie sich zu den wesentlichen internationalen Standards bekennt und damit ihr Handeln auf lokaler Ebene in den Kontext der globalen Nachhaltigkeitsherausforderungen stellt.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte
Das Thema Nachhaltigkeit als strategische Stoßrichtung hat vielfältige Auswirkungen und Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Sparkasse Bodensee. Wesentliche Herausforderungen sind dabei der Klimawandel, der demografische Wandel sowie die Zukunftsfähigkeit unserer Region. Faire Partnerschaft heißt für uns als Sparkasse niemanden von modernen Finanzprodukten auszuschließen und alle Kunden zu bedienen. Insbesondere bedeutet dies, grundsätzlich allen Bürgerinnen und Bürgern ein Girokonto anzubieten, um sie so am wirtschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. Über 4.100 Basiskonten sind Ausdruck für diese soziale Orientierung.

Den Klimawandel begrenzen
Den Klimawandel und seine Folgen zu begrenzen ist ein wichtiges Ziel der internationalen Staatengemeinschaft. Dies gelingt nur, wenn wir uns alle im Rahmen der uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einbringen. Für uns bedeutet das, dass wir uns in unserer eigenen Geschäftstätigkeit bemühen, unseren ökologischen Fußabdruck sukzessive zu reduzieren. Wir betreiben beispielsweise eigene Blockheizkraftwerke und decken unseren Strom zunehmend über eigene Solaranlagen. In unserem Kundengeschäft setzen wir uns als Marktführer in der Finanzierung von privatem Wohneigentum aktiv für energieeffizientes Bauen & Sanieren in der Region ein und bieten unseren Kunden eine kompetente Beratung zu den Fördermittelangeboten der KfW und L-Bank. Zudem unterstützen wir die Energiewende durch gezielte Finanzierungen von Erzeugungsanlagen im Bereich Erneuerbarer Energien. Im Anlagegeschäft bieten wir unseren Kunden nachhaltige Produktalternativen an. Über zunehmend digitale Prozesse gelingt es uns des Weiteren, unseren Ressourcenverbrauch einzuschränken.

Den demografischen Wandel aktiv gestalten
Der demografische Wandel beeinflusst uns als Finanzdienstleiser in mehrfacher Hinsicht. Zum einen als Arbeitgeber, zum anderen aber auch in unserem Kundengeschäft. Unsere wichtigste Ressource als Dienstleistungsunternehmen sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deshalb wollen wir ein attraktiver Arbeitgeber sein und fördern aktiv die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir bieten unterschiedliche Teilzeitmodelle und Home Office an. In Notfällen bieten wir die Möglichkeit einer Betreuung am Arbeitsplatz. Darüber hinaus bieten wir unseren Mitarbeitern vielfältige Angebote zur Weiterbildung und – im Rahmen unseres Gesunden Unternehmens Sparkasse Bodensee – zur Gesundheitsvorsorge. Um auch unsere Kunden im Hinblick auf den demografischen Wandel optimal unterstützen und begleiten zu können, werden wir das Thema Barrierefreiheit zukünftig noch stärker berücksichtigen. Gleichzeitig werden unsere Kunden in Zukunft noch länger Rente beziehen als bisher. Die gesetzliche Rente reicht jedoch immer weniger zum Lebensunterhalt aus. Diese Lücke helfen wir mit bedarfsgerechten Altersvorsorgeangeboten zu schließen.  

Zukunftsfähigkeit unserer Region fördern
Gleichzeitig ist es für uns ein besonderes Anliegen, die Zukunftsfähigkeit unserer Region zu fördern. Hierzu bieten wir attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze. Zudem bieten wir unseren Kunden mit der S-VorteilsWelt gezielt die Möglichkeit, unsere Heimat zu stärken und regionale Händler zu unterstützen. Die S-VorteilsWelt ist ein kostenloses Zusatzangebot für Kunden ab 16 Jahren mit einem Girokonto bei der Sparkasse Bodensee. Nutzer der S-VorteilsWelt bekommen einen Teil ihres Einkaufs auf ihr Girokonto zurückerstattet, wenn sie mit Ihrer Sparkassen-Card bei regionalen VorteilsWelt-Partnern bezahlen. Zudem beteiligen wir uns aktiv an wichtigen Zukunftsfragen der Region und engagieren uns beispielsweise für das Thema E-Mobilität im Bodenseeraum im Rahmen der Internationalen Bodensee-Konferenz.  

Gezielte Nachhaltigkeitsimpulse setzen: unser gesellschaftliches Engagement
Im Rahmen unseres gesellschaftlichen Engagements unterhalten wir zudem eine eigene Stiftung und haben in 2017 eine Stiftergemeinschaft und zwei Zustiftungen (Naturschutz und für Menschen mit Handicap) gegründet. So können Stifter und diejenigen, die Stifter werden möchten, bereits mit überschaubaren Geldbeträgen eine eigene Stiftung unter dem Dach der Stiftergemeinschaft gründen. Darüber hinaus fördern und unterstützen wir gezielt das ehrenamtliche Engagement unserer Mitarbeiter.

Des Weiteren haben wir eine Spendenplattform geschaffen. Über diese können sich regionale Vereine und Organisationen präsentieren und Mittel für konkrete Vorhaben sammeln. Unter https:/einfach-gut-machen.de/bodensee können sich Kunden und Nichtkunden informieren oder Vorhaben direkt mit einer Spende unterstützen. Die gesammelten Mittel kommen damit ohne Umwege direkt der Region und ihren Bürgern zu Gute.    

Zukünftige Herausforderungen angehen
Zunehmende Digitalisierung, steigende Anforderungen an Unternehmen und Transformationsprozesse in für die Bodenseeregion wesentlichen Wirtschaftszweigen, z. B. im Bereich Energie und Automobil, bedeuten für uns als Sparkasse Bodensee vielfältige Chancen aber auch Risiken. Als Sparringspartner in Investitionsfragen stellen wir dem Management unserer Firmenkunden einen echten Mehrwert zur Verfügung, indem wir beispielsweise Informationen über Branchenentwicklungen aus dem weitaus größten Teil des deutschen Mittelstandssegments beisteuern.  

Unser Nachhaltigkeitsprofil weiter schärfen
Um diese zukünftigen Anforderungen noch stärker in den Kontext unseres Nachhaltigkeitsengagements zu stellen, werden wir in 2020 unser Nachhaltigkeitsprofil weiter schärfen. Hierzu werden wir eine vertiefte Analyse durchführen, welche Nachhaltigkeitsaspekte unser Geschäftsmodell beeinflussen und wie wir durch unser Geschäftsmodell einen aktiven Beitrag zur Gestaltung wichtiger Nachhaltigkeitsfragen in unserer Region leisten können.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Sparkasse Bodensee hat das Thema Nachhaltigkeit als strategische Stoßrichtung in ihrer Geschäftsstrategie verankert (siehe Kriterium 1). Um die strategische Stoßrichtung weiter zu operationalisieren, haben wir in 2019 Leitsätze zur Nachhaltigkeit entwickelt, die unsere strategische Stoßrichtung in wesentlichen Handlungsfeldern konkretisiert und den zukünftigen Rahmen unseres Nachhaltigkeitsengagements bildet.

1. Unternehmensführung
Als Sparkasse streben wir keine Gewinnmaximierung an. Vorrangig ist für uns die Steigerung des Gemeinwohls. Das macht unser Geschäftsmodell einzigartig. Wir bekennen uns zu unserem gesellschaftlichen Auftrag in der Bodenseeregion. Unser Selbstverständnis basiert auf einem Dreiklang von Ökonomie, sozialer Verantwortung und Ökologie.  
Das Thema Nachhaltigkeit haben wir daher als strategische Stoßrichtung in unserer Geschäftsstrategie verankert: Wir generieren aktiven, erlebbaren Mehrwert für die Region und setzen uns für die Nachhaltigkeit ein.  

2. Kerngeschäft
Als regionaler Finanzdienstleister, der einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Bodenseeregion leisten möchte, haben wir unseren größten Stellhebel in unserem Kerngeschäft – der Kreditvergabe, dem Angebot und Vertrieb von Finanzprodukten, sowie der Ausrichtung unserer Eigenanlagen. In diesen Bereichen steckt unser größtes Potenzial für unser Nachhaltigkeits-engagement.  

2.1. Kreditgeschäft
Durch die stetige und zuverlässige Vergabe von Krediten fördern wir die wirtschaftliche Prosperität in der Region. Unser Fokus liegt auf dem Mittelstand als Fundament der Wirtschaft vor Ort. Dessen Kreditversorgung verstehen wir als Grundlage für stabile Kleinunternehmen und den Erhalt von Arbeitsplätzen im Bodenseeraum.
Den Klimawandel und seine Folgen zu begrenzen ist ein wichtiges Ziel – auch auf regionaler Ebene. In unserem Kundengeschäft setzen wir uns als Marktführer in der Finanzierung von privatem Wohneigentum aktiv für energieeffizientes Bauen & Sanieren in der Region ein und bieten unseren Kunden eine kompetente Beratung zu den Fördermittelangeboten von KfW und L-Bank. Zudem unterstützen wir die Energiewende durch Finanzierungen von Erzeugungsanlagen im Bereich Erneuerbarer Energien. Den Transformationsprozess hin zu nachhaltigen Geschäftsmodellen bei unseren Kunden begleiten wir als verlässlicher Partner aktiv.
Bezüglich ihrer Geschäftspraktiken erwarten wir von unseren Unternehmenskunden, dass diese sich an die anerkannten und gängigen Standards im Bereich Nachhaltigkeit halten und orientieren uns dabei an den Prinzipien des UN Global Compact.  

2.2 Angebot und Vertrieb von Finanzprodukten
Durch unser umfangreiches und attraktives Angebot an nachhaltigen Geldanlagen ermöglichen wir unseren Kunden auch im Rahmen ihrer Geldanlage Nachhaltigkeitsimpulse zu setzen. Wir bieten nachhaltige Geldanlagen aktiv an und vermarkten diese entsprechend. Mit unseren Kunden wollen wir in den nächsten Jahren gemeinsam den Anteil nachhaltiger Geldanlagen am gesamten Wertpapierbestand sukzessive und deutlich erhöhen.  

2.3. Eigenanlagen
Auch bei unseren Eigenanlagen achten wir auf Nachhaltigkeitsaspekte. Wir analysieren unsere Bestände regelmäßig und lassen diese von externen Partnern prüfen.
Von Unternehmen, in die wie wir investieren, erwarten wir, dass diese sich an die anerkannten und gängigen Standards im Bereich Nachhaltigkeit halten. Dabei orientieren wir uns unter anderem an den Prinzipien des UN Global Compact.  

Bei unseren Eigenanlagen schließen wir direkte Investitionen in Unternehmen mit Verstößen gegen folgende Kriterien aus:   Darüber hinaus investieren wir in keine Finanzinstrumente mit direktem Bezug auf Agrarrohstoffe.  

3. Personal
Gesunde, zufriedene und damit auch gleichzeitig motivierte und leistungsfähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für uns die Basis. Deshalb haben wir eine ganze Reihe von Maßnahmen umgesetzt, um unseren Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ein gutes betriebliches Gesundheitsmanagement zu ermöglichen. Um diese für uns so wichtigen Themen angemessen umsetzen zu können, haben wir eine Referentin für Familie und Gesundheit benannt.
Um unserem Engagement in Sachen betriebliches Gesundheitsmanagement Nachdruck zu verleihen, sind wir als Gesundes Unternehmen zertifiziert und erstellen jährlich einen Gesundheitsbericht. 
Für die Sparkasse Bodensee ist Chancengerechtigkeit ein wichtiges Thema. Wir tolerieren keine Diskriminierungen aufgrund von Rasse, Geschlecht, Alter, Behinderung, sexueller Orientierung oder ethnischer Herkunft.  

4. Geschäftsbetrieb
Auch wir als Sparkasse Bodensee verbrauchen durch unseren Geschäftsbetrieb Ressourcen. Unser Ziel ist es, dabei so ressourcenschonend wie möglich zu arbeiten. Unsere größten Emissionsquellen sind der Strom- sowie der Heizenergieverbrauch für den Betrieb unserer Geschäftsgebäude. Die daraus resultierenden Emissionen haben wir in den vergangenen Jahren bereits durch vielfältige Maßnahmen reduziert und wollen auch zukünftig an weiteren Verbesserungen arbeiten.  

Beim Einkauf von Produkten und Dienstleistungen hat die Zusammenarbeit mit Dienstleistern und Handwerkern aus unserer Region Priorität. Wir beauftragen bevorzugt Dienstleister, die oder deren Produkte durch Nachhaltigkeitssiegel zertifiziert sind. Durch Unterzeichnung unserer Nachhaltigkeitsrichtlinie bestätigen uns unsere wesentlichen Lieferanten und Dienstleister zudem die Einhaltung wesentlicher Nachhaltigkeitsstandards (z. B. ILO-Kernarbeitsnormen und Allgemeine Erklärung der Menschenrechte).  

5. Gesellschaftliches Engagement
Durch unsere regionale Verwurzelung und unsere Kundennähe stärken wir das Gemeinwesen in der Region. Dies zeigen wir in unserem Geschäftsgebiet als stabiler Arbeitgeber mit sicheren Arbeitsplätzen, als Ausbilder, Auftraggeber, sowie durch Spenden und Sponsoring und unsere Stiftungen. Gewinne, die nicht zur dauerhaften Sicherung unserer wirtschaftlichen Existenz erforderlich sind, bewirken dadurch viel Positives in unserer Region. Wir engagieren uns für eine Vielzahl sozialer und ökologischer Initiativen, kultureller Angebote und sportlicher Projekte in der Bodenseeregion. Unser Ziel ist es, zu einer positiven, nachhaltigen, gesellschaftlichen Entwicklung in der Region beizutragen.  

Aus unseren Leitsätzen werden wir in 2020 sukzessive weitere Maßnahmen zur Operationalisierung ableiten.  

Darüber hinaus haben wir uns folgende konkrete Ziele gesetzt:   Die definierten Ziele sowie die zur Zielerreichung definierten Maßnahmen sind in einer Balanced Scorecard (BSC) verankert. Diese BSC wird halbjährlich überprüft, aktualisiert und sowohl den Mitarbeitern als auch dem Verwaltungsrat vorgelegt. Für jede einzelne strategische Stoßrichtung haben wir ein innovatives Konzept zur Umsetzung entwickelt. So gibt es jeweils nicht nur einen Maßnahmenverantwortlichen, sondern zusätzlich einen sogenannten Paten auf der zweiten Führungsebene, der die Verantwortung für eine strategische Stoßrichtung übernimmt und die Maßnahmenverantwortlichen bei deren Umsetzungsaufgaben begleitet und unterstützt. Einen solchen Paten gibt es demzufolge auch für die strategische Stoßrichtung „Nachhaltigkeit“. Siehe hierzu auch die Ausführungen bei Kriterium 6.    

In 2019 haben wir erstmals den Nachhaltigkeits-Kompass durchgeführt. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse haben wir eine Zielpositionierung definiert und entsprechende Maßnahmen abgeleitet. In 2020 werden wir den Nachhaltigkeits-Kompass erneut durchführen und prüfen, ob wir unsere Zielpositionierung für 2020 erreicht haben. Auf dieser Basis werden wir unsere zukünftige Positionierung weiter schärfen und entsprechende Ziele und Maßnahmen priorisieren und ableiten. Da sich der Nachhaltigkeits-Kompass auch an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientiert, werden wir diese bei der Weiterentwicklung unseres Nachhaltigkeitsengagements entsprechend berücksichtigen.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Nachhaltige Geschäftsausrichtung
Die Sparkasse Bodensee ist ein regional ausgerichtetes Kreditinstitut. Unserem Geschäftsmodell entsprechend erbringen wir den größten Teil unserer Wertschöpfung selbst. Wir verwenden die Einlagen unserer Kunden zur Vergabe von Krediten an kleine und mittlere Unternehmen, private Personen und Kommunen in der Region. Wir ermöglichen auch wirtschaftlich schwächeren Personen die Teilnahme am Wirtschaftsleben und stellen Basis-Bankdienstleistungen für alle Bürgerinnen und Bürger bereit. Durch unsere lokalen Strukturen können wir individuell auf unsere Kunden eingehen. Persönliche Nähe wird dabei großgeschrieben. Wir kennen unsere Kunden beim Namen und wissen um deren Lebenssituation und Bedürfnisse im finanziellen Bereich. Sehr oft stehen wir ein Leben lang an ihrer Seite, teilweise sogar über Generationen innerhalb einer Familie hinweg. So individuell unsere Kunden sind, so unterschiedlich sind auch ihre Anforderungen und Wünsche an uns. Wir sind für alle Themen der richtige Ansprechpartner. Bei Bedarf greifen wir auf das Netzwerk unserer Verbundpartner in der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. So sind wir in der Lage, alle Finanzdienstleistungen kompetent und zuverlässig anzubieten und abzuwickeln.  

Durch die stetige und zuverlässige Vergabe von Krediten fördern wir das Wirtschaftswachstum in der Region, denn der Mittelstand ist das Fundament der Wirtschaft vor Ort. Damit leistet die Sparkasse ihren Beitrag zu stabilen Kleinunternehmen und Arbeitsplätzen in ihrem Geschäftsgebiet. Zudem bieten wir unseren Kunden mit der S-VorteilsWelt gezielt die Möglichkeit, unsere Heimat zu stärken und regionale Händler zu unterstützen. Die S-VorteilsWelt ist ein kostenloses Zusatzangebot für Kunden ab 16 Jahren mit einem Girokonto bei der Sparkasse Bodensee. Nutzer der S-VorteilsWelt bekommen einen Teil der bezahlten Summe auf ihr Girokonto zurückerstattet, wenn sie mit ihrer Sparkassen-Card bei regionalen S-VorteilsWelt-Partnern bezahlen. Mit der S-VorteilsWelt stärken unsere Kunden unsere Region: für ein lebendiges Miteinander, für ein vielfältiges Einkaufsangebot, für regionale Arbeitsplätze in Handel, Gastronomie, Handwerk und Service-Unternehmen.  

Nachhaltigkeitskriterien im Kerngeschäft
Nachhaltigkeitsaspekte spielen in unserem Kerngeschäft eine immer größere Rolle. So bieten wir unseren Kunden nachhaltige Anlageprodukte an und informieren sie bei Baufinanzierungen ganz gezielt über Möglichkeiten der Förderung für energieeffizientes Bauen und Sanieren. Auch unsere Verbundpartner in der Sparkassen-Finanzgruppe bekennen sich zu nachhaltigem Wirtschaften und der Einhaltung nationaler und internationaler Nachhaltigkeitsstandards.  

Auch bei unseren Eigenanlagen achten wir auf Nachhaltigkeitsaspekte. Von Unternehmen, in die wir investieren, erwarten wir, dass diese sich an die anerkannten und gängigen Standards im Bereich Nachhaltigkeit halten. Dabei orientieren wir uns unter anderem an den Prinzipien des UN Global Compact. Bei unseren Eigenanlagen schließen wir deshalb direkte Investitionen in Unternehmen mit Verstößen gegen folgende Kriterien aus:  Darüber hinaus investieren wir in keine Finanzinstrumente mit direktem Bezug auf Agrarrohstoffe.  

Die Einhaltung dieser Kriterien wurde uns auch in 2019 durch den Deka-Treasury-Kompass bestätigt.
Im Rahmen der Kreditvergabe streben wir an, keine Kredite an Unternehmen zu vergeben, die im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit:   Darüber hinaus streben wir an, keine Projekte zu finanzieren, die einen erkennbaren Beitrag zu einer Nicht-Erreichung der internationalen Klimaziele leisten und prüfen unsere Kreditvergabe in Branchen, die durch eine hohe CO2-Intensität einen wesentlichen Beitrag zum Klimawandel leisten, besonders kritisch.  

Zudem haben wir in 2019 im Rahmen der Pilotierung des Risiko-Radars von N-Motion eine erste Analyse von Klima- und ESG-Risiken in unserem Kreditgeschäft durchgeführt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse haben wir in unsere Risikoinventur übernommen und in unserer Kreditrisikostrategie entsprechend berücksichtigt. In 2020 werden wir diesen Ansatz weiter konkretisieren.

Nachhaltigkeitskriterien in unserem Geschäftsbetrieb
Beim Einkauf von Produkten und Dienstleistungen bevorzugen wir Dienstleister und Handwerker aus unserer Region und beauftragen bevorzugt Dienstleister, die oder deren Produkte durch Nachhaltigkeitssiegel zertifiziert sind. Wir kaufen ausschließlich Werbemittel, die in Europa produziert werden und kaufen regelmäßig Produkte mit Nachhaltigkeitslabel, z. B. Kopierpapier. Um unserer Verantwortung in diesem Bereich noch besser gerecht zu werden und mögliche Risiken in unserer Wertschöpfungskette zu minimieren, planen wir in 2020 eine Lieferantenrichtlinie einzuführen. Unsere Lieferanten und Dienstleister sollen uns damit dann schriftlich die Einhaltung der wesentlichen Nachhaltigkeitsstandards bestätigen. Als wichtigste Nachhaltigkeitsstandards in diesem Zusammenhang sehen wir die ILO-Kernarbeitsnormen sowie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Hierzu planen wir in 2020 alle wesentlichen Lieferanten und Dienstleister anzuschreiben, mit der Bitte um Unterzeichnung der Selbstverpflichtung, und werden dann bei Rückfragen in den direkten Dialog eintreten.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4