1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Getreu den Prinzipien einer Genossenschaftsbank ist kundenorientiertes Handeln ein fester Bestandteil unseres Geschäftsmodells. Eine partnerschaftliche Beratung unserer Kunden und Mitglieder funktioniert nur durch ein vertrauensvolles Verhalten, eine enge Kundennähe und auf Dauer angelegte Kundenbeziehung sowie eine vorausschauende Unternehmensstrategie. Dabei ist eine vertrauensvolle Wertschöpfungskette und ebenso langfristige Kundenförderung ein integraler Bestandteil unseres täglichen Geschäfts. Durch diese Orientierung an Kunden, Mitgliedern und anderen Anspruchsgruppen hat unser Geschäftsmodell per se Bezüge zum Thema Nachhaltigkeit im sozialen, ökologischen und ökonomischen Bezug.

Unsere Unternehmensstrategie ist auf Basis des genossenschaftlichen Modells stark auf die wirtschaftliche Stabilität unserer Mitglieder sowohl im privaten als auch im gewerblichen Kundensegment ausgerichtet. Die Förderung der regionalen Wirtschaftskreisläufe durch zum Beispiel faire Kreditversorgung gehört dabei ebenso zur strategischen Ausrichtung wie auch die Unterstützung regionaler Vereine, Ehrenämter und Institutionen. Hier unterstützen wir sowohl finanziell wie auch durch unser öffentlichkeitswirksames Netzwerk (Beispiel Crowdfunding-Plattform).
Über Jahrzehnte haben wir bewiesen, dass unsere Geschäftsstrategie sowohl krisenfest als auch zukunftsfähig ist. Wir achten bei unseren Geschäften darauf, dass Sie nur innerhalb der Risikotragfähigkeit der Bank liegen und gestalten unsere Angebote fair und transparent, was auch im aktuell neu entwickelten Unternehmensleitbild verankert sein wird. Ebenso dort verankert sein wird unsere Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern (siehe Leistungsindikator G4-56). Kompetente und in der Region verwurzelte Mitarbeiter fördern das Miteinander und den ständigen Kontakt auch über das originäre Bankgeschäft hinaus. Dieser enge Kontakt und die wiederholte Verlässlichkeit sorgen für vertrauensvolle Kundenbindungen, die ein soziales und gesellschaftliche akzeptiertes Werteverständnis sowie dessen unbedingte Einhaltung voraussetzen. Ein solches Werteverständnis bringen wir auch gegenüber unseren Mitarbeitern auf, indem wir in unserer Strategie eine Personalentwicklung aus eigener Kraft heraus anstreben. Das bedeutet, dass wir jedes Jahr jungen Menschen eine Ausbildung und Quereinsteigern den Weg in den Bankenbereich ermöglichen. Permanente interne und externe Fortbildungen sowie individuelle Entwicklungspläne sollen Expertise steigern und eine wertschätzende sowie zukunftsorientierte Perspektiven bieten.

Durch das Mitbestimmungsrecht unserer Mitglieder ist die frühzeitige sowie sinngebende Einbindung unserer Anspruchsgruppen ein ebenso wichtiges Anliegen. Die genossenschaftliche Meinungsbildung findet unter anderem mit unseren Mitgliedern bei der jährlichen Vertreterversammlung sowie in zahlreichen Einzelkontakten statt. Auch mit dem Aufsichtsrat, den Beiräten und dem Betriebsrat findet ein ständiger Dialog statt und bietet demokratische Partizipationsmöglichkeiten sowie gesellschaftlichen Austausch in sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Fragen. Wir nehmen Anregungen unserer Kunden auf, sind aber auch selbst Impulsgeber.

Durch die genossenschaftliche Struktur sowie die national ausgerichtete Geschäftstätigkeit mit engem Fokus zur Region, sind für unsere Geschäftsstrategie die Orientierung an internationalen Nachhaltigkeitsstandards nicht von maßgeblicher Bedeutung. Eine eigenständige Nachhaltigkeitsstrategie neben unserer Geschäftsstrategie ist daher nicht vorhanden und auch vorerst nicht in Planung. Auf Grundlage unserer Unternehmensform und dem dadurch ohnehin gelebten Engagement für Kunden, Menschen und Region, sehen wir hier aktuell keinen dringenden Handlungsbedarf. Um in Zukunft aber unserer gelebten gesellschaftlichen Verantwortung auch dokumentarisch verstärkte Bedeutung zukommen zu lassen, wollen wir mit einer jährlichen Entsprechenserklärung nach den Standards des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) transparent kommunizieren.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Grundlegende Eckpfeiler unseres Handelns sind innerhalb des Genossenschaftsgesetzes sowie unserer Satzung verankert. Getreu dem Motto unserer Gründer verfolgen wir eine vertrauensvolle und langfristig angelegte Partnerschaft zu unseren Kunden. Unsere Verpflichtung liegt in der wirtschaftlichen Förderung unserer Mitglieder. Als eingetragene Genossenschaft ist die Mitgliedschaft Grundlage für die gesellschaftliche Zusammenarbeit mit dem Ziel des gegenseitigen Vorteils. Aus diesem Grund hat der Ausbau des Vertrauens bei Anspruchsgruppen aller Art eine strategisch zentrale Rolle. 

Neben der kompetenten finanziellen Partnerschaft für unsere Privat- und Firmenkunden legen wir Wert auf die Förderung der regionalen Wirtschaftskreisläufe. Dies zeigt sich in der Vergabe eigener Aufträge an Unternehmen aus der Region, die der genossenschaftlichen Mitgliederförderung folgend vornehmlich in den eigenen Kundenreihen gesucht werden. Indem wir sowohl bei der Beratung als auch bei der unternehmerischen Auftragsvergabe wertorientiert und verantwortungsvoll handeln, können wir langfristig erfolgreich und unseren Anspruchsgruppen ein dauerhafter Partner sein.

Vertrauensvoller Partner zu sein bedeutet die Selbstverständlichkeit, die ohnehin strengen Rechtsanforderungen kontinuierlich zu erfüllen. Darüber hinaus empfinden wir es aber auch als Selbstverständlichkeit, Verantwortung für unsere Mitglieder sowie für unsere Region zu übernehmen. Das bedeutet aktives Engagement für soziale und gesellschaftliche Themenstellungen, die unsere Mitglieder bewegen. Aus diesem Grund sind wir eine lebendige Genossenschaft und haben alleine im Jahr 2017 regionale Projekte durch Spenden und Sponsoring mit knapp 750.000 Euro finanziell unterstützt. Durch unsere eigene Crowdfunding-Plattform haben wir zudem über 100.000 Euro zusätzliche Spenden und Aufmerksamkeit für 13 Projekte generieren können. Durch solche Maßnahmen verdienen wir uns gemäß unseres neu entwickelten Leitbildes (siehe G4-56) jeden Tag aufs Neue die gesellschaftliche Akzeptanz und das Vertrauen für unsere Geschäftstätigkeit. Der vorausschauende Blick in die Zukunft ist dabei elementarer Bestandteil, nicht zuletzt auch dafür, mögliche Krisen aus eigener Wirtschaftskraft bewältigen zu können.

Mit Blick auf die finanzielle Beratung sind die grundlegenden Aspekte unseres täglichen Handelns in umfassenden Basisfunktionen rund um Bankdienstleistungen definiert. Dazu gehören die auf den Kunden passend abgestimmte, ganzheitliche Beratung, insbesondere die sichere Anlage von Ersparnissen, die hochwertige Wertpapierberatung sowie die faire Kreditversorgung. Ebenso sind grundlegende Finanzdienstleistungen wie zum Beispiel sicherer Zahlungsverkehr zu nennen. Die Mainzer Volksbank sieht sich hier in der mitglieder- und kundenorientierten Strategie gut aufgestellt und bietet umfassende Lösungen in allen Bereichen entweder aus eigener Kraft oder bei Bedarf in Kooperation mit unseren Verbundpartnern der genossenschaftlichen Finanzgruppe.

Mögliche Risiken können wir in drei Bereichen identifizieren, die sowohl Risiken für das Unternehmen, Risiken für die Umwelt als auch Risiken für die Gesellschaft darstellen.

Risiken für das Unternehmen
Reputationsschäden, die aus Nachhaltigkeitsrisiken resultieren, liegen unterhalb der für die Bank ermittelten Wesentlichkeitsgrenze. 

Risiken für die Umwelt
Als regionales Dienstleistungsunternehmen und der als gering einzustufenden Wertschöpfungskette sind Nachhaltigkeitsrisiken, die Schäden für Gesellschaft und Umwelt verursachen könnten, nicht im Risikomanagementsystem der Bank berücksichtigt. Unser Fokus liegt in der Finanzierung des regional angesiedelten privaten und gewerblichen Mittelstandes. Daher sind diese Risiken für uns nicht relevant.

Risiken für die Gesellschaft
Im täglichen Dialog mit Mitgliedern und Kunden können wir feststellen, dass die finanziellen Anforderungen zunehmend komplexer werden. Regulatorik, Zinspolitik und Wertpapierhandel sind nur einige Beispiele, die mehr und mehr die kognitiven Fähigkeiten herausfordern. Zwar sind wir nicht Urheber dieser Risiken, sehen uns hier aber in der beratenden Pflicht unseres genossenschaftlichen Handelns. Vor diesem Hintergrund sehen wir schon seit einigen Jahren neben unserer genossenschaftlichen Beratung auch die finanzielle Bildung und die über die Beratung hinausgehende Weitergabe unserer fachlichen Expertise als elementare Aufgabe an. Daher bieten wir in regelmäßigen Abständen kostenlose Informationsveranstaltungen zu den verschiedensten finanziellen Fragestellungen an. Beispielhaft für 2017 sollen hier Veranstaltungen zum Thema Generationenberatung stehen, also Nachfolgeregelungen optimal regeln, sowohl im privaten als auch im unternehmerischen Kontext. Wir arbeiten hier auch mit externen Rednern zusammen, um einen gesellschaftlich breiten Rahmen zu fassen.

Ebenso gehen wir mit dem Projekt Geldlehrer e.V. in Schulen und unterstützen aktiv die Finanzbildung im Bereich Kinder- und Jugendliche. Wir sehen hierin einen wesentlichen Beitrag, den wir mit der unserer finanziellen Expertise für die Gesellschaft leisten können. Finanzielle Grundkenntnisse sind für ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben notwendig, was bei zunehmend komplexeren Finanzanforderungen anspruchsvoller wird. Auch in Bezug auf digitale Bankdienstleistungen stellen wir eine zunehmende gesellschaftliche Veränderung fest, auf die wir ebenfalls informativ sowie technisch reagieren.

Im Bereich Umwelt sehen wir ein nachhaltiges Handeln als unsere genossenschaftliche Verpflichtung an. So führen wir in regelmäßigen Abständen ein Energie-Audit nach DIN EN 16247-1 durch, um maßgebliche Umweltfaktoren identifizieren und analysieren zu können. Erstmals fand dies 2015 statt. Auch hier spielen die regionalen Vertragspartner eine wichtige Rolle, die kurze Anfahrtswege und regionale Produktion ermöglichen.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Strategie der Mainzer Volksbank ist langfristig auf eine verantwortungs- und risikobewusste Geschäftspolitik ausgelegt. Wie bereits in Kriterien 1 und 2 ausgeführt, sind vertrauensvolle Mitglieder- und Kundenbeziehungen sowie eine positive Entwicklung der regionalen Wirtschaft erklärtes Ziel. Mit Blick auf nachhaltige Zielsetzungen überwiegen die für uns wesentlichen ökonomischen Zielparameter unserer Kunden, die wir durch unsere Beratung und Hilfestellung unterstützen. Eine allgemeine Zielkontrolle findet hier durch die genossenschaftlichen Gremien sowie unsere Mitglieder und Kunden im täglichen Geschäftsablauf statt. Als Bank haben wir keine expliziten und in Zahlen zu kontrollierenden Nachhaltigkeitsziele im engeren Sinne definiert und innerhalb unserer Strategie verankert. Ab 2018 wollen wir mit einer jährliche Entsprechenserklärung transparent kommunizieren, was wir in diesem Bereich tun.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Für uns steht die Region im Mittelpunkt. Das Rhein-Main-Gebiet und im Speziellen die Region um Mainz ist zugleich Heimat unserer Mitglieder wie auch unserer Mitarbeiter. Als Genossenschaftsbank verstehen wir unseren Förderauftrag in der Unterstützung und der Erfüllung der realwirtschaftlichen Basisfunktionen unter stets risikoorientierten Maßstäben. Dazu gehört ein Produktangebot, welches im Wesentlichen durch uns selbst bzw. bei Bedarf mit Unterstützung der genossenschaftlichen Verbundpartner erbracht wird und eng an den Bedürfnissen unserer Mitglieder und Kunden orientiert ist. Sichere Anlage der Ersparnisse, kompetente Wertpapierberatung, sicherer und zukunftsfähiger Zahlungsverkehr, faire Kreditversorgung, branchenübergreifende Unternehmensfinanzierungen sowie die generationenorientierte Finanzberatung sind stärkende Faktoren stabiler und starker regionaler Wirtschaftskreisläufe.

Die regionale Leistungsstärke spiegelt sich in einem kompletten Spektrum an finanziellen Leistungen wider, die in verlässlichen Kundenbeziehungen, für alle Altersgruppen und Lebensphasen aus einer Hand angeboten werden. Damit erfüllen wir unsere Kernfunktion als genossenschaftliches Institut. Die Risiken innerhalb der Wertschöpfungskette sind als Finanzdienstleister aber als geringer anzusehen, da unsere Produkte in keiner physischen Form produziert werden bzw. zum Großteil von unseren Verbundpartnern bereitgestellt werden (Beispiel Fondssparpläne, Versicherungen, etc.). Unsere Primärleistung ist die Beratung der Kunden.

Diese Orientierung setzt voraus, dass wir innerhalb der genossenschaftlichen Finanzgruppe auf ein gemeinschaftliches Werteverständnis zurückgreifen, das sich über lange Zeit bewiesen hat.

Krisenfest und mitgliederorientiert handelt die gesamte Gruppe innerhalb der Wertschöpfungskette nach nachhaltigen Standards. Beispielhaft hierfür stehen:


Eine genauere Ausführung, wie zum Beispiel Union Investment innerhalb der Wertschöpfungskette nach nachhaltigen Aspekten vorgeht, ist in Leistungsindikator G4-FS11 in diesem Bericht aufgeführt. Weitere Informationen zu nachhaltigen Strategien unserer Verbundpartner können in deren Nachhaltigkeitsberichten in Erfahrung gebracht werden.

Die unternehmerische Versorgung wird bei der Mainzer Volksbank größtenteils durch regionale Dienstleister und Zulieferer realisiert. Diese sind bis auf einige Ausnahmen auch Mitglieder und Kunden unserer Bank, was einen engen Austausch und Dialog beinhaltet. Die daraus resultierende Partnerschaft sowie die beiderseitige Ausrichtung auf die regionale Wirtschaft setzt eine ebenso beidseitig vertrauensvolle Geschäftsbeziehung voraus. Daher achten wir auch in Zukunft auf diese Art der Auftragsvergabe an regionale Partner. Eine verpflichtende Klausel für Lieferanten zur Einhaltung expliziter Nachhaltigkeitsfaktoren bei Verträgen besteht nicht. Dies ist auch vorerst nicht geplant, da es in der Vergangenheit keine Anzeichen und Anlässe gab, um in solcher Weise aktiv werden zu müssen.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4