1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die Sparda-Bank München eG ist eine Genossenschaftsbank und arbeitet seit ihrer Gründung im Jahr 1930 in der Tradition der genossenschaftlichen Werte. Diese sind daher als strategische Verankerung des Nachhaltigkeitsprogramms in der Bank zu sehen. Ganz im Sinne des Genossenschaftsgedankens ist die Sicherung ihres nachhaltigen Geschäftsmodells wichtigstes Ziel der Sparda-Bank München eG.

Darüber hinaus engagiert sich die Bank seit 2011 als Pionierunternehmen für die Gemeinwohl-Ökonomie und veröffentlicht regelmäßig eine Gemeinwohl-Bilanz (weitere Informationen unter www.zum-wohl-aller.de). Die vierte Gemeinwohl-Bilanz für die Jahre 2015, 2016 und 2017 wird derzeit erstellt und im Laufe des Jahres 2018 veröffentlicht.

Im Rahmen des Anfang 2018 gestarteten Strategieprozesses 2019 bis 2023 wird die Bank im Hinblick auf die Zukunftsgestaltung weitere Aspekte der Nachhaltigkeit im Strategiepapier verankern und mit Maßnahmen und Kennzahlen unterlegen.

Unabhängig von der derzeit noch nicht schriftlich definierten Nachhaltigkeitsstrategie als Teil der Gesamtbankstrategie veröffentlicht die Sparda-Bank München eG auf Unternehmensebene bereits Nachhaltigkeits- und Umweltberichte (Gemeinwohl-Bilanz, CO2-Bilanz, UN PRI-Report), in denen sie ihr soziales, ökonomisches und ökologisches Engagement transparent macht.

Durch die gelebte Unternehmenskultur der Achtsamkeit, das mehrfach ausgezeichnete betriebliche Gesundheitsmanagement und die in den Unternehmenswerten der Sparda-Bank München eG verankerte Wertschätzung gegenüber Mensch und Umwelt sind die Mitarbeiter ein wichtiger Bestandteil und Multiplikator des strategischen Engagements der Bank im Bereich Nachhaltigkeit.

Auf Produktebene legt die Sparda-Bank München eG Wert auf verantwortliches Investieren und veröffentlicht nicht nur ihre Anlageprinzipien auf der Unternehmenswebsite, sondern sie veröffentlicht dort bereits seit mehreren Jahren auch ihre Eigenanlagen (siehe www.sparda-m.de und www.zum-wohl-aller.de). Im Sinne der Kundenorientierung arbeitet die Sparda-Bank München eG eng mit ihren Produkt- und Kooperationspartnern zusammen. So kann die Sparda-Bank München eG ihren Kunden und Mitgliedern über die bestehende Kooperation mit Union Investment GmbH sowohl nachhaltige Investitions- und Anlagemöglichkeiten anbieten als auch innovative Kooperationsangebote, wie beispielsweise Ökostromtarife durch den regionalen Stromversorger Polarstern-Energie GmbH, der ebenfalls eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt.

Auch auf gesetzlicher Ebene (Compliance) erfüllt die Sparda-Bank München eG selbstverständlich alle Vorgaben (siehe Angaben zum Kriterium 20).

Die Sparda-Bank München eG sieht in der Definition und Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie klare Chancen, gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen kooperativ, also im Sinne des Genossenschaftsgedankens, und zum Wohl aller zu begegnen.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die Sparda-Bank München eG ist regional tief verwurzelt. Mit ihrer genossenschaftlichen Struktur und ihren Dienstleistungen sieht sie sich selbst als einen wesentlichen Teil der regionalen Gesellschaft. Gesellschaftliche und ökologische Entwicklungen haben einen direkten Einfluss auf Mitarbeiter und Mitglieder und dadurch auf die Geschäftstätigkeit. Somit ist sie sich ihrer Verantwortung bewusst und nimmt diese wahr, indem sie eine Gemeinwohl-orientierte Wertschöpfung leitet, die soziale wie auch ökologische Aspekte berücksichtigt.

Um wesentliche Aspekte zur Nachhaltigkeit, aber auch zu anderen Themen der relevanten Stakeholder zu erarbeiten, hat die Sparda-Bank München eG 2017 eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Arbeitsgrundlage waren die Ergebnisse aus dem regelmäßigen und langjährigen Dialog, den sie mit ihren Anspruchsgruppen führt (vgl. Kriterium 9): In einem Workshop mit internen Mitarbeitern und einem externen Berater wurden die wesentlichen Themen bestimmt. Die Wesentlichkeitsanalyse ergab folgende wesentliche Aspekte:

•    Sicherstellung einer hohen Zufriedenheit bei den Kunden und Mitgliedern und der damit verbundenen Weiterempfehlungsbereitschaft
•    Sicherstellung der hohen Zufriedenheit der Mitarbeiter und des damit verbundenen Anspruchs, ein attraktiver Arbeitgeber in der Region Oberbayern zu sein (Nachhaltigkeitskriterium Chancengerechtigkeit und Qualifizierung)
•    Einen nachhaltigen Beitrag zum Gemeinwesen in Oberbayern zu leisten (Nachhaltigkeitskriterium Gemeinwesen)
•    Sicherstellung der sozialen wie ökologischen Qualität des eigenen Wertschöpfungsnetzes
•    Transparenz in der Kommunikation auf Basis der Werte des Unternehmensleitbildes

Im Rahmen des Projekts „Institutionalisiertes Stakeholder-Management“ hat die Sparda-Bank München eG Anfang 2017 alle Anspruchsgruppen des Unternehmens identifiziert und zunächst für die Erhebung des Status quo ein Befragungskonzept erarbeitet. Dieses bietet sowohl die Möglichkeit der umfassenden Auslotung der Beziehungen mit der jeweiligen Anspruchsgruppe als auch eine breite Basis der Vergleichbarkeit der Antworten aller befragten Gruppen untereinander. Details hierzu finden sich in Kriterium 9. Aufgrund der dort beschriebenen Ergebnisse hat die Sparda-Bank München eG keinen Bedarf festgestellt, zusätzlich eine Risikoanalyse durchzuführen.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Sparda-Bank München eG verfolgt eine langfristig ausgerichtete Geschäftspolitik. Im Fokus steht dabei, den Mitgliedern und Kunden ein transparentes und gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten, ein verantwortungsbewusster Arbeitgeber zu sein und einen aktiven Beitrag zum Gemeinwesen zu leisten. 
Wie unter Kriterium 1 beschrieben, verfügt die Sparda-Bank München eG noch nicht über eine ausgewiesene eigene Nachhaltigkeitsstrategie. Dennoch entsteht durch den Dialog mit den Anspruchsgruppen ein kontinuierlich angepasstes umfassendes qualitatives Zielbild. Dieses wird im Rahmen des Stakeholder-Managements durch die in regelmäßigen zeitlichen Abständen durchgeführten Befragungen und Dialoge laufend unterfüttert. Die Befragungen decken alle relevanten Anspruchsgruppen der Sparda-Bank München eG ab und gewährleisten somit eine Überwachung der qualitativen Nachhaltigkeitsthemen aus den für die Sparda-Bank München eG wesentlichen Bereichen Kunden- und Mitgliederzufriedenheit, Mitarbeiterzufriedenheit, Reputation als Arbeitgeber, Transparenz in der Kommunikation, soziale wie ökologische Qualität des Wertschöpfungsnetzes und Beitrag zum Gemeinwesen.

Des Weiteren gehört die regelmäßige Auditierung als Gemeinwohl-bilanzierendes Unternehmen zu den wichtigen qualitativen Zielsetzungen der Sparda-Bank München eG.

Das quantitative ökonomische Zielbild der Sparda-Bank München eG wird hauptsächlich gespeist aus den Werten der Balanced Scorecard.

Quantitative ökologische Ziele werden vorrangig durch die jährlich erstellten CO2-Bilanzen definiert. Diese Berichte ermöglichen einen Überblick über alle vom Unternehmen beanspruchten Ressourcen innerhalb eines Jahres und weisen die entsprechenden Emissionsäquivalente aus. Die Bank hat stets den Anspruch, ihre Emissionen wo möglich zu vermeiden und den Ressourcenverbrauch weiter zu verringern.
Konkrete Zielsetzungen und Maßnahmen, die aus der Evaluation der CO2-Bilanzen entstehen können, sind unter Kriterium 12 und 13 näher erläutert. Hier strebt die Sparda-Bank München eG eine kontinuierliche Verbesserung ihrer jährlichen Emissionswerte an, wo möglich durch die weitere Reduktion der Ressourcennutzung sowie die Umstellung auf Recycling-Produkte.
Durch die Auditierung im Rahmen der Gemeinwohl-Bilanz erhält die Sparda-Bank München eG als Gemeinwohl-bilanzierendes Unternehmen regelmäßig eine im Testat festgeschriebene Gemeinwohl-ökonomische Bilanzsumme, die das Unternehmen ebenfalls kontinuierlich steigern möchte.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Wie unter Kriterium 2 berichtet, sieht sich die Sparda-Bank München eG als Mitglied der regionalen Gesellschaft. Gesellschaftliche und ökologische Entwicklungen haben einen direkten Einfluss auf die Mitarbeiter sowie auf die Geschäftstätigkeit. In einem produzierenden Wirtschaftsbetrieb würden sich diese Aspekte direkt in den einzelnen, aufeinander folgenden Produktionsschritten widerspiegeln. Aber anders als im produzierenden Wirtschaftssektor ist der Begriff der „Wertschöpfungskette“ im Finanzdienstleistungssektor nicht auf einen Produktlebenszyklus anwendbar. Die Sparda-Bank München eG verwendet daher den Begriff „Wertschöpfungsnetz“, da dieser die Entstehung und Wirkung der Finanzprodukte besser beschreibt. Hier ergeben die verschiedenen Produkte, Dienstleistungen und Partnerangebote ein Gesamtnetz, das die Arbeit der Sparda-Bank München eG ausmacht. Im gesamten Wertschöpfungsnetz werden Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt, d. h. sowohl im Bankbetrieb als auch bezüglich der Ausgestaltung des Produktportfolios für die Kunden.

Faire und partnerschaftliche Beziehungen sind dem Unternehmen wichtig. Dies spiegelt sich im Dialog mit den Partnern wider und ist auch in den Umweltrichtlinien verankert. Bezüglich des Bankbetriebs wurden im Rahmen des Stakeholder-Dialogs Lieferanten und Produktpartner befragt, die mit Produkten und/oder Dienstleistungen zum Geschäftsbetrieb der Sparda-Bank München eG beitragen. Befragt wurden sie unter anderem zu den Arbeitsbedingungen in ihren Unternehmen, zum Engagement im Bereich Nachhaltigkeit und zu deren eigener Lieferkette für die Rohstoff- und/oder Dienstleistungsbeschaffung. So wird das Wertschöpfungsnetz direkt auf erster Ebene überprüft, gleichzeitig wird indirekt auch die zweite Ebene des Wertschöpfungsnetzes abgedeckt. Da die Bank langfristige Geschäftsbeziehungen pflegt und die Befragungen für Lieferanten und Produktpartner sehr umfangreich sind, finden sie im Abstand von einigen Jahren statt. Ergänzend dazu finden kontinuierlich persönliche Gespräche mit den Lieferanten und Produktpartnern statt.

Bezüglich des Produktportfolios wurden im Rahmen des Stakeholder-Dialogs die Produkt- und Kooperationspartner des Unternehmens befragt. Auch hier wird das Wertschöpfungsnetz mit den Befragungen direkt auf erster Ebene überprüft und somit die zweite Ebene des Wertschöpfungsnetzes ebenfalls indirekt abgedeckt.

Alle Ergebnisse werden regelmäßig evaluiert und fließen in die Wesentlichkeitsmatrix mit ein.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4