1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie

ITAD begleitet als Verband die Mitgliedsunternehmen auf dem Weg in Rich­tung Nachhaltig­keit. Der Vereinszweck wurde im Juni 2017 auf der Mitgliederversammlung in der Sat­zung im Sinne der nachhaltigen Entwicklung angepasst. Dieser soll u.a. durch die Darstel­lung und Förderung der nachhaltigen (sozialen, ökologischen und ökonomischen) Entwicklung der Thermischen Abfallbehandlungs­an­la­gen ver­wirk­licht werden.

Folgende Aspekte finden dabei in der Satzung Berücksichtigung: Die unmittelbare ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie umfasst folgende Handlungsfelder: Diese werden unter „Wesent­lich­­keit“ (Kriterium 2), „Tie­fe der Wertschöpfungskette“ (Kriterium 4) und „Innovations- und Produktmanagement“ (Kriterium 10) aufge­grif­­fen und ent­­spre­ch­end beschrieben. Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie wird durch eine transparente interne und externe Kommunikation gefördert, um die Akzeptanz und Anschlussfähigkeit in der Geschäftsstelle und bei den Mitgliedsunternehmen zu gewährleisten.
Die Nachhaltigkeitsstrategie findet als integraler Bestandteil der ITAD-Geschäftstätigkeit Berücksichtigung in nahezu allen Angeboten und Dienstleistungen. 

Nachhaltigkeitsrelevante Standards

ITAD orientiert sich mit der vorliegenden Erklärung am Deutschen Nachhaltig­keits­kodex (DNK). Die Erfassung und Berechnung der Daten zur Klimaneutralität orien­tie­ren sich am GHG-Protokoll.
Im Rahmen der Beauftragung von Studien und Gutachten ist die Einhaltung wissenschaftlicher Standards Vergabevoraussetzung.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Gesellschaftliches Umfeld

Die in Kriterium 1 genannten Handlungsfelder resultieren aus der Erkenntnis, dass im Bereich der Thermischen Abfallbehandlung zunehmend Nachhaltigkeitsbezüge im Sinne der Gleichwertig- und Gleichzeitigkeit ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte existieren. Dies geht konform mit der gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit. Daher werden zunehmend nachhaltigkeitsbezogene Dienstleistungen für die ITAD-Mitgliedsunternehmen entwickelt und angeboten.
Gesellschaftliche (branchenspezifische) Prozesse und Trends (Abfallvermeidung, Upcycling, Renaissance des Reparierens etc.) sowie eine höhere Sensibilität für Klima- und Ressourcenfragen in der Bevölkerung, Gesetzgebungen, entwicklungspolitische Verantwortung etc. sind zudem Impulse für die Ausgestaltung von neuen, nachhaltigkeitsbezogenen Angeboten für ITAD als Verband und für die Mitgliedsunternehmen.

Auswirkungen der Geschäftstätigkeit

Die nachhaltigkeitsbezogenen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit lassen sich an den Handlungsfeldern der ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie nachvollziehen:

Die ITAD-Nachhaltigkeitsberatung richtet sich in erster Linie an die Mitgliedsunternehmen. Diese werden bei der Etablierung eines Nachhaltigkeitsmanagements, der Berichterstattung und der Entwicklung von entsprechenden Angeboten und Projekten unterstützt.  

Die ITAD-Nachhaltigkeitskommunikation verfolgt das Ziel, die Mitgliedsunternehmen, die Politik und die Öffentlichkeit sowie die Behörden über eine nachhaltige Entwicklung in der Abfall- und Ressourcenwirtschaft zu informieren. Im Vordergrund stehen dabei Seriosität und Transparenz. In Zeiten zunehmender Komplexität sieht es ITAD als Aufgabe an, Orientierung zu bieten, abzuwägen und aufzuklären. Dies geschieht durch Pressearbeit, Vorträge, Faktenblätter, Messeauftritte, eigene und externe (Nachhaltigkeits-)Workshops, Internetpräsenz, die Nachhaltigkeits-Berichterstattung und Gespräche mit Stakeholdern.  

Im Rahmen der ITAD-Nachhaltigkeitsbildung werden nachhaltigkeitsbezogene Bildungsmaterialien offeriert. Zudem werden Modellprojekte wie das bundesweite Vorhaben „Nachhaltigkeitsberichte für Schulen“ initiiert.

Die Nachhaltigkeits-Berichterstattung macht die Nachhaltigkeitsleistungen von ITAD als Verband transparent und dient als Blaupause für die effiziente Umsetzung in den Mitgliedsunternehmen (vgl. auch Kriterium 10).

Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement: Das nachhaltige Veranstaltungsmanagement soll weiter forciert werden. Dies gilt für interne Veranstaltungen (Telefon- und Web-Konferenzen) ebenso wie für Messen.

Studien, Gutachten und Stellungsnahmen: Die Entwicklung der Thermischen Abfallbehandlung ist in Deutschland im weltweiten Vergleich einzigartig. Ein Zusammenspiel aus umweltpolitischen Maßnahmen, technischen Innovationen sowie dialogorientierter und transparenter Umsetzung in den Mitgliedsunternehmen vor Ort bewirkte ernstzunehmende Schritte in Richtung Nachhaltigkeit einer vor Jahrzehnten noch kritisch betrachteten Branche. ITAD versteht sich als Impulsgeber und Begleiter, indem Studien beauftragt und Gutachten, Stellungnahmen etc. angefertigt werden. Darüber hinaus werden die ITAD-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter als Experten in Fachgremien für die Begleitung von Richtlinien und Gutachten auf Bundes- (z. B. VDI und Umweltbundesamt) und Landesebene (z. B. Umweltministerium NRW) eingeladen. Damit partizipiert ITAD neben der politischen und öffentlichen auch an den wissenschaftlichen Debatten.  

Der klimaneutrale Verband: ITAD betreibt die Geschäftsstelle seit dem Umzug nach Düsseldorf im Februar 2014 klimaneutral und geht als erster klimaneutral gestellter Verband der Branche als Impulsgeber voran. Nicht zuletzt für dieses Vorhaben wurde ITAD im April 2017 als Schrittmacher der KlimaExpo.NRW ausgezeichnet.

Chancen und Risiken

In der Nachhaltigkeitsberichterstattung liegt die große Chance, die Nachhaltigkeitsleistungen der ITAD und der Mitgliedsunternehmen gebündelt und kriteriengeleitet transparent zu machen und die Branche der Thermischen Abfallbehandlung als einen wesentlichen Akteur der nachhaltigen Abfallwirtschaft zu präsentieren.
Im Rahmen der „Defossilisierung“ der Energiesysteme spielt die Abwärmenutzung aus Thermischen Abfallbehandlungsanlagen regional eine herausragende Rolle. Themen wie „klimaneutrale Fernwärmenetze“, „Wasserstoffinfrastruktur“ und „Sektorenkopplung“ sind Zukunftsthemen, die durch ITAD weiter vorangetrieben werden.
Die Chancen überwiegen daher, Risiken sind derzeit nicht erkennbar.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Ziele im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie

Nachhaltigkeitsberichte 

ITAD hat im Berichtsjahr 2018 ein DNK-Modellprojekt durchgeführt, an dem sechs Mitgliedsunternehmen teilgenommen haben (DNK-Erklärung, Nachhaltigkeits-Visitenkarte und integrierte Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Mitgliedsunternehmen zu “Nachhaltigkeitsbeauftragten“). Der Verband verfolgt auch weiterhin das Ziel, Nachhaltigkeitsstrategien in den Mitgliedsunternehmen zu etablieren bzw. anzustoßen. Angestrebt wird daher in den nächsten Jahren eine flächendeckende Umsetzung des DNK-Prozesses in den Mitgliedsunternehmen bei gleichzeitiger Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und dem sukzessiven Aufbau eines Nachhaltigkeitsmanagements. Auf dieser Basis soll ein Netzwerk aus brancheninternen Nachhaltigkeitsbeauftragten etabliert werden, die Nachhaltigkeitsprozesse verstetigen, bündeln und darüber hinaus neue Impulse geben.  
Die ITAD-Nachhaltigkeits-Visitenkarte wird auch im Berichtsjahr 2020 aktualisiert und fortgeschrieben.
Für die DNK-Erklärung der ITAD ist weiterhin eine jährliche Fortschreibung vorgesehen.    

Nachhaltigkeitskommunikation  

Im Rahmen von ITAD-Veranstaltungen wie Messen, Kongressen, Konferenzen, Workshops, Arbeitsgemeinschaften etc. werden Nachhaltigkeitsaspekte auch künftig thematisiert, um die nachhaltige Entwicklung als Querschnittsaufgabe in den Mitgliedsunternehmen zu verankern.  

Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement  

Im Jahr 2020 wird ein umfassendes Konzept für einen nachhaltigen Messeauftritt der ITAD erstellt.    

Der klimaneutrale Verband  

Die Klimaneutralität der Geschäftsstelle wird auch in Zukunft gewährleistet und mit einer offiziellen Kompensationsurkunde nachgewiesen.

Priorisierung und Kontrolle 

Eine Priorisierung der Ziele erfolgt nicht, da diese gleichwertig umgesetzt werden sollen.
Zur Kontrolle der Ziele vgl. Kriterium 6. 

Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Auf folgende Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen nimmt ITAD mit den vorgestellten Tätigkeiten und Angeboten Bezug:  

3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern
4: Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern
7: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern
8: Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit fördern
9: Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
11: Städte und Siedlungen sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen
13: Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen fördern
15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Stufen der Wertschöpfungskette und entsprechende Nachhaltigkeitsaspekte

Die ITAD-Angebote dienen in erster Linie der Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen in den Mitgliedsunternehmen. In diesem Zusammenhang wird erneut Bezug genommen auf die Handlungsfelder der ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie:   Die entsprechenden ITAD-Angebote werden auf der Basis der Handlungsfelder mit Partnern, Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Behörden, Verbänden etc. umgesetzt, die im Bereich nachhaltige Entwicklung tätig sind. Dies dient der konsistenten und authentischen Umsetzung der ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie. In Angeboten ist vom potenziellen Auftragnehmer der unmittelbare fachliche Nachhaltigkeitsbezug im Sinne von Erfahrungen und Referenzen anzugeben.  

Der IT-Anbieter der ITAD-Geschäftsstelle ist genossenschaftlich organisiert, hat 2018 einen Gemeinwohlbericht angefertigt, nutzt ein ökologisches Rechenzentrum und setzt konsequent auf Open Source-Lösungen.  

Alle nachhaltigkeitsbezogenen Angebote dienen der Umsetzung in den ITAD-Mitgliedsunternehmen. Damit wird eine Wertschöpfung für diese im Bereich Nachhaltigkeit ermöglicht. Konkrete Angebote und Prozesse können adaptiert werden, da wesentliche Vorarbeiten durch ITAD erfolgen.  

Die Umsetzung in den Mitgliedsunternehmen wiederum hat Auswirkungen auf die Wahrnehmung in der Region und den entsprechenden Anspruchsgruppen vor Ort. Diese werden mit den Nachhaltigkeitsleistungen des jeweiligen Mitgliedsunternehmens konfrontiert und erhalten ggf. ihrerseits Impulse, Nachhaltigkeit zu implementieren bzw. zu kommunizieren. Exemplarisch ist das Schulprojekt „Nachhaltigkeitsberichte für Schulen“ zu nennen, das in den letzten beiden Berichtsjahren von der ITAD initiiert und begleitet wurde. Im Zuge der Nachhaltigkeitskommunikation der Mitgliedsunternehmen erhielten insgesamt zwölf weiterführende Schulen in der jeweiligen Region die Möglichkeit, ihre Nachhaltigkeitsleistungen im Rahmen eines Berichts zu präsentieren. Dadurch wird die Nachhaltigkeits-Wertschöpfung in der Region potenziert.  

Die vorgestellten Maßnahmen stärken und legitimieren die ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie.

Soziale und ökologische Herausforderungen – Kommunikation mit Geschäftspartnern  

Da ITAD in erster Linie mit nachhaltigkeitsorientierten Partnern zusammenarbeitet, werden die sozialen und ökologischen Risiken bereits im Vorfeld minimiert. Sofern Zielkonflikte entstehen (z.B. zentrale, aber nur partiell nachhaltige Tagungsorte), werden die nachhaltigkeitsbezogenen Bedürfnisse seitens ITAD gegenüber den Anbietern zunehmend kommuniziert. Im Bereich „Veranstaltungsmanagement“ etwa werden zunehmend Nachhaltigkeitsbezüge (Anbieter, Infrastruktur etc.) durch die ITAD erwartet bzw. gewünscht. Die Erstellung eines Konzepts für einen nachhaltigen Messeauftritt (vgl. Kriterium 3) erfordert eine enge Zusammenarbeit mit den entsprechenden Geschäftspartnern.  

Die Präferenzen von ITAD, den ITAD-Mitgliedern und den Geschäftspartnern gehen zunehmend konform. Dies dürfte in der gesellschaftlichen Hinwendung zur nachhaltigen Entwicklung und der größeren Transparenz durch die zunehmende Berichterstattung begründet sein (vgl. auch Kriterium 2 – gesellschaftliches Umfeld).

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4