1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Unsere Vision ergibt sich aus einem Selbstverständnis, das auf Nachhaltigkeit abzielt, und der Erfüllung unseres öffentlichen Auftrages gemäß Satzung. Durch die Satzung werden unsere Verantwortung für die Region und die flächendeckende Versorgung der Region mit einem umfassenden Produkt- und Dienstleistungsangebot in den Fokus gerückt. Wir sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und unterstützen die ökonomische, soziale und ökologische Entwicklung unserer Kernregion.

Unsere Vertriebsstrategie ist abgeleitet aus unserer Vision und der strategischen Grundausrichtung unseres Hauses. Wir definieren uns als innovativer, flächendeckender und regionaler Finanzdienstleister für alle Kundinnen und Kunden, der seine Marktführerschaft durch ausgeprägte Vertriebsorientierung und hervorragende Service- und Beratungsqualität behauptet. Neben dem aktiven Verkauf liegt unser Schwerpunkt auf der Ausrichtung des Vertriebes auf Cross-Selling, Lebensphasen und Kundensegmente. Die zur Bildung der Kundensegmente erforderlichen Segmentierungskriterien orientieren sich an der Geschäftsstrategie des Regionalverbandes.

Unsere MitarbeiterInnen stellen den Anspruch und das Selbstverständnis der Sparkassen, Qualitätsanbieter mit einem hohen Beratungsniveau zu sein, sicher. Mit ihrer Hilfe wird im Vertrieb unsere marktführende Stellung möglichst ausgebaut. Die Vielzahl an neuen regulatorischen Anforderungen bedeutet für uns parallel dazu steigende hohe Ansprüche an die Qualifikation unserer Beschäftigten. Gleichzeitig setzt sich der Trend hin zur Verlagerung von einfachen Service- und Beratungstätigkeiten in die medialen Kanäle fort. Zusammen mit dieser Neuausrichtung im Privatkundenvertrieb sowie den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung bedeutet dies, dass sich die Rollenprofile fast all unserer MitarbeiterInnen stark verändern.

Wir sind der Meinung, dass eine langfristige, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Grundvoraussetzung ist, um die uns gestellten Aufgaben dauerhaft erfüllen zu können. Ansatzpunkt der Optimierung unserer Leistungsfähigkeit ist, neben einem effizienten Ressourceneinsatz, vor allem die Steigerung der Erträge unter Berücksichtigung der eingegangenen Risiken. Bisher existiert keine schriftlich festgehaltene Nachhaltigkeitsstrategie für unser Haus, aber wir planen die Verankerung einer konkreten Nachhaltigkeitsstrategie in unser Unternehmenshandbuch. Dies soll durch die Formulierung einer Vorstandsvorlage und die Herbeiführung einer Entscheidung zum Ende des Geschäftsjahres 2020 geschehen. Zu diesem Zweck wurde im Geschäftsjahr 2019 eine Planstelle geschaffen, die mit der Bearbeitung des Themas Nachhaltigkeit beauftragt wurde. Aufgrund der aktuellen Defizite unseres Hauses in der Erfassung relevanter Werte zur Berechnung unseres Energieverbrauchs und unserer CO2 Bilanz sollen insbesondere die Erfassung und die Bewertung dieser Größen ein zentraler Baustein unserer Nachhaltigkeitsstrategie werden.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Insbesondere in einem immer schwierigeren Marktumfeld sind dem Erhalt und der Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit besonderes Gewicht beizumessen. Hierfür werden unsere MitarbeiterInnen gemäß ihren Kompetenzen und Fähigkeiten optimal eingesetzt. Die Abteilung Aus- und Fortbildung sorgt dafür, dass das Qualifikationsniveau der MitarbeiterInnen dem aktuellen Stand der Anforderungen und Entwicklungen entspricht. Dies gilt für alle risikorelevanten Bereiche des Kreditgeschäftes. Alle MitarbeiterInnen haben die Möglichkeit sowohl intern als auch extern Kurse und Veranstaltungen zur Weiterbildung zu besuchen. So können unsere Kundinnen und Kunden sich auch weiterhin einer aktuellen und kompetenten Beratung sicher sein.

Wir sind mit einem Marktanteil von 50% im Privatkunden-Bereich der wichtigste Finanzdienstleister vor Ort. Doch auch die regionale Wirtschaft profitiert von uns, denn unsere BeraterInnen aus dem Firmen- und Geschäftskundenbereich kennen die Region besonders gut. Wichtige Entscheidungen, zum Beispiel über die Vergabe von Krediten oder die Unterstützung von Existenzgründern, werden schnell und direkt vor Ort getroffen. Durch diese Nähe zu unseren Kunden sind wir eine direkte und sichere Anlaufstelle, an die sich alle Bürgerinnen und Bürger der Region jederzeit mit finanziellen Belangen wenden können.

Als öffentlich-rechtliches Institut sind wir nicht nur der Wirtschaftsförderung sondern auch dem Gemeinwohl verpflichtet. Die Unterstützung der Region liegt uns in besonderem Maße am Herzen, denn ohne eine starke soziale Infrastruktur und informierte BürgerInnen kann die Region nicht wirtschaftlich stark sein.

Auch der Erhalt und die Förderung des ökologischen Gleichgewichts sind uns wichtig. In den Kriterien 11-13 geben wir einen Überblick über die Aktionen, Projekte und Verbesserungen, die wir im Geschäftsjahr 2019 in Bezug auf Umweltbelange durchgeführt haben.  Dies alles sind weitere Schritte in Richtung eines ökologischen Konzeptes, welches mit den Jahren ausgebaut werden soll.

Die für uns wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte und weitere soziale und ökologische Chancen und Risiken, die sich durch aktuelle Themen wie beispielsweise Digitalisierung, demografischen Wandel, Klimawandel und die momentane Zinssituation ergeben, sollen im Zuge der geplanten Nachhaltigkeitsstrategie (siehe Kriterium 1. Strategische Analyse und Maßnahmen) ebenfalls identifiziert und die sich daraus ergebenden Handlungsweisen formuliert werden.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Wir sind Teil des Sparkassen-Finanzverbundes Hessen-Thüringen und sind bestrebt, in diesem Rahmen zur Erreichung der gemeinsam definierten Ziele beizutragen. Dies geschieht unter Berücksichtigung der in unserem Geschäftsgebiet gegebenen geschäftlichen Möglichkeiten und der finanziellen Ausgangslage. Dabei orientieren wir uns unter anderem an den folgenden „Leitsätzen zur Nachhaltigkeit“ der Sparkassen Finanzgruppe: 

1.   Wir bekennen uns zu unserem öffentlichen [gesellschaftlichen] Auftrag.  
2.   Wir machen Finanzwirtschaft verständlich und stellen sie in den Dienst der Menschen und der Wirtschaft.  
3.   Wir verpflichten uns dem ressourcenschonenden Wirtschaften.  
4.   Wir machen uns stark für nachhaltigen Wohlstand und für bessere Lebensqualität vor Ort.

Eine konkrete Erarbeitung unserer mittel- und langfristigen Ziele wird Teil der in Kriterium 1 erwähnten Nachhaltigkeitsstrategie werden. Eine Priorisierung der Ziele und die Überprüfung der Zielerreichung wird vorrangig durch die Nachhaltigkeitsbeauftragte erfolgen.  
Aufgrund des Regionalprinzips der Sparkassen konzentrieren wir uns insbesondere auf die nachhaltige Förderung der Region und ihrer BürgerInnen. In diesem Sinne streben wir auch heute schon danach, die für unseren Geschäftsbereich relevanten Sustainable Development Goals auf regionaler Ebene zu verfolgen. Potenziale unseres Geschäftsbereiches sehen wir aktuell in den folgenden Zielen:

Goal 3: Good Health and Well-Being --> Kriterium 18
Goal 4: Quality Education --> Kriterium 16 + Leistungsindikator GRI SRS-404-1
Goal 5: Gender Equality --> Kriterium 15 + Leistungsindikator GRI SRS-405-1
Goal 7: Affordable and Clean Energy --> Kriterium 12
Goal 8: Decent Work and Economic Growth --> Kriterium 14
Goal 10: Reduced Inequalities --> Kriterium 15 + Leistungsindikator GRI SRS-405-1
Goal 11: Sustainable Cities and Communities --> Kriterium 12
Goal 12: Responsible Production and Consumption --> Kriterium 5+6
Goal 13: Climate Action --> Kriterium 13 + Leistungsindikator GRI SRS-305-1 

Eine weitere Einschätzung unserer Ziele in Bezug auf die Sustainable Development Goals wird ebenfalls bis Ende 2020 durch unsere Nachhaltigkeitsbeauftrage erfolgen.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Als Finanzdienstleister verfügen wir über keine klassische Wertschöpfungskette. Wir können grundsätzlich zwischen unserem internen Geschäftsbetrieb und unserer Geschäftstätigkeit (Kerngeschäft) unterscheiden. Unser Geschäftsbetrieb ist mit dem Verbrauch diverser Ressourcen verbunden, näheres dazu ist in den Kriterien 11-13 und 17 zu lesen. Unser Kerngeschäft besteht daraus, Einlagen anzunehmen und diese in Form von Krediten wieder auszugeben, wir erbringen also den größten Teil der Wertschöpfung selbst. Dadurch bleibt das Geld in der Region und die wirtschaftliche Stabilität wird gefördert.

Unsere Lieferanten und Geschäftspartner sind nach Möglichkeit in der Region verwurzelt. Durch diese Nähe sind wir im Stande, eine regelmäßige, persönliche und offene Kommunikation zu pflegen. Der Austausch findet typischerweise über Veranstaltungen, Workshops oder Gespräche vor Ort statt. Unser Geschäftsbericht ist für alle Menschen öffentlich zugänglich. In vielen unserer Geschäftsbereiche ist das Thema Nachhaltigkeit bereits fest im Unternehmenshandbuch verankert und stellt einen wichtigen Teil der Unternehmensphilosophie dar.

Wir stehen allen BürgerInnen der Region als verlässlicher Finanzpartner zur Seite, unabhängig von Einkommen oder Status. Mittels Kundenbefragungen und Veranstaltungen (siehe Kriterium 6 und 18) animieren wir unsere KundInnen zu einem aktiven Dialog. Mit der zuverlässigen Vergabe von Krediten, Darlehen und Fördermitteln fließen die Geldeinlagen unserer KundInnen überwiegend direkt zurück in die Region. Dadurch unterstützen wir Kleinunternehmen und Existenzgründer, stabilisieren Arbeitsplätze und unterstützen ein nachhaltiges wirtschaftliches und soziales Wachstum.

Neue Geschäfte und Produkte werden von uns im Rahmen eines Neue-Produkte-Prozesses auch im Sinne der Nachhaltigkeit geprüft. Zunächst wird erwogen, ob ein neues Produkt erforderlich ist, indem die eingebundenen Organisationseinheiten eine Stellungnahme zu dem konkreten Vorschlag abgeben. Anschließend werden die Konsequenzen der Produkteinführung ermittelt, eine Risikoanalyse erstellt und ein Konzeptvorschlag erarbeitet. Sollte dabei festgestellt werden, dass gewisse Nachhaltigkeitsaspekte keine Beachtung finden, kann dies zur Ablehnung des Produkts führen. Nach Genehmigung eines Konzeptvorschlags wird das Produkt ggfs. einer Testphase unterzogen. Mitarbeiter werden geschult, der Kompetenzkatalog wird festgelegt/angepasst und eine Arbeitsanweisung wird erstellt. Sollte bei der darauffolgenden Prüfung der Zielerreichung unter Ertrags- und Risikogesichtspunkten Änderungsbedarf festgestellt werden, werden die entsprechenden Anpassungen vorgenommen. Besteht kein Änderungsbedarf, werden ein endgültiges Konzept und eine Vorstandsvorlage erstellt. Beschließt daraufhin der Vorstand die Aufnahme des Produkts in das laufende Kerngeschäft, kann dieses schließlich durch die/den Umsetzungsverantwortliche/n eingeführt werden.
Neben diesem Prozess zur Vermeidung von Risiken werden auch Chancen im Sinne der Nachhaltigkeit aktiv von uns wahrgenommen. Mit speziell auf den Ausbau erneuerbarer Energien ausgerichteten Produkten wie dem Sonderkredit Elektromobilität und Modernisierungsdarlehen für private, geschäftliche und öffentliche Gebäude animieren wir unsere Kundinnen und Kunden dazu, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen und beteiligen uns aktiv am Klimaschutz.

Eine Konkretisierung der einzelnen Wertschöpfungsstufen, auch in Bezug auf ökologische Herausforderungen, ist uns nicht möglich. Die Notwendigkeit einer tieferen Durchdringung unserer Wertschöpfungskette wird daher im Rahmen der geplanten Nachhaltigkeitsstrategie erörtert werden.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4