1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Nachhaltiges Handeln gehört bei uns zum Kerngeschäft: Tag für Tag befasst sich die RSAG mit der Schonung von Ressourcen und ihrer möglichst effizienten Nutzung durch Wiederverwendung, Recycling und energetische Verwertung. Mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie wollen wir verschiedene Zielsetzungen aus fünf Handlungsfeldern der Nachhaltigkeit – Nachhaltige Unternehmensführung, Umwelt- und Klimaschutz, Mitarbeiterorientierung, Gesellschaftlicher Wertbeitrag und Transparenz – verbinden sowie unsere Nachhaltigkeitsleistung stetig nachverfolgen und verbessern. Zu jedem unserer Handlungsfelder der Nachhaltigkeit haben wir einen Managementansatz mit Zielen (näher erläutert in Kriterium 3) sowie Indikatoren zur Wirkungsmessung (dargestellt in Kriterium 7) definiert. Die Managementansätze enthalten außerdem Leitsätze, wodurch wir unsere Nachhaltigkeitsziele und Indikatoren mit der Unternehmensstrategie verknüpfen. Unsere konkreten Maßnahmen in den fünf Handlungsfeldern der Nachhaltigkeit und den Umsetzungsstand haben wir im Nachhaltigkeitsprogramm zusammengefasst (siehe Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018, S. 44+45).  

Basis unserer Nachhaltigkeitsstrategie ist die Wesentlichkeitsanalyse, die wir für die Erstellung unseres zweiten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichts und dieser DNK-Erklärung aktualisiert haben. Neben Führungskräften sowie Experten aus verschiedenen Geschäftsbereichen waren auch unsere wichtigsten Anspruchsgruppen über einen Stakeholder-Dialog in die Wesentlichkeitsanalyse eingebunden. Die Ausrichtung der Nachhaltigkeitsstrategie an der Wesentlichkeitsanalyse stellt sicher, dass wir den Erwartungen unserer Stakeholder gerecht werden und im Einklang mit den wichtigsten nationalen und internationalen Standards – insbesondere den Global Reporting Initiative Standards und den branchenspezifischen Bestimmungen des Deutschen Nachhaltigkeitskodex für die Abfallwirtschaft – operieren.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Der Rhein-Sieg-Kreis hat uns als kommunales Unternehmen eine besondere ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Verantwortung übertragen: die Daseinsvorsorge zu sichern und die Lebensgrundlagen heutiger und zukünftiger Generationen zu erhalten. Aus diesem Grund und weil wir in der Kreislaufwirtschaft tätig sind, haben wir Nachhaltigkeit fest in unserem Kerngeschäft verankert. Was Nachhaltigkeit für die RSAG konkret bedeutet, haben wir für den Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018 erneut in einer Wesentlichkeitsanalyse bestimmt. Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse sind auch Basis unserer Nachhaltigkeitsstrategie (siehe Kriterium 1).  

In der mehrstufigen Wesentlichkeitsanalyse analysierten wir zunächst Nachhaltigkeits- und Branchenstandards (insbesondere die Global Reporting Initiative Standards und den Leitfaden zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex für die Abfallwirtschaft), Aktivitäten von vergleichbaren Unternehmen und aktuelle Branchentrends. Im Rahmen des Berichterstattungsprozesses für den vorliegenden Bericht überprüften die Fach- und Führungskräfte der RSAG die für den Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2016 ermittelten Themen auf Vollständigkeit. In diesem Zusammenhang wurden solche Themen ergänzt, denen wir uns verstärkt widmen möchten oder die an Bedeutung gewonnen haben – beispielsweise die Digitalisierung der Arbeitsabläufe, die Diskussion um Plastik oder die Anpassung an den Klimawandel. Unsere wichtigsten Anspruchsgruppen und Partner haben wir durch einen Stakeholder-Dialog in die Wesentlichkeitsanalyse einbezogen. Unter den Teilnehmenden der Dialogveranstaltung waren der Aufsichts- und Verwaltungsrat, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Geschäftspartner, Bürgervertreterinnen und -vertreter sowie Anwohnerinnen und Anwohner.  

Ergebnis der Wesentlichkeitsanalyse sind die 24 wesentlichen Themen der RSAG, die in fünf Handlungsfeldern zusammengefasst sind und entsprechend der folgenden Wesentlichkeitsmatrix priorisiert wurden:   

Als wesentlich verstehen wir die Themen, in denen unsere Geschäftstätigkeit die größten positiven oder negativen Auswirkungen hat bzw. die Themen, die unsere Geschäftstätigkeit am meisten beeinflussen. Welche positiven oder negativen Auswirkungen die RSAG auf die einzelnen wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen hat, erläutern wir in unserem Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018 (S. 12+13). Die wesentlichen Themen bilden unsere zentralen aktuellen und zukünftigen Herausforderungen ab und beinhalten sowohl Risiken als auch Chancen: Durch die zunehmende Digitalisierung unserer Arbeitsabläufe erhalten wir beispielweise die Möglichkeit, einerseits unseren Arbeitsalltag papierärmer und andererseits unsere Kernprozesse einfacher, schneller und noch zuverlässiger zu gestalten. Im Risiko knapper werdender Ressourcen sehen wir gleichzeitig die Chance, durch ökoeffiziente Kreislaufwirtschaft zur Wiedergewinnung von Wertstoffen beizutragen. In Bezug auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellt uns beispielsweise der demografische Wandel vor Herausforderungen. Gesundheitsförderung, Aus- und Weiterbildung sowie familienfreundliche Angebote bieten Chancen, dem dadurch entstehenden Fachkräftemangel zu begegnen. Durch Transparenz unserer Entsorgungswege soll das Risiko reduziert werden, dass Abfälle unsachgemäß beseitigt werden.  

Die Wesentlichkeitsanalyse unterstützt uns, zentrale Herausforderungen zu erkennen und zeigt uns Chancen auf, einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Bei der Ermittlung von Chancen und Risiken ist uns die externe Perspektive unserer Stakeholder besonders wichtig. Beim Stakeholder-Dialog haben wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer daher dazu befragt, welche Themen aus ihrer Sicht die größten Chancen (Abfallvermeidung, Klimaschutz, Gewinnung und Sicherung von Fachkräften) und Risiken (Gewinnung und Sicherung von Fachkräften, Faire Gebührengestaltung, Wissensmanagement und -transfer) für die RSAG beinhalten.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Zu jedem der fünf Handlungsfelder aus der Wesentlichkeitsanalyse – Nachhaltige Unternehmensführung, Umwelt- und Klimaschutz, Mitarbeiterorientierung, Gesellschaftlicher Wertbeitrag sowie Transparenz – haben wir Ziele definiert, die im Folgenden aufgeführt sind. Ziele und Indikatoren wurden von der Vorständin, allen Bereichs- und Stabsstellenleitungen sowie weiteren Experten der RSAG – zum Beispiel aus den Bereichen Energie und Gesundheit – gemeinsam formuliert. Die Zielerreichung wird anhand von Kernindikatoren nachverfolgt, die in Kriterium 7 erläutert sind.  

Nachhaltige Unternehmensführung

Umwelt- und Klimaschutz

Mitarbeiterorientierung

Gesellschaftlicher Wertbeitrag

Transparenz
Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse (siehe Kriterium 2) haben unsere Führungskräfte Nachhaltigkeitsaspekte aus fünf Handlungsfeldern nach ihrer internen Bedeutung für die RSAG bewertet. Entsprechend dieser Bewertung sind unsere Ziele priorisiert. In Bezug auf das Handlungsfeld Nachhaltige Unternehmensführung behandelt die RSAG Ziele zur Kundenzufriedenheit mit erhöhter Priorität. Im Handlungsfeld Mitarbeiterorientierung haben Ziele zum Gesunden und alternsgerechten Arbeiten für uns eine besonders große Relevanz und im Feld Gesellschaftlicher Wertbeitrag Ziele zur Daseinsvorsorge, Lebensqualität und Entsorgungssicherheit. Bezüglich Umwelt- und Klimaschutz priorisieren wir unser Ziel, die Voraussetzungen für eine effiziente Sekundärrohstoffwirtschaft zu schaffen und im Handlungsfeld Transparenz das Ziel, die Transparenz der Entsorgungswege zu erhöhen.  

Auch wenn wir uns in unserer Kommunikation nicht explizit darauf beziehen, tragen unsere Aktivitäten zur Erreichung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen bei. Insbesondere zu SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur sowie SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden leisten wir durch unsere Kerntätigkeit als Abfallwirtschaftsgesellschaft einen Beitrag. Wir stellen allen Einwohnerinnen und Einwohnern des Rhein-Sieg-Kreises eine moderne und nachhaltige Entsorgungsinfrastruktur zur Verfügung und investieren in Fahrzeuge und Anlagen mit geringen Schadstoff- und Lärmemissionen, um die Lebensqualität im Kreis zu verbessern. SDG 12 Nachhaltige/r Konsum und Produktion fördern wir unter anderem durch Maßnahmen zur Abfallvermeidung sowie die Getrenntsammlung und umweltgerechte Verwertung von Bioabfall, Altpapier, einer Vielzahl von Wertstoffen und Restmüll. Durch die Produktion von Strom mit Biogas und Photovoltaik tragen wir zu SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz und SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie bei.  

Im zweijährigen Turnus – für die Erstellung des Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichts sowie der DNK-Erklärung – evaluieren unsere Vorständin, die Stabsstellen- und Bereichsleitungen sowie weitere Fachexperten die Zielerreichung und definieren soweit nötig neue Ziele und Indikatoren. Da Nachhaltigkeit für uns eine hohe Priorität hat, liegt die oberste Verantwortung für dieses Thema bei der Vorständin. Sie schafft die organisatorischen Voraussetzungen für die Zielerreichung im Unternehmen. Unsere Verantwortlichkeiten für das Thema Nachhaltigkeit sind in Kriterium 5 ausführlich beschrieben.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Als Abfallwirtschaftsunternehmen betrachten wir in diesem Kriterium vor allem die Verwertungskette der Abfälle, beginnend bei der Sammlung durch die RSAG. Nach der Sammlung werden die Abfälle zu den Entsorgungsanlagen transportiert, sortiert, weiterbehandelt und verwertet. Für die Sortier-, Recycling- und Verwertungsprozesse sind technologisch aufwändige Anlagen und qualifizierte Fachkräfte nötig. Einige Stoffe behandelt die RSAG daher nicht selbst, sondern gibt sie an hochspezialisierte Verwertungspartner weiter. Beispielsweise sind das Papierfabriken, die aus Altpapier wieder recyceltes Papier herstellen.  

Äußerst wichtig ist die verantwortungsvolle Auswahl unserer Partner – schließlich garantieren wir dem Rhein-Sieg-Kreis und seinen Einwohnern, alle Abfälle fach- und umweltgerecht zu entsorgen. Gelangt der Abfall in die falschen Hände, kann er schnell zur Gefahr für Mensch und Umwelt werden. Die RSAG arbeitet ausschließlich mit zertifizierten Entsorgungsdienstleistern zusammen, die die bestimmungsgemäße Nutzung oder Entsorgung der Abfälle vertraglich garantieren. Zudem arbeiten wir nach dem Näheprinzip, verfolgen also das Ziel, alle Abfälle möglichst nah am Ort der Entstehung zu entsorgen. Das spart nicht nur Transportwege und schont damit das Klima, sondern erleichtert auch die Kontrolle von unserer Seite.  

Der Weg des Abfalls vom Verbraucher bis zur Verwertung ist sehr komplex und eine vollständige Überprüfung der Entsorgungswege daher äußerst schwierig. Um unsachgemäße Entsorgung und illegale Exporte auch in Zukunft zu verhindern, haben wir uns vorgenommen, unsere Stoffströme nachvollziehbar darzustellen. In der Grafik „Was passiert mit meinem Abfall?“ in unserem Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2018 (S. 40+41) haben wir die Wege des Abfalls aus dem Rhein-Sieg-Kreis transparent abgebildet.  

Neben Entsorgungsdienstleistern sind die Produzenten der Müllfahrzeuge und Behälter unsere wichtigsten Geschäftspartner. Bei allen Auftragsvergaben und im gesamten Einkauf berücksichtigt die RSAG selbstverständlich die einschlägigen vergaberechtlichen Bestimmungen. Alle unsere Lieferanten und Auftragnehmer haben Mindestlohnregeln und soweit vorhanden einschlägige Tarifverträge bzw. tarifvertragliche Regelungen einzuhalten. Die grundlegenden Sozialstandards der Vereinten Nationen, die Themen wie Kinder- und Zwangsarbeit, Vereinigungsfreiheit und Anti-Diskriminierung umfassen, sind zu erfüllen. Unternehmen, die keine Verpflichtungserklärung vorlegen, schließen wir von einer Beauftragung aus.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4

Nennen Sie den Prozentsatz neuer Lieferanten, die hinsichtlich ökologischer Kriterien / Arbeitspraktiken / gesellschaftlicher Auswirkungen überprüft wurden. (Zusatzindikator aus dem Branchenleitfaden für Abfallwirtschaft und Stadtreinigungen)
Bei allen Auftragsvergaben und im gesamten Einkauf berücksichtigt die RSAG selbstverständlich die einschlägigen vergaberechtlichen Bestimmungen. Alle unsere Lieferanten und Auftragnehmer haben Mindestlohnregeln und soweit vorhanden einschlägige Tarifverträge bzw. tarifvertragliche Regelungen einzuhalten. Die grundlegenden Sozialstandards der Vereinten Nationen, die Themen wie Kinder- und Zwangsarbeit, Vereinigungsfreiheit und Anti-Diskriminierung umfassen, sind zu erfüllen. Unternehmen, die keine Verpflichtungserklärung vorlegen, schließen wir von einer Beauftragung aus.  (100 %).  

Zudem arbeitet die RSAG ausschließlich mit zertifizierten Unternehmen zusammen, die die bestimmungsgemäße Nutzung oder Entsorgung vertraglich garantieren. Sämtliche Unternehmen, mit denen die RSAG bei der Abfallentsorgung zusammenarbeitet, sind als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert (100 %).