1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Wir verfolgen eine verantwortungs- und risikobewusste Geschäftspolitik. Unser tägliches Handeln ist ein stetes Abwägen von sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen.

Insofern ist das Thema Nachhaltigkeit als Leitbild in unserem öffentlichen Auftrag, der Risiko- und Geschäftsstrategie, den Personalrichtlinien sowie unserer Mittelfristigen Unternehmensplanung verankert. Denn in allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit bieten sich Chancen für die Sparkasse Chemnitz: Durch einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen besteht die Chance auf Kostensenkungen, mit unseren Spenden- und Sponsoringaktivitäten können wir den sozialen Zusammenhalt in unserem Geschäftsgebiet unterstützen und unser Kerngeschäft kann der nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung der gesamten Region und ihrer Einwohner dienen.
 
In der Förderung des Spargedankens (Altersvorsorge), Finanzierung von privatem Wohnungsbau sowie regenerativer und alternativer Energievorhaben und einem barrierefreien Zugang zu unseren modernen Bankdienstleistungen sehen wir ebenso die Chance, die Zukunft unserer Region sozial verträglich und langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu gestalten.

Als einer der größten Arbeitgeber der Region übernehmen wir auch eine hohe Verantwortung für eine nachhaltige Personalpolitik. Unsere Personalrichtlinien bilden dabei einen umfänglichen Personalprozess ab und sorgen für ein systematisches, vernetztes, effizientes und wertschöpfendes Personalmanagement. Sie unterstützen bei der Umsetzung der Geschäftsstrategie, stärken die strategisch relevanten Fähigkeiten unserer Mitarbeiter.

Nach einer ausführlichen Ist-Analyse der internen und externen Ausgangslage (m. H. v. Befragungen, Datenanalysen, Dokumentenanalysen) und aus den personalwirtschaftlich relevanten Megatrends resultierenden Chancen und Risiken wurden acht strategische Elemente erarbeitet. Diese werden durch Leitsätze verdeutlicht und konkretisiert:
- Personalplanung,
- Personalgewinnung,
- Personaleinsatz,
- Beurteilungssystem,
- Personalentwicklung,
- Anreizsysteme,
- Austrittsmanagement und
- Führung.
Wir sehen hier die Chance, den Auswirkungen des demografischen Wandels entgegenzuwirken.
Als ausschließlich national operierendes Unternehmen erfüllen wir als Arbeitgeber die Anforderungen aus dem UN Global Compact sowie den ILO Kernarbeitsnormen und alle deutschen und europäischen Normen und Gesetze.

Die Anlage des Vermögens der Sparkasse erfolgt grundsätzlich unter den Prämissen eines angemessenen Risiko-Ertrags-Verhältnisses und der Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität. Neuanlagen zu einer strategischen Kapitalallokation orientieren sich überwiegend an anerkannten Indizes, wie z. B. dem DAX 30, und werden in deutsche oder europäische Staatsanleihen, Bank- und Unternehmensanleihen bzw. Pfandbriefe getätigt. Das sichert nicht zuletzt auch die Einlagen unserer Kunden ab.

Nachhaltigkeit begreifen wir somit nicht nur als Chance, unseren Geschäftserfolg dauerhaft sicherzustellen. Als in der Region tief verwurzeltes Kreditinstitut übernehmen wir als Schnittstelle Verantwortung bei der Lösung komplexer Zukunftsaufgaben in der Region und darüber hinaus. Dazu gehören der Erhalt stabiler Wirtschaftsstrukturen, der Klimaschutz und das Gelingen der Energiewende mit Blick auf sich verknappende Ressourcen.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die Konzentration der Geschäftstätigkeit auf die eigene Region macht die langfristige Erhaltung und Weiterentwicklung der regionalen Wirtschaftskraft zu einem eigenen Interesse der Sparkasse Chemnitz. Dazu zählen auch die Sicherung von Arbeitsplätzen, Förderung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge und des Wohnungsbaus wie auch die Unterstützung und Förderung von Sport- und Kulturvereinen.

Solide betriebswirtschaftliche Fundamente sind eine notwendige Voraussetzung, um den Anforderungen aus diesem Unternehmensauftrag dauerhaft gerecht werden zu können. Unsere Unternehmensziele zielen daher darauf ab, solide zu wirtschaften, langfristig Werte zu schaffen und zu erhalten.

Die weiterhin extreme Zinssituation, regulatorische Anforderungen sowie demografischer und digitaler Wandel sind zentrale Herausforderungen, denen wir derzeit begegnen. Sie erfordern einen schonenden Umgang mit personellen wie materiellen Ressourcen. Sich verändernde Kundeninteressen bergen auch Risiken, die einen stetigen Austausch mit ebendiesen erfordern, um als Sparkasse auch weiterhin sowohl den kunden- als auch den qualitätsorientierten Ansatz beibehalten zu können. Ein stetiger Ausbau der Digitalisierung erlaubt es Prozesse zu verbessern, um unseren Mitarbeitern mehr Zeit für den direkten Kundenkontakt und eine optimale Beratung zu ermöglichen. Außerdem suchen wir mit digitalen Angeboten nach einer richtigen Balance, um unseren Kunden einen barrierefreien und effektiven Zugang zu unseren Dienstleistungen und Produkten zu ermöglichen.

Um eine hohe Qualität der angebotenen Leistungen zu gewährleisten, gehört es dazu, die angebotenen Produkte stets an den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden auszurichten, ohne dabei ökologische oder soziale Aspekte aus den Augen zu verlieren. Die ökologischen Chancen liegen dabei in der Kundeninvestition von nach Nachhaltigkeitskriterien gemanagten Investmentfonds sowie der Vergabe von Krediten zur Förderung von Energiesparmaßnahmen, bzw. Erzeugung erneuerbarer Energie, oder bergen das Risiko, nichtnachhaltigen Anlagezielen mehr Gewicht zu geben.

Wir fördern das Sparen und die allgemeine Vermögensbildung und beraten unsere Kunden umfassend, auch um wesentliche soziale Risiken wie z. B. Altersarmut oder Verdienstausfall abzusichern. Je nach individuell verfügbarem Einkommen sowie der damit verbundenen Sparquote ist die Absicherung Risiko und Chance zugleich. Auf weitere soziale Belange gehen wir unter Kriterium 4 näher ein.

Um den positiven wie negativen Auswirkungen zu begegnen, stehen geeignete Konzepte bereit (u. a. Mittelfristige Unternehmensplanung, Geschäfts- und Risikostrategie, Personalrichtlinie, IT-Richtlinie, Filialkonzept), die ggf. ständig an geänderte ökonomische, ökologische und soziale Rahmenbedingungen angepasst werden.

Die genannten Aspekte der Wesentlichkeit wurden aus unserem Grundverständnis und unseren Geschäftsfeldern hergeleitet, Eine Wesentlichkeitsmatrix für die 3 Dimensionen, auf die eine Bank mit ihrenTätigkeiten wesentlich auf ökologische und soziale, aber auch wirtschaftlichen Aspekte einwirkt, werden wir in diesem Jahr erarbeiten.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Bestimmendes Ziel ist, die Sparkasse Chemnitz als marktführenden Finanzdienstleister in der Region dauerhaft zu positionieren und konsequent auf Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Mit einer hohen Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit und betriebswirtschaftlicher Leistungsfähigkeit wollen wir den langfristigen Erfolg der Sparkasse Chemnitz sichern und uns für Gesellschaft und Wirtschaft im Geschäftsgebiet engagieren.

Dazu messen wir unsere betriebswirtschaftliche Leistungsfähigkeit u. a. anhand strategischer Kennziffern wie Cost-Income-Ratio (CIR), Aufwandsquote, Ertrag, Bewertungsergebnis Kreditgeschäft, Betriebsergebnis, u. v. m. mit einem Planungshorizont von 4 Jahren. Die Zielgrößen und Schwellenwerte werden jährlich überprüft, bei Abweichungen angepasst und quartalsweise an den Vorstand und Verwaltungsrat reportet. Eine "Endkontrolle" für das jeweilige Jahresergebnis stellt der Jahresabschluss dar, welcher durch die Prüfungsstelle des Ostdeutschen Sparkassenverbandes geprüft und testiert wird. Über konkrete betriebswirtschaftliche Ergebnisse und Erläuterungen wird neben der Bilanz im Lagebericht als Bestandteil des Jahresabschlusses berichtet. Dieser kann im Bundesanzeiger abgerufen werden.

Über das DSGV-Risikomonitoring (basiert auf Rentabilitäts-, Risiko- und Reserve-Kennziffern), wird die eigene Ertrags- und Risikolage bewertet. Ziel der Sparkasse Chemnitz ist es, im Risikomonitoring die Monitoringstufe „Grün“ weiterhin zu erhalten.

Darüber hinaus ergeben sich aus den in Kriterium 1 erwähnten Konzepten konkrete Ziele mit Nachhaltigkeitsbezug. Regelmäßig wird die Kundenzufriedenheit über Befragungen gemessen und ausgewertet. Unser Ziel ist es hier, die Qualität unsere Dienstleistungen, unsere Produkte sowie des Mitarbeiterverhaltens zu erfragen, um weiterhin unserem Qualitätsmaßstab gerecht zu werden und eine hohe Marktausschöpfung als Finanzdienstleister in der Region Chemnitz zu halten.

Die bisherigen Auswirkungen unserer Tätigkeit auf Nachhaltigkeitsfaktoren haben wir 2017 in einem Nachhaltigkeitscheck mit der Firma N-Motion (Röhrle & Henle Partnerschaftsgesellschaft Unternehmensberater) überprüft, uns mit anderen Sparkassen verglichen und das Ergebnis dokumentiert.

Der Vergleich testierte uns hier u. a. einen sehr niedrigen Energieverbrauch, der weit unter dem Branchendurchschnitt liegt sowie gute Ergebnisse im gesellschaftlichen Engagement, den Personalmaßnahmen und bei Finanzierungsprodukten. Unser Ziel ist es, diesen Stand zu halten. Dazu planen wir im Herbst 2019 eine Überprüfung mit einem weiteren, inzwischen optimierten Nachhaltigkeitscheck mit der Firma N-Motion (Röhrle & Henle Partnerschaftsgesellschaft Unternehmensberater) bei Teilnahme involvierter Führungskräfte.

Darüber hinaus gibt es derzeit noch keine systematische Nachhaltigkeitsstrategie mit festvereinbarten Zielen in Bezug auf die 17 Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Mit den zu erwartenden Gesetzen durch den "EU Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums" werden wir die festgestellten Hauptfelder strategisch aufarbeiten und darstellen.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die wesentliche Wertschöpfungskette der Sparkasse Chemnitz liegt in der Annahme und Verwaltung von Geldeinlagen, der Ausreichung von Krediten sowie der Versorgung der Bevölkerung mit Zahlungsverkehrsdienstleistungen. Unsere Produkte richten sich an Privatpersonen, Unternehmen, aber auch Vereine und Kommunen. Wir ermöglichen auch wirtschaftlich schwächeren Privatpersonen die Teilnahme am Wirtschaftsleben und stellen Basis-Bankdienstleistungen für jedermann bereit. Jeder Kunde wird bei Bedarf von qualifizierten Mitarbeitern ganzheitlich und bedarfsgerecht zu Anlage-, Altersvorsorge- oder Finanzierungsthemen beraten. In den Beratungsgesprächen wird die Komplexität von Finanzprodukten erklärt, um den Kunden die Chance zu geben, Finanzprodukte nach ihrem Bedürfnissen zu erhalten. Hierfür bilden wir unsere Mitarbeiter konsequent weiter.

Neben qualifizierten Mitarbeitern benötigen wir natürliche Ressourcen für die Erbringung unserer Wertschöpfung. Die Digitalisierung ermöglicht uns hier einen wesentlichen Nachhaltigkeitsbeitrag zu leisten, z. B. durch die Reduzierung des Papierverbrauchs. Für die Inanspruchnahme von Ressourcen gibt es keine Einsparungsziele.

Es ist uns bewusst, dass unser Handeln als zentraler Finanzdienstleister in der Region Chemnitz soziale und ökologische Effekte hat, sei es durch die Unterstützung von Unternehmensgründungen/ Unternehmensnachfolgen (Schaffung von Arbeitsplätzen), Baufinanzierungen (z. B. zur Altersvorsorge) oder durch die Förderung regionaler Projekte (z. B. in Schulen). Es ist uns ein Anliegen, durch die Konzentration auf das regionale Geschäftsgebiet sowie eine kompetente Beratung unser Privat- und Firmenkunden negative Auswirkungen auf Umwelt oder Gesellschaft zu vermeiden. Schlussendlich können wir aber weder über die Herkunft aller Kundeneinlagen noch über die konkrete Verwendung aller unserer Kredite vollumfänglich Rechenschaft ablegen.

Unsere Lieferanten oder Dienstleister kommen vorrangig aus unserer Region und unterliegen denselben strengen gesetzlichen Normen wie die Sparkasse Chemnitz. Unser hauptsächlicher  Werbemittelpartner (Deutscher Sparkassenverlag) verpflichtet seine Lieferanten zur Einhaltung einer Ethikrichtlinie (Null-Toleranz-Politik gegenüber Menschenrechtsverletzungen). Darüber hinaus vereinbaren wir bisher keine über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehenden Vorgaben oder Richtlinien. Für die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen werden wir in einer Lieferantenrichtlinie verbindliche Kriterien festlegen, zu denen auch ausdrücklich Umwelt- und Sozialaspekte gehören. Die Lieferantenrichtlinie wird derzeit durch eine zentrale Arbeitsgruppe im Ostdeutschen Sparkassenverband vorbereitend erarbeitet. Wir werden sie dann unseren Lieferanten vorlegen und festhalten, wie viele der Lieferanten sie unterzeichnet haben.

Wir refinanzieren uns hauptsächlich über unsere Einlagen, kurzfristig über Limite bei anderen deutschen Banken oder im Interesse unserer Kunden bei Förderbanken. Wir arbeiten rentabel, um unsere Kapitalbasis für die Zukunft zu stärken. Teile unserer Überschüsse fließen in die Region zurück. Sie dienen auch der Förderung sozialer Projekte.

Die Wirkung von Geldanlagen und Darlehen auf ESR-Kriterien wird derzeit noch nicht untersucht. Hier werden wir uns an den kommenden Leitbildern der green finance über den EU Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums orientieren.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4

Nachhaltigkeitsfilter im Deka-Treasury Kompass - Strategie Eigenanlagen
Über einen Nachhaltigkeitsfilter bei Eigenanlagen werden Ausschlusskriterien zu den Themenfeldern Umwelt, Rüstung, ILO-Kernarbeitsnormen und Korruption erfasst.

Ein Screening erfolgt sowohl für Aktien, Corporates und Staats- und Bankanleihen. imug und EIRIS* screenen dafür regelmäßig ca. 3.200 Unternehmen aus den Regionen Europa, UK, Asien-Pazifik, Nordamerika und Emerging Markets hinsichtlich umfangreicher Nachhaltigkeitskriterien. Nicht gecoverte Titel werden „ohne Rating“ ausgewiesen.(*EIRIS Portfolio Manager (EPM) ist eine webbasierte Datenbank und bietet Research zu 3.200 börsennotierten Unternehmen weltweit. http://www.eiris.org)

Ausgeschlossen werden Titel, bei denen folgende Verstöße bzw. Unternehmensaktivitäten vorliegen:

Umwelt
Mangelhafter Umgang bei schwerwiegenden Umweltskandalen

Rüstung
Produktion kontroverser Waffen oder relevanter Systemkomponenten und Dienstleistungen (Streubomben, Anti-Personenminen)

ILO – Kernarbeitsnormen
Mangelhafter Umgang bei Verstößen gegen die ILO-Kernarbeitsnormen (Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Diskriminierung, Versammlungsfreiheit)

Korruption
Mangelhafter Umgang mit Korruptions- und Bestechungsvorfällen

Ergebnis Sparkasse Chemnitz:
Dem „Sparkassen-Nachhaltigkeitsfilter kompakt“ entsprechen 99,77 % des Portfolios. Der Anteil der Titel, die nicht dem „Sparkassen-Nachhaltigkeitsfilter kompakt“ entsprechen beträgt 0,23 %.