1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die Sparkasse Vorpommern ist eine Anstalt öffentlichen Rechts. Zentraler Auftrag war schon bei der Gründung der Rechtsvorgänger vor über 190 Jahren die Gemeinwohlförderung im Geschäftsgebiet. Dieser wichtige Grundsatz ist heute im Sparkassengesetz Mecklenburg-Vorpommern als öffentlicher Auftrag fixiert. Kernaufgaben der Sparkasse sind die kreditwirtschaftliche Versorgung der Bevölkerung, der mittelständischen Wirtschaft sowie der öffentlichen Hand, die Stärkung der Eigenvorsorge der Bürgerinnen und Bürger und die Förderung der Entwicklung der Region – durchaus nachhaltigkeitsrelevante Zielsetzungen.

Unser Unternehmensleitbild haben wir an die aktuellen Begrifflichkeiten angepasst. Seit 2019 ist fixiert: "Wir bekennen uns zur wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit."

Unsere Unternehmenstrategie definiert: Unser Nachhaltigkeitsverständnis bezieht die drei Dimensionen Ökonomie , Ökologie und Soziales in alle Unternehmensbereiche ein. Wir definieren Nachhaltigkeit als eine Aufgabe für alle - Führungskräfte und Mitarbeiter - und integrieren sie in die bestehende Unternehmenskultur und unser Selbstverständnis. 

Nachhaltigkeitsrelevante Belange werden in den Teilstrategien aufgenommen und durch konkrete Maßnahmen umgesetzt. Wir haben in den Strategien fixiert, dass wir die Wirtschaft und die Gesellschaft in unserer Region aktiv beim Umbau zu einer nachhaltigen Wirtschaftweise begleiten.

Im jährlich durchzuführenden Strategieprozess haben wir im Jahr 2020 zusätzlich eine Nachhaltigkeitsstrategie als eigenständige Teilstrategie erstellt, um übergreifende Nachhaltigkeitsaspekte konkreter fixieren zu können. Definierte Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie sind das Kundengeschäft, das Eigengeschäft und der Geschäftsbetrieb der Sparkasse. Im Strategieprozess 2021 wurden die Handlungsfelder für die Nachhaltigkeitsstrategie weiter ausdifferenziert. Ab 2022 enthält die Nachhaltigkeitsstrategie die Handlungsfelder Kundengeschäft, Finanzierungsstandards und Eigenanlagen, Engagement vor Ort, Personal, Geschäftsbetrieb, Kommunikation.
 
Wir orientieren uns bei unseren Bestrebungen an den 17 UN-Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (UN Sustainable Development Goals, SDGs). Die für unser Wirken besonders relevanten Aspekte haben wir in eine Wesentlichkeitsanalyse einbezogen (siehe Kriterium "2. Wesentlichkeit"). Die Ausrichtung des Hauses erfolgt unter Berücksichtigung nationaler und EU-weiter Entwicklungen, wie sie z. B. durch den "EU-Aktionsplan für die Finanzierung nachhaltigen Wachstums" und den "European Green Deal" vorgezeichnet werden.
 
Im Sinne der ökonomischen Nachhaltigkeit strebt die Sparkasse keine Gewinnmaximierung an, sondern den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg, der für den Unternehmenserhalt notwendig ist.   
 
Einen Schwerpunkt der nachhaltigkeitsrelevanten Bestandteile der Unternehmensstrategien bilden soziale Belange. Unser Filial- und Betreuungskonzept hat weitreichende soziale Implikationen. Im Geschäftsgebiet der Sparkasse herrscht eine geringe Bevölkerungsdichte vor, gleichzeitig gibt es große demografischen Herausforderungen: das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt und die Bevölkerungszahlen sinken. Dies erfordert große Anstrengungen, um unseren Kunden neben anderen Wegen zur Kontaktaufnahme auch ein flächendeckendes Filialnetz anbieten zu können. Barrierefreier Zugang zu Finanzdienstleistungen, Finanzberatung, Sicherung der Altersvorsorge, aber auch Vermittlung von finanzieller Bildung, sind in diesem Zusammenhang wichtige Leistungen im Hinblick auf soziale Nachhaltigkeit. 

Die Personalstrategie der Sparkasse Vorpommern greift zentrale Aspekte der sozialen Nachhaltigkeit auf, die sich auf unsere Mitarbeiter beziehen.

Ökologische Belange nehmen wir im Kerngeschäft wie auch im Sparkassenbetrieb strategisch seit einigen Jahren stärker in den Fokus. Im Jahr 2021 haben wir unser Angebot an nachhaltigen Produkten erneut deutlich ausgeweitet. Bereits seit Anfang November 2020 fragen wir in jedem Anlageberatungsgespräch die Nachhaltigkeitspräferenz unserer Kunden ab. Bei unseren Eigenanlagen haben wir zusätzlich zum bisher eingesetzten Nachhaltigkeitsfilter im Jahr 2021 eine Richtlinie erstellt, um die Auswahl der Anlagen und die laufende Überwachung des Bestandes noch stärker an Nachhaltigkeitskriterien auszurichten. Die systematische Untersuchung unseres Kundenkreditbestandes hinsichtlich möglicher Nachhaltigkeitsrisiken haben wir auch 2021 zunächst auf Branchenebene vorgenommen. Abhängig vom Ergebnis erfolgte eine Detaillierung in Form einer Einzelengagementbetrachtung innerhalb der Branche "Landwirtschaft". Weitere Detaillierungen sind für 2022 vorgesehen.

Im Sparkassenbetrieb suchen wir stetig nach weiteren Möglichkeiten suchen, unsere Leistungen ressourcenschonender zu erbringen. 2021 haben wir unseren CO2-Fußabdruck erneut errechnen lassen, um unsere Reduzierungsbemühungen noch gezielter vornehmen zu können.
 
Viele Regelungen, die zentral auf soziale Aspekte zielen, betreffen naturgemäß zugleich auch ökologische Belange. Ein Beispiel: Homeoffice-Angebote an Mitarbeiter, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern sollen, verbessern zugleich mobilitätsbedingte Belastungen der Umwelt wie den CO2-Ausstoß. Die Kultur des bewußten Abwägens aller Nachhaltigkeitsaspekte, wie wir sie für unser Institut anstreben, spielt eine wichtige Rolle, wenn einmal Zielkonflikte auftreten.

Ein wichtiger Bestandteil unserer Aktivitäten mit Nachhaltigkeitsbezug ist zudem unser Förderengagement. Strategische Basis dafür ist, dass sich entsprechend unserer Unternehmensstrategie ein besonderes Maß an Verantwortung für unsere Region auch durch die regionale Förderung kultureller, sportlicher, sozialer und wissenschaftlicher Aktivitäten in Form von Spenden und Sponsorings sowie durch die sparkasseneigene Stiftung zeigt. Die vollzogenen Förderungen für Soziales und Umwelt, mit denen wir unseren oben genannten strategischen Ansatz umsetzen, nehmen einen erheblichen Umfang ein. Neben finanzieller Förderung gibt es auch ergänzende Formen des Engagements. So wirkt die Sparkasse Vorpommern bereits seit 2011 als Bündnispartner im „Klimaschutzbündnis Greifswald 2020“ in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald mit. Seit 2018 stellen wir eine Crowdfunding-Plattform zur Verfügung, um gesellschaftlich relevanten Akteuren in unserer Region die Möglichkeit zu geben, ihren Initiativen durch bessere finanzielle Ausstattung noch mehr Wirkung zu geben. Im Corona-geprägten Jahr 2020 haben wir mit weiteren Partnern die Plattform „Gutes aus Vorpommern“ bereitgestellt, auf der Nachfrage und Angebot regionaler Leistungen zusammengeführt werden. 2021 konnten wir die Umwandlung in ein Tochterunternehmen der Sparkasse vollziehen.

Mit Hilfe des von einem regionalen Sparkassenverband entwickelten Nachhaltigkeits-Checks haben wir den Ist-Status der Sparkasse 2021 bereits zum dritten Mal analysiert. Für das Jahr 2022 planen wir, ein solches Tool erneut einsetzen, um die Erfolge unserer Maßnahmen und den Stand unseren Transformationswirksamkeit im Vergleich zu anderen Unternehmen zu controllen und die weitere Entwicklung unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten zu steuern.

Mit einer Kundengeschäftstätigkeit ausschließlich in Deutschland und der Einhaltung der umfassenden und auf höchstem Niveau befindlichen deutschen Rechtsnormen werden zugleich alle relevanten internationalen Vorgaben und Standards (z. B. ILO Kernarbeitsnormen) berücksichtigt; ihre Einhaltung ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Anhand intern kommunizierter Servicestandards sowie einer sorgfältig installierten Compliance-Organisation unterstreichen wir die feste Absicht, auch weiterhin den berechtigten Erwartungen unserer Kunden in Bezug auf unser integres Verhalten gerecht zu werden.  

Der Öffentlichkeit gegenüber haben wir uns im Dezember 2020 als Erstunterzeichner der „Selbstverpflichtung deutscher Sparkassen für klimafreundliches und nachhaltiges Wirtschaften“ deutlich positioniert. Die Selbstverpflichtung orientiert sich an den Grundsätzen der Vereinten Nationen für verantwortungsbewusstes Bankwesen (Principles for Responsible Banking, United Nations Environment Programme Finance Initiative).

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die Sparkasse Vorpommern agiert innerhalb der Vorgaben des Sparkassengesetzes Mecklenburg-Vorpommern, welches insbesondere einen öffentlichen Auftrag vorgibt. Die so definierte Aufgabe übernehmen wir für ein regional begrenztes Geschäftsgebiet im Nordosten Deutschlands, das an den Küsten touristisch geprägt ist, im Hinterland dagegen von der Agrarwirtschaft dominiert wird und zu den strukturschwächsten Regionen Deutschlands gehört. 

Im Jahr 2019 haben wir mit Unterstützung eines auf Nachhaltigkeitsfragen spezialisierten Consulters (N-Motion) und unseres Regionalverbandes (Ostdeutscher Sparkassenverband) eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt, um für unser Institut besonders relevante Nachhaltigkeitsaspekte aus den 17 UN-Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (UN Sustainable Development Goals - SDGs) unter Einbeziehung der Perspektive unserer Stakeholder zu gewichten. Beteiligte waren neben den genannten Unterstützern der Gesamtvorstand, der Leiter der Unternehmensentwicklung sowie der Nachhaltigkeitsmanager.

Die für Sparkassen wesentlichen Themen wurden zu folgenden 7 Aspekten zusammengefasst: Energie, Mobilität, Umwelt & Artenschutz, Chancengerechtigkeit, Bildung, Menschenrechte, Gesundheit. Für jeden einzelnen dieser Aspekte wurden die verschiedenen Facetten für den Betrieb und für das Kundengeschäft der Sparkasse Vorpommern diskutiert. Daraus wurde mit Hilfe einer Punktevergabe durch die einzelnen Beteiligten ein Ranking erarbeitet, wie stark der Bezug des Aspektes zur Geschäftstätigkeit der Sparkasse ist, im Sinne seiner Bedeutung der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Auswirkungen. Dieses Ergebnis wurde in einer Wesentlichkeitsmatrix der Relevanz der einzelnen Aspekte für die Stakeholder gegenübergestellt, im Sinne des Einflusses auf ihre Beurteilung und ihre Entscheidungen. Die Perspektive der Stakeholder wurde dabei von den oben genannten Unterstützern eingebracht. Eingeflossen sind Studienergebnisse und das Erfahrungswissen aus Stakeholder-Dialogen bei anderen Sparkassen.

Die wesentlichen Aspekte für die Stakeholder und die Sparkasse Vorpommern sind Bildung, Umwelt & Artenschutz, Energie, Gesundheit (Rechts-Oben-Position in der Wesentlichkeitsmatrix).
 
In einem Folgeworkshop haben wir daraus mit ausgewählten Kollegen aus der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstandes sowie Mitgliedern des bereichsübergreifend besetzten Nachhaltigkeitsteams Ziele und Maßnahmen abgeleitet, wiederum unterstützt durch die genannten Partner (siehe Kriterium "3. Ziele"). 
 
Als Kreditinstitut sind wir selbst ein großer Arbeitgeber und Ausbilder sowie ein bedeutender Steuerzahler. Unsere Geschäftstätigkeit hat Auswirkungen auf die Lebenssituation unserer Kunden und auf die Entwicklung der Region.
 
Bildung ist ein zentraler Faktor in unserer Geschäftstätigkeit. Die faire und qualitative hochwertige Begleitung unserer Kunden bei ihrer finanziellen Lebensplanung und -führung (Beratung, Erklärung von Produkten und Dienstleistungen), aber auch gezielte Vortragsangebote, führen zu einem grundlegenden Finanzverständnis bei der Bevölkerung und ermöglichen den Vermögensaufbau und die Absicherung gegen existenzielle Risiken. Aus- und Fortbildung unserer Mitarbeiter sind für eine hochwertige Beratung erforderlich und bieten für sie zugleich Entwicklungschancen. 
 
Durch unsere Finanzierungen ermöglichen wir Investitionen, die innerhalb der Wirtschaftskreisläufe vielfältige Wirkungen auf die positive Entwicklung der Region haben, nicht zuletzt auch die Schaffung oder Erhaltung von Arbeitsplätzen. Durch unsere Kreditvergabe unterstützter Erwerb von Eigenheimen ist zugleich auch eine wichtige Grundlage der Altersvorsorge. Wir binden im Kundeninteresse KfW-Darlehen in Finanzierungslösungen ein und tragen auch so zur Energiewende bei. 

Bei unseren Produkten zur Geldanlage bieten wir zunehmend nachhaltige Alternativen an. Seit Anfang November 2020 erfragen wir systematisch in jedem Beratungsgespräch die Nachhaltigkeitspräferenz unserer Kunden.

In der Eigenanlage steuern wir die Verwendung der Mittel mit Hilfe eines Nachhaltigkeitsfilters. Zusätzlich haben wir 2021 deutlich weitergehende Richtlinien festgelegt, um die Auswahl der Anlagen und die laufende Überwachung des Bestandes noch stärker an Nachhaltigkeitskriterien auszurichten.

Darüber hinaus haben räumliche Nähe zu unseren Kunden und persönliche Beratung weitreichende Implikationen. Die Erreichbarkeit – auch über alternative Kanäle – spielt eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt schützen kurze oder digitale Wege zwischen uns und unseren Kunden die natürlichen Lebensgrundlagen.

Im Betrieb der Sparkasse verbessern wir kontinuierlich unsere Prozesse im Hinblick auf die sparsame und effiziente Nutzung der Ressourcen. Unseren CO2-Fußabdruck haben wir 2021 erneut errechnen lassen, um bisherige Bemühungen im Energiebereich systematisch fortführen zu können.
 
Mit unserem Förderengagement setzen wir uns für ein gutes gesellschaftliches Miteinander und für eine lebenswerte Region ein und unterstützen das kulturelle, sportliche und soziale Leben vor Ort ebenso wie den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.
 
Die wichtigsten Chancen und Risiken ergeben sich für die Sparkasse Vorpommern durch die demografische Entwicklung und den digitalen Wandel. Digitale Optionen ermöglichen Prozessverbesserungen, die den Verbrauch von natürlichen Ressourcen verringern und zugleich bei den Mitarbeitern zusätzliche Zeitanteile für persönliche Kundenkontakte und Beratung schaffen. Auch für unser stetes Bestreben, einen möglichst effizienten und barrierefreien Zugang zu Dienstleistungen und Produkten zur Verfügung zu stellen, bietet die Digitalisierung vielfältige Möglichkeiten.

Der demografische Wandel beeinflusst die Art der nachgefragten Leistungen unserer Kunden und damit letztlich auch unsere Bilanzstruktur. Er erfordert zudem eine altersgerechte und barrierefreie Leistungserbringung ebenso wie zeitgemäße Kanäle für digitalaffine Kunden. Die zum Vorhalten eines geeigneten Mitarbeiterstabes notwendige Rekrutierung von Auszubildenden und Fachkräften wird stetig schwieriger. Mit unserer Personalstrategie und mit unserem Filialkonzept reagieren wir auf diese Herausforderungen.  

Das zunehmende Interesse an Nachhaltigkeitsthemen in der Bevölkerung sehen wir als Chance, mit unserer Unterstützung der Kunden bei ihren eigenen Bemühungen um Transformation einen größeren Beitrag zur Lösung der globalen Probleme zu leisten.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die vom Vorstand verabschiedete Unternehmensstrategie der Sparkasse Vorpommern zeigt die Ziele für die Geschäftsaktivitäten auf und stellt Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dar. Damit bildet sie die Grundlage für die konsequente Ausrichtung jeglichen Handelns unseres Hauses und auch für die schlüssige Ableitung der Vertriebsstrategie, der Personalstrategie, der Ressourcenstrategie, der Depot-A-Strategie sowie der Risikostrategie (Teilstrategien). Im Strategieprozess im Jahr 2020 haben wir als neue Teilstrategie eine Nachhaltigkeitsstrategie für den Zeitraum 2021 bis 2025 erarbeitet. Diese wurde 2021 aktualisiert.

Mit unserem Bekenntnis zur Nachhaltigkeit (siehe Kriterium "1. Strategische Analyse und Maßnahmen") haben wir in den Strategien die Basis für eine nachhaltige Unternehmensführung in allen Geschäftsbereichen geschaffen und einen Orientierungsrahmen für weiterhin verantwortungsbewusstes Handeln gegeben. Wir wollen demnach die Ziele Ökonomie, Ökologie und soziale Verantwortung bei unseren Entscheidungen miteinander in Einklang bringen. Die verschiedenen Aspekte der Nachhaltigkeit werden mit unterschiedlichen Schwerpunkten in den Teilstrategien aufgegriffen und weiterentwickelt. Dabei gehen alle Zielsetzungen über detailliert definierte Messgrößen und Zeiträume in einen klar beschriebenen Managementkreislauf ein, zu dem auch eine Berichtssystematik gehört, die den Vorstand einbezieht.  

Die Nachhaltigkeitsstrategie thematisiert übergreifende Nachhaltigkeitsziele und Zielsetzungen mit Nachhaltigkeitsbezug, die nicht in anderen Teilstrategien enthalten sind.  

Bis 2025 wollen wir als Institut ein fortgeschrittenes Nachhaltigskeitsniveau erreichen, bei dem alle wesentlichen Aspekte in allen Handlungsfeldern im Rahmen einer Gesamtstrategie miteinander verknüpft sind und unser Handeln sich in der Umsetzung bewährt.  

Als Messinstrument dafür nutzen wir den „Nachhaltigkeitskompass“, der durch einen Consulter angeboten wird. Unser genanntes Nachhaltigkeitsziel für 2025 wird innerhalb des Messinstruments als Stufe 3 (von 5 Stufen) beschrieben, wobei wir Stufe 5 aufgrund unseres Geschäftsmodells auch langfristig nicht anstreben. Der Maßstab wird anbieterseitig fortlaufend an die Entwicklungen angepasst und weist somit die nötige Dynamik auf, um auch im Zeitablauf aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten.  

Ein Bezug unserer Nachhaltigkeitsziele zu den SDGs ist gegeben (siehe Kriterium "2. Wesentlichkeit").

In der Priorisierung ist die oberste Zielsetzung, die Fortführung der Geschäftstätigkeit der Sparkasse Vorpommern zu keiner Zeit zu gefährden (Going-Concern-Ansatz).

Die Beratung der Kunden und das Angebot geeigneter Produkte und Dienstleistungen dienen der Wohlstandsbildung und Reduzierung der persönlichen Lebensrisiken der Menschen. Sie stellen den traditionellen Kern unseres gesellschaftlichen Auftrages und unseres Geschäftsmodells dar und dienen der sozialen Nachhaltigkeit.

Dies zugrunde gelegt, verfolgen wir für unser Kundengeschäft das übergeordnete Ziel, unsere regionale Marktführerschaft beizubehalten und langfristig auszubauen, weil dies eine hohe Kundenzufriedenheit widerspiegelt. Wir messen die Kundenzufriedenheit durch Befragungen und haben das Ziel, eine hohe Kundenzufriedenheit von 90 % zu sichern.

Untersetzt wird dieses Ziel durch Unterziele für die Beratung der Kunden durch unsere Mitarbeiter.

Parallel muss eine qualitative hochwertige (Aus- und Fort-) Bildung der Mitarbeiter erhalten werden, was zugleich die Zufriedenheit der Mitarbeiter erhöht und so eine hohe Arbeitgeber-Attraktivität gewährleistet, die die Bindung von qualifizierten Mitarbeitern an die Sparkasse sichert. Weitere Zielsetzungen zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf tragen neben ihrem primären Zweck ebenfalls zur Mitarbeiterzufriedenheit bei.

Ein besonders drängendes gesamtgesellschaftliches Thema ist der Klimawandel. Wir haben uns mit Unterzeichnung der "Selbstverpflichtung deutscher Sparkassen für klimafreundliches und nachhaltiges Wirtschaften" gebunden, im Sparkassenbetrieb Klimaneutralität bis spätestens 2035 zu erreichen. Unser Bestreben ist, bereits deutlich früher klimaneutral zu arbeiten. Unseren bisher veröffentlichten Zielzeitpunkt 2025 haben wir allerdings zurückgenommen, da wir uns vor einer Kompensation zunächst noch intensiver der Herausforderung stellen wollen, aus eigener Kraft alle Möglichkeiten auszuschöpfen. 

Für Geldanlagen seitens unserer Kunden haben wir auch 2021 verstärkt nachhaltige Produkte in unser Angebot aufgenommen und führen dies fort. Seit November 2020 befragen wir in jedem Anlageberatungsgespräch unsere Kunden nach ihren Nachhaltigkeitspräferenzen. Die Berater haben wir dazu in nachhaltigkeitsrelevanten Themenkomplexen weiter fortgebildet.

Potentielle Nachhaltigkeitsrisiken in unserem Kreditportfolio haben wir 2019 erstmals untersucht und in den beiden zurückliegenden Jahren detailliert.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Unsere wesentliche Wertschöpfung findet direkt bei der Sparkasse Vorpommern statt. Sie liegt in der Annahme und Verwaltung von Geldeinlagen, der Ausreichung von Krediten sowie der Versorgung der Bevölkerung mit Zahlungsverkehrsdienstleistungen. Unsere Angebote richten sich an Privatpersonen, Unternehmen, Vereine und Kommunen. Wir ermöglichen auch wirtschaftlich schwächeren Privatpersonen die Teilnahme am Wirtschaftsleben und stellen Basis-Bankdienstleistungen für jedermann bereit. 

Auf den Vorstufen in der Wertschöpfungskette kann man die Partner betrachten, mit denen die Sparkasse Vorpommern bei der Erstellung ihrer Leistungen zusammenarbeitet. 

Wesentliche Partner für Geldanlagen sind die DekaBank und verschiedene Landesbanken, deren Geldanlage-Produkte wir anbieten. Mit ihnen arbeiten wir auch bei unseren Eigenanlagen zusammen. Diese Partner sind Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe mit Sitz in Deutschland. Sie haben jeweils ein umfangreiches eigenes Nachhaltigkeitsmanagement und verfügen über entsprechende Selbstverpflichtungen und Berichterstattungen zu relevanten Nachhaltigkeitsaspekten. 

Die Verwendungen der Gelder, die die Sparkasse als Kredit ausreicht oder investiert, können unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten grundsätzlich sowohl positive als auch negative Wirkungen entfalten. 

Bei den Eigenanlagen der Sparkasse haben wir den bislang genutzten Nachhaltigkeitsfilter 2021 um weitergehende Richtlinien ergänzt. So können wir unsere Anlagen besser nach Nachhaltigkeitsaspekten ausrichten.

In der direkten Kreditvergabe an Kunden der Sparkasse bewerten wir die Verwendung der finanziellen Mittel durch den Kunden bislang im Rahmen einer Gesamtbeurteilung des Vorhabens. Erkennen wir besondere Nachhaltigkeitsrisiken, können wir das in unserer Bewertung berücksichtigen. Einen Katalog von Ausschlusskriterien nutzen wir derzeit nicht. Natürlich hat auch der von uns geförderte Bau von Eigenheimen sowohl positive Aspekte (Altersvorsorge, Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region, Generierung von Steuern) als auch negative (Flächenversiegelung, betriebsökologisch vergleichsweise weniger effiziente Wohnform). Unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben, z. B. im Bereich Energie, überwiegen jedoch die positiven Effekte. 

Wenn unsere Kunden ihr Geld bei der Sparkasse anlegen möchten, bieten wir ihnen die für sie geeigneten Produkte an. Das können auch nachhaltige Produkte sein. Die Entscheidung für ein Produkt trifft aber der Kunde selbst. Im Rahmen der Prüfung, welches Produkt für den Kunden geeignet ist, erfragen wir seit November 2020 auch seine Nachhaltigkeitspräferenzen.

Weitere für den Betrieb der Sparkasse notwendige Leistungen kaufen wir möglichst bei regionalen Unternehmen ein. In individuellen Verträgen, beispielsweise für Bauleistungen, vereinbaren wir dabei die Einhaltung der Mindestlohnstandards. Durch unseren regionalen Ansatz unterstützen wir die Wertschöpfung in der Region und verringern so mögliche negative soziale oder ökologische Auswirkungen. Größere überregionale Partner für die Beschaffung und bestimmte Dienstleistungen sind der Deutsche Sparkassenverlag und die Schmaus GmbH. Beide Unternehmen verfolgen eigene Ansätze, ihre Nachhaltigkeitsleistungen auf hohem Niveau zu halten und weiter zu verbessern.

Im Jahr 2021 haben die Nutzung einer Lieferantenrichtlinie beschlossen, die wir bei Vertragsabschlüssen  mit unseren Lieferanten vereinbaren. So wollen wir sicherstellen, dass sich auch unsere Partner zu nachhaltigerem Wirtschaften verpflichten.

Deutsche Standards, die bei Abfallentsorgung und Recycling gesetzlich vorgegebenen sind, werden von der Sparkasse im regionalen Kontext selbstverständlich eingehalten.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4