1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Der Nachhaltigkeitsgedanke ist fest in der Geschäftsstrategie der Konzernmutter Stadtsparkasse München verankert. Nachhaltig heißt dabei, eine sinnvolle Verbindung wirtschaftlichen Fortschritts mit sozialer Gerechtigkeit und dem Schutz der natürlichen Umwelt. Dieser Anspruch kommt in den Leitlinien der Nachhaltigkeitspolitik der Konzernmutter Stadtsparkasse München, die in einigen Punkten konkretisiert wurde, für folgende grundlegenden Handlungsfelder zum Ausdruck:

Nachhaltige Unternehmensführung 
Kunde und Markt 
Mitarbeiter/Innen
Gesellschaft und Umwelt
Das Engagement des Konzerns Stadtsparkasse München ist darauf ausgerichtet die Nachhaltigkeitsleistung kontinuierlich zu verbessern. Dabei orientiert er sich insbesondere am Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), der auf wesentlichen internationalen Standards basiert, den Anforderungen des EU-Aktionsplans für ein nachhaltiges Finanzwesen sowie den Branchenstandards.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Zur Identifikation der wesentlichen Aspekte für die Konzernmutter Stadtsparkasse München wird regelmäßig das Umfeld (Umfeldanalyse) sowie das Unternehmen (Unternehmensanalyse) beleuchtet. Hieraus werden entsprechende Herausforderungen (Chancen und Risiken) sowie Handlungsoptionen abgeleitet, indem sowohl übergeordnete wie auch regional bedingte Entwicklungen berücksichtigt werden.

Übergeordnete Entwicklungen:
Die Rahmenbedingungen für die Finanzbranche bleiben herausfordernd, vor allem durch die weiter zunehmende Digitalisierung, Niedrig- bzw. Negativzinspolitik, die Intensivierung des Wettbewerbs durch neue Anbieter aus dem Fin- und Big-Tech Segment, dem demographischen Wandel, den Klimawandel sowie die zunehmende Regulierung.

Regionale Entwicklungen: München zeigt sich weiterhin als dynamischer Innovationsstandort und zeichnet sich durch eine kreative und aktive Startup- und Gründerszene (siehe auch Kriterium 9 und 18), eine Vielzahl an Forschungseinrichtungen, eine breite Basis innovativer, mittelständischer Unternehmen, führende Weltkonzerne sowie einem dynamischen Arbeitsmarkt aus. Der Wettbewerbsdruck ist durch eine hohe Bankendichte weiterhin groß.   

Für die einzelnen Handlungsfelder des Nachhaltigkeitsmanagements bedeutet dies: 

Nachhaltige Unternehmensführung: Die Konzernmutter Stadtsparkasse München verfolgt auf Basis der fünf Werte, welche die Identität und das Selbstverständnis beschreiben eine am Gemeinwohl orientierte, verantwortungsvolle und risikobewusste Geschäftspolitik. Ziel ist es, sich zukunftsfähig mit einem dauerhaft tragfähigen und erfolgreichen Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Der Change Prozess begleitet dabei in folgenden Bereichen: Mitarbeiter, Führung, Organisation, Kultur. Ein wichtiger Baustein ist die Veränderungskompetenz aller Mitarbeiter und Führungskräfte weiter auszubauen, um den Wandel im Umfeld flexibel, schnell und nachhaltig zu gestalten.

Kunde und Markt: Die neuen digitalen Möglichkeiten haben Einfluss auf das Kundenverhalten und bergen gleichzeitig Chancen und Risiken. Die Konzernmutter Stadtsparkasse München bietet qualitativ hochwertige und umfassende Beratungs- und Serviceleistungen über ein effektives Multikanal-Management an. Ziel ist, die Affinitäten der Kunden (medial oder stationär) gezielt zu beachten. Zudem steigert die Konzernmutter Stadtsparkasse München weiterhin die digitale Kompetenz der Mitarbeiter durch entsprechende Maßnahmen, Schulungen und ein zusätzliches Angebot an Ausbildungen in neuen Berufsfeldern (siehe auch Kriterium 16). Die Digitalisierung wird zur kontinuierlichen Ergebnisverbesserung durch Investitionen in Technik und den sukzessiven Ausbau des multimedialen Auftritts genutzt (siehe Kriterium 10). Den Herausforderungen des Demographischen Wandels wird z.B. zur Sicherung der Altersvorsorge mit kundengerechten Lösungen im Rahmen eines ganzheitlichen Beratungsansatzes begegnet. Für Kunden mit Einschränkungen haben die Filialen der Konzernmutter Stadtsparkasse München, sofern möglich, einen barrierefreien Zugang.

Mitarbeiter/Innen: Der Wettbewerb um Fachkräfte ist in der Münchner Region weiterhin groß. Diesem Risiko begegnet die Konzernmutter Stadtsparkasse München durch Steigerung der Arbeitgeber-attraktivität, indem u.a. die Themenfelder Fort- und Weiterbildung, Mitarbeiter/Innenzufriedenheit sowie der Mitarbeiter/Innengewinnung weiterentwickelt werden. Die Herausforderungen des Demographischen Wandels betreffen auch die Mitarbeiter/Innen. Daher legt die Konzernmutter Stadtsparkasse München großen Wert darauf die Anforderungen der Familie in Einklang mit der Berufstätigkeit zu bringen. Dies bedeutet auch die Pflege von Angehörigen zu ermöglichen (siehe auch Kriterium 14-16).

Gesellschaft und Umwelt: Im Bereich Umwelt steht die Optimierung des Ressourcenverbrauchs sowie eine klimaverträgliche Gestaltung des Geschäftsbetriebs im Vordergrund. Bei den CO2-Emissionen liegt der Schwerpunkt auf der Reduktion bzw. Stabilisierung des Energieverbrauchs. Um die Qualität des bestehenden Umweltmanagementsystems zu sichern und weiterzuentwickeln, hat die Konzernmutter Stadtsparkasse München in 2019 begonnen ÖKOPROFIT einzuführen, einem Kooperationsprojekt zwischen Kommunen und Betrieben, bei dem es um eine ganzheitliche Betrachtung der umweltrelevanten Auswirkungen betrieblicher Aktivitäten geht (siehe auch Kriterium 11-13). Mit ihrem gesellschaftlichen Engagement setzt die Konzernmutter Stadtsparkasse München sich für eine nachhaltige Entwicklung in München ein, indem diese auf vielfältige Weise unterstützt wird (siehe auch Kriterium 18).

 

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Handlungsrahmen bildet die Nachhaltigkeitspolitik sowie die für die Konzernmutter Stadtsparkasse München wesentlichen Aspekte (siehe Kriterium 2). Im Einzelnen bedeutet dies für die Konzernmutter Stadtsparkasse München: 

Nachhaltige Unternehmensführung: Vorrangige Ziele sind für die Konzernmutter Stadtsparkasse München die Erfüllung des öffentlichen Auftrags, die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch Qualität, Flexibilität und hohe Kundenorientierung und die nachhaltige Sicherung einer angemessenen Rentabilität um zukunftsfähig zu bleiben. Ziel des Change Prozesses ist eine Kultur der Veränderungsbereitschaft/-kompetenz herauszubilden. Die Maßnahmen setzen dabei in vier Bereichen an: Mitarbeiter, Führung, Organisation, Kultur.

Kunde und Markt:
Die Kundenbedürfnisse stehen konsequent im Mittelpunkt, wichtig dabei sind eine hohe Beratungsqualität sowie die Nähe zum Kunden. Daher legen wir großen Wert auf stationäre und digitale Präsenz. Stationär setzen wir auf das Konzept „Alles aus einer Hand“ durch eine Co-Betreuung von Beratern und Spezialisten. Zudem bauen wir unsere Vertriebswege zu einem effektiven Multikanal-Management weiter aus, indem wir die Chancen der Digitalisierung zur kontinuierlichen Ergebnisverbesserung nutzen. Im Fokus stehen neben Kosten und Ertrag auch Qualität, Effizienz und Schnelligkeit.  

Mitarbeiter/Innen: Die Mitarbeiter/Innen sind das wertvollstes Kapital. Mit einer entsprechenden Personalentwicklungs-strategie wird ihre berufliche und persönliche Weiterentwicklung gefördert. Um die Zufriedenheit der Mitarbeiter/Innen zu steigern, wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Gesundheit der Mitarbeiter/Innen in vielfältiger Weise gefördert. Das Ziel die Veränderungskompetenz aller Mitarbeiter und Führungskräfte weiter auszubauen wird über den Change Prozess erreicht. Schwerpunkt in 2019 war das Thema „Führung und Zusammenarbeit“. Der Fokus in 2020 wird das Thema „Unternehmenskultur“ sein. Zudem sollen mit der Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber als auch Ausbildungsbetrieb zum einen qualifizierte Fachkräfte sowie eine hohe Ausbildungsquote erreicht werden.  

Gesellschaft und Umwelt: Umwelt/Bankbetrieb: Vorrangiges Ziel ist den Ressourcenverbrauch weiter zu optimieren. Zur klimaverträglichen Gestaltung des Geschäftsbetriebs liegt der Fokus auf der Reduktion bzw. Stabilisierung des Energieverbrauchs. In 2020 soll das Thema Klimaneutralität aufgegriffen und entsprechende Möglichkeiten zur Umsetzung geprüft werden. Ziel bei der Beschaffung ist, nachhaltige Aspekte wie z.B. Recyclingfähigkeit, natürliche Materialien, Ressourceneffizienz und Regionalität zu berücksichtigen. Zur Sicherung der Qualität und Weiterentwicklung des Umweltmanagements wurde im letzten Jahr mit der Einführung von ÖKOPROFIT begonnen. Gesellschaft: Als öffentlich-rechtliches und regional verankertes Kreditinstitut leistet die Konzernmutter Stadtsparkasse München einen wichtigen Beitrag zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung des Wirtschaftsstandorts München. Gesellschaftliches Engagement gehört aufgrund des öffentlichen Auftrags zum Selbstverständnis. Ziel ist diesen Auftrag auf vielfältige Weise zu erfüllen.

Das Engagement der Konzernmutter Stadtsparkasse München trägt auch zur Erreichung der Sustainable Development Goals bei (z.B. SDG 1 durch unser Angebot der finanzwirtschaftlichen Grundversorgung für unser Geschäftsgebiet, SDG 3 und 4 über das Gesellschaftliches Engagement, SDG 7 und 13 durch das Fördergeschäft sowie SDG 13 über das Umweltmanagement) auch wenn die Ziele sich derzeit nicht explizit auf die SDG´s beziehen.

(Zum Vorgehen bzgl. des Zielerreichungsgrads siehe auch Kriterium 7)

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Wertschöpfungskette der Konzernmutter Stadtsparkasse München ist im Kern dadurch gekennzeichnet, dass sie als Finanzdienstleister den Zahlungsverkehr ihrer Kunden abwickelt, deren Einlagen entgegennimmt und diese als Kredite in ihrem Geschäftsgebiet ausreicht. Dabei bietet sie eine umfassende Beratung zu verschiedenen Anlageprodukten (u.a. Wertpapieranlagen, Produkte für den Vermögensaufbau und der Vermögensabsicherung) sowie Kreditprodukten an. Da öffentlich-rechtliche Sparkassen dem Regionalprinzip unterliegen, erstreckt sich ihr Geschäftsgebiet im Wesentlichen auf das Stadtgebiet München. Darüber hinaus ergeben sich Auswirkungen aufgrund der eigenen Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen und den Unterhalt der benötigten Infrastruktur (siehe Kriterien 11 bis 13). 

Nachhaltigkeit im Kerngeschäft der Konzernmutter Stadtsparkasse München:
Durch die Sicherstellung einer hohen Verfügbarkeit der IT-Komponenten wird für die Sicherheit der Kundendaten gesorgt. Mit Angeboten zur Verbesserung von Umweltschutz, Energie- und Ressourceneffizienz finden Nachhaltigkeitsaspekte auch im Kundengeschäft Berücksichtigung. Aus den Angeboten öffentlicher Förderinstitute, der Verbundpartner und eigener Produkte wird gemeinsam mit dem Kunden die geeignete Finanzierungsvariante ausgesucht. Daneben erhalten Kunden auch Angebote zu Anlagen mit einem ökologischen Nutzen. Schulungen durch Energieberater oder Fördermittelspezialisten sensibilisieren Kundenbetreuer zu diesen Themen. Über die Kooperation mit dem Verein BAYERNenergie e. V. sowie Vorträgen auf Messen und Veranstaltungen werden Kunden aktiv auf Investitionen zur Energieeinsparung bzw. zur nachhaltigen Energieerzeugung aufmerksam gemacht. Neben dem verlässlichen Zugang zu Finanzdienstleistungen ist auch die Förderung der Finanzbildung und Schuldenprävention vor allem in der Jugendarbeit wichtig

Eigenanlagen (Depot A): Der Konzern Stadtsparkasse München investiert die Eigenanlagen breit diversifiziert vor allem in Immobilien und auf Ebene der Konzernmutter auch in bonitätsstarke Wertpapiere. Den Großteil der Wertpapieranlagen (rd. zwei Drittel) bilden dabei direkte Investitionen in nachhaltig unkritische Anlageformen (z.B. Pfandbriefe). Innerhalb der indirekten Wertpapieranlagen (Spezialfonds) werden bei rd. zwei Drittel des Volumens im Investmentprozess Ausschlusskriterien in Bezug auf Nachhaltigkeit berücksichtigt. Dies umfasst Investitionen in Grundnahrungsmittel und Hersteller von Streumunition.

Nachhaltigkeitsaspekte in der Lieferkette/Beschaffung:
Der Konzern Stadtsparkasse München bezieht u.a. IT-Hard- und Software, Büroausstattungen sowie Dienstleistungen. Für den Bezug der Produkte und Dienstleistungen gilt der Beschaffungsleitfaden. Er dient dazu durch gezielte Auswahl und Überprüfung von Produkten, Lieferanten und Auftragnehmern Nachhaltigkeitsaspekte in der Beschaffung zu berücksichtigen. Von den Lieferanten und Dienstleistern wird grundsätzlich die Einhaltung jeweils geltender Umwelt- und Sozialstandards erwartet. Dies wird auch in der Vertragsgestaltung berücksichtigt. Aufträge werden dabei vorrangig an regionale Firmen vergeben. Somit treten der Konzern Stadtsparkasse München als Auftraggeber vor Ort auf und fördert die heimische Wirtschaft. Weitere Möglichkeiten Nachhaltigkeitsaspekte in der Kommunikation mit unseren Lieferanten zu integrieren, sollen in 2020 erörtert werden.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4