1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility sind fest integrierte Leitmotive der Unternehmensstrategie des BGV.  Gegründet als Versicherer der badischen Feuerwehren wurde der BGV zuerst zum Kommunalversicherer in der Region und erst später zum Privat- und Firmenversicherer. Die Unternehmenswurzeln liegen also in der engen Partnerschaft mit den Kommunen. Dadurch ist der BGV quasi automatisch dem Gemeinwohl verpflichtet und engagiert sich demnach für die Menschen hier vor Ort. Konkret drückt sich das zum Beispiel in Förderung und Unterstützung für Sport und Kultur, im Engagement für die Feuerwehren oder auch in den sozialen Aktivitäten für die eigenen Mitarbeiter aus.

Das Wohl der Mitarbeiter ist Zentrum der BGV-Personalpolitik. Das Gesundheitsmanagement sowie das Aus- und Weiterbildungsprogramm im BGV steht dafür genauso wie unsere diversen Sportgruppen und Mitarbeiterveranstaltungen. Wir unterstützen das ehrenamtliche Engagement, wir helfen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie,  zum Beispiel durch die reservierten Plätze in der Kindertagesstätte auf unserem Firmengelände. Auch bei der Pflege von Angehörigen stehen wir an der Seite der Mitarbeiter und unterstützen sie wo wir können. Dieses Engagement wird auch extern wahrgenommen und macht uns - nicht zuletzt durch Zertifizierungen wie dem „audit berufundfamilie“ – zu einem der beliebtesten Arbeitgeber der Region.

Schwerpunkt kulturelles Engagement
Sport und Kultur sind wichtige Zugänge für eine aktive Teilhabe am Gemeinwesen. Sie befördern Integration, gesellschaftlichen Zusammenhalt und soziale Kompetenz. Ein reges Vereinsleben und eine breite Kulturlandschaft sind bildungsrelevante Faktoren einer funktionierenden Gesellschaft. Der BGV engagiert sich deshalb insbesondere in den Bereichen Sport und Kultur in der Region und geht dabei in aller Regel langfristige und nachhaltige Kooperationen ein.

GDV Verhaltenskodex für den Vertrieb von Versicherungsprodukte
Die BGV-Versicherung AG sowie die Badische Rechtsschutzversicherung AG sind dem "Verhaltenskodex für den Vertrieb von Versicherungsprodukten" des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) beigetreten und haben sich zu dessen Einhaltung verpflichtet.
Ziel: Der Verhaltenskodex schärft das Bewusstsein der Versicherungsunternehmern und Vermittler für die Verbraucherinteressen weiter und unterbindet Vertriebspraktiken, die den Belangen der Kunden wiedersprechen.
Verbindlichkeit: Wirtschaftsprüfer prüfen im Abstand von zwei Jahren, ob die internen Regeln der Unternehmen für den Vertrieb von Versicherungsprodukten dem Verhaltenskodex entsprechen.

Rahmenwerk zum Nachhaltigkeitsmanagement
Die bisherigen Nachhaltigkeitsmaßnahmen des BGV wurden dezentral und aus dem verantwortungsvollen Selbstverständnis heraus umgesetzt. Auch dienen die unterschiedlichsten Berichtspflichten der Versicherungsbranche zur regelmäßigen Evaluierung der gesamten Geschäftsprozesse der Einhaltung diverser Standards. Um dem Thema Nachhaltigkeit bzw. „Corporate Social Responsibility“ in der internen Prozesslandschaft mehr Struktur zu geben,wird das Rahmenwerk des Deutschen Nachhaltigkeitskodex als Grundlage eingesetzt. Damit werden fortlaufend entsprechende Prozesse aufgesetzt um die zentrale Steuerung des Nachhaltigkeitsengagements zu gewährleisten und weiterzuentwickeln..

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Der Badische Gemeinde-Versicherungs-Verband (BGV) wurde am 27. März 1923 als Selbsthilfeorganisation von acht badischen Städten in Mannheim gegründet. Seit 1924 ist der Sitz des Verbandes in Karlsruhe. Der BGV ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach dem Gesetz über kommunale Zusammenarbeit (GKZ) vom 16. September 1974. Das Geschäftsgebiet umfasst die ehemaligen Regierungsbezirke Nord- und Südbaden in ihren Grenzen vom 31. Dezember 1972. Der BGV betreibt für seine Mitglieder nach dem von der Fachaufsichtsbehörde genehmigten Geschäftsplan Versicherungen in der Schaden- und Unfallversicherung. Die Gesellschaft betreibt nahezu ausschließlich das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft.

Beachten Sie mit Blick auf die Geschäftstätigkeit des BGV im gesellschaftlichen Umfeld die "Allgemeinen Informationen zum Geschäftsmodell".

Dem Geschäftsmodell des BGV liegt das dreigliedrige Nachhaltigkeitsverständnis aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem zu Grunde. Umweltschutz, kulturelle Bildung, die Stärkung des Ehrenamts und das Engagement für die eigenen Mitarbeiter sind besonders wichtige Nachhaltigkeitsaspekte. Dazu kommt das Engagement für die aktive Schadenverhütung (insbesondere die Unterstützung der Feuerwehren) sowie die nachhaltige Aufstellung des Geschäftsmodells im Zuge der Digitalisierung.

Bei den Bestrebungen zur nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens und dem Engagement für das eigene Umfeld handelt es sich nicht um rein karitative Maßnahmen. Selbstverständlich profitiert das Unternehmen direkt davon: Zum einen tatsächlich finanziell, da beispielsweise die Reduzierung der Ressourcen bares Geld spart. Zum anderen ist der BGV mit Blick auf das Engagement für die Mitarbeiter der festen Überzeugung, das zufriedene Mitarbeiter dem Unternehmen weitaus mehr zugewandt sind als unzufriedene. Und das zeigt sich auch in der verbesserten Wirtschaftlichkeit. Das externe Engagement führt darüber hinaus dazu, dass die Menschen in der Region den BGV besser kennenlernen. Etwa im Zuge der Serviceleistungen bei Festivals oder der Unterstützung im Bereich des Amateursports. Das zahlt sich am Ende buchstäblich aus.

Methode zur Festlegung der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte
Die Ermitttlung der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte erfolgt im Zuge einer Wesentlichkeitsanalyse im Rahmen des Geschäftsstrategieprozesses. Alle drei Jahre findet ein umfangreicher Strategieprozess statt. Darin werden auch die wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte thematisiert. Auch unternehmensverbindliche Grundsätze, wie das BGV-Leitbild fliesen in die Bewertung mit ein. Eine Stakeholderbefragung wird nicht durchgeführt.

Chancen und Risiken
Es ist festzuhalten, dass auch im Geschäftsjahr 2018 keine Entwicklungen erkennbar waren, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachhaltig negativ beeinflussen könnten. Der BGV-Konzern erfüllt die neuen Solvabilitätsanforderungen nach Solvency II. Dabei übersteigt voraussichtlich die aufsichtsrechtliche Solvabilitätsquote des BGV-Konzerns die strategisch festgelegte Mindestbedeckung von 150 % und entspricht damit den gesetzlichen Anforderungen. Bei der Berechnung der Eigenmittelausstattung werden sowohl die Bewertungsreserven in den Kapitalanlagen als auch die vorhandenen Reserven der Passiva berücksichtigt. Dies ergibt eine insgesamt gute wirtschaftliche Risikosituation des Konzerns.
 
Mit Blick auf die wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte sieht der Konzern besondere Herausforderungen in der anhaltenden Niedrigzinsphase, der Komplexität der regulatorischen Anforderungen, der zunehmenden Bedeutung der Digitalisierung  und im demografischen Wandel.
 
Die Auswirkungen bezüglich des gesamtwirtschaftlichen Umfeldes auf den BGV-Konzern sind derzeit nur schwer abzusehen. Die Prognosen zur Zinsentwicklung mit einer anhaltenden Niedrigzinsphase und die gesamtpolitische Lage, Brexit-Verhandlungen sowie Eurokrise lassen ihren Einfluss
auf den Binnenmarkt nicht sicher vorhersagen. Die derzeitigen Prognosen für das deutsche Wirtschaftswachstum in 2019 gehen von einem Wachstum von gut 1,0 % aus. Die für die Versicherungsnachfrage wichtige wirtschaftliche Lage der privaten Haushalte ist weiterhin positiv. Da die Sparneigung der privaten Haushalte im Niedrigzinsumfeld geringer ausgeprägt ist, sind die Vorzeichen für das Konsumklima in 2019 positiv.
 

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Der BGV verfolgt einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz wonach CSR-Kriterien den internen Richtlinien sowie dem nach extern kommunizierten Leitbild immanent sind. Gerade im ökologischen und soziokulturellen Engagement wird dieser Ansatz offenbar. Aber auch im Kerngeschäft gilt es, Nachhaltigkeit fest zu integrieren und stetig in Beratung und Konzeption weiterzuentwickeln.

Bei Nichterreichen gesetzter Ziele und Anstrengungen werden die Ursachen analysiert und bei Bedarf Maßnahmen zur Gegensteuerung ergriffen. So wird die Nachhaltigkeitsleistung konsequent und kontinuierlich verbessert. Insgesamt wird das gesamte Nachhaltigkeitsmanagement in den kommenden Jahren weiter entwickelt. Mit Hilfe des Deutschen Nachhaltigkeitskodex und der darin liegenden GRI SRS-Leistungsindikatoren  sollen Prozesse aufgesetzt werden, die zu einer bessern Steuerung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen führen sollen.

Steuerungssystem
Das Steuerungssystem des BGV-Konzerns ist auf eine ertragsorientierte Steuerung ausgerichtet und unterstützt die Geschäftsleitung bei der Führung der Gesellschaft. Die Geschäftsstrategie beschreibt den Weg zur Erreichung der festgelegten Unternehmensziele. Mit Hilfe von Teilstrategien und Bereichssteuerungsprofilen und den aus dem Planungsprozess abgeleiteten operativen Jahreszielen wird sichergestellt, dass die Geschäftsstrategie umgesetzt wird. Aus der dem Verwaltungsrat für das folgende Geschäftsjahr vorgelegten Unternehmensplanung werden quantitative und qualitative Unternehmensziele für das Management abgeleitet. In Ergänzung zur operativen Planung erstellen wir im laufenden Geschäftsjahr regelmäßig Hochrechnungen und führen zur unterjährigen Steuerung Geschäftsanalysen durch. Hier wird auf vierteljährlicher Basis verfolgt, wie sich wesentliche Unternehmenskennzahlen entwickeln. Bei sich abzeichnenden negativen Entwicklungen werden gegensteuernde Maßnahmen ergriffen.


Weitere konkrete Ziele zur Nachhaltigkeit für das Geschäftsjahr 2019 sind unter anderem:

Papierverbrauch
Hausweite Umstellung auf umweltfreundliches Recyclingpapier. Zudem Umstellung auf papierlosen Prozess bei Bewerbungen und Reisekostenabrechnung.

Sportförderung Handball
Organisation und Durchführung von insgesamt vier BGV-Löwencamps für Nachwuchshandballer in Kooperation mit den Rhein-Neckar Löwen.

E-Mobilität
Produktentwicklung und Kooperationsbildung im Bereich E-Mobilität (E-Scooter, E-Bikes, etc…).

Merchandising
Konsolidierung und Reduzierung der Anzahl der Werbemittel.

Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit
Weiterentwicklung und Ausbau der internen Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit zur Steuerung und Etablierung des Nachhaltigkeitsmanagements.


Zu den aufgeführten Nachhaltigkeitszielen gab es keinen übergeordneten Priorisierungsprozess. Sie liegen strategisch und operativ in den einzelnen Ressorts, die sich jeweils für die Umsetzung verantwortlich zeigen und die Ziele selbst entwickelt haben.

Die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens beziehen sich nicht auf die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Bei einem regional veranlagten öffentlichen Versicherer wie dem BGV steht der Begriff Wertschöpfungskette in einem anderen Kontext im Vergleich zu einem Industrieunternehmen. Den größten Teil der Wertschöpfung erbringt der BGV gemäß seinem Geschäftsmodell selbst. Alle weiteren externen Dienstleister (Beschaffung Büromaterialien, Zulieferer Betriebsrestaurant, Hardware IT, etc...) kommen aus der Region. Es wird in den jeweiligen Vertragsbeziehungen nicht explizit nach Nachhaltigkeitskriterien gefragt.

Nachhaltigkeitskriterien des Kerngeschäfts von der Beratung, über die Produktentwicklung bis zur Kapitalanlage gehen in die laufenden Prozesse ein und werden im Controlling sowie in der Jahresberichterstattung im Kontext des Geschäftsberichts berücksichtigt, evaluiert und kontrolliert.
Hier handelt es sich um ein übergeordnetes, prinzipielles Prozessmanagement. Konkrete ökologische udn soziale Probleme können adhoc nicht benannt werden. 

Beratung
Die BGV-Versicherung AG sowie die Badische Rechtsschutzversicherung AG sind dem "Verhaltenskodex für den Vertrieb von Versicherungsprodukten" des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) beigetreten und haben sich zu dessen Einhaltung verpflichtet. Wirtschaftsprüfer prüfen im Abstand von zwei Jahren, ob die internen Regeln der Unternehmen für den Vertrieb von Versicherungsprodukten dem Verhaltenskodex entsprechen.

Produkte
2018 wurde der Prozess für die Einführung von neuen Produkten sowie die Produktfreigabe um CSR-Kriterien in der Produktentwicklung ergänzt. Bei Produktentwicklungen wird damit die Möglichkeit zur Integration von sozialen und/oder ökologischen Leistungsbestandteilen geprüft, die bedarfsorientiert und kalkulatorisch sinnvoll sein müssen.

Kapitalanlage
Der BGV investiert sicherheitsorientiert und nachhaltig. Die aktuelle Anlagestruktur wurde angepasst und die Streuung der Anlagen ist nun so ausgerichtet, dass alle Kapitalmärkte der Welt in die Zielallokation aufgenommen wurden. Für das Engagement gelten weiterhin die gesetzlichen Anlagegrundsätze der Sicherheit, Liquidität, Rentabilität und Qualität der Kapitalanlagen. Diese fest verankerten Vorgaben werden im Anlageprozess berücksichtigt. Insgesamt unterscheidet der BGV in seiner Kapitalanlagestrategie zwischen einer auf Sicherheit und Neutralität gründenden Basisstrategie  sowie einer Risiko-Ertragsstrategie, die ein weltweites Anlagespektrum bedient. Der BGV richtet sein Handeln an den Anforderungen des Art. 260 der Delegierten Verordnung der EU-Kommission 2015/35 vom 10.10.2014  aus. Diese Vorschriften gelten für das Management der Kapitalanlagen und beschreiben den Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht, der im Rahmen des Anlagemanagements eingehalten werden muss. Die Anforderungen  umfassen auch das dazugehörige Risikomanagement. Vor den Anlageentscheidungen finden auch signifikante Nachhaltigkeitskriterien Berücksichtigung. Nachhaltigkeit in der Kapitalanlagestrategie richtet sich dabei an der Umwelt, an sozialer Verantwortung und guter Unternehmensführung aus. Der BGV berücksichtigt diese wichtigen Aspekte im Rahmen der eigenen Anlagetätigkeit und der Vorgaben an externe Vermögensverwalter.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4