1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Aufgabe von degewo ist sowohl die Sicherung und Eweiterung preisgünstigen Mietwohnraums in allen Bezirken für breite Schichten der Bevölkerung (Wohnungsmaktaufgabe) als auch die Hilfestellung zu einer nachhaltigen und bedarfsgerechten Wohnraumversorgung für Haushalte in berlin, die auf dem Wohnungsmarkt besonders benachteiligt sind und sich nicht selbst mit angemessenem Wohnraum versorgen können (Versorgungsaufgabe). Als kommunales Wohnungsbauunternehmen sieht sich degewo einer dauerhaft nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Dies gilt sowohl für die wirtschaftlichen Kerntätigkeiten als auch für die sozialen, gesellschaftlichen und ökologischen Ziele, die das Unternehmen verfolgt.

Der langfristige Zielhorizont von Investitionen in Wohnraum macht Nachhaltigkeit für degewo zur notwendigen Bedingung alles Handelns. Wohnungen, die heute entstehen, prägen das Bild einer Stadt über viele Jahrzehnte: architektonisch und städtebaulich, energetisch und ökologisch. Nachhaltigkeit bedeutet, diese Aspekte gleichberechtigt zu berücksichtigen.

In jährlichen Strategieklausuren analysieren die Führungskräfte die Rahmenbedingungen und bestimmen die Marschroute für das kommende Jahr. Dabei wird auch das Thema Nachhaltigkeit berücksichtigt - eine eigenständige und separate Nachhaltigkeitsstrategie wurde bislang nicht entwickelt, sodoch werden in verschiedenen Handlungsfeldern, wie zum Beispiel der Bewirtschaftung von Immobilien, in den Mieterbeziehungen oder im Personalmanagement, bereits Nachhaltigkeitsmaßnahmen umgesetzt. Im Jahr 2018 wurde eine konzernweite Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit gegründet. Die Arbeitsgruppe setzt sich bereichsübergreifend zusammen, hat seit der Gründung mehrfach getagt und bereits konkrete Projektideen, wie zum Beispiel "Strategie für nachhaltigke Mobilitätskonzepte im Quartier" oder "Nachhaltiges Büro", entwickelt.

Branchenspezifische und gesamtgesellschaftliche (Nachhaltigkeits-)Standards, die für degewo als kommunales Wohnungsbauunternehmen relevant sind:

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

degewo ist ein kommunales Wohnungsbauunternehmen und hat satzungsgemäß den Auftrag, breite Schichten der Bevölkerung mit Wohnraum zu versorgen.

Vor allem Geringverdiener, Familien und sozialbenachteiligte Bevölkerungsgruppen finden heute immer schwerer Wohnraum. Dies ist Herausforderung und Chance zugleich. Deshalb wurde bereits im Jahr 2012 eine erste Kooperationsvereinbarung der städtischen Wohnungsbauunternehmen mit dem Berliner Senat geschlossen, um Möglichkeiten zur Steuerung des Wohnungsmarktes besser zu nutzen.

Fünf Nachhaltgkeitsdimensionen, indentifiziert mithilfe und angelehnt an die GdW Arbeitshilfe 73, haben einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit von degewo:
Jede Dimension wird von den jeweiligen Bereichsleitern nach prämienrelevanten Zielvorgaben und im Sinne der Unternehmensstrategie gemanagt.

Ergebnisse und somit wesentliche Bestandteile dieser Strategie sind beispielsweise im nachhaltigen Bestandsmanagement das 4-Säulen-Modell der Neubaustrategie, das ein effizientes, systematisches und zügiges Handeln sichert (bedarfsgerecht, nachhaltig, in Eigenleistung und mit Hilfe von werkPlanern). Die vier Säulen der Nachhaltigkeit "Architektur, Ökonomie, Ökologie und Soziales" werden in vier Planungsparametern abgebildet und bilden den Rahmen für effiziente Gebäudestrukturen (Flächenparameter, Volumenparameter und zwei Fassadenparameter). Im nachhaltigen Quartiersmanagement ist beispielhaft die Entwicklung einer Partizipationsstrategie für Mieter an Neubauvorhaben zu nennen.

Die Chancen und Herausforderungen der Wohnungs-/Immobilienbranche definieren sich über das unternehmerische Umfeld. Beispielhaft seien hier die wachsende Stadt, die demographische Entwicklung, der degewo-eigene Gebäudebestand sowie wohnungs-, stadt-, klima-, energie- und gesellschaftspolitische Entwicklungen und Gesetzgebungen genannt.

Risiken sind als Möglichkeit ungünstiger und zukünftiger Entwicklungen definiert. Mit dem immobilienwirtschaftlichen Risikomanagement wird versucht, Risiken systemisch zu begegnen. Um dies zu erreichen, sind sie zu identifizieren, zu systematisieren und zu bewerten.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die strategische Ausrichtung des Unternehmens entwickelt der Vorstand. Die Abstimmung für die Umsetzung erfolgt mit dem Aufsichtsrat. In Klausurtagungen mit den Führungskräften werden dafür Zielrichtungen und Maßnahmen formuliert.

Kernziele des Unternehmens für 2018 (mit gleich hoher Priorität):
Zukunftsfähiges Wohnen verlangt ein hohes Innovationspotenzial und bedarf einer kontinuierlichen technischen Weiterentwicklung der Bestände. Dieser Herausforderung stellt sich degewo in seiner Unternehmenssteuerung.

Mit der im Frühjahr 2016 gegründeten Tochtergesellschaft degewo netzWerk GmbH bündelt das Unternehmen die Geschäftsfelder Energielieferung, Messdienste, digitale Infrastruktur, Energiedienstleistungen und Smart City unter einem Dach. degewo-Mieterinnen und -Mieter profitieren von der Kompetenz des integrierten Energiedienstleisters degewo netzWerk GmbH durch langfristig stabile Nebenkosten.

Um die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums langfristig zu sichern, hat degewo gemeinsam mit den anderen städtischen Wohnungsbaugesellschaften die Kooperationsvereinbarung "Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung" mit dem Berliner Senat unterzeichnet.

Die deutsche Wohnungswirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie/Agenda 2030 festgelegten Sustainable Development Goals (SDG). degewo hat bislang keine direkte Zuordnung der SDGs zu den eigenen Kernzielen vorgenommen.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

degewo ist ein bestandshaltendes Unternehmen von Wohnimmobilien. Im Kerngeschäft werden Wohnungen vermietet, bewirtschaftet und verwaltet. Dies geschieht nach festgelegten Prozessen.

In der Wertschöpfung ist degewo als Wohnungsbauunternehmen auf die Zusammenarbeit und Zulieferung von Fremdfirmen angewiesen, da degewo nicht alle Leistungen selbst erbringen kann. Mit vielen Handwerkern werden dazu Rahmenverträge zur Leistungserbringung abgeschlossen. Auch wenn die Verträge laufend neu ausgeschrieben werden müssen, so ist degewo über eine regelmäßige Geschäftspartnerbewertung sowohl an guten Leistungen für die Mieterinnen und Mieter als auch an stabilen Partnerschaften zu den ausführenden Firmen interessiert. Ein Austausch zur Geschäftspartnerbewertung findet einmal jährlich mit den Firmen statt, in welchen degewo die Eignung und Qualität überprüft.

Selbst erbringt degewo: Die Dienstleistung der Vermietung und Verwaltung von Wohnraum, wesentliche Elemente der Planung von Neubauten (bauWerk, siehe oben).

Wo immer die Vergabe von Aufträgen an externe Dienstleister nötig ist, erfolgt dies nach erfolgter öffentlicher Ausschreibung zentral über die Vergabeabteilung. Ebenso werden Einkaufsleistungen zentral über die Abteilung Einkauf gesteuert. Lieferketten können zum jetzigen Zeitpunkt auf Nachhaltigkeit untersucht werden. Durch das Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetz (BerlAVG) sowie die Verwaltungsvorschrift Beschaffung und Umwelt (VwVBU) sind aber alle öffentlichen Unternehmen des Landes Berlin verpflichtet, bei der Beschaffung ökologische Kriterien unter der Berücksichtigung von Lebenszykluskosten anzuwenden. Außerdem müssen die Unternehmen weitere Eigenerklärungen und Unbedenklichkeitsbescheinigungen abgeben, zum Beispiel Verpflichtung zur umweltverträglichen Entsorgung oder die Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb für gefährliche Abfälle.

degewo bezieht einen Großteil ihrer Waren- und Dienstleistungen aus Berliner Betrieben oder von Unternehmen aus der Region. Die Wertschöpfung erfolgt also in erster Linie regional.

Die degewo-Nachhaltigkeitsberichte und DNK-Entsprechenserklärungen sind für alle Stakeholder auf der Website unter https://www.degewo.de/unternehmen/presse/pressematerial/ einsehbar. Die Einladung zum Dialog mit den Anspruchsgruppen erfolgte im Vorwort des degewo-Nachhaltigkeitsberichts 2016.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4