1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

 
Der Vorstand der Kreissparkasse Steinfurt hat sich klar zum Leitbild der Nachhaltigkeit bekannt und das nachfolgende Nachhaltigkeitsverständnis in der Geschäfts- und Risikostrategie als achtes Strategiethema verabschiedet: 
 
Als Kreissparkasse Steinfurt bekennen wir uns zum Prinzip der Nachhaltigkeit. Es verbindet wirtschaftlichen Fortschritt mit sozialer Gerechtigkeit und mit dem Schutz der natürlichen Umwelt. Zukünftige Generationen sollen überall dieselben Chancen auf ein gutes Leben haben. Mit unserer unternehmerischen Haltung, unseren Produkten und unseren gesellschaftlichen Initiativen wollen wir uns als Sparkasse für die Verkleinerung des ökologischen Fußabdrucks unserer Region sowie für die Verbesserung der für alle frei zugänglichen Lebensqualität einsetzen. 
 
Auf Basis des Strategiethemas wird in 2021 eine Nachhaltigkeitsstrategie erstellt und vom Gesamtvorstand verabschiedet. Die Strategie wird im Wesentlichen die Handlungsfelder:
  • Geschäftsbetrieb
  • Ressourcenmanagement
  • Kundengeschäft inkl. Eigenanlagen
  • Förderengagement & Kommunikation
  • Personal
umfassen.

Selbstverpflichtung und Nachhaltigkeitserklärung
Im Jahr 2020 unterzeichnete die Kreissparkasse Steinfurt die Selbstverpflichtung deutscher Sparkassen für klimafreundliches und nachhaltiges Wirtschaften des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Zudem verfasste sie eine eigene Nachhaltigkeitserklärung. Ihr Nachhaltigkeitsverständnis wird maßgeblich geprägt durch verantwortungsvolles Handeln in ihrem Geschäftsgebiet, den öffentlichen Auftrag und ihr unternehmerisches Selbstverständnis sowie durch die Grundsätze für verantwortungsbewusstes Bankwesen der Vereinten Nationen (Principles for Responsible Banking, United Nations Environment Programme Finance Initiative). 

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Bewertung von Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen in Bezug auf die Geschäftstätigkeit
Als Kreissparkasse gestalten wir Veränderungen so mit, dass möglichst viele Menschen davon profitieren können. Die Sparkassenidee ist in Zeiten großer Umbrüche entstanden. Gesellschaftlichen, technologischen und auch politischen Wandel haben die Sparkassen immer aktiv begleitet und mit dafür gesorgt, dass aus neuen Entwicklungen auch Chancen für die Bevölkerung sowie die mittelständischen Unternehmen entstehen.

Auch heute erleben wir eine Zeitenwende: Klimawandel, Digitalisierung und künstliche Intelligenz verändern unser Leben grundlegend. Als Sparkasse stellen wir uns der Herausforderung, die Transformation zu einer emissionsärmeren, ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft ohne soziale Verwerfungen zu meistern und die digitale Welt menschlich zu gestalten. Dabei engagieren wir uns dafür, das breit angelegte Wohlstandsversprechen der sozialen Marktwirtschaft als Orientierungspunkt des deutschen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells zu erhalten.

Relevante Nachhaltigkeitsrisiken als Risikotreiber
Als Kreditinstitut sind wir gefordert, die Folgen des Klimawandels und der Umstellung auf eine nachhaltige Wirtschaftsweise als Risikotreiber zu bewerten und zu steuern. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) definiert Nachhaltigkeitsrisiken im „Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken“ als „Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation unserer Kreissparkasse Steinfurt haben können“. Nachhaltigkeitsrisiken wirken als Risikotreiber auf die bekannten Risikoarten Adressenrisiken, Marktpreisrisiken, Liquiditätsrisiken und operationelle Risiken und stellen somit keine eigenständige Risikoart dar.

Nachhaltigkeitsaspekte wirken bei Finanzierungen durch den Eintritt physischer und/oder transitorischer Risiken auf den Wert der Vermögensgegenstände (Outside-in-Perspektive). Physische Risiken betreffen die Auswirkungen des Klimawandels, z. B. infolge extremer Wetterereignisse, die direkt und indirekt über die Kundinnen und Kunden auf die Sparkasse wirken und sich beispielsweise in Form von Kreditausfällen materialisieren. Transitionsrisiken bzw. Übergangsrisiken ergeben sich aus den Auswirkungen von (politischen) Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels und zur Gestaltung des Übergangs in eine kohlenstoffarme Wirtschaft. Transitionsrisiken können die Sparkasse indirekt betreffen, wenn etwa Kundinnen und Kunden aufgrund stark steigender CO2-Preise in ihrer Existenz bedroht sind.

Die von der Sparkasse finanzierten Wirtschaftsaktivitäten wirken ihrerseits auf den Klimawandel und auf andere Nachhaltigkeitsaspekte, wenn zum Beispiel bestimmte Branchen von Finanzierungen ausgeschlossen werden oder die Sparkasse im Dialog mit den Kundinnen und Kunden die nachhaltige Weiterentwicklung auf Ebene einzelner Engagements thematisiert (Inside-out-Perspektive).
Nachhaltigkeitsverständnis.

Wesentliche Einflussfaktoren auf das Geschäftsmodell der Sparkasse waren bislang die Negativzinspolitik, die Digitalisierung und der demografische Wandel. Ergänzend dazu hat die Transformation der europäischen Wirtschaft hin zu einer emissionsärmeren, ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft tiefgreifende Auswirkungen auf die Finanzwirtschaft und damit auf die Sparkasse.

Corona-Pandemie verstärkt bestehende Trends
Die pandemiebedingten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einschränkungen haben die finanzielle Substanz vieler Haushalte, Unternehmen und Selbstständiger in der Region schwer getroffen. In der Folge sind Finanzierungsbedarfe gestiegen, während die durch Negativzinsen ohnehin erschwerte Ersparnisbildung der Menschen mit geringeren Einkommen noch weiter unter Druck geraten ist. Die Anpassung der Eigenvorsorge unserer Kundinnen und Kunden an die veränderten Rahmenbedingungen ist und bleibt eine zentrale Aufgabe für uns als Sparkasse.

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf etwaige Wertberichtigungsbedarfe in der Sparkasse werden sich erst im Jahr 2021 in vollem Umfang zeigen. Um die Erfüllung ihres öffentlichen Auftrags in einem wettbewerbsintensiven Umfeld langfristig zu sichern, optimiert die Sparkasse ihre Aufwände und Kosten konsequent. Darüber hinaus wurde das Produkt- und Dienstleistungsangebot im Rahmen der „digitalen Agenda“ in den vergangenen Jahren zu einer modernen integrierten Plattform für Finanzdienstleistungen ausgebaut.

Die Corona-Pandemie hat die Aufstellung der Sparkasse als Multikanalbank ganz eindeutig bestätigt: Unser Filialnetz und die persönliche Beratung sind verzahnt mit der Sparkassen-Internetfiliale, mit mobilen Anwendungen und kontaktlosen Bezahlverfahren. Unsere Beschäftigten bleiben ein wichtiger Erfolgsfaktor und bringen neben ihrer digitalen auch ihre soziale Kompetenz voll mit ein. Mit dieser Infrastruktur hat die Sparkasse während der Einschränkungen in der Corona-Pandemie die finanzwirtschaftliche Versorgung der Unternehmen, Selbstständigen und Privatpersonen jederzeit und flächendeckend sichergestellt.

Nachhaltigkeit als übergeordnetes politisches Leitbild
Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens sowie die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 (Sustainable Development Goals, SDGs) zu erreichen und die Wettbewerbsposition der EU zu stärken, soll eine emissionsärmere, ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft in Europa etabliert werden. Diese Transformation wird einige Wirtschaftssektoren vor enorme Herausforderungen stellen. Die EU-Kommission rechnet mit einem jährlichen Investitionsbedarf von 180 Milliarden Euro für den nachhaltigen Umbau der EU-Wirtschaft. Mit dem „Aktionsplan: Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ wurde im März 2018 eine weitreichende europäische Regulierung und nachhaltige Ausrichtung der Finanzwirtschaft angestoßen, die zur Mobilisierung des notwendigen privaten Kapitals beitragen wird.

Der ohnehin bestehende Handlungsdruck für die Erreichung der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung hat sich durch die massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie in vielen Bereichen deutlich verstärkt. Vor diesem Hintergrund hat auch die Bundesregierung die Nachhaltigkeit als übergeordnetes politisches Leitbild nochmals in den Mittelpunkt gestellt. Die Politik erwartet ein stärkeres Engagement der Finanzwirtschaft und hat entsprechende Initiativen gestartet. Deutschland soll ein führender Standort für nachhaltige Finanzwirtschaft werden.  

Nachhaltigkeit und Klimawandel als Treiber von Risiken und Geschäftschancen in der Finanzwirtschaft
Im Bereich der Nachhaltigkeit entstehen neue Geschäftsfelder, in denen die Sparkasse aus ihrem Geschäftsmodell heraus eine gute Ausgangsposition hat. So entwickelt sich der Markt für nachhaltige Geldanlagen seit Jahren dynamisch. Stiftungen und andere institutionelle Anleger erwarten eine nachhaltige Produktpalette von der Sparkasse. Aber auch immer mehr private Kundinnen und Kunden geben an, dass ihnen eine nachhaltige Ausrichtung ihres Finanzpartners wichtig ist. Ein erkennbares Nachhaltigkeitsprofil ist zudem ein wichtiger Aspekt der Arbeitgeberattraktivität. Junge Nachwuchskräfte legen Wert darauf, in einem Unternehmen zu arbeiten, das Verantwortung für die Gesellschaft und die Umwelt übernimmt und Sinn stiftet.

Der Bedarf an neuen nachhaltigen Technologien und klimafreundlichen Lösungen eröffnet für Unternehmen bedeutende neue Geschäftschancen. Insofern bietet ein vergrößertes Angebot an nachhaltigen Anlageprodukten und Investitionsfinanzierungen auch Chancen in der Bindung und Gewinnung von Kundinnen und Kunden.

Identifizierung wesentlicher Themen für die Kreissparkasse
Wir stellen fest, dass Kundenanfragen zur nachhaltigen Geldanlage deutlich zunehmen. Ebenso steigt die Relevanz bei Kunden auch mit der bereits eingeführten Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen im Beratungsprozess Geldanlage.

Aufgrund dem von der EU-Kommission errechneten jährlichen Investitionsvolumen für den nachhaltigen Umbau der Wirtschaft gehen wir davon aus, dass hierzu zukünftig verstärkt Finanzierungsbedarf bei unseren Firmenkunden entsteht. Durch unsere Netzwerkarbeit im Kreis Steinfurt (energieland2050) sind wir eng mit diversen Partnern vernetzt. In der Vergangenheit nahmen gerade die Themen Biomasse, Windenergie und Photovoltaik großen Raum unseres Finanzierungsgeschäftes ein. Zukünftig gehen wir davon aus, dass verstärkt in verbesserte Produktionsbedingungen zur CO2-Reduzierung investiert wird. So greifen Unternehmen möglichen Steuerbelastungen aus einer möglichen CO2-Steuer vorweg. Zudem vermeiden Unternehmen mögliche Reputationsrisiken und damit mögliche Umsatzeinschränkungen. 

Die Analyse unseres CO2 Verbrauches für das Geschäftsjahr 2020 zeigt uns konkrete Handlungsfelder auf, um selbst zukünftig unseren Ausstoß zu verringern.  

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Nachhaltigkeitsziele- und Maßnahmen  
Mit der Formulierung einer Nachhaltigkeitsstrategie werden die folgenden Bereiche in den Blick genommen:  
Unsere Zielsetzung
Ressourcenmanagement
 
Kundengeschäft
  Kommunikation & Fördermanagement  
Nachgelagert nehmen wir im Kundengeschäft die Finanzierungen und die Eigenanlage in den Blick. Im Finanzierungsgeschäft sind wir über unsere Kooperationen mit dem Kreis Steinfurt und dem energieland2050 bereits seit Jahren sehr aktiv. Große Bestandteile unserer Finanzierungen sind daher schon nachhaltig geprägt, so dass hier der Hebel zu Veränderungen aktuell geringer ausfällt. Bei den Eigenanlagen sind nur langsam Veränderungen möglich, so dass wir uns erst einmal eine Transparenz über eine nachhaltige Ausrichtung der Anlagen verschaffen wollen. Erst auf dieser Basis sind Entscheidungen zu Veränderungen denkbar.  

Priorisierung
Eine Priorisierung von Zielen wurde noch nicht vorgenommen. Dies ist mit der Formulierung der konkreten Nachhaltigkeitsstrategie vorgesehen. Zur Konkretisierung im Finanzierungsgeschäft sind wir zudem auch noch auf technische Unterstützung unserer Verbände und Partner der Sparkassenfinanzgruppe angewiesen. Mit der Festlegung von konkreten Zielen und deren Priorisierung werden dann auch die Methoden und der Prozess zur Kontrolle mit in die Nachhaltigkeitsstrategie aufgenommen.


Die Nachhaltigkeitsstrategie wird Bezug zu den SDGs nehmen. Es ist abzusehen, dass nicht zu allen 17 Zielen eine Relevanz mit unserer Geschäftstätigkeit hergestellt werden kann. Durch eine Zuordnung der relevanten Ziele zu unseren Handlungsfeldern und den sich daraus ergebenden Maßnahmen stellen wir dann in der Nachhaltigkeitsstrategie eine Verbindung her.

Die Aufgabe des Nachhaltigkeitsbeauftragten wird es sein, die jeweiligen Ziele, die Umsetzung von Maßnahmen und die jeweilige Zielerreichung im Blick zu behalten, um notwendige Impulse für Korrekturen geben zu können.


Unser Weg Zur Bewertung unseres Kreditgeschäftes im Hinblick auf die Auswirkungen der CO2 Bilanzen unserer Kundinnen und Kunden fehlt aktuell noch ein Analyseinstrument. Hier warten wir auf Ergebnisse aus der Verbandsarbeit des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Dennoch wollen wir in das Thema einsteigen und erste Indikatoren prüfen, die zur Erstellung von nachhaltigen Finanzierungsstandards führen können.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Nachhaltigkeitsaspekte im Kundenkreditgeschäft
Die Sparkasse ist als Finanzdienstleister ein zentrales Element des regionalen Wirtschaftskreislaufs und arbeitet zum Wohle der Region. Unsere Wertschöpfung erbringen wir im Wesentlichen in unserem Geschäftsgebiet und wir richten unser Produktangebot an regionalen Bedürfnissen aus. Auf der Grundlage unseres öffentlichen Auftrags ist es unsere Kernaufgabe, die Bevölkerung, die Unternehmen und kommunalen Institutionen in unserem Geschäftsgebiet mit Krediten zu versorgen.

Bereits heute leistet die Sparkasse mit ihrer Kreditvergabe einen Beitrag zu den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen und zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Region: In unserem Geschäftsgebiet finanzieren wir Klima- und Umweltschutz, Innovationen, kommunale Infrastrukturinvestitionen sowie die Schaffung von nachhaltigem, inklusivem und bezahlbarem Wohnraum. Unsere Kredite ermöglichen Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen, Selbstständigen und Gründern. Sie kommen darüber hinaus auch Privatpersonen oder Menschen in Ausbildung zugute.
Noch ist es uns nicht möglich, die Auswirkungen auf Treibhausemissionen unseres Finanzierungsgeschäftes zu messen. Ebenso sind wir noch nicht in der Lage, unser Finanzierungsgeschäft aus Eigenmitteln nach den verschiedenen Arten nachhaltiger Finanzierungen zu clustern. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2020 869.465 TEU (davon 485.007 TEU für den Wohnungsbau) an Finanzierungen neu zugesagt. Darin enthalten sind aus der Vermittlung von Förderkrediten der NRW-Bank und der KfW insgesamt 690 Kredite mit einem Volumen von 187.034 TEU. Davon entfielen 408 Kredite (102.342 TEU) auf Kredite für ökologische Zwecke. 43 Kredite (18.012 TEU) waren für soziale Zwecke bestimmt. Für die Kreditversorgung der regionalen Wirtschaft wurden 209 Kredite (62.529 TEU) vermittelt. Unternehmensgründungen wurden mit 30 Krediten (4.151 TEU) gefördert.

Nachhaltigkeitsaspekte im Passivgeschäft
Die Umwandlung von Spareinlagen in Kredite für die Region ist der Kern unserer Geschäftstätigkeit als Sparkasse. Wir refinanzieren die Investitionen von Unternehmen, Selbstständigen, Privatpersonen und Kommunen über die Einlagen unserer Kundinnen und Kunden.

Für den Klimaschutz sowie die Ausrichtung der regionalen Infrastruktur auf eine kohlenstoffneutrale Wirtschafts- und Lebensweise sind enorme Investitionsanstrengungen erforderlich. Ohne die Mobilisierung privaten Kapitals ist diese Transformation nicht zu finanzieren. Als Vermittlerin zwischen Anlegern und Kapitalsuchenden kann die Sparkasse hier in der Region finanzielle Ressourcen für den Klimaschutz sowie auch für soziale Aufgaben erschließen. Über die interne Refinanzierung verbinden wir die Erlöse aus den nachhaltigen Passivprodukten mit der Finanzierung von Investitionen mit einem ökologischen und/oder sozialen Nutzen.


Nachhaltigkeit in der Kundenanlage (Depot B)
Angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Diskussion um eine nachhaltige Zukunftsentwicklung möchten immer mehr Menschen auch mit ihrer Geldanlage einen Beitrag zur Lösung anstehender Herausforderungen leisten. Auf diese Anforderung reagiert die Sparkasse mit einem differenzierten Angebot.

Institutionelle Anleger und Vermögensmanagement.
Im Rahmen des Vermögensmanagements setzt die Sparkasse individuelle und kundenspezifische Nachhaltigkeitsvorgaben und -konzepte um. Wir verfügen über die notwendigen Instrumente und Kompetenzen, um die Nachhaltigkeitskriterien von institutionellen Anlegern, wie z. B. Stiftungen oder Kirchen, im Portfoliomanagement erfolgreich umzusetzen. Unser Dienstleistungsangebot erstreckt sich dabei von der reinen Umsetzung der von Kundinnen und Kunden vorgegebenen Positiv- oder Negativkriterien bis hin zur umfassenden Beratung bei der Entwicklung einer individuellen nachhaltigen Anlagestrategie.

Privatkunden und Vermögensbildung.
Angesichts langfristiger Null- und Niedrigzinsen kann die Anlage in Wertpapiere eine effiziente Methode zum privaten Vermögensaufbau darstellen. Die Kapitalmärkte bieten zahlreiche Möglichkeiten, um Geld anzulegen – mit jeweils ganz unterschiedlichen Chancen und Risiken. Im Rahmen der Anlageberatung werden die Nachhaltigkeitspräferenzen abgefragt. Private Kundinnen und Kunden mit entsprechenden Präferenzen und Risikoneigung informieren wir im Rahmen der Wertpapierberatung über Investitionsmöglichkeiten in nachhaltige Anlageprodukte. Unsere Kundinnen und Kunden haben darüber hinaus die Möglichkeit, Nachhaltigkeitskriterien in ihrem persönlichen Wertpapierdepot zu hinterlegen.

Mit den nachhaltigen Fonds der DekaBank und Berenberg Bank bietet die Sparkasse ein breites Produktspektrum für Kundinnen und Kunden, die ihr Geld in sozial und ökologisch besonders verantwortlich handelnde Unternehmen und Institutionen investieren möchten. Im Jahr 2020 umfasste unser Produktangebot folgende nachhaltige Anlageprodukte:

DekaNachhaltigkeit Aktien
DekaNachhaltigkeit Renten
DekaNachhaltigkeit Balance
DekaKirchen Balance
DekaUmweltInvest
DekaStiftungen Balande
Deka Portfolio Nachhaltigkeit Globale Aktien
Dual Return Fund Vision Microfinance
Berenberg 1590 Stiftungen
Zertifikate der DekaBank auf nachhaltige Indizes
 - ESG Leader Select 30
 - MSCI World Climate Change ESG Select 4,5% Decrement
Deka-GeldmarktAnleihe
Deka-StufenzinsAnleihe
Deka-Nachhaltigkeit Impact Aktien CF
Deka-Nachhaltigkeit Impact Renten CF
Deka-BasisAnlage (alle Varianten, ab 07/2020)
Deka-Nachhaltigkeit ManagerSelect
Berenberg Sustainable World Equities R

Nachhaltigkeitsaspekte in der Dienstleistersteuerung
Als Sparkasse sind wir gemäß unserer Satzung dem Regionalprinzip verpflichtet – unser Geschäftsgebiet umfasst 20 Städte und Kommunen im Kreis Steinfurt. Wo immer es möglich ist, arbeiten wir mit Produzenten und Dienstleistungsunternehmen aus unserer Region zusammen. Vor Ort oder in der Region verfügbare Produkte und Dienstleistungen beziehen wir möglichst unter Einbindung von kleinen und mittleren Unternehmen bzw. Anbietern aus der Region. Darüber hinaus beschränken wir unseren Einkauf im Wesentlichen auf Anbieter aus Deutschland oder kaufen bei Partnerunternehmen in der Sparkassen-Finanzgruppe. 

Die Einhaltung von Arbeitsrechten und Mitbestimmung ist in Deutschland unternehmerischer Standard und wird von staatlicher Seite überwacht. Dazu zählt unter anderem die Bezahlung nach dem Mindestlohngesetz in Niedriglohnbranchen. Wir halten darüber hinaus die gesetzlichen Standards in den Bereichen Trinkwasser, Energie und Entsorgung (z. B. die Gewerbeabfallverordnung) ein. Bei Neubauten und Sanierungsmaßnahmen halten wir die Vorgaben gemäß EEWärmeG und EnEV ein.
 

Im Rahmen der Erhebung von Daten für die Messung des CO2 Ausstoßes haben wir damit begonnen, mit unseren Dienstleistern ins Gespräch zu kommen. Im Rahmen der Datenerhebung haben wir erste Dienstleister (Sparkassen- Einkaufsgesellschaft SEG; B+V Energie Consulting) für unsere Ausrichtung und allgemein für das Thema Nachhaltigkeit stärker sensibilisiert. In unserer Nachhaltigkeitserklärung haben wir das Ziel formuliert, über entsprechende Vereinbarungen klare Bedingungen für eine Geschäftsbeziehung aufzustellen. So ist geplant, bei zukünftigen Ausschreibungen bzw. Auftragsvergaben Lieferantenvereinbarungen zu schließen.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4