1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die Sparkasse Heidelberg ist als regionales, öffentlich-rechtliches Kreditinstitut mit öffentlichem Auftrag dem Gemeinwohl verpflichtet. Ihr unternehmerisches Handeln ist auf diesen Auftrag ausgerichtet und fokussiert sich auf die Zukunftsfähigkeit. Das heißt, den Wohlstand und die Attraktivität ihres Geschäftsgebiets im Rhein-Neckar-Kreis zu sichern und zu fördern. Sie versteht Nachhaltigkeit als einen ganzheitlichen Ansatz, der sich sowohl auf die Beratung als auch auf die Balance zwischen Ökonomie, Sozialem und Ökologie bezieht.

Nachhaltigkeitsaspekte waren schon immer fester Bestandteil unserer Geschäftsstrategie. In 2017 haben wir diesen Anspruch mit den "Nachhaltigkeits-Leitsätzen der Sparkasse Heidelberg" strukturiert und konkretisiert.

In 2018 haben wir unsere strategische Ausrichtung zum Thema Nachhaltigkeit nochmals deutlich geschärft und einer systematischen Analyse unterzogen. Um die für unsere Sparkasse wichtigsten Handlungsfelder im Bereich Nachhaltigkeit zu identifizieren, haben wir eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt (siehe hierzu auch Kriterium 2). An diesem Workshop haben der Gesamtvorstand sowie Führungskräfte der 2. Ebene teilgenommen. Gleichzeitig haben wir unsere Kundinnen und Kunden einbezogen und die wichtigsten Handlungsfelder aus Sicht der Kunden in einem moderierten und strukturierten Kundendialog abgefragt (siehe hierzu auch Kriterium 9 sowie Leistungsindikator GRI SRS-102-44 zu Kriterium 9).

Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse und des Kundendialogs sind in den Strategieprozess 2018 eingeflossen. Unsere nachhaltigkeitsstrategischen Aussagen sind nun in einem separaten Kapitel in der Geschäftsstrategie gebündelt. Darin haben wir mittel- und langfristige Nachhaltigkeitsziele definiert (siehe hierzu Kriterium 3). Die Leitsätze der Nachhaltigkeit drücken weiterhin unsere grundlegende Positionierung zum Thema Nachhaltigkeit aus und dienen uns als konkreter Orientierungsrahmen (siehe hierzu auch Leistungsindikator GRI SRS-102-16 zu den Kriterien 5-7).

Die Nachhaltigkeitsstrategischen Aussagen bilden den geschäftspolitischen Rahmen zu Nachhaltigkeitsaspekten und damit den Überbau für die Leitsätze der Nachhaltigkeit und unsere Ausschlusskriterien gemäß Geschäftsstrategie. Sie formulieren Nachhaltigkeitsziele in den Bereichen:

- Geschäftspolitische Fokussierung
- Einbindung unserer Stakeholder
- Angebot von ökologischen Finanzprodukten und nachhaltigen Anlageformen
- Soziales Handeln
- Nachhaltig vertretbare Anlage unseres Eigenkapitals
- Klimaverträglicher Geschäftsbetrieb
- Fokussierung von Klimarisiken.

Die nachhaltigkeitsstrategischen Aussagen wurden im Rahmen des Updates der Geschäftsstrategie vom Vorstand der Sparkasse Heidelberg verabschiedet und mit dem Verwaltungsrat (Aufsichtsgremium) umfassend erörtert. Im Jahr 2019 haben wir mit Unterstützung der Nachhaltigkeits-Ratingagentur imug Ausschlusskriterien für unser Eigengeschäft festgelegt. Darüber hinaus wurde unser Klimaziel zur CO2-Reduktion (siehe Kriterium 3) in unsere strategischen Zielgrößen aufgenommen und Umweltleitlinien beschlossen, die im Jahr 2020 eingeführt werden. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie ist damit in unsere übergreifende Geschäftsstrategie eingebunden.
 
Bei der strategischen Analyse der Nachhaltigkeitsthemen orientieren wir uns insbesondere an den Klimazielen der internationalen Staatengemeinschaft, den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (UN Sustainable Development Goals) sowie den bereits absehbaren Anforderungen des EU-Aktionsplans für ein nachhaltiges Finanzwesen. Als konkreter Handlungsrahmen für die Operationalisierung dieser Aspekte dient uns der deutsche Nachhaltigkeitskodex.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Um die wesentlichen Auswirkungen von Nachhaltigkeitsaspekten auf unsere Geschäftstätigkeit zu analysieren, haben wir in 2018 eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Dabei haben wir uns insbesondere an Nachhaltigkeitsaspekten orientiert, die in den 17 Weltentwicklungszielen der Vereinten Nationen (UN Sustainable Development Goals) abgebildet werden. Ziel war es, eine Priorisierung dieser Aspekte anhand deren Bedeutung für unsere Stakeholder, deren Relevanz für unseren Geschäftserfolg heute und in der Zukunft sowie unseren grundsätzlichen Einflussmöglichkeiten und der Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf diese Aspekte vorzunehmen.

Basierend auf dieser Wesentlichkeitsanalyse bestehen im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit folgende Herausforderungen aufgrund von Nachhaltigkeitsthemen (Auswirkungen/Einflüsse):
Diese Aspekte haben Einfluss auf unsere strategische Positionierung, gleichzeitig wirkt sich unsere Geschäftstätigkeit auch auf diese Aspekte aus. Im Folgenden gehen wir auf diese drei Themen ein.

Klimawandel
Den Klimawandel und seine Folgen zu begrenzen, ist ein wichtiges Ziel der internationalen Staatengemeinschaft. Dies gelingt nur, wenn wir uns alle im Rahmen der uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einbringen. Dieser Leitgedanke bedeutet, dass wir uns in unserem eigenen Geschäftsbetrieb bemühen, unseren ökologischen Fußabdruck sukzessive zu reduzieren. Deshalb bekennen wir uns in unseren Leitsätzen der Nachhaltigkeit zu unserer unternehmerischen Verantwortung für den Erhalt der Lebensgrundlagen unserer Gesellschaft und künftiger Generationen durch den Schutz der Natur und haben dies entsprechend in unserer Geschäftsstrategie festgeschrieben. Die Sparkasse Heidelberg hat es sich also zum Ziel gesetzt, ihren CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2025 weiter um 20 Prozent zu senken. Beispiele für Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels sind in den Kriterien 12 und 13 dargestellt.

Natürlich fördern wir als Sparkasse Heidelberg den Klimaschutz auch in unserem Kundengeschäft. So setzen wir Impulse für energieeffizientes Bauen und Sanieren und beraten unsere Kundschaft aktiv über die zur Verfügung stehenden Förderprogramme. Wir beteiligen uns ebenso als Gesellschafter an der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg - Rhein-Neckar-Kreis gGmbH, kurz KliBA genannt. Sie ist ein neutraler und unabhängiger Ansprechpartner im Bereich der energetischen Einsparmaßnahmen und des Einsatzes erneuerbarer Energien.

Im Rahmen der nachhaltigen Anlageprodukte haben wir drei neue - reine Nachhaltigkeitsfonds im engeren Sinne - in unsere Produktpalette aufgenommen und bereiten die Einführung eines eigenen Nachhaltigkeitsfonds vor (siehe hierzu Kriterium 10).

Durch unsere Positionierung im Bereich der Finanzierung energieeffizienter Immobilien oder im Bereich der nachhaltigen Geldanlage möchten wir sukzessive dazu beitragen, die Finanzströme in nachhaltige Projekte zu lenken - naturgemäß hängt diese Entwicklung auch von der Nachfrageseite ab. Die noch vereinzelt aktive Ansprache zu nachhaltigen Geldanlagen wird ab September 2020 prozessual unterstützt werden, so dass wir unsere Kunden für diese Themen konsequent sensibilisieren können. Des Weiteren beobachten wir das Voranschreiten der Erarbeitung einer Taxonomie seitens der EU-Kommission.

Das Thema Nachhaltigkeit wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Durch unsere Positionierung in diesem Bereich nutzen wir, sich daraus ergebende Chancen, wie z. B. die Finanzierung energieeffizienter Immobilien oder die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Anlagemöglichkeiten aktiv und haben gleichzeitig die Möglichkeit, die daraus resultierenden Risiken zu managen. Risiken können beispielsweise dadurch entstehen, dass sich die Geschäftsmodelle vieler Unternehmen in den nächsten Jahren deutlich verändern werden, z. B. im Bereich der Energieversorger sowie in der Automobilbranche. Eine Herausforderung ist es deshalb, diesen Veränderungsprozess bei unseren Kunden verantwortungsvoll zu begleiten, die Risiken gut zu steuern und gleichzeitig die vielfältigen Chancen zu nutzen.

Demografischer Wandel
Dem demografischen Wandel und der Förderung der Zukunftsfähigkeit unserer Region können wir unterstützend begegnen, indem wir niemanden von modernen Finanzprodukten ausschließen. Auf Wunsch bieten wir deshalb grundsätzlich allen Bürgerinnen und Bürgern ein Girokonto an, um sie so am wirtschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. Dies gilt entsprechend für den barrierefreien Zugang von Menschen mit Einschränkungen zum bargeldlosen Zahlungsverkehr, den wir z. B. durch Audiotexte bzw. Großschriften auf unserer Homepage erhöhen. Seit Oktober 2013 haben wir uns gegenüber dem Sparkassenverband Baden-Württemberg und den Organisationen und Selbsthilfegruppen behinderter Menschen in Baden-Württemberg zur Zielvereinbarung zu barrierefreien Dienstleistungen verpflichtet.

Darüber hinaus entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden individuelle Lösungen zur Vorsorge und Absicherung im Alter im Rahmen unseres ganzheitlichen Beratungsansatzes.

Ebenso vor dem Hintergrund des demografischen Wandels bieten wir unserer Belegschaft attraktive Arbeitsplätze, führen sie mit einem Digitalisierungs-Check und den sich anschließenden Schulungsmaßnahmen sukzessive in die digitale Welt, fördern ihre Karriere mit beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen und setzen mit dem regelmäßigen Audit berufundfamilie und der entsprechenden Zertifizierung ein klares Zeichen der Unterstützung unserer Mitarbeitenden. Damit diese sich zugleich dem Beruf und der Karriere sowie dem Leben in der Familie und der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Personen widmen können. Zur weiteren Entlastung bieten wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vielfältige Möglichkeiten im Bereich der Gesundheitsförderung.

Zukunftsfähigkeit unserer Region und Digitalisierung
Zur Förderung der Zukunftsfähigkeit unserer Region ist es unser geschäftspolitisches Ziel, den heimischen Mittelstand zu fördern und damit zur Schaffung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen beizutragen und die Region auch durch die Entwicklung ehemaliger Bahn- und Militärflächen für die energetische Stadtteilentwicklung hochbaureif zu erschließen.

Die Stiftung "Sparkasse Heidelberg. Gut für die Region." verfolgt ebenso das Ziel, die Lebensqualität in vielen Bereichen der Gesellschaft ihres Geschäftsgebiets zu verbessern. Damit kommt die Sparkasse ihrer Verpflichtung nach, einen Teil ihres wirtschaftlichen Erfolgs an die Menschen zurückzugeben, die in ihrer Region leben. Auch außerhalb unserer Region sind wir als Mitglied der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation nutzbringend tätig und führen seit dem Herbst 2018 einen kontinuierlichen Fachaustausch mit Vertretern der Finanzbranche aus Ruanda, um den dortigen Aufbau eines Finanzsektors mit Regionalinstituten zu unterstützen.

Eine weitere Herausforderung stellt gleichermaßen die Zukunftsfähigkeit unserer Region als auch jener der Finanzbranche dar: die Digitalisierung. Der Trend zur Digitalisierung birgt das Risiko, dass die Verankerung in der Region und die persönliche Nähe zu unseren Kunden an Bedeutung verlieren könnte. Es entsteht deshalb auch hier die Herausforderung die Beziehungen zu den Menschen in der Region, zu unseren Kunden und Geschäftspartnern für uns nutzbar zu machen. Dies versetzt uns in die Lage, auch zukünftig unseren öffentlichen Auftrag zu erfüllen und mehr Finanzströme in nachhaltige Projekte zu lenken.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Sparkasse Heidelberg hat für sich im Jahr 2018 in ihren nachhaltigkeitsstrategischen Aussagen - innerhalb der Geschäftsstrategie - Nachhaltigkeitsziele definiert und im Jahr 2019 in die Übersicht der geschäftsstrategischen Ziele aufgenommen. Die nachhaltigkeitsstrategischen Aussagen wurden im Jahr 2019 aktualisiert und werden gemeinsam mit den Umweltleitlinien für das Geschäftsjahr 2020 eingeführt.

Die Nachhaltigkeitsziele bilden den geschäftspolitischen Überbau für die Leitsätze der Nachhaltigkeit und die Ausschlusskriterien im Eigenanlagegeschäft. Von diesen Nachhaltigkeitszielen können fokussierte Maßnahmen abgeleitet werden, die einerseits die übergreifenden, geschäftsstrategischen Ziele der Sparkasse befördern und andererseits die Anforderungen des EU-Aktionsplans zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums vom März 2018 bestmöglich unterstützen. Ein exponiertes Ziel des EU-Aktionsplanes ist die Neuausrichtung von Kapitalströmen hin zu nachhaltigen Investitionen, um ein nachhaltiges und integratives Wachstum zu schaffen.

                              

Nachfolgende Nachhaltigkeitsziele wurden in der Geschäftsstrategie definiert (12/2019):

Wir optimieren uns im Sinne einer lernenden Organisation durch Einbindung unserer Stakeholder. Hierfür analysieren wir die zu adressierenden Themen der Nachhaltigkeit, die für unsere Stakeholder, allen voran unsere Kundinnen und Kunden, am wichtigsten sind. Bausteine des Nachhaltigkeitsmanagements sind insofern die regelmäßige Durchführung des Nachhaltigkeitskompasses (jährlich), von Wesentlichkeitsanalysen (alle drei Jahre) und Nachhaltigkeitsdialogen mit unseren externen Stakeholdern (alle drei Jahre). Die Stakeholdergruppen der Sparkasse Heidelberg sind:
Wir bieten ökologische Finanzierungsprodukte und nachhaltige Anlageformen. Abgeleitet aus den bereits durchgeführten Analysen und motiviert von dem Leitgedanken, der in der weiteren Zukunft darauf abzielt, unseren Kundinnen und Kunden qualitative, nachhaltige Produkte und Dienstleistungen anzubieten, haben wir uns als nächsten Schritt vorgenommen, uns auf eine bessere Verankerung der Nachhaltigkeit im Kerngeschäft und hier insbesondere auf nachfolgende Nachhaltigkeitsaspekte zu fokussieren: Wir handeln sozial. Unser Ziel ist es auch, unsere Mitarbeitenden durch umfassende Qualifizierungs- und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten zu fördern. Deshalb schaffen wir geeignete Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von berufundfamilie und bieten umfangreiche Maßnahmen des Gesundheitsmanagements und der digitalen Bildung an.

Seit Gründung der Sparkasse Heidelberg im Jahr 1831 sind wir gemäß dem öffentlichen Auftrag angehalten, auf Wunsch jedem Bürger ein Konto einzurichten, aber gleichzeitig auch angemessene Erträge zu erwirtschaften. Gewinnmaximierung ist nicht unser Ziel. Vielmehr ist der Wirtschaftlichkeitsgrundsatz jene Grenze, innerhalb der wir, mit Rücksicht auf unseren öffentlichen Auftrag, eine wirtschaftliche Belastung in Kauf nehmen.

Wir legen unser Eigenkapital nachhaltig vertretbar an. In der Anlage unseres sparkasseneigenen Kapitals setzen wir, über ökonomische Belange hinaus, Instrumente und Verfahren ein, zum bestmöglichen Schutz der Umwelt und zur Wahrung von Arbeits- und Menschenrechten. Wir haben daher für Investments ab dem Jahr 2020 Ausschlusskriterien im Eigenanlagengeschäft für nachfolgende Bereiche festgelegt: Wir streben einen klimaverträglichen Geschäftsbetrieb an. Die Eindämmung des Klimawandels wird seitens der politischen Akteure und Nichtregierungsorganisationen als wichtigste und dringendste Maßnahme erachtet, wobei menschenrechtliche Themen nicht in den Hintergrund treten sollen. Große Einigkeit herrscht jedoch darüber, dass der CO2-Ausstoss eines der zentralen Handlungsfelder darstellt. Die Sparkasse Heidelberg will dieses Ziel bestmöglich unterstützen und zum Beispiel den eigenen Geschäftsbetrieb perspektivisch klimaneutral gestalten. Auf dem Weg dahin nehmen wir uns daher zunächst vor, unseren CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2025 weiter um 20% zu senken. Die Einführung eines zertifizierten Umweltmanagements (Ökoprofit) ab dem Jahr 2019 unterstützt dieses Ziel.

Wir nehmen Klimarisiken in den Fokus. Unser Geschäftsgebiet liegt im Rhein-Neckar-Kreis und damit in einer Wirtschaftsregion, die vor allem das Gesundheitswesen, den Einzelhandel und den Bildungssektor und eher weniger produzierende Industriebetriebe beherbergt. Bei den Eigenanlagen achten wir darauf, nicht in Projekte oder Unternehmen zu investieren, die wir in unseren Ausschlusskriterien der Nachhaltigkeit für das Eigenanlagegeschäft ausgeschlossen haben.

Das Ziel der Senkung des CO2-Austoßes erachten wir als prioritär, da wir hier einen Hebel sehen, die Klimaziele der EU aus eigener Kraft zu befördern. Im Rahmen unserer jährlichen nichtfinanziellen Berichterstattung mittels der DNK-Erklärung berichten wir über die Entwicklung dieses CO2-Ziel. Die Koordination der Berichterstattung obliegt der Nachhaltigkeitsbeauftragten. 

Mit unserer Förderberatung zur Finanzierung erneuerbarer Energieanlagen und unserem Ziel der CO2-Einsparung im Geschäftsbetrieb der Sparkasse Heidelberg unterstützen wir die Ziele 13.1 und 13.A der UN Sustainable Development Goals, die die Stärkung der Resilienz und der Anpassungsfähigkeit an klimabedingte Gefahren und Naturkatastrophen sowie u. a. sinnvolle Maßnahmen zur Minderung von Klimaänderungen fokussiert, einschließlich deren Finanzierung.

Im Jahr 2019 haben wir ein Projekt zur Stärkung der Biodiversität (Wild- und Honigbienen) durchgeführt, um das Ziel 15.5 der SDGs der UN zum Erhalt der biologischen Vielfalt und zum Schutz vor dem Aussterben bedrohter Arten zu befördern. Unsere Auszubildenden waren eine Saison lang Paten, die das Thema Bienen in der Sparkasse Heidelberg implementierten und etablierten. Bewerkstelligt wurde dies durch die Schulung unserer Auszubildenden durch einen Imker und die Übernahme eines gemieteten Bienenvolks. Für 2020 plant die Sparkasse Heidelberg ein eigenes Bienenvolk zu übernehmen und dauerhaft zu hegen und zu pflegen, wodurch auch nachfolgende Auszubildendengenerationen für den Fortbestand des Bienenvolkes sorgen können. Parallel zur Befassung mit Honigbienen ist es geplant, in Kooperation mit dem Bezirksimkerverein Heidelberg und der Stadt Heidelberg den Wildbienenschutz zu forcieren.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Sparkasse Heidelberg hat als öffentlich-rechtliches Kreditinstitut mit öffentlichem Auftrag ein auf Regionalität und auf die Wahrung des Gemeinwohls ausgerichtetes Geschäftsmodell. Wir erbringen den größten Teil unserer Wertschöpfung innerhalb des Gebiets unserer Trägerkommunen im Rhein-Neckar-Kreis selbst. Über diese Trägerschaft hinaus positionieren wir uns als Hausbank, bieten ein umfassendes Finanzmanagement, begleiten Investitionen und fördern Projekte im öffentlichen Raum. Die Sparkasse begleitet den Wandel der Kommunen mit, die heute in besonderem Maße auf kompetente und verlässliche Finanzpartner angewiesen sind.

Für diese Wertschöpfung in unserer Region verwenden wir die Einlagen unserer Kundinnen und Kunden zur Vergabe von Krediten an Gewerbetreibende und kleine oder mittlere Unternehmen, private Personen sowie Kommunen und Institutionen. Die Sparkasse Heidelberg ist damit in ihrem Geschäftsgebiet Steuerzahler, Arbeitgeber, Auftraggeber und Finanzier für die heimische Wirtschaft, einschließlich Startups. 

Im Rahmen der ganzheitlichen Beratung erklären wir unseren Kundinnen und Kunden mögliche Finanzprodukte und versetzen sie auch bei komplexen Sachverhalten in die Lage, Produkte und Dienstleistungen informiert und gemäß ihren Bedürfnissen auswählen zu können. Diese Produkt- und Dienstleistungsempfehlungen sollen die wirtschaftlichen Risiken unserer Kundinnen und Kunden, die etwa aus fehlender Vermögens- und Altersvorsorge oder Überschuldung erwachsen können, reduzieren. Jugendliche klären wir im Rahmen der Wirtschaftserziehung auf, damit sie den Sinn des verantwortlichen Umgangs mit Ersparnissen, Girokonten und Krediten verstehen.

Gemäß unserem Auftrag verpflichten wir uns überdies, allen Menschen den Zugang zum Zahlungsverkehr zu ermöglichen, unabhängig von ihrer Stellung und ihrem Einkommen. Für sie führen wir Girokonten und bieten damit die Basis für ein umfassendes Produkt- und Dienstleistungsangebot in der Geldanlage, Finanzierung oder im Zahlungsverkehr.

Mit dem verbleibenden Teil der Wertschöpfung betrauen wir Unternehmen aus der Sparkassen-Finanzgruppe (z. B. Deka Bank, SV Versicherung, Landesbausparkasse, Landesbank Baden-Württemberg), die über eigene Nachhaltigkeitsrichtlinien verfügen (z. B. UN Principles for Responsible Investment, Verhaltenskodex für den Vertrieb von Versicherungsprodukten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, Umwelterklärung, UN Global Compact) und anerkannte, regionale Unternehmen, mit denen wir sukzessive Lieferantenvereinbarungen zur Nachhaltigkeit schließen.

Grundsätzlich erfolgt mit jedem neuen Dienstleister/Lieferanten, der für den jeweiligen Fachbereich als wesentlich erachtet wird, ein Gespräch zur Nachhaltigkeit (im Zuge der Ansprache zur Datenschutzgrundverordnung). Hier werden die wesentlichen ökologischen und sozialen Werte besprochen, die uns wichtig sind und großteils auch der deutschen Gesetzgebung oder anerkannten Normen entsprechen ( z. B. Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen). Ziel ist die schriftliche Vereinbarung der Einhaltung dieser Werte, Gesetze und Normen. In Einzelfällen wird die Nachhaltigkeitsbeauftragte in den Dialog eingebunden. Insgesamt erwarten wir von unseren wesentlichen Lieferanten, dass sie sich in demselben Maß, wie wir, in ihren geschäftlichen Aktivitäten zu ihrer ökologischen, ökonomischen, sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung bekennen (siehe auch Leistungsindikator SRS-414-2 zu Kriterium 17). 

Beim Einkauf von Produkten und Dienstleistungen bevorzugen wir Dienstleister aus unserer Region. Über Lieferantenrichtlinien der Nachhaltigkeit sorgen wir auch bei unseren Dienstleistern für die erforderliche Achtsamkeit im Umgang mit Ressourcen und Menschen.


In unserem Kundengeschäft spielen Nachhaltigkeitsaspekte eine immer größere Rolle. Unser nachhaltiges Fondsangebot weiten wir sukzessiv aus. Bei der Anlage von Eigenmitteln berücksichtigen wir Ausschlusskriterien, die wir mit Unterstützung der Nachhaltigkeits-Ratingagentur imug definiert haben. Die Bedeutung dieser Aspekte wird zukünftig - auch im Hinblick auf regulatorische Entwicklungen - weiter stark zunehmen. So werden insbesondere klimarelevante Fragestellungen ab dem Jahr 2021 eine immer größere Rolle in der Kreditvergabe spielen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat hierzu ein Merkblatt veröffentlicht.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4