1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Bereits am 10. März 2008 verabschiedete der Rat der ehemaligen Stadt Langen (Vorgängerin der Stadt Geestland) Leitlinien zur Sicherstellung der Handlungsfähigkeit der Kommune in der Zukunft. Diese wurden kontinuierlich weiterentwickelt und an die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die demografischen Herausforderungen angepasst. Die zurzeit aktuelle dritte Fassung wurde vom Rat der Stadt Geestland in der Sitzung am 14. März 2016 verabschiedet https://www.geestland.eu/pics/download/1_1456578023/Leitlinien_-_Fortschreibung_2016.pdf. In der gleichen Sitzung hat sich der Rat ebenfalls mit der Erklärung der Gemeinden und Regionen Europas "Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten" (AGENDA 2030) befasst und die von den Vereinten Nationen verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele für die Stadt verbindlich erklärt. Die Durchführung und Einhaltung der Strategie wird durch periodische Nachhaltigkeitsberichte sichergestellt.

Die Erstfassung der Leitlinien beinhaltete die Handlungsfelder "Bildung, Familie und Wirtschaft sowie Wirtschaftsförderung". In der aktuellen Fassung umfassen diese die nachstehenden Schwerpunkte: Bildung, Familie, Stärkung des Ehrenamts, Integration und Inklusion, Wirtschaft(-sförderung), Landwirtschaft, Solide Finanzen, Demografische Entwicklung,  Infrastruktur und Stadtentwicklung, Mobilität und Versorgung, Energie, Klima, Umwelt und Natur, Tourismus, Freizeit und Sport, Brandschutz. Diese verbindlich beschlossenen Handlungsfelder zielen auf Ressourcenschonung, Generationengerechtigkeit sowie die Sicherstellung der wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit ab. Diese Leitlinien ziehen sich wie ein roter Faden durch unser ganzes Agieren.

Derzeit wird eine Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet.

Die Stadt Geestland sieht auch die stetig wachsende Vielfalt der Gesellschaft, beeinflusst durch Globalisierung, Flucht! und den demografischen Wandel als Chance für ihr nachhaltiges Handeln. Das betrifft nicht nur die bereits vorhandene Vielfalt bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern auch die vielfältigen Anliegen unserer sämtlichen Partner. Vielfalt ist bunt und beinhaltet viele unterschiedliche Fähigkeiten, Talente, Ideen und eröffnet Chancen für innovative und kreative Lösungen. Die Stadt Geestland nutzt diese Potenziale als Vorteil für sich.

Einige Maßnahmen:

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die Stadt Geestland hat als kommunale Gebietskörperschaft eine gesamtgesellschaftliche Verpflichtung. Das kommunale Handeln ist an den Problemstellungen der Generationengerechtigkeit, starke Nachaltigkeit und der demografischen Veränderungen ausgerichtet. Hierbei spielen auch die ökonomischen, ökologischen und sozialen Rahmenbedingungen eine tragende Rolle. Ergebnis muss sein, dass die heutigen Entscheidungen "enkelkindtauglich" sind. Aus diesem Grund macht sich die Stadt Geestland auf den Weg, Gemeinwohlökonomie-Gemeinde zu werden. Der Beschluss wird Anfang 2019 gefasst.

Für die Stadt Geestland als Kommune ist eine Binnendifferenzierung einzelner Aktivitäten aufgrund ihrer gesamtgesellschaftlichen Verpflichtung schwer möglich. Alle Aktivitäten müssen als homogene Gesamtheit unter Berücksichtigung nachhaltiger Vorgaben wie Generationengerechtigkeit, Ressourcenschonung betrachtet werden. Temporäre Abweichungen sind aufgrund des gesamtgesellschaftlichen Auftrags möglich. Zusammengefasst sind jedoch die Aktivitäten gleichwertig zueinander.
Dem demografischen Wandel wird entgegengewirkt. Entgegen dem allgemeinen Trend verzeichnet die Stadt Geestland steigende Einwohnerzahlen. Dadurch wird eine Auslastung der vorhandenen Infrastruktur erreicht. Die Stadt hat mittlerweile Vorbildfunktion für andere Kommunen erreicht. Dadurch sind in der Region auch bei anderen Kommunen Nachhaltigkeitsbestrebungen zu beobachten. Die durch die beschriebenen Maßnahmen erreichten finanziellen Spielräume erweitern die Möglichkeiten für weitere Aktivitäten. In Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung können jedoch ökonomische Veränderungen dazu führen, dass begonnene Maßnahmen evtl. verändert oder verschoben werden müssen, was im Prozess sowohl intern als auch extern zu Enttäuschungen führen kann.

Die Stadt Geestland hat ihre Nachhaltigkeitsaspekte anhand ihrer Leitlinien zur Sicherstellung der Handlungsfähigkeit in der Zukunft identifiziert. Die letzte Fortschreibung erfolgte am 14.03.2016 und umfasst folgende Handlungsfelder: Bildung, z. B. Neubau und / oder Sanierung von Schulen und Kindergärten, starke Integrierung der Bildung Nachhaltige Entwicklung in alle Kindertageseinrichtungen. Familie, z. B. Bereitstellung von ausreichend Plätzen für die Kinderbetreuung (Krippe bis Hort), Ferienbetreuung, vielfältige Vereinsmöglichkeiten, günstige Bauplätze, relativ gut ausgebauter ÖPNV Stärkung des Ehrenamtes, z. B. Einführung einer Ehrenamtscard, Dankes-Dinner für Ehrenamtliche. Inklusion und Integration, z. B. hat die Stadt Geestland eine Inklusionsbeauftragte und es gibt eine Flüchtlingsfirma „Anpacken“, in der Taschen aus alten Bannern genäht werden, die Fahrräder reparieren etc. Wirtschaftsförderung und Landwirtschaft, z. B. Heimat shoppen, Geestland-Gutschein, Kooperationen mit der Landwirtschaft, z. B. Nutzung der Wirtschaftswege Solide Finanzen, bereits seit dem Jahr 2015 benötigt die Stadt keine Liquiditätskredite mehr, um die laufenden Ausgabe zu decken. Die nach Abzug der Entschuldungshilfen aus zwei Zukunftsverträgen für das Jahr 2014 vertraglich geplanten Liquiditätskredite in Höhe von ca. 11 Mio. Euro wurden durch die konsequente Haushaltsplanung nicht benötigt und konnten komplett abgebaut werden. Bei Einreichung von Anträgen muss bereits ein Finanzierungshinweis vorhanden sein. Demografische Entwicklung, z. B. mit Hilfe unseres Demografie-Cockpits kann die Entwicklung der Altersstruktur der Stadt  ermittelt werden und darauf reagiert werden, z. B. Schließung von Schulen oder Neubau von Kindergärten. Infrastruktur und Stadtentwicklung, z. B. Ausbau von Straßen und Wegen nur soweit wie finanzielle Mittel und personelle Ressourcen vorhanden sind. Bei der Stadtentwicklung werden nur noch ganz bewusst neu Baugebiete ausgewiesen, zunächst sollen die vorhandenen bebaut werden. Mobilität und Versorgung. Diese beiden Themen liegen nicht in unserer Hand. Wir sind aber immer bemüht, unseren ÖPNV bedarfsgerecht auszubauen. Die Versorgung mit Gas, Wasser und Strom ist gut. Energie, Klima, Umwelt und Natur, z. B. Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, eigene Bienenvölker, viele stadteigene Rabatten wurden zu Blühstreifen umfunktioniert. Tourismus, Freizeit und Sport, z. B. regelmäßig wiederkehrende Feste, die Moor-Therme in Bad Bederkesa, Sportangebote für jedermann, auch vom Rathaus aus organisiert. Brandschutz, z. B. Neubau von Feuerwehrgerätehäusern, Anschaffung von neuen Feuerwehrfahrzeugen. Die Leitlinien orientieren sich an der Lebenssituation und der Lebenswirklichkeit der Menschen hier vor Ort. Hier sind andere Herausforderungen zu bewerkstelligen als in Großstädten, z. B. ÖPNV. Das sind nur wenige Auszüge aus unserer Tätigkeit.  

Soweit die Stadt Geestland auch immer nachhaltig handeln möchte, können bei allen Handlungsfeldern und sämtlichen Verwaltungshandeln Zielkonflikte auftreten. In der Stadt Geestland ist zum Beispiel aktuell Thema, dass für die Erweiterung einer Schule Bäume gefällt werden müssen. Wobei man sagen muss, die Schule liegt nicht in unserer Trägerschaft und der Wald ist ein Nutzwald. Ökologische und soziale Betrachtung.   In der Stadt Geestland gibt es einen Beirat für Nachhaltigkeit, in dem auch solche Punkte diskutiert werden. Der Beirat setzt sich aus Vertreter*innen von Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft, Ehrenamt, Schulen und Wirtschaft zusammen. Von daher verfügen wir mit dem Beirat über gutes Expertenwissen in allen Bereichen.   Für die Zukunftsgestaltung sollte man die Nachhaltigkeitsaspekte als Chance und nicht als Bürde begreifen. Wir haben die Möglichkeit, damit unsere Zukunft zu gestalten. Wobei anzumerken ist, dass natürlich auch auf die äußeren Einflüsse und Umstände zu achten und zu reagieren gilt. Das gilt für alle unsere Handlungsfelder.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Obwohl bereits durch gesetzliche Vorgaben alle Kommunen den Grundsätzen der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit verpflichtet sind, wird die Neuausrichtung auf die kommenden Anforderungen Veränderungen in allen Handlungsfeldern nach sich ziehen.
Begrenzte Ressourcen und steigende Anforderungen stellen Herausforderungen dar, denen sich auch die Stadt Geestland stellen muss. Besondere Bedeutung hat die verantwortungsbewusste Verwaltung der Stadt von den Bürgerinnen und Bürgern in Form von Steuern zur Verfügung gestellten Finanzmittel, die die Stadtverwaltung für die Erledigung ihrer Aufgaben einsetzt. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, werden Ziele festgelegt. Jeder Beteiligte ist in seinem Verantwortungs- und Aufgabenbereich dafür verantwortlich, dass die vorgegebenen Ziele erreicht werden. Im Haushaltsplan wurden die 20 DNK-Kriterien verankert und in den Vorlagen für Verwaltungsausschuss und Rat, die den Neubau, den Ausbau von unserer kompletten städtischen Infrastruktur (Gebäude, Straßen, Wege, Straßenbeleuchtung etc.) betreffen, müssen die Folgekosten mit angegeben werden.

Hierbei gilt, dass Ergebnisse die Vorgabe von Aktivitäten ersetzen. Um Mittel und Leistungen optimal einzusetzen, orientiert sich die Stadt Geestland an Wirkung und Wirtschaftlichkeit ihrer Aktivitäten. Die Entscheidungslogik wird demnach künftig durch eine Kopplung von Wirtschaftlichkeits- und Wirkungsbetrachtungen geprägt sein.

Um den eben genannten Herausforderungen wirkungsvoll zu begegnen, orientieren wir uns an unseren Leitlinien. Selbstverständlich stehen überregionale und auch weiterhin globale Projekte auf unserer Agenda. Alle vereinbarten Ziele sind hinsichtlich des ganzheitlichen Ansatzes unter Berücksichtigung der bekannten Herausforderungen und hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit genauestens zu überprüfen. Zur Finanzierung der mit der Umsetzung der vorgegebenen Ziele verbundenen Arbeiten und Maßnahmen dürfen Kreditmittel nur in begründeten Ausnahmefällen verwendet werden.

Die Zielerreichung wird durch den  Nachhaltigkeitsbericht kontrolliert. Eine Bewertung und eine Priorisierung erfolgt aufgrund des gesamtgesellschaftlichen Auftrags der Stadt nicht. Das eine oder das andere Ziel kann temporär im Mittelpunkt stehen, jedoch in der Gesamtheit wird es immer wieder eine homogene Betrachtung geben.

Im Sinne einer nachhaltigen Finanzwirtschaft steht bereits fest, dass ab 2021 wieder gespart wird.

Außerdem wird derzeit an der Nachhaltigkeitskommunikation gearbeitet. Das wurde bisher in der geplanten Form noch nicht praktiziert. Angeblich haben 98 % der Menschen in Deutschland den Begriff Nachhaltigkeit in irgendeinem Zusammenhang schon einmal gehört. Dies ist aus Sicht von Marketing-Fachleuten ein sonst kaum erreichter Spitzenwert der Bekanntheit. Genau hierin jedoch liegt auch das Lösungserfordernis: Irgendein Zusammenhang macht deutlich, wie inflationär der Begriff genutzt wird. Es gibt nachhaltige Zahnbürsten, nachhaltige Kaugummis, nachhaltige Flugreisen, nachhaltige Betriebsergebnisse, ja auch nachhaltige Webseiten. Alles ist irgendwie nachhaltig. Kurzum: Nachhaltigkeit hat sich zu einem Marketing-Schlagwort mit weitem Interpretationsspielraum gewandelt mit der Folge, dass kaum ein Mensch sich eine konkrete Vorstellung von der Bedeutung des Wortes machen kann.

Um diese gesamtgesellschaftliche Thematik  bekannter zu machen, die Menschen in den Prozess der nachhaltigen Entwicklung mit einzubeziehen und ihnen die 17 Entwicklungsziele der Vereinten Nationen näher zu bringen, wollen wir aufzuzeigen, was in Geestland umgesetzt worden ist. Wir wollen unsere Bevölkerung in Geestland damit ansprechen und sie zum Mitmachen annimieren, ohne erhobenen Zeigefinger. Bewusstseinsbildung ist hier wohl der bedeutende Begriff. Informationen über unsere nachhaltigen Maßnahmen werden derzeit nur in wenigem Umfang auf unserer Website dargestellt. Doch für eine gute und wirksame Nachhaltigkeitspolitik muss es in Zeiten der Digitilasierung darüber hinaus gehen. Unser großer Vorteil: Wer gutes tut, kann guten Content liefern. Wir haben gute Stories und engagierte Menschen, die erzählt werden können und sollten. Mal eine ganz andere Form der Kommunikation. Storytelling. Heute ist es wichtiger denn je, die Personen und nicht einfach nur Daten und Fakten in den Vordergrund der Kommunikation zu stellen.

Wir arbeiten hier auch mit der Leuphana Universität in Lüneburg zusammen. Die Student*innen entwerfen für die Stadt Geestland Wettbewerbe für Nachhaltigkeitskommunikation.

Jeweils zu Beginn des Jahres werden die Jahresarbeitsplanungen der Bereiche der Stadt Geestland (Stabsstellen, Bereich Zentrale Dienste, Personal, Organisation und Kommunalpolitik, Bereich Finanzen und Controlling, Bereich Bürger- und Familienservice, Bereich Bauen, Umwelt und Stadtentwicklung). In diesen Planungen sind die entsprechenden Ziele festgelegt. Diese Planungen werden von den Bereichen in Eigenregie entsprechend überprüft und abgearbeitet. Da geht es z. B. um energetische Sanierung von Gebäuden, mittelfristig anzusehen, Durchführung von plastiktütenfreien Tagen, kurzfristige Maßnahmen, Umsetzung eines Generalentwässerungsplanes, langfristige Maßnahmen. Das ist ein kleiner Querschnitt durch alle Bereiche. Diese Planungen sind sehr umfangreiche Listen. Neubau einer Grundschule, mittelfristige Zielsetzung. Hierfür werden natürlich Fertigstellungsdaten ausgegeben. Aber teilweise können wir das gerade bei den Bautätigkeiten nicht beeinflussen. Während der Bauphase melden dann Firmen Insolvenz an.

Unser Handeln ist ganzheitlich und an die Nachhaltigkeitsziele der Vereinen Nationen ausgerichtet. Es gibt in Geestland sogar noch zweit weitere SDGs, und zwar Nr. 18 Flucht und Asyl sowie Nr. 19 Freude am Leben. Wir beziehen die SDGs wie folgt ein, z. B. Neubau einer Grundschule, Bildung Nachhaltige Entwicklung, Durchführung von Forschermessen für Kinder kommt  das SDG 4 Hochwertige Bildung in Betracht. Energetische Sanierung von Gebäuden, Einbau von Steuerungselektronik in die LED-Straßenbeleuchtung, SDG 7, bezahlbare und saubere Energie, Gesundheitsmanagement für unsere Bevölkerung und die eigenen Mitarbeiter*innen, SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen. Die Stadt Geestland ist Fairtrade-Town und auch Mitglied einer Fairtrade-Region Unterweser. Hier kommt das SDG 12 nachhaltiger Konsum zum Tragen. Wobei die Stadt neben fair auch regional und bio im Blick hat. Bei den vorstehenden Projekten handelt es sich nur um einen kleinen Auszug von den Maßnahmen und Projekten, die die Stadt Geestland durchführt. 

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Für die Stadt stellt sich die Wertschöpfung, bezogen auf das Thema Nachhaltigkeit, in drei Kategorien dar. Hierdurch begründet sich auch gleichzeitig die Tiefe der Überprüfung der Nachhaltigkeitskriterien. Erste Kategorie: "Enkelkindtauglichkeit", hier lässt sich die Tiefe nur bedingt erfassen, da dieses Kriterium zukunftsgerichtet ist und zum großen Teil auf Prognosen basiert. Hier lassen sich nur die gegenwärtigen zukunftsgerichteten Entscheidungen quantifizieren und qualifizieren. Zweite Kategorie: Ökologisch, ökonomisch und soziale Dimensionen der Entscheidungen für die direkt und indirekt betroffenen Generationen treffen. Die Beurteilungstiefe hier lässt sich aufgrund von Zahlen, Daten und Fakten genau belegen, wobei einige Bewertungsangaben pauschaliert werden. Diese Ungenauigkeiten bedingen keine größeren Ergebnisabweichungen, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Dritte Kategorie: Handlungsräume neu gewinnen durch Innovation und nachhaltiges Wirtschaften. Diese Kategorie generiert einen zusätzlichen Mehrwert, weshalb eine Bewertung der Tiefe nicht vorgenommen werden kann.

Bei Ausschreibungen für Bauleistungen und andere Leistungen sind wir an die Vergabe- und Vertragsordung für Bauleistungen (VOB) oder Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen (VOL) gebunden oder wenn notwendig sogar an die EU-Vergaberichtlinie gebunden. Dort sind Punkte, wie Menschen- und Arbeitsrecht aufgeführt.

Behandlung von sozialen und ökologischen Problemen

Aktuelle und vorhandene Probleme sind uns bekannt und werden mit den jeweiligen Anspruchsgruppen und -trägern kommuniziert und thematisiert. Die Stadt zeigt sich gegenüber neu auftretenden Problemstellungen offen und reagiert hierauf unter Berücksichtigung der beschlossenen Zielsetzungen. Aktuelles Beispiel hier in Geestland ist die Schulerweiterung, bei der in einem Nutzwald Bäume zu fällen wären. Es wurden Gespräche mit den "Baumfällgegnern" geführt. Die Stadt wird, obwohl sie gar nicht Schulträger ist, Bäume an anderer Stelle wieder pflanzen.

Die Stadt Geestland ist kein produzierendes Gewerbe, sondern ein Dienstleister für ihre Bürger*innen. Von daher tätigen wir keinen Rohstoffeinkauf oder derartiges. Bei den Ausschreibungen von Baumaßnahmen wird darauf geachtet, dass der anfallende Bauschutt umweltschonend entsorgt wird. Den Nachweis müssen uns die Firmen erbringen. Beim Einkauf von Büromaterialien wird auf  Nachhaltigkeit geachtet, z. B. beim Papiereinkauf auf das Siegel „Blauer Engel“.

Derzeit werden die Nachhaltigkeitskriterien in der Wertschöpfungskette nicht überprüft, außer bei den vorgenannten Beispielen. Die Stadt Geestland wird sich im Jahr 2019 der Gemeinwohl-Ökonomie widmen. Dort werden dann auch unsere Lieferanten und Firmen um einen  Nachhaltigkeitsscheck gebeten. Beispielsweise Ökologische Aspekte wären keine gefährlichen Inhaltsstoffe, nicht krebserregend, die Wiederverwendbarkeit oder eine ressourcenschonende Herstellung. Soziale Aspekte wären ein Diskriminierungsverbot, keine Zwangs- oder Kinderarbeit Lohn- und Chancengleichheit, Arbeitsplatzsicherheit sowie eine aktive Integrationsförderung. Beide Aspekte sind dann jeweils auf die Firma  sowie deren Lieferkette zu beziehen.


Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4