1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Beschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie:
Nachhaltiges Handeln ist der zentrale Leitgedanke der Geschäftsstrategie der IB.SH und damit ein wesentliches Kriterium für die geschäftspolitischen Entscheidungen. Die IB.SH orientiert sich dabei am 3-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit und richtet ihre Geschäftstätigkeit unter ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten nachhaltig aus. Dabei nutzt die IB.SH den ESG-Ansatz mit selbst entwickelten Kriterien.
Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex wird als nachhaltigkeitsrelevanter Standard zu Grunde gelegt; für die Nachhaltigkeitsberichtserstattung nutzt die IB.SH das Leistungsindikatorenset GRI G4.


Maßnahmen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie:
Bei der Gestaltung ihres Produkt- und Dienstleistungsangebotes berücksichtigt die IB.SH ökonomische, ökologische und soziale Aspekte ausgewogen, so dass das Angebot der IB.SH in seiner Gesamtheit die nachhaltige Entwicklung Schleswig-Holsteins unterstützt. Gleichzeitig gewährleistet es dauerhaft auskömmliche Erträge für die IB.SH – als notwendige Grundlage für eine nachhaltige Erfüllung ihres Förderauftrages.

1. Ökonomische Säule
Der Geschäftsbetrieb ist nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu führen. Es gilt das Kostendeckungsprinzip, wonach grundsätzlich nur Aufgaben wahrgenommen werden dürfen, wenn die Deckung der Aufwendungen gewährleistet ist. Hierbei sind alle Kosten einzubeziehen, also beispielsweise auch die Risikokosten.
Das Geschäftsmodell der IB.SH beruht auf der Gewährleistung einer jederzeitigen soliden Risikotragfähigkeit. Zudem ist ein ausreichendes Betriebsergebnis zur Bildung des aufsichtsrechtlich erforderlichen Eigenkapitals zu erwirtschaften.

2. Ökologische Säule
Die IB.SH beachtet bei ihren geschäftlichen Aktivitäten bereits heute ökologische Kriterien und wird mit gezielten Maßnahmen dafür sorgen, diesem Anspruch und den sich stetig verändernden Rahmenbedingungen und steigenden Herausforderungen dauerhaft gerecht zu werden.
Als weitere Ausprägung der ökologischen Komponente der Nachhaltigkeit ist die Unterstützung des Landes bei den verschiedenen Maßnahmen zur Energiewende und zum Klimaschutz anzusehen. Die IB.SH fördert insbesondere mit vielfältigen Förderprogrammen Vorhaben zur Energieeinsparung (z.B. Finanzierung von energetischen Sanierungen und Neubauprojekten im Immobilienbereich) und Energieeffizienz (z.B. Finanzierung von Maßnahmen zur Optimierung der Energieeffizienz in Unternehmen). Außerdem unterstützt die IB.SH gezielt Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien (z.B. Finanzierungen zum Ausbau der Windenergie). Eine besondere Rolle kommt dabei der Energieagentur der IB.SH zu, die sowohl für die Bereiche der Bank als auch für die Kundinnen und Kunden der IB.SH, deren Hausbanken und für das Land als sach- und fachkundiger Ansprechpartner bei vielfältigen energiewirtschaftlichen und ökologischen Fragestellungen bereitsteht und zentraler Bestandteil des Branchennetzwerks in Schleswig-Holstein ist. Die IB.SH Energieagentur führt zudem im Auftrag des Energiewendeministeriums die landesweite Energie- und Klimaschutzinititative (EKI) durch und steht dadurch zu Klimaschutz- und Energiewendethemen in stetigem Austausch mit vielen Multiplikatoren und Kommunen in Schleswig-Holstein.
Weiter ist die Geschäftstätigkeit der IB.SH darauf ausgerichtet, belastende Auswirkungen auf die Umwelt weitestgehend zu vermeiden. Dieser Ansatz findet z.B. bei der Organisation von Veranstaltungen und dem Einkauf Anwendung. Darüber hinaus wird beim aktuell in Umsetzung befindlichen Neubau der IB.SH der DGNB-Gold-Standard (Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen) eingehalten und eine effiziente Gebäudetechnik installiert. Der Neubau wird von einem privaten Partner errichtet, der das Gebäude nachhaltig, wirtschaftlich und langfristig bewirtschaftet.

3. Soziale Säule
In sozialer Hinsicht ist das Handeln geprägt von der Rolle der IB.SH als sozialer Arbeitgeber und dem gesellschaftlichen Engagement der IB.SH. Durch die operative Geschäftstätigkeit werden bspw. Arbeitsplätze erhalten bzw. geschaffen, allgemeiner und sozialer Wohnraum gefördert und der Ausbau kommunaler Infrastruktur unterstützt.
Die Rolle als sozialer Arbeitgeber drückt sich insbesondere in vielfältigen Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie dem Aus- und Weiterbildungsanspruch der IB.SH, einschließlich der Förderung von Potenzialträgern, aus. Ein weiterer Aspekt betrifft die Gesundheitsförderung sowie die Beachtung jeglicher Grundsätze zur Gleichstellung und Berücksichtigung einer angemessenen Vielfalt beispielsweise in Bezug auf Kultur und Religion sowie Alter, Geschlecht und/oder Behinderung.
Das gesellschaftliche Engagement ist geprägt von der Nachwuchsförderung einerseits und dem spendenbasierten Engagement andererseits. Die Nachwuchsförderung bezieht sich vor allem auf die Bereiche Kunst und Kultur, Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft. Das spendenbasierte Engagement der IB.SH findet seinen Niederschlag in erster Linie im Betrieb der Online-Spendenplattform „WIR BEWEGEN.SH“ (www.wir-bewegen.sh) für ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine, die finanzielle Mittel benötigen, für Projekte in den Bereichen Kultur, Miteinander und Helfen, Sport, Bildung, Tiere, Gesundheit und Umwelt. Mithilfe von Crowdfunding einerseits und Zuspenden der IB.SH sowie weiteren institutionellen Spendern andererseits werden die Projekte über die Plattform finanziert. Mithilfe der Spendenplattform konnten im Jahr 2018 79 gemeinnützige Projekte umgesetzt werden. Erreicht wurde dies durch 1.411 Einzelspenden mit einem Spendenvolumen von 184.235 €.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Als zentrales Förderinstitut unterstützt die IB.SH das Land Schleswig-Holstein bei der Umsetzung wirtschafts- und strukturpolitischer Aufgaben. Ihr Ziel ist es, gemäß ihrer Geschäftsstrategie aus eigener Ertragskraft nachhaltiges Wachstum, Fortschritt und dauerhaft gute Lebensbedingungen in Schleswig-Holstein zu fördern. Mit dieser Zielsetzung vergibt die IB.SH Fördermittel an Firmen, Immobilienkundinnen und -kunden, die Landwirtschaft sowie Kommunen für Infrastruktur-, Arbeitsmarkt- und Ausbildungsmaßnahmen, Umwelt- und Energieprojekte sowie den Städtebau. Außerdem berät sie umfassend zu Finanzierung und Förderung unter Berücksichtigung von Innovationen sowie Umwelt-, Energie- und Klimaschutzaspekten. Die Geschäftstätigkeit der IB.SH wirkt daher unmittelbar nachhaltig.
Neben dieser Nachhaltigkeitswirkung fokussiert die IB.SH ihre Aktivitäten auf weitere als wesentlich im Sinne des § 289c Abs. 2 HGB erachtete Sachverhalte im Bereich der ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortung, wie in der Wesentlichkeitsmatrix ersichtlich ist:

Eine wesentliche Wirkung auf die nachhaltige Entwicklung hat die IB.SH insbesondere durch ihre Förderprodukte (z.B.: Soziale Wohnraumförderung, Arbeitsmarktprogramme, Infrastrukturförderung, Energieeffizient Bauen/Sanieren). Dazu gehören neben der Finanzierung und Förderung von Maßnahmen auch die aus Mitteln des Landes finanzierten Beratungsleistungen, z.B. zu Umwelt-, Energie- und Klimaschutzaspekten.
Das Förderprogrammportfolio der IB.SH wird durch das Produkt- und Digitalisierungsmanagement unter Beteiligung der verschiedenen Anspruchsgruppen regelmäßig überprüft und angepasst.
Daneben sind für die IB.SH die Ressourcenschonung im Bankbetrieb, nachhaltige Prozesse, gesellschaftliches Engagement und die Verantwortung als Arbeitgeber wesentlich in Bezug auf nachhaltiges Wirken.

Durch ihre Geschäftstätigkeit ergeben sich für die IB.SH soziale und ökologische Chancen und Risiken.
Das Land, der Bund und die Europäische Union legen Förderrichtlinien und Rahmenbedingungen mit einem bestimmten Förderziel fest. Dabei besteht das Risiko von ungewollten Nebeneffekten oder unvorhergesehenen Fehlanreizen mit negativen sozialen oder ökologischen Auswirkungen. Risiken im Sinne von „Moral Hazard“ können dort entstehen, wo die IB.SH Vorhaben finanziert oder mitfinanziert. Sie kommen zum Tragen, wenn die Empfänger der Finanzierung gegen Nachhaltigkeitskriterien verstoßen. Um diese Risiken zu minimieren, bestehen in der IB.SH Regeln und Prozesse (vgl. Kriterium 6).
Zu den aktuellen Dialogverfahren für die Umsetzung des „EU Aktionsplans: Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ und die sich daraus ergebenden regulatorischen Themenstellungen wie Offenlegungspflichten oder die Betrachtung von Nachhaltigkeitsrisiken im Risikomanagement steht die IB.SH im Austausch mit der BaFin, um die in Zukunft erforderlichen Schritte schnell umsetzen zu können.

In der Wesentlichkeitsmatrix wird die Bedeutung der wesentlichen Aktivitäten für interne Stakeholder, hier auf der Horizontalachse und für externe Stakeholder auf der Vertikalachse dargestellt.

Tabelle: Wesentlichkeitsmatrix
Bedeutung für interne Stakeholder / externe Stakeholder Mittel (intern) Hoch (intern) Sehr hoch (intern)
Sehr hoch (extern) Beteiligung von Anspruchsgruppen
(Stakeholderdialog, Netzwerke)
Beratung zu Klimaschutz und Umwelt Nachhaltige Förderprodukte (Soziale Wohnraumförderung, Arbeitsmarktprogramme, Infrastrukturförderung, Energieeffizient Bauen/Sanieren, Erneuerbare Energien)
Hoch (extern) Gesellschaftliches Engagement Ressourcenschonung im Bankbetrieb (u.a. Neubau) Produkt- und Innovationsmanagement
Mittel (extern)   Prozessebene Nachhaltigkeit Mitarbeiterverantwortung


Abbildung: Wesentlichkeitsmatrix



Als Kreditinstitut ist die IB.SH an gesetzliche Normen und Vorgaben gebunden und unterliegt der Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Daher werden die Themen Korruptions- und Betrugsprävention nicht im Rahmen der Wesentlichkeitsmatrix adressiert, stellen aber eine aufsichtsrechtliche Notwendigkeit dar. Zur Geldwäsche- und Betrugsprävention finden zum Beispiel regelmäßig Pflichtschulungen statt.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Langfristige qualitative und quantitative Ziele für die Nachhaltigkeitsmaßnahmen der IB.SH und deren Umsetzungsstatus:

Zielbezeichnung Format Priorität Zeitrahmen Operationalisierung Kontrolle
Nachhaltigkeit und nachhaltiges Verhalten auf allen Ebenen stärken Qualitativ Sehr hoch 2018/2019 Implementierung eines Nachhaltigkeitsmanagementsystems erledigt!
Nachhaltigkeitsmanagement wurde in 2018 eingeführt (siehe Kriterien 5 und 6)
Beteiligung von Anspruchsgruppen ausbauen Qualitativ Sehr hoch 2018 Regelmäßiges Kundenfeedback einholen erledigt
Kundenfeedback in 2018 eingeführt und einzelne Kundensegmente befragt (siehe Kriterium 10)
Beteiligung von Anspruchsgruppen Qualitativ Sehr hoch 2019/2020 Neues Ziel:
Kundenfeedbackabfrage in den Regelbetrieb übernehmen
Vorliegen von Befragungsergebnissen weiterer Anspruchsgruppen
Gesellschaftliches Engagement erlebbar machen Qualitativ Hoch 2018/2019 Z.B. Corporate Volunteering erledigt! Einstieg hat stattgefunden, z.B. hat die IB.SH die Ausrichtung der Special Olympics 2018 in Kiel durch MitarbeiterInnen unterstützt und einen Preis beim Nachhaltigkeitspreis SH 2019 ausgelobt (siehe Kriterium 18)
Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern Qualitativ Hoch 2018 Technische Ausstattung für Wahrnehmung von Homeoffice verbessern erledigt! Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben seit April 2018 Notebooks
Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern Qualitativ Hoch 2019/2020 Neues Ziel: Digitale Kompetenzen und Nutzung technischer Möglichkeiten fördern Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in neuer Hard- und Software geschult
Nachhaltige Förderprodukte entlang der jeweiligen Bedarfslagen bereitstellen Qualitativ Hoch 2018/2019 Regelmäßige Überprüfung des Fördererfolgs anhand geeigneter Kriterien erledigt! Erfolgskriterien definiert und geeignete Berichterstattung in 2018 eingeführt (siehe Kriterium 7)
Nachhaltige Förderprodukte entlang der jeweiligen Bedarfslagen bereitstellen Qualitativ Sehr hoch 2019/2020 Neues Ziel: Etablierung einer Systematik, um Förderprodukte zum Thema Nachhaltigkeit zu kategorisieren Systematik liegt vor und Förderprodukte sind kategorisiert
Mitarbeiterbeteiligung fördern Qualitativ Sehr hoch 2018 Regelmäßig Mitarbeiterfeedback einholen und Format für kontinuierliches Ideenmanagement entwickeln erledigt! Konzepte wurden in 2018 entwickelt (siehe Kriterien 9 und 14)
Mitarbeiterbeteiligung fördern Qualitativ Hoch 2019/2020 Neues Ziel: Regelmäßige Mitarbeiterbefragung zu Führungsverhalten, Unternehmenskultur und psychischer Gefährdung Eigenes Konzept zur Befragung entwickelt und erste Befragung in 2019 durchgeführt
Mitarbeiterbeteiligung fördern Qualitativ Hoch 2019 Neues Ziel: Digitales Ideenmanagement nach dem "Prinzip Crowd Innovation" einführen Plattform verwirklicht und Auswertung der Startphase erfolgt
Chancen der Digitalisierung für Prozessoptimierung nutzen Qualitativ Sehr hoch 2018/2019 Interne Prozesse papierlos gestalten erledigt! Pilotprozesse in 2018 digitalisiert, weitere Prozesse werden in 2019 papierlos. (Papierverbrauch siehe Kriterium 11)
Chancen der Digitalisierung für Prozessoptimierung nutzen Qualitativ Sehr hoch 2019/2020 Neues Ziel: Einführung einer Collaboration Software (Sharepoint) Collaboration Software eingeführt
Digitale Kanäle nutzen Qualitativ Hoch 2018/2019 Gezielte Prüfung von Angeboten (z.B. Portale und Plattformen) Analyse und ggf. Umsetzung, wird laufend fortgesetzt
Schonenden Umgang mit Ressourcen im Bankbetrieb vorantreiben Qualitativ Hoch bis 2022 Ziel weiterhin gültig:
Realisierung eines hohen Nachhaltigkeitsstandards (DGNB-Gold) im Zuge des IB.SH Neubaus
Bauauftrag im ÖPP-Verfahren 2018 erteilt, Monitoring der Umsetzung gemäß Vorgaben
Solide Ertragsbasis zur Dotierung des Eigenkapitals Quantitativ Sehr hoch 2019 Wirtschaftsplan Jahresabschluss
Schonenden Umgang mit Ressourcen im Bankbetrieb vorantreiben Qualitativ Hoch 2022 Neues Ziel: Entwicklung eines Managementkonzepts zur Ressourcenschonung Konzept liegt vor
Förderbestände auf hohem Niveau halten Quantitativ Sehr hoch 2019 Neugeschäftsplanung Jahresabschluss

Die IB.SH ordnet die Ziele vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Herausforderungen folgendermaßen ein:
Die IB.SH verfolgt sowohl quantitative als auch qualitative Ziele, die in der Geschäftsstrategie verankert sind. Quantitative Ziele dienen dazu, die Fördertätigkeit der IB.SH aus eigener Ertragskraft langfristig aufrechtzuerhalten. Es geht also im Sinne der Förderung nicht um Gewinnmaximierung, sondern um Kostendeckung und Gewährleistung der Risikotragfähigkeit.

Daneben sind in der Geschäftsstrategie drei qualitative Zieldimensionen verankert:
1. Kunde/Stakeholder
2. Effizienz und Innovation
3. Personal


Die Nachhaltigkeitsziele der IB.SH beziehen sich bisher nicht auf die Sustainable Development Goals der UN.

Es ist ein fest definierter Strategieprozess installiert, in dessen Rahmen die IB.SH-Strategie einer regelmäßigen, mindestens jährlichen Überprüfung unterzogen wird. Im Rahmen des Strategieprozesses und der operativen Planung erfolgt eine Überprüfung, Messung und Weiterentwicklung der qualitativen Dimensionen der Geschäftsstrategie und demzufolge auch der Ziele der Geschäftsstrategie und der Geschäftsbereichsmaßnahmen. Dabei wird entsprechend des zentralen Leitgedankens der Geschäftsstrategie immer auch ein besonderes Augenmerk auf Nachhaltigkeitsziele gelegt. Der Bereich Unternehmensentwicklung, in dem auch die Gesamtstrategieverantwortung sowie die Verantwortung für das Nachhaltigkeitsmanagement angesiedelt sind, ist für die die Überprüfung der Zielerreichung zuständig.
Das Fundament bilden die in 2018 weiterentwickelten Leitsätze für die Unternehmenskultur.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.



Die IB.SH stellt passgenaue Finanzierungen und Beratung für die Wirtschaft, den gewerblichen und privaten Wohnungsbau, die Kommunen und für Privatpersonen bereit. Ihr Ziel ist die zukunftsorientierte Entwicklung Schleswig-Holsteins.
Zu diesem Zweck erhält die IB.SH Mittel von Land, Bund und EU für bestimmte Förderzwecke und nimmt Mittel bei nationalen und europäischen Förderinstituten sowie am Kapitalmarkt auf. Die Mittelaufnahme erfolgt überwiegend auf eigene Rechnung der IB.SH, ein kleinerer Teil betrifft die Verwaltung staatlicher Mittel. Der Treasury-Bereich der IB.SH ist zuständig für eine gute Aussteuerung der Aktiv- und Passivseite und der Liquidität. Damit und mit dem Management von Zinsrisiken unterstützt der Treasury-Bereich die förderpolitischen Aufgaben der IB.SH.
Die IB.SH legt die erhaltenen und aufgenommenen Mittel entsprechend der vordefinierten Förderzwecke als Darlehen oder Zuschüsse heraus. Es entsteht zusätzlich Wertschöpfung dadurch, dass es sich in der Regel um Beiträge zur Finanzierung von Investitionen handelt, die durch weitere Eigen-/Fremdmittelgeber flankiert werden und die ohne Fördermittelkomponente häufig nicht zustande kommen würden. Entsprechend dem Prinzip der ergänzenden Finanzierung vergibt die IB.SH ihre Kredite fast ausschließlich in Kooperation mit Hausbanken und trifft mit diesen entsprechende Vereinbarungen. Dabei prüft sie sorgfältig, ob die zu finanzierenden Vorhaben förderfähig sind. Die Prüfung fällt je nach Art der zu finanzierenden Maßnahmen unterschiedlich aus. Zum Beispiel prüft die IB.SH in der sozialen Wohnraumförderung anhand von Mieterlisten und den zugehörigen Wohnberechtigungsscheinen, ob der geförderte Wohnraum tatsächlich einkommensschwachen Haushalten zur Verfügung gestellt wurde. Auch die Einhaltung energetischer Standards, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen, wird geprüft.

Bei der Durchführung ihrer Aufgaben beachtet die IB.SH die Grundsätze und Ziele der staatlichen Förderpolitik sowie die Bestimmungen der Europäischen Union (z.B. Diskriminierungsverbot, EU-Beihilferecht). Bei der Durchleitung von Mitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LR) oder auch der Europäischen Investitionsbank (EIB) gelten darüber hinaus die Standards und Rahmenbedingungen dieser Institute.

Für ihre Geschäftstätigkeit nimmt die IB.SH direkt und indirekt natürliche Ressourcen in Anspruch. Ressourcenschutz hat für die IB.SH einen hohen Stellenwert (s. Kriterium 2, Wesentlichkeitsmatrix und Kriterium 11).
Der Einkauf von Wirtschaftsgütern und Dienstleistungen erfolgt durch die IB.SH nach den gesetzlich definierten Beschaffungsregeln des Landes Schleswig-Holstein (Vergaberecht etc.). Neben den finanziellen Aspekten fließen im Beschaffungsprozess auch nichtfinanzielle Aspekte, Umweltbelange, Sozialbelange, Arbeitnehmer- und Menschenrechte sowie Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption- und Bestechung ein.
Die nichtfinanziellen Aspekte werden angemessen, wirtschaftlich vertretbar und ausgewogen in der Planung und Durchführung des Beschaffungsprozesses berücksichtigt.
Im Rahmen der eigentlichen Beschaffung werden folgende Aspekte systematisch geprüft und fließen in die Beschaffungsentscheidung ein:
a) Unmittelbare quantitative Kriterien des/der Wirtschaftsgutes/Dienstleistung (z.B. Preis, Fahrtkosten, Rabatte, Skonto)
b) Unmittelbare Qualitative Aspekte des/der Wirtschaftsgutes/Dienstleistung
c) Nichtfinanzielle Aspekte der Herstellung, Lieferung und Leistungsumstände der zu beschaffenden Produkte und Dienstleistungen.
Im Einzelnen bedeutet dies beispielsweise:
Umweltbelange werden durch den Nachweis von z. B. Unternehmenszertifikaten oder Energieeffizienzklassen bei Einhaltung der Ausschreibungsbedingungen berücksichtigt.
Die vom Bieter benannten / angebotenen Dienstleistungen und Produkte werden hinsichtlich der Ökologie (z. B. Umweltzertifikat „Der blaue Engel“ oder FSC -.Forest Stewardship Council) geprüft.
Auf Grund der Produkt- und Dienstleistungsvielfalt gibt es keine standardisierten Prüfverfahren. Für einzelne Produkte werden ökologische Grundsätze beachtet, z.B. Einsatz energiesparender Leuchtmittel und Beschaffung von Ökostrom (emissionsfrei). Arbeitnehmer- und Sozialbelange werden u. a. durch eine Unternehmenserklärung zur Tariftreue (ab 15 TEUR netto) und zum Mindestlohngesetz (ab 25 TEUR netto) fixiert und im Nachgang bei sensiblen Dienstleistungen überwacht. Darüber hinaus wird die Möglichkeit der Beschäftigung von sozial Benachteiligten (Behinderte, Inhaftierte) geprüft.

Eine ausführliche Darstellung aller erhobenen Verbrauchswerte und Maßnahmen zur Ressourcenschonung finden Sie in Kriterium 11 „Umwelt“.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4