1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die Vision des KJR ist ein München, in dem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter Bedingungen aufwachsen, die ihnen Perspektiven für ein selbst bestimmtes und verantwortungsbewusstes Leben geben.

Als Arbeitsgemeinschaft der Münchner Jugendverbände und Träger von Kinder- und Jugendeinrichtungen sehen wir es als unsere Verantwortung, unseren Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft zu leisten. Ein schonender Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen ist Grundlage unseres Handelns ebenso wie Toleranz, Demokratie und Partizipation, Gleichberechtigung und Chancengleichheit, soziale Gerechtigkeit, Frieden und Völkerverständigung. Wir verpflichten uns den Menschenrechten und den demokratischen Werten und setzen uns aktiv für deren Umsetzung ein.

Schon seit Jahren setzen wir vielfältige Maßnahmen um, die das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung verfolgen. Wir beziehen ökologische ebenso wie ökonomische und soziale Belange in unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten mit ein. Durch Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) werden Kinder und Jugendliche beteiligt.

Beispielweise nehmen wir seit 2006 am Umweltberatungs- und Klimaschutzprogramm ÖKOPROFIT München teil und haben in diesem Zusammenhang bereits seit 2007 eine Umweltpolitik im Organisationhandbuch verankert. 19 Einrichtungen und die Geschäftsstelle sind bereits ÖKOPROFIT-zertifiziert. Mehr zu ÖKOPROFIT lesen Sie hier.

Ein erstes Konzept zur Verankerung von Nachhaltigkeit/Bildung für nachhaltige Entwicklung wurde bereits 2008 erstellt. Damit einhergehend wurde ein interner Arbeitskreis zum Thema gegründet und fünf Stunden für die fachliche Unterstützung bei der Implementierung der Maßnahmen bereitgestellt.

Um eine konsequente Ausrichtung in allen Bereichen an Prinzipien der Nachhaltigkeit voranzutreiben, hat der KJR im Jahr 2012 aufbauend auf dem bereits Erreichten, in einem partizipativen Verfahren eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt, an der sowohl die pädagogische Arbeit als auch die Betriebsabläufe ausgerichtet werden (Download Nachhaltigkeitstrategie - PDF).  

Wesentliche Inhalte der Nachhaltigkeitsstrategie sind:


Abgeleitet aus den Empfehlungen in der Nachhaltigkeitsstrategie ist ein Maßnahmenkatalog entstanden, der konkrete Maßnahmen für die Handlungsfelder Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung, Sichtbarmachung und Umsetzung von Nachhaltigkeit im Berufsalltag, Minimierung des Ressourcenverbrauchs und negativer Umwelteinflüsse, nachhaltige Personalentwicklung und Lobbyarbeit beschreibt. Die einzelnen Maßnahmen können in unserer Nachhaltigkeitstrategie auf den Seiten15 ff nachgelesen werden. 

Besondere Bedeutung hatte die Schaffung von 0,5 Stellen mit einem eigenen Budget für die Umsetzung der Strategie und die Koordinierung der Nachhaltigkeitsaktivitäten sowie die Verabschiedung unserer Nachhaltigkeitsstandards im Jahr 2014. Die Standards setzen in unterschiedlichen Handlungsbereichen an und unterstützen die Verankerung von Nachhaltigkeit im KJR.

Unsere Grundsätze im Hinblick auf Nachhaltigkeit sind im Organisationshandbuch festgeschrieben.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

In unserer Nachhaltigkeitsstrategie haben wir wesentliche Einflussbereiche im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung definiert.

Nachhaltigkeit in der pädagogischen Arbeit

Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung in die bestehenden Bildungsangebote

Der KJR nimmt als breit aufgestellter Bildungs- und Betreuungsanbieter und als größter freier Träger der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in München sowie als Arbeitsgemeinschaft der Münchner Kinder- und Jugendverbände eine bedeutende Rolle im kommunalen Geschehen ein. Die Kinder- und Jugendzeit wird bei vielen der Münchner Kinder und Jugendlichen durch das Alltagserleben in Einrichtungen des KJR beeinflusst. Im Durschnitt besuchen pro Tag rund 250 Kinder und Jugendliche unsere Freizeitstätten und knapp 760 Kinder werden täglich in unseren KiTaE’s betreut. Die pädagogische Arbeit des KJR hat damit Einfluss auf Einstellungen bzgl. Nachhaltigkeitsaspekten, den Umgang mit natürlichen Ressourcen, mit Geld, aber auch im Umgang mit dem Gemeinwohl und untereinander. In seinem Kerngeschäft, der praktischen Kinder- und Jugendarbeit, kann der KJR München-Stadt daher eine große Hebelwirkung erzielen. Er möchte sein pädagogisches Angebot daher so konzipieren, dass bei Kinder und Jugendliche Impulse gesetzt werden, die es ihnen ermöglichen, ihr Verhalten zu reflektieren und neu auszurichten. Sie sollen dabei unterstützt werden, ökologische, ökonomische und soziale Folgenabschätzungen zu treffen und dementsprechend verantwortlich zu agieren.

Nachhaltigkeit im Betrieb

Querschnittliche Umsetzung und Sichtbarmachung von Nachhaltigkeit im (Berufs-)Alltag.

Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KJR erleben das Thema Nachhaltigkeit zum einen als Querschnittsthema, zum anderen als Worthülse. Mit dem Ziel, das Thema positiv zu besetzen, soll es mit Leben gefüllt, konkret und greifbar gemacht werden. Als „gelebte Haltung“ soll Nachhaltigkeit im Alltag umgesetzt und abgebildet werden und die Vorbildfunktion der Pädagoginnen und Pädagogen in den jeweiligen Einrichtungen für eine Revitalisierung des Konzepts genutzt werden.

Minimierung des Ressourcenverbrauchs und der negativen Umwelteinflüsse

Mit seinen 49 Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit und 8 KiTaE’s nebst der Geschäftsstelle betreibt der KJR eine Vielzahl von mittleren bis großen öffentlichen Gebäuden, in der etwa hunderte Personen täglich ihren beruflichen oder privaten Alltag verbringen. Somit bleibt die Minimierung des Ressourcenverbrauchs und der negativen Umwelteinflüsse beispielsweise in den Bereichen Wasser- und Energieverbrauch aber auch bei der Beschaffung von Lebensmitteln und anderen Verbrauchsmaterialien ein wichtiges Handlungsfeld.

Personalentwicklung

Im Bereich der Personalentwicklung sind die individuelle Förderung und der Gesundheitsschutz zwei Aspekte zur Förderung der sozialen Nachhaltigkeit im KJR.

Lobbyarbeit

Der KJR kann durch Lobbyarbeit in Verbänden und Netzwerken Impulse für das Thema Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung setzen. Der KJR ist ein gut vernetzter Dachverband und in das lokale Geschehen eng eingebundener Akteur. Seine Beziehungen und Wirkungskreise kann er nutzen, um auch andere Institutionen hinsichtlich eines entsprechenden Bildungsangebots und einer nachhaltigen Arbeits- und Organisationsweise zu beeinflussen.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Nachhaltigkeitsziele sind auf allen Ebenen der Zielsystematik des KJR zu finden. Teilweise unter expliziter Nennung des Begriffs Nachhaltigkeit, teilweise durch verschiedene Aspekte wie Partizipation, die ebenfalls Bestandteil einer nachhaltigen Entwicklung sind. Im Folgenden sind einige Beispiele aus den unterschiedlichen Zielebenen genannt, alle Ziele finden sich unter: www.kjr-m.de/ueber-uns/selbstverstaendnis-fachlichkeit

Übergeordnete Ziele

Wir entwickeln mit jungen Menschen ein gemeinsames Bewusstsein für Nachhaltigkeit und fördern ein verantwortungsvolles Verhalten.

Strategische Ziele 2014-2018

Alle Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene müssen gleichermaßen an Bildungs- und Freizeitangeboten teilhaben können. Dies ist ein wesentlicher Beitrag, um der zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung in arm und reich entgegenzuwirken.

Mittelfristige Ziele 2017-2018

Wir engagieren uns gegen Rechtspopulismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und setzen uns für ein friedliches Miteinander der Kulturen und Religionen, für gelebte Vielfalt und Solidarität ein. Wir stärken das Selbstverständnis „München ist bunt“ und setzen uns mit Aktionen und Kampagnen für eine tolerante und solidarische Münchner Stadtgesellschaft ein. Der geschlechtsspezifische Aspekt wird dabei stets berücksichtigt.

In der Zielsystematik des KJR werden basierend auf den strategischen und mittelfristigen Zielen jährlich operative Ziele abgeleitet. Diese werden über das Zielvereinbarungssystem in Jahresziele implementiert und entsprechende Maßnahmen in den Abteilungen geplant. Das Zielvereinbarungssystem ist ein Bestandteil des kooperativen Führungsstils im KJR. Es legt fest, wie Ziele vereinbart werden, schafft Transparenz und ist ein Steuerungsinstrument, um die Arbeit effektiv zu gestalten. Es basiert auf Kooperation, der Entscheidungskompetenz und Eigenverantwortung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Vision, die übergeordneten sowie die strategischen Ziele des KJR bilden den Rahmen, innerhalb dessen sich die vereinbarten Ziele aller Organisationseinheiten bewegen.

Im Rahmen des Zielvereinbarungssystems erfolgen jeweils eine Evaluation der vereinbarten Ziele zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden zum Ende des Jahres sowie eine Zwischenbilanz zur Jahresmitte. Ein Teil der Leistungsorientierten Bezahlung gemäß Tarifvertrag richtet sich nach der Erreichung der vereinbarten Ziele. Näheres regelt eine Dienstvereinbarung.

Nachhaltigkeitsziele aus der Nachhaltigkeitsstrategie

Darüber hinaus definiert die Nachhaltigkeitsstrategie weitere konkrete Ziele für die wesentlichen Handlungsfelder mit Blick auf Nachhaltigkeit im Betrieb und in der pädagogischen Arbeit. Für jedes Handlungsfeld sind außerdem Maßnahmen zur Zielerreichung beschrieben. Eine ausführliche Beschreibung von Zielen und Maßnahmen ist in der Nachhaltigkeitsstrategie ab S. 15 zu finden.


Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung in die bestehenden Bildungsangebote

Während der UN Dekade für Bildung für Nachhaltige Entwicklung (2005-2014) wurde in den Freizeiteinrichtungen je ein Jahresziel zum jeweiligen BNE-Thema vereinbart. Seit Ende der Dekade werden vom Arbeitskreis Nachhaltigkeit BNE-Jahresthemen definiert, zu denen die Einrichtungen Ziele vereinbaren können. Umso aktueller und greifbarer diese Themen gewählt werden, umso stärker werden sie in der pädagogischen Arbeit aufgegriffen.

Sichtbarmachung und Umsetzung von Nachhaltigkeit im (Berufs-)Alltag


Minimierung des Ressourcenverbrauchs und der negativen Umwelteinflüsse


Nachhaltige Personalentwicklung


Lobbyarbeit

Für alle Ziele sind Maßnahmen in einem auf fünf Jahre angelegten Maßnahmenplan entwickelt worden. Es wurden Zwischenstände zur Umsetzung des Maßnahmenplans erfasst. Eine systematische abschließende Evaluierung der Ziele aus der Nachhaltigkeitsstrategie erfolgte bisher allerdings nicht. Die Erstellung dieses Nachhaltigkeitsberichts soll die Grundlage für eine Evaluation der Nachhaltigkeitsstrategie bilden.

Weitere Ziele mit Blick auf Nachhaltigkeit

Des Weiteren nimmt der KJR seit 2006 an dem Programm ÖKOPROFIT teil. Bisher sind 19 Einrichtungen und die Geschäftsstelle zertifiziert. Ziel ist es alle Einrichtungen zu zertifizieren, in jeder Zertifizierungsrunde sollen hier zwei bis drei neue Einrichtungen hinzukommen. Der Zertifizierungsprozess wird durch eine externe Beratungsagentur begleitet.

Zudem verleiht der KJR seit 2013 ein eigenes Zertifikat für ein nachhaltiges Ernährungsangebot in den Freizeiteinrichtungen. Bisher haben 17 Einrichtungen diese Zertifizierung erfolgreich durchlaufen. Jährlich sollen ca. vier bis sechs Einrichtungen hinzukommen. Das Zertifikat wird alle zwei Jahre durch die Projektleitung überprüft.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Da der KJR keine Produktion und keine Wertschöpfungskette hat, berichten wir dieses Kriterium nicht. Stattdessen berichten wir in den Branchenspezifischen Ergänzungen in Anlehnung an den DNK für Hochschulen zur Kohärenz.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4

Kohärenz in Anlehnung an Hochschul-DNK
Aspekte der Nachhaltigkeit sind in die verschiedenen Bereiche des KJR integriert. Eine gebündelte systematische Überprüfung aller Maßnahmen unter dem Dach der Nachhaltigkeit erfolgt bisher nicht. Die einzelnen Bereiche werden jedoch in den zuständigen Abteilungen überprüft.

Pädagogische Arbeit:
Betriebsabläufe:
Der Betrieb des KJR wird zum Teil bereits nach nachhaltigen Kriterien organisiert:
Gesellschaft: