1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Nachhaltigkeit stellt Anforderungen, die für die imug Beratungsgesellschaft (im Folgenden imug) und ihre Kunden ein Chancenpotenzial darstellen, um am Markt durch innovative Produkte, Dienstleistungen und Strategie erfolgreich zu agieren. Ziel ist es, Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung und Umsetzung von Konzepten, Strategien und Einzelaktionen zu beraten und durch einzelne Dienstleistungen zu unterstützen, die eine nachhaltige Wirtschaftsweise fördern. Nachhaltigkeit ist damit fester Bestandteil der imug Philosophie und Unternehmensstrategie. Entwicklungen und aktuelle Diskussionen in der Nachhaltigkeitsdebatte fließen über unsere Beratung und Produktangebote direkt in unsere Arbeit aber auch in den regelmäßigen Strategiesitzungen der einzelnen Arbeitsbereiche und der 5-Jährigen Gesamtstrategie ein. Diese wurde zuletzt 2015 erstellt:
 
Um ein umfassendes Bild über die eigenen Verantwortungsthemen zu erhalten, wurde 2012 eine systematische Analyse durchgeführt, in die auch die Stakeholder der imug Beratungsgesellschaft einbezogen wurden und die bis heute gültig ist. Die dort identifizierten Handlungsfelder wurden in unsere Nachhaltigkeitsstrategie integriert: 
Unsere Arbeit basiert im Wesentlichen auf den internationalen anerkannten Standards wie den 10 Prinzipien des UN Global Compact, den Nachhaltigkeitszielen der UN - den SDGs oder der ISO 26000, aber auch an Nachhaltigkeitsberichterstattungsstandards wie GRI oder dem DNK.
 
Bei der Formulierung der imug Strategie 2020 wurden diese fünf Handlungsfelder primär adressiert und in die Umsetzung der imug Arbeitsbereiche (rating, csr, costumer) gegeben, die in der jährlichen Bereichsplanung und -reflexion Berücksichtigung finden. 
 

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Als Beratungsunternehmen und Nachhaltigkeitsratingagentur bewegen wir uns in dem dynamischen sozio-ökonomischen Umfeld, in dem sich auch unsere Kunden bewegen. Neue regulatorische Anforderungen durch die EU - z.B. durch das CSR-RUG, durch die BaFin oder aber auch zum Thema Datenschutz betreffen auch unsere Arbeit. Zudem sind einige unserer Kunden auch Hannoveraner Unternehmen, sodass wir eine gute Anknüpfung an die Stadt und Ihre Entwicklung haben.
 
Das imug verfolgt einen ganzheitlichen Beratungsansatz und ist der Überzeugung, dass ökologische Verträglichkeit, soziale Gerechtigkeit und ökonomische Effizienz vereinbar sind. Wir wollen dabei vielfältige Nachhaltigkeitsthemen bei unseren Kunden voranbringen, bei denen die Vereinbarkeit der drei Nachhaltigkeitsdimensionen nicht immer gegeben und schon gar nicht automatisch ist. Um dadurch entstehende Konflikte zu vermeiden bzw. zu reduzieren, geht das imug in den Dialog mit wichtigen Stakeholdergruppen und versucht so, deren Interessen angemessen in der eigenen Arbeit zu berücksichtigen. Kundenorientierung, Führungskompetenz, Mitarbeiterorientierung und gesellschaftliche Verantwortung gehören dabei zusammen.
 
Als Nachhaltigkeitsberater und Nachhaltigkeitsratingagentur bewegen wir uns in einem Wechselspiel aus Beeinflussung durch Nachhaltigkeitsthemen und Beeinflussung von Nachhaltigkeitsthemen. Wir nehmen Themen aus der aktuellen Debatte auf und orientieren uns dabei auch an Nachhaltigkeitsstandards wie die ISO 26000, die SDGs, die Indikatoren der Global Reporting Initiative und der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, um diese in unsere Arbeit zu integrieren. Besonderer Fokus liegt daher aktuell auf den folgenden Themen:
Mit unseren Produkten und Dienstleistungen wollen wir unsere Kunden in genau diesen Themenfeldern beraten und somit einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Gleichzeitig stellen wir über unsere Nachhaltigkeitsratings auch Informationen über Unternehmen für den Finanzmarkt bereit, die diese und andere Nachhaltigkeitsthemen betreffen. Anhand dieser Informationen können Investoren gezielt in nachhaltigere Unternehmen oder Fonds investieren und Geldströme hin zu nachhaltigeren Innovationen leiten. So leisten wir mit unseren Produkten einen Beitrag zum Thema Sustainable Finance. Eine konkrete Analyse der Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf Nachhaltigkeitsaspekte und umgekehrt fand in der Deutlichkeit bisher nicht statt. Das liegt daran, dass wir als Beratungsunternehmen unseren größten positiven Impact bei den Kunden und deren Nachhaltigkeitsbemühungen sehen, sich dieser Impact aber, generiert durch unsere Beratungsleistung, nur schwer messen lässt.
 
Die Dynamik und Komplexität des Themas Nachhaltigkeit ist für uns als Beratungsunternehmen Chance und Risiko zugleich. Die Fülle an Themen bietet neue Felder für Beratungs- und Ratingansätze, bedarf aber gleichzeitig einer gezielten Analyse, wo Schwerpunkte gesetzt werden sollen und welche Themen ggf. nicht behandelt werden.
 
Potenzielle Kontroversen, die auch negative Auswirkungen unserer Arbeit betreffen, diskutieren wir intern und haben diese "Streitgespräche", wie wir sie tatsächlich in unserer Arbeit führen, im Nachhaltigkeitsbericht abgebildet. Das kann Themen betreffen wie "schließen wir Branchen von unserer Beratung aus, weil sie per se nicht nachhaltig sind?" oder "setzen wir Projekte nur dann um, wenn sie wirtschaftlich sind oder auch wenn sie einen nachhaltigen Nutzen versprechen?".
 
Anders als ursprünglich geplant, werden wir unsere Nachhaltigkeitsleistungen nicht in einem weiteren Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen. Vielmehr werden wir unser Verständnis, Ziel und Maßnahmen zukünftig auf unserer Internetseite darstellen und damit die DNK-Erklärung ergänzen.
 

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Wir dokumentieren das Thema Nachhaltigkeit auf unserer Website und in unserem Nachhaltigkeitsbericht: berichten über unsere Werte und Mission, Verantwortungsthemen und die damit verbundenen Nachhaltigkeitsleistungen. Und wir bilden auch unsere Nachhaltigkeitsziele ab, um Transparenz über konkrete Maßnahmenplanung im Kontext von ökonomischen, ökologischen und sozialen imug-Herausforderungen zu schaffen. 
 
Mittelfristig haben wir uns zum Ziel gesetzt, das Kennzahlensystem zur Erfassung der eigenen Nachhaltigkeitsperformance zu 2020 weiterzuentwickeln und unsere Geschäftstätigkeit weiterhin klimaneutral zu stellen (erstmals 2015). 
 
Als neues Ziel ist im Themenbereich „Biodiversität“ die Umgestaltung unserer Außenfläche hinzugekommen. Nachdem Mitarbeiterinnen Mitte 2019 den Impuls dafür gegeben haben, soll nun ab 2020 der imug-Garten naturnaher gestaltet werden, der bis dahin nur aus einer größeren Rasenfläche, einer Sitzecke und Ziersträuchern besteht. Mehr dazu unter Kriterium 12.
 
Langfristig sind besonders die Themen im Bereich "Mitarbeitende" für uns relevant. Hier wollen wir Zufriedenheiten, Potenziale und Hindernisse erheben und in Chancen für das imug umwandeln. Dieser Prozess ist kontinuierlich angesetzt. 2020 soll dafür eine neue Befragung der Mitarbeitenden durchgeführt werden, die die Basis dafür stellt.
 
Der Zielkatalog wird jährlich aktualisiert und weiterentwickelt sowie die tatsächliche Umsetzung der Maßnahmen in den Geschäftsführungsrunden bewertet. Eine Priorisierung der Ziele erfolgt auf Grundlage der durchgeführten Materialitätsanalyse und mittels der Erkenntnisse aus der alle zwei Jahre stattfindenden Befragung der Mitarbeitenden.
 
Die Ziele und die Arbeit des imug zahlt prinzipiell auch auf die SDGs ein. Eine systematische Ausrichtung an den SDGs besteht nicht.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Als Beratungsgesellschaft liegt der Kern der Wertschöpfung in den einzelnen Beratungsleistungen. Nachhaltigkeit drückt sich im täglichen Handeln vornehmlich dadurch aus, dass Zielkonflikte benannt und behandelt werden, die im Nachhaltigkeitskontext auftreten. Der Wille und die Fähigkeit, diese transparent zu machen, sich teils unbequemen Fragen zu stellen und letztlich auch Position zu beziehen, sagt in der Arbeit vielmehr über die gelebte Nachhaltigkeit aus, als manche quantitative Kennzahl.

Unsere Werte schaffen wir über die Beratungsarbeit mit unseren Kunden bzw. durch unsere Nachhaltigkeitsratings für unsere Kunden, die sowohl aus der Privatwirtschaft als auch aus der Politik kommen oder NGOs sind. Wir schließen keine Branche kategorisch aus, weil sie vielleicht einen hohen negativen Impact auf Nachhaltigkeit hat (z.B. Energieunternehmen). Vielmehr wollen wir mit unserer Arbeit einen positiven Einfluss nehmen und unsere Kunden auf den Weg zu einem nachhaltigeren Unternehmen begleiten.

Unsere Wertschöpfungskette umfasst daher konkret die Erstellung von Dienstleistungen (von der Idee der Umsetzung, inkl. der Nutzung entsprechender IT-Tools) über die Durchführung beim oder mit den Kunden (Analysen, Research, Workshops, Studien, Umfragen, Projektmanagement, Betreuung usw.) bis hin zum Abschluss der jeweiligen Projekte (z.B. in Form von Abschlussberichten, Studienergebnissen oder einem Nachhaltigkeitsrating). Dafür benötigen wir die entsprechende (IT-)Infrastruktur. Gerade hier, im Geschäftsbetrieb, sehen wir die konkrete Möglichkeit, in unserer Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien anzuwenden und umzusetzen.

Das zieht sich von der Energiebeschaffung, über die Verwendung von Recycling-Papier bis zum Einkauf von Lebensmitteln für unsere Teeküchen. Zur Konkretisierung dessen hatten wir in der Vergangenheit geplant zu überprüfen, wie in der kleinteiligen Beschaffung und im Einkauf für den Unternehmensbetrieb Nachhaltigkeitskriterien angewandt werden können. Die Substitution vorhandener Einkaufsgüter durch nachhaltige Alternativprodukte wird nun weiterhin selektiv, je nach Produkt, angestrebt und umgesetzt (z. B. Bio-Tees, Bio-Milch in der Teeküche, Einkauf von Ökostrom etc.). Ein Prozess wurde aber bisher nicht kriterienbasiert implementiert. Da wir weder die relevanten Themen noch Hebel in unserer Wertschöpfungskette hätten, Nachhaltigkeitsanforderungen umzusetzen, findet ein enger Dialog zu Problemen in der Lieferkette mit Zulieferern nicht statt. 

Einzig relevant ist für uns 2019 die Aufnahme des Dialogs mit unserer Vermieterin zur naturnahen Umgestaltung der Außenfläche gewesen. Hier zeichnet uns schon seit Jahren eine enge Partnerschaft aus und auch die Relevanz des Themas hat hier gepasst, sodass der Austausch wichtig und förderlich für den Start des „Biodiversitätsprojekts“ im imug gewesen ist. Mit der Idee der naturnahen Gestaltung der Außenfläche sind die Mitarbeiter:innen an unsere Vermieterin herangetreten, die zusammen mit der beauftragten Gärtnerei für die Fläche unsere Ideen mit aufgenommen und die Möglichkeiten mit ausgelotet hat. Mehr dazu in Kriterium 12.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4