1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die Werbemittelagentur Hagemann begegnet ökologischen und sozialen Herausforderungen, indem wir die Menschen und die Natur in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen, ohne dabei die wirtschaftlichen Aspekte aus dem Fokus zu verlieren. Damit ist Nachhaltigkeit wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensstrategie Dafür binden wir alle Stakeholder in den Prozess, unser Geschäft nachhaltiger zu gestalten, ein. Denn wir sind der Überzeugung, dass aus jeder betroffenen Person auch eine beteiligte Person werden sollte, die aus eigener Verantwortung zukunftsbewusst und werteorientiert handelt.   Im Einkauf achten wir darauf, dass unsere Artikel alle gesetzlichen Rahmenbedingungen erfüllen und die Produktion den gesetzlich geforderten sozialen und ökologischen Standards entspricht. Da bisher innerhalb der Werbeartikelbranche nicht definiert ist, was ein nachhaltiger Werbeartikel ist, werden wir für unser Unternehmen künftig einen Standard entwickeln.

Unser Leitbild:

Wir wollen die Welt ein Stück besser machen und inspirieren Menschen durch unser nachhaltiges Handeln, diesen Weg mit uns zu gehen.   Dabei gliedern wir unser strategisches Handeln in vier Handlungsfelder, die in Kriterium 2 näher erläutert werden:
  1. Nachhaltiges Management und Transparenz der Lieferkette
  2. Mitarbeiter-Sensibilisierung
  3. Kunden-Sensibilisierung
  4. Interne Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie und -maßnahmen

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Kerngeschäft der Werbemittelagentur Hagemann ist die Beratung unserer Kunden rund um das Thema Werbemittel (Konzept- und Ideenentwicklung von einzelnen Werbeartikeln bis zu Full-Service-Sortimenten und Merchandising) sowie die weltweite Beschaffung und Distribution von Werbeartikeln. Das Geschäftsumfeld ist geprägt von einem hohen Margendruck und Verdrängungswettbewerb. Der Werbeartikel an sich hat zum Teil sowohl im Marketingmix der Unternehmen als auch beim Empfänger eine geringe Akzeptanz, wenn er nicht den Geschmack der Zielgruppe erreicht, wenig Nutzen aufweist und nicht langlebig ist. Dem Werbeartikel haftet noch immer das Image an, billig zu sein, unter menschenunwürdigen Umständen in China produziert zu werden und sogar Giftstoffe zu enthalten. Umso wichtiger ist es, Nachhaltigkeit als Kriterium schon im Einkauf einzubinden.   Durch Besuche bei Herstellern und Kunden und in unseren Stakeholderdialogen wurde deutlich, dass Nachhaltigkeit im Werbemittelsektor sehr komplex ist und grundsätzlich Pionierarbeit erfordert. Inzwischen hat sich die Erkenntnis gefestigt, dass wir als KMU schrittweise vorgehen müssen, um nachhaltiger zu werden. Eine erste Wesentlichkeitsanalyse auf Kundenseite hat ergeben, dass unseren Kunden vorrangig wichtig ist, dass die Werbeartikel, die sie einsetzen, nicht negativ in der Presse erscheinen (z. B. durch Menschenrechtsverletzungen) und keinen Imageschaden auf die Marke erzeugen. Daher ist es für uns wichtig, höchstmögliche Transparenz über die Produktionsstätten zu schaffen, was bei über 100 Herstellern und einer weltweiten Produktion eine Herausforderung darstellt. Es ist unser Ziel, Unternehmen und Empfängern das berechtigte Gefühl vermittelt, einen Artikel zu bekommen, der wertvoll im Sinne der Nachhaltigkeit ist. Dazu ist es notwendig, den Werbeartikel ganzheitlich vom Nutzen, über Produktion und Materialien bis hin zur Entsorgung zu betrachten. Diese Betrachtungsweise versuchen wir jeden Tag stärker in unsere Abläufe zu integrieren. Für uns als Werbemittelagentur ergeben sich damit folgende wesentliche Handlungsfelder:
  1. Nachhaltiges Management und Transparenz der Lieferkette
Bei der Beschaffung von Werbeartikeln stellen wir sicher, dass gesetzliche Regelungen und internationale Standards eingehalten werden.
  1. Mitarbeiter-Sensibilisierung
Unsere Mitarbeiter wollen wir davon überzeugen, diesen nachhaltigen Weg mit uns zu gehen. Dafür bilden wir sie weiter, so dass sie Kunden kompetent in Richtung nachhaltige Werbemittel beraten können.
  1. Kunden-Sensibilisierung
Unsere Kunden sensibilisieren wir für das Thema Nachhaltigkeit im Bereich Werbeartikel. So schaffen wir Bewusstsein und unterstützen die Umsetzung zahlreicher Nachhaltigkeitsstrategien.
  1. Interne Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie und -maßnahmen
  Innerhalb des Unternehmens und am Standort Eichenau setzen wir sukzessive und kontinuierlich die eigene Nachhaltigkeitsstrategie um.   Die Handlungsfelder ergeben sich aus den Stakeholder-Dialogen, aus der Wesentlichkeitsanalyse und aus internen Meetings, in denen wir immer wieder unsere Mitarbeiter einbinden. Im zweiten Halbjahr 2020 findet eine Kundenbefragung statt, die neue Erkenntnisse liefern soll. Im Jahr 2021 werden unsere Aktivitäten und nächste Schritte in den Stakeholderdialogen besprochen (wie auch in den vergangenen Jahren 2018 und 2019).

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.


Zu allen vier Handlungsfeldern hat sich die Werbemittelagentur Hagemann langfristige sowie kurzfristige Ziele gesetzt. Dabei hat das Management unserer Lieferanten die höchste Priorität, gefolgt von der internen Weiterentwicklung unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Unsere Ziele sind auf das Unternehmensumfeld zugeschnitten und orientieren sich bislang nicht explizit an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Für die Zielkontrolle zuständig ist unser CR-Manager.

1. Wir konzentrieren unsere insgesamt 300 Lieferanten künftig auf diejenigen, die …
 
Zudem haben wir uns folgende terminierte Ziele für das Jahr 2020 gesetzt:

   2. Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bieten wir…    
Zudem haben wir uns folgende terminierte Ziele für das Jahr 2020 gesetzt:
   
3. Unsere Kunden  
   
4. Interne Weiterentwicklung:   Wir haben uns folgende terminierte Ziele gesetzt:

Unsere Mitarbeiter sind tragendes Element unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Gemeinsam entwickeln wir diese weiter, setzen uns Ziele und erarbeiten Maßnahmen. Wir…

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette

Unsere Wertschöpfungskette ist im Wesentlichen die Lieferkette der Werbeartikel und als solche äußerst komplex. Wir beziehen mehr als 1.000 unterschiedliche Werbeartikel aus verschiedenen Materialien bei mehr als 300 Herstellern bzw. Zwischenhändlern weltweit. So stehen wir vor zwei Herausforderungen:
  1. Sicherzustellen, dass die Werbeartikel, die wir vertreiben, allen rechtlichen Bestimmungen entsprechen und unter menschenwürdigen Umständen sowie nach Umweltstandards in der Lieferkette produziert werden.
  2. Werbeartikel einzukaufen, die ressourcenschonend produziert werden, aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und dem Recyclingkreislauf wieder zugeführt bzw. umweltschonend entsorgt werden können. Zudem enthält ein Teil der Werbeartikel, z. B. USB-Sticks und Powerbanks, seltene Erden. Sie werden von unseren Kunden stark nachgefragt, weshalb wir aus wirtschaftlichen Gründen nicht auf den Vertrieb verzichten können.
Tiefe der Überprüfung  

Mehr als ca. 70 % der Werbeartikel* kommen aus Asien. Diese Artikel kaufen wir über europäische Importeure ein, die unterschiedlich agieren: Ein Teil dieser Importeure ist im Bereich Nachhaltigkeit so gut aufgestellt, dass sie ihre Produktionsstätten kennen und die Möglichkeit haben, unangekündigte Audits durchzuführen. Zum größten Teil sind diese Produktionsstätten auch zertifiziert (BSCI, Sedex, SA 8000). Falls ein Werbeartikel aus verschiedenen Materialien besteht, können diese Importeure auch prüfen, aus welchen Produktionsstätten die Einzelteile kommen und ob dort Zertifizierungen vorhanden sind. Hier besteht somit Transparenz über die erste und zweite Stufe der Lieferkette sowie die Rohstoffgewinnung.  

Aktuell kaufen wir aber auch noch Werbeartikel bei weniger transparenten Importeuren ein. Bei diesen Lieferanten haben wir Zweifel, dass sie ihre Produktionsstätten kennen und wissen, unter welchen Umständen produziert wird. Auf diese Importeure, welche die gewünschte Transparenz nicht bieten, können wir aktuell aus Wettbewerbsgründen bei preissensitiven Kunden nicht verzichten. Uns fehlen die Ressourcen, diese Produktionsstätten zu besuchen. Deshalb fragen bzw. fordern wir aktuell vorhandene Zertifikate an. Ziel ist, dass alle Importeure uns vermitteln können, dass sie auf Umweltstandards und Menschenrechte im Einkauf achten.  

Ca. 10 % der Artikel* kommen aus Europa und wir verlassen uns darauf, dass innerhalb von Europa Arbeitnehmerrechte, Arbeitsplatzsicherheit und Produktsicherheit eingehalten werden. Einen kleinen Teil dieser Produktionsstätten besichtigen wir zudem seit dem Jahr 2019 vor einer möglichen Zusammenarbeit.  

Ca. 20 % der Artikel* kommen aus Deutschland. Seit 2017 werden pro Jahr vier bis fünf Produktionsstätten und Importeure durch die Geschäftsleitung besucht, um deren Nachhaltigkeitsstrategie kennenzulernen. Einerseits stellen wir damit die Rechenschaft unserer Produzenten sicher, andererseits helfen uns die Erkenntnisse auch, unsere eigene Strategie weiter zu entwickeln.  

*Anzahl der Artikel bedeutet Artikelvielfalt, nicht Umsatzgröße oder Mengen.    

Die Wertschöpfungskette am Standort selbst kann geschäftsmodellbedingt (Dienstleistung) vernachlässigt werden, bis auf Anlieferung, Lagerung und Verteilung der Werbeartikel an B2B- und B2C-Kunden. Insgesamt wurden im Jahr 2019 13.200 Lieferungen verschickt. 2018 wurde der gesamte Prozess analysiert und es wurden diverse Maßnahmen getroffen, um den Materialeinsatz und den CO2-Ausstoß in diesen Prozessschritten zu reduzieren (siehe Kriterium 12).

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4