1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Das Grabmal aus Natursteinunikaten symbolisiert für uns am besten die Einzigartigkeit des jeweiligen Menschen. Doch Naturstein kann unter Nachhaltigkeitsaspekten ein sehr problematisches Material sein. Natursteingewinnung, -verarbeitung und Transport erfolgen häufig unter Verletzung der Menschenrechte und gehen mit Umweltzerstörung einher.

Die Nachhaltigkeitsstrategie erstreckt sich daher auf die gesamte Wertschöpfungskette, vom Abbau des Rohmaterials über die Verarbeitung bis hin zur Entsorgung. Hierzu gehören im Wesentlichen:

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Für die Steinbildhauertätigkeit sind wesentliche Aspekte der Nachhaltigkeit:

1. Soziale Risiken durch Natursteingewinnung und -verarbeitung
Bei bestimmten Natursteinmaterialien, vorwiegend aus Indien, Asien und Afrika, bestehen große Risiken, dass das Material unter Verletzung der Menschenrechte gewonnen und verarbeitet worden ist. Die Nachhaltigkeitsstrategie von Vincent zielt daher auf Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen ab. Dies gelingt ihm durch die Beschaffung von europäischem Natursteinmaterial von verlässlichen Lieferanten.

2. Ökologische Risiken durch Klimawandel und Umweltzerstörung
Vor allem der Überseetransport von Naturstein aus Indien, Asien oder Afrika mit Containerschiffen hat enorme Umweltschäden zur Folge. Der Großteil der Frachter verbrennt das bei der Rohölgewinnung entstehende Abfallprodukt "Schweröl" als Kraftstoff. Dadurch werden hohe Mengen Schwefeldioxid, Stickoxide, Feinstaub und Ruß in die Luft abgegeben. Auch vergiften Rückstände wie Bunkeröl die Meere.

Pro Tonne verschifftem Naturstein fällt zudem CO2 an. Ein Beispiel: Für rund 20.000 km Entfernung von Shanghai bis Hamburg Hafen sind es pro Tonne Ladung im Standardcontainer rund 61 kg CO2 Emissionen.(Quelle: CO2 Rechner der Hamburg Süd Linie www.hamburgsud-line.com)
Unsere Nachhaltigkeitsstrategie zielt daher auf den Bezug von Natursteinmaterial aus Europa, möglichst aus Deutschland, und vermeidet so die umweltzerstörenden Übersee-Transporte durch Frachtschiffe.

3. Kundenbewusstsein für Nachhaltigkeit fehlt überwiegend
Den meisten Kunden fehlt noch das Wissen um die genannten Umwelt- und Sozialprobleme, die häufig mit  importierten Natursteinen aus Übersee einhergehen. Daher ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie, die Kunden ehrlich aufzuklären, ihr Nachhaltigkeitsbewusstsein zu schärfen und ihnen neue Wege zu einem nachhaltigen Grabmal aufzuzeigen. Kundenwünsche nach nicht nachhaltigen Grabmalen werden von Vincent nicht erfüllt.

4. Handwerkliches Arbeiten wird immer seltener angeboten
Der Großteil der in Deutschland angebotenen Grabmale wird nicht mehr handwerklich, sondern industriell gefertigt. Die meisten Steinmetzbetriebe (mehr als 80 %) sind in erster Linie Händler für maschinell vorgefertigte Grabmale. Die Nachfrage der Kunden nach immer billigeren Grabmalen war ein Auslöser für diesen Trend. Das Wissen um handwerkliche Fertigung geht dadurch in den Betrieben immer mehr verloren. Den meisten Kunden ist nicht bewusst, dass sie kein handwerklich gefertigtes Grabmal erwerben. Die Nachhaltigkeitsstrategie beinhaltet einen ehrlichen Dialog mit dem Kunden und die Aufklärung darüber, was handwerkliche Gestaltung ist.

Chancen durch Nachhaltiges Wirtschaften
Die genannten Risiken sind gleichzeitig aber auch Chancen, den eigenen Geschäftsbetrieb anders zu positionieren. Der Unternehmensstrategie liegt daher das Leitbild der Nachhaltigkeit zugrunde,

Timothy C. Vincent als Gründer und Mitglied des gemeinnützigen Vereins  „Handwerk mit Verantwortung e.V.“ hat dort seine Vision von Nachhaltigkeit eingebracht und das Leitbild des verantwortungsvollen Handwerkers mitentwickelt, mit den drei Leitprinzipien
Er hat sich verpflichtet, die für den Verein definierten Ziele und Leitprinzipien zum nachhaltigen Wirtschaften zu beachten und in seinem Betrieb systematisch umzusetzen. (Details siehe Kriterium 3)

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Nachhaltigkeitsziele des Betriebes leiten sich aus den Nachhaltigkeitsprinzipien von „Handwerk mit Verantwortung e.V.“ ab und haben langfristigen Charakter:

1. Achtung der Natur sowie die Beachtung des Vorsorgeprinzips

... durch Bezug von Rohstoffen und Rohprodukten, deren Gewinnung möglichst wenige Effekte auf Umwelt und Natur aufweisen.

... durch Vermeidung langer und unnötiger Transportwege:
Ein Großteil der klimaschädlichen Treibhausgase entsteht im Rahmen des Transports. Unnötige Transport- und Lieferwege sind zu vermeiden. Dies gilt sowohl für den Bezug von Rohstoffen und Rohprodukten, bei deren Auswahl auch die Transportwege als Auswahlkriterium einbezogen werden sollten.

... durch Vermeidung von Umweltverschmutzung in der Produktion/(Weiter-)Be- und Verarbeitung:
Dazu gehören die Einhaltung der geltenden Umweltschutzgesetze,  das Angebot ökologisch nachhaltiger Produkte, die Verwendung von Öko-Strom, Einsatz möglichst effizienter Produktionsmittel etc.

... durch Vermeidung von Abfällen und Förderung von Up-/Recycling:
Die Vermeidung von Abfällen beginnt beim Produktdesign und bei der Auswahl von Rohstoffen und Rohprodukten. Bevorzugt sollen Rohstoffe und Rohprodukte eingesetzt werden, die sich durch eine hohe Recyclingfähigkeit auszeichnen oder biologisch abbaubar sind. Langlebigkeit (ästhetisch und  technisch) sowie Reparaturfähigkeit sind weitere Anforderungen, die der Nachhaltigkeit dienen. 

2. Achtung und Förderung von Mitmenschen

Kein Bezug von Produkten aus sozial fragwürdiger Herstellung:
Viele Rohstoffe und Rohprodukte, insbesondere aus Entwicklungs- und Schwellenländern, werden unter menschenverachtenden Bedingungen gewonnen. Kinder- und Zwangsarbeit, mangelnder Gesundheitsschutz, unbezahlte und exzessive Überstunden sowie unzureichende Entlohnung sind nur einige der bekannten Probleme. Sofern davon auszugehen ist, dass bei einem Rohstoff/Rohprodukt sozial fragwürdige Arbeitsbedingungen anzunehmen sind, soll auf Bezugsquellen der Region, aus dem europäischen Wirtschaftsraum oder auf Recyclingmaterialien zurückgegriffen werden. Ist dies nicht möglich, sollten – sofern erhältlich – zertifizierte Materialien/ Produkte verwendet werden. 
 
Investition in  bestehende und  zukünftige Generationen, durch Weitergabe von Wissen, Ausbildung und Weiterbildung im Betrieb:
Die Weitergabe von Wissen und Können ist ein essenzieller Bestandteil zur Aufrechterhaltung von Qualität und Nachhaltigkeit im Handwerk. Vincent hat sich dazu verpflichtet, nach seinen Möglichkeiten im Betrieb auszubilden. Wünschenswert ist auch die Förderung sozial benachteiligter Menschen, um ihnen über eine Ausbildung die Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.

Wertschätzung und Respekt von Mitarbeitern, Kolleginnen und Kollegen sowie Kunden, Verbot von Diskriminierung

Förderung eines fairen Wettbewerbs im Sinne fairer Betriebs- und Geschäftspraktiken


Erweiterung von Entscheidungsspielräumen für Kunden:
Kunden können nur nachhaltig konsumieren, wenn sie ihre Entscheidungen beurteilen können. Vincent hat sich verpflichtet, die Kunden umfassend und ehrlich über die Vor- und Nachteile von Waren und Dienstleistungen sowie über eingesetzte (Herstellungs-)Verfahren aufzuklären.

3. Achtung grundlegender Nachhaltigkeitsprinzipien und Werte
Für unsere Arbeit legen wir die Ziele und Werte der Gemeinwohlökonomie zugrunde: Zudem haben wir uns für die Werte und Verhaltensstandards des Vereins „Handwerk für Verantwortung e.V.“ verpflichtet: Einzelheiten siehe Ausführungen im Kriterium 7 sowie Ausführungen zu Werten im Leistungsindikator GRI SRS-102-16.

Wir arbeiten vornehmlich mit qualitativen Zielen. Zur Kontrolle der Zielerreichung nutzen wir die GRI-Leistungsindikatoren des DNK und das System der Gemeinwohlökonomie. (Details dazu siehe Kriterium 6 und 7). Die Zuständigkeit dafür liegt bei Timothy Vincent.

Wir streben kontinuierlich danach, diese Ziele zu erreichen und einzuhalten. Unsere Bestrebungen finden ihren Ausdruck in diversen Maßnahmen, die nachfolgend insbesondere in den Kriterien für den Umweltschutz (11 bis 13) und für die Gesellschaft (14 bis 17) beschrieben worden sind.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Natursteingewinnung und -verarbeitung in Abbauländern wie Indien, Afrika oder China und der Transport aus Übersee erfolgen häufig unter Verletzung der Menschenrechte und gehen mit Umweltzerstörung einher. Am bedeutsamsten für die nachhaltige Wertschöpfung ist für uns, wo und wie der Naturstein gewonnen und verarbeitet wird.   Die Überprüfung der gesamten Lieferkette für Natursteinmaterial aus Übersee hinsichtlich sozialer Nachhaltigkeitskriterien ist nach wie vor sehr schwierig. Selbst Gütesiegel wie Fair Stone oder Xertifix können nicht garantieren, dass das Natursteinmaterial in den Abbauländern nicht von Kinderhand oder durch Lohnsklaverei gewonnen bzw. verarbeitet wurde.   Daher wird von uns ausschließlich deutscher oder europäischer Naturstein bezogen, und zwar zu 100 % von deutschen Zulieferern. Die Überprüfung der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitskriterien erstreckt sich auf die direkten Zulieferer: Ökologische Aspekte in der Nutzungsphase:
Grabmale aus Naturstein haben eine sehr lange Nutzungsphase, oft mehr als 20 Jahre, und bleiben bei guter Gestaltung zeitlos schön.

Ökologische Aspekte nach der Nutzungsphase:
In der Regel werden nicht mehr genutzte Grabmale von den Friedhofsverwaltungen wie Abfall behandelt und zu minderwertigem Schotter für den Baubereich verarbeitet. Grabmalrecycling hat in jedem Fall positive Umwelteffekte, durch die Erhaltung der individuellen und hochwertigen Ressource Naturstein und kurze Lieferwege.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4