14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

In seinen "Grundsätzen sozialer Verantwortung bei Bosch" bekennen sich die Geschäftsführung und die Arbeitnehmervertretungen unter anderem zur Einhaltung der Menschenrechte, Chancengleichheit, fairen Arbeitsbedingungen und zu weltweiten Standards im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Letztere gewährleistet Bosch zudem durch ein Arbeitsschutzmanagementsystem, das auf dem weltweit anerkannten Standard OHSAS 18001 basiert, und mittlerweile an allen Standorten eingeführt wurde. Ein externes Zertifikat durch eine unabhängige Zertifizierungsorganisation besitzen rund 100 Standorte.

Die "Grundsätze sozialer Verantwortung bei Bosch" orientieren sich an den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Verantwortlich für die Umsetzung sind die Leiter der jeweiligen Geschäftsbereiche, Regionalgesellschaften und Standorte. Jeder Mitarbeiter ist über den Inhalt der Grundsätze informiert und hat die Möglichkeit, Verstöße zu melden. Das gleiche gilt für Verstöße gegen den "Code of Business Conduct" (siehe auch 15. und 20.), der auf den "Grundsätzen sozialer Verantwortung bei Bosch" aufbaut und darüber hinaus gesetzliche Bestimmungen und unternehmensinterne Regelungen insbesondere zum Thema Compliance enthält. Der Code of Business Conduct richtet sich an Mitarbeiter und Geschäftspartner weltweit.

Auch auf Lieferantenebene setzt sich Bosch für die Einhaltung von Sozialstandards ein. Dazu heißt es in den Bosch-Einkaufsbedingungen: „Der Lieferant verpflichtet sich, die jeweiligen gesetzlichen Regelungen zum Umgang mit Mitarbeitern, Umweltschutz und Arbeitssicherheit einzuhalten und daran zu arbeiten, bei seinen Tätigkeiten nachteilige Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu verringern.“ Grundlage für die von Bosch an seine Lieferanten formulierten Anforderungen bilden die ILO Kernarbeitsnormen mit ihren vier Grundprinzipien Vereinigungsfreiheit, Abschaffung von Zwangsarbeit, Beseitigung von Kinderarbeit sowie dem Verbot von Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf. Außerdem ist Bosch seit 2004 Mitglied der Global Compact Initiative der Vereinten Nationen. In seinem jährlichen Fortschrittsbericht stellt das Unternehmen dar, mit welchen Grundsätzen und Maßnahmen es dazu beiträgt, Arbeitnehmerrechte sowohl im eigenen Unternehmen als auch bei seinen Lieferanten zu wahren.

Darüber hinaus sind die sozialen Aktivitäten des Unternehmens von jeher auch auf das Gemeinwohl, insbesondere auf die Förderung von Chancengleichheit durch Bildung, gerichtet. An nahezu allen Bosch-Standorten weltweit gibt es deshalb Initiativen, in denen sich die Mitarbeiter ehrenamtlich für soziale Belange engagieren. Um sowohl gezielt als auch langfristig zu helfen, hat Bosch darüber hinaus in verschiedenen Ländern Unternehmensstiftungen gegründet. Diese Non-Profit-Organisation realisieren heute Bildungs- und Sozialprojekte in China, Brasilien, Indien und den USA.

Bosch fördert dieses Engagement aus zweierlei Gründen: Zum einen, weil sich die Ehrenamtlichen im Sinne der Bosch-Werte für eine intakte Gesellschaft stark machen. Zum anderen, weil sie Teamgeist beweisen und kreative Lösungsansätze entwickeln – Fähigkeiten, die unmittelbar auf die Innovationskraft des Unternehmens einzahlen. Auch deshalb gehört es in Deutschland beispielsweise zum Förderprogramm für angehende Führungskräfte, eine soziale Organisation aus der Region bei der Umsetzung eines aktuellen Vorhabens zu unterstützen.

Links:
Grundsätze sozialer Verantwortung bei Bosch
Umgang mit Lieferanten
Interaktive Grafik Umwelt- und Sozialaudits
Mitarbeiterengagement
Regionales Engagement

15. Chancengerechtigkeit

Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert und welche Ziele es hat, um Chancengerechtigkeit und Vielfalt (Diversity), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Mitbestimmung, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern, und wie es diese umsetzt.

In den "Grundsätzen sozialer Verantwortung bei Bosch" hat das Unternehmen seine Werte dokumentiert: Dazu zählen Chancengerechtigkeit (Prinzip 2), Arbeits- und Gesundheitsschutz (Prinzip 8) sowie die Integration von Menschen mit Behinderungen (Prinzip 3). Unter Prinzip 7 "Faire Arbeitsbedingungen" halten wir fest, dass unsere Entgelt- und Sozialleistungen mindestens nationalen oder lokalen Standards entsprechen. Auch folgen wir dem Grundsatz "Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit".

Auf all diese Prinzipien können sich Bosch-Mitarbeiter weltweit berufen und bei möglichen Missachtungen zunächst bei ihrem Vorgesetzten Beschwerde einlegen. Explizit ist ebenfalls festgeschrieben, dass dem Mitarbeiter durch die Beschwerde keine Nachteile entstehen dürfen. Lassen sich Beschwerden nicht im Zusammenspiel der zuständigen Geschäftsleitung und der Arbeitnehmervertretung regeln, wird der geschäftsführende Ausschuss des Europa-Komitees als Vermittler hinzugezogen.

Auch der "Code of Business Conduct", der weltweit gültige Verhaltenskodex für Bosch-Mitarbeiter und -Geschäftspartner, fordert einen diskriminierungsfreien Umgang im Arbeitsumfeld. Zudem obliegt es der Führungskraft sicherzustellen, dass die gesetzlichen Arbeits- und Gesundheitsschutzbestimmungen eingehalten werden. Jeder Mitarbeiter (inklusive Praktikanten und Doktoranden), Externe (z. B. Leiharbeitnehmer, Mitarbeiter externer Dienstleister), Geschäftspartner (z. B. Lieferanten, Kunden oder Kooperationspartner) und sonstige Dritte können Verstöße gegen den Verhaltenskodex an die Bosch Compliance Officer melden. Dazu stehen die Bosch Compliance Hotline und ein Online-Tool zur Verfügung. Zusätzlich sorgt Bosch im Rahmen von Compliance-Schulungen dafür, dass die Mitarbeiter den „Code of Business Conduct“ kennen. Weitere Themen der Pflichtseminare für alle Führungskräfte und betroffenen Fachexperten sind Produkthaftung, Kartellrecht und Exportkontrolle.

Weil sich Werte nur bedingt verordnen lassen, fördert Bosch darüber hinaus eine Unternehmenskultur, die auf Wertschätzung und Offenheit basiert. Ein wichtiges Element dieser Kultur ist die 2011 gestartete Bosch Diversity Initiative mit ihren vier Schwerpunkten Geschlecht, Generationen, Internationalität und Kultur. Mit ihr hat das Unternehmen Vielfalt als erstrebenswerte Bereicherung definiert, die es durch entsprechende Rahmenbedingungen aktiv fördern will. Ein Ergebnis dieser intensiven Auseinandersetzung ist das Projekt MORE, in dessen Rahmen bisher mehr als 1.000 Führungskräfte in diversen Bosch-Ländern flexible Arbeitszeitmodelle getestet haben. Das Bekenntnis zu einer familienfreundlichen Arbeitskultur hat Bosch zudem in weltweit gültigen Leitlinien festgeschrieben: Diese beziehen sich unter anderem auf das Führen in Teilzeit und die Unterstützung von Mitarbeitern in Phasen besonderer familiärer Herausforderungen.

Um sich mit Blick auf Chancengerechtigkeit und Arbeitssicherheit kontinuierlich zu verbessern, hat sich Bosch die folgenden Ziele gesetzt:
• Der Anteil weiblicher Führungskräfte soll bis 2020 weltweit auf 20 Prozent steigen (2014: 12,9 Prozent).
• Die Zahl der Unfälle soll bis 2020 auf 3 Unfälle pro eine Millionen geleisteter Arbeitsstunden sinken (2014: 3,1)
• Bis 2020 wird Bosch bei seinen Lieferanten 1.000 Umwelt- und Arbeitsschutz-Audits durchgeführt haben (2014: 367 Audits)

Den aktuellen Status der Kennzahlen veröffentlicht Bosch in seinem jährlichen Nachhaltigkeitsbericht und in einem interaktiven Daten-Tool auf der Website.

Links:
Grundsätze sozialer Verantwortung
Code of Business Conduct
Vielfalt
Interaktive Grafiken zur Entwicklung der KPIs

16. Qualifizierung

Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen, und wo es Risiken sieht.

Angesichts des demografischen Wandels steht Bosch vor verschiedenen Herausforderungen: So wird sich das Durchschnittsalter der Mitarbeiter bis 2030 in vielen Ländern erhöhen. Gleichzeitig werden Arbeitsabläufe zunehmend komplexer und schneller. Nicht zuletzt sind weltweit immer mehr Menschen von Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. Vor diesem Hintergrund hat Bosch bereits vor einigen Jahren damit begonnen, sein betriebliches Gesundheitsmanagement systematisch auszubauen. Ziel ist, die Gesundheit und damit die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter langfristig zu erhalten und zu fördern.

Unter dem Namen "befit" hat Bosch deshalb ein ganzheitliches Gesundheitsangebot entwickelt und an 70 deutschen Standorten eingeführt: Neben Vorsorgeuntersuchungen, ergonomischen Arbeitsplatz-Checks, Sport- und Ernährungsangeboten gibt es beispielsweise auch Selbsttests sowie Seminare zum Umgang mit Stress und psychischen Belastungen. Das Unternehmen greift dabei auf wissenschaftliche Erkenntnisse sowie auf die Erfahrung seiner Werksärzte, Arbeitsplatzgestalter, Sozialberater und Fitnessexperten zurück. Inzwischen haben auch Standorte in China und Spanien das befit-Programm adaptiert. Weitere lokale Aktionen wie zum Beispiel das „Be Well“-Programm von Bosch Nordamerika zeigen, dass das Thema Mitarbeitergesundheit weltweit von Bosch ernst genommen wird.

Mit Blick auf den technologischen Wandel und die damit einhergehenden stetigen Veränderungen von Arbeitsumfeldern und Tätigkeiten, setzt Bosch zudem auf die kontinuierliche Weiterbildung seiner Mitarbeiter: 515.000 Teilnehmer nahmen 2014 an mindestens einer der rund 46.000 Präsenzveranstaltungen teil, das entspricht einer Steigerung von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grundlage ist ein systematisches Kompetenzmanagement, mit dem erfasst wird, welchen Bedarf an Weiterbildung jeder einzelne Mitarbeiter hat. Fachliche und soziale Kompetenzen stehen dabei gleichwertig nebeneinander. Wichtig ist dem Unternehmen zudem, jedem Angestellten die gleichen Entwicklungschancen zu ermöglichen: Länderübergreifend kommen deshalb einheitliche Instrumente zum Einsatz, darunter regelmäßige Feedback- und Planungsgespräche sowie Seminare in der hauseigenen Akademie.

Darüber hinaus fördert Bosch im Rahmen seiner Diversity Initiative die Zusammenarbeit in altersgemischten Teams. Dabei greift das Unternehmen regelmäßig auf die Erfahrung von sogenannten Senior-Experten zurück: ehemalige Führungskräfte, die dem Unternehmen nach ihrer Pensionierung weiterhin beratend zur Verfügung stehen – zum Beispiel beim Aufbau neuer Standorte oder bei der Qualitätssicherung eines Werks. Die systematische Einbindung wird über die Bosch Management Support GmbH organisiert, die Einheiten in Deutschland, Österreich, Großbritannien, Indien, Japan, Brasilien und in den USA besitzt. 2014 waren bei Bosch rund 1.600 Senior-Experten für den Einsatz bereit.

Weitere Folgen des demografischen Wandels sind der Nachwuchskräftemangel in den Industrieländern beziehungsweise ein steigender Bildungs- und Qualifizierungsbedarf in den aufstrebenden Ländern. Beide Entwicklungen führen zu einem Mangel an qualifizierten Fachkräften, auf die Bosch in verschiedener Hinsicht reagiert: So bildet das Unternehmen in vielen Ländern über den eigenen Bedarf aus. Zusätzlich hat Bosch 2014 eine Ausbildungsinitiative gegen Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa gestartet, für die in Deutschland 50 zusätzliche Ausbildungsplätze für spanische Jugendliche sowie weitere 50 Ausbildungsplätze in Spanien, Portugal und Italien eingerichtet wurden. Um insbesondere gut ausgebildete weibliche Fachkräfte für sich zu gewinnen, bietet Bosch zudem mehr als 100 Arbeitszeitmodelle an, darunter Teilzeit, Telearbeit und Jobsharing.

Seine familienfreundliche Arbeitskultur schrieb das Unternehmen 2013 in einer weltweit gültigen Leitlinie fest: Bosch bekennt sich darin unter anderem zum Führen in Teilzeit und zur bestmöglichen Unterstützung von Mitarbeitern in Phasen besonderer familiärer Herausforderungen, wie beispielsweise der Pflege von Angehörigen oder der Betreuung kranker Kinder. Zudem erkennt Bosch diese Familienzeiten ähnlich einem Auslandsaufenthalt als sogenannten Karrierebaustein an.

Links:
Gesundheitsvorsorge
Weiterbildung
Interaktive Grafiken Weiterbildung

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 14 bis 16

Leistungsindikator G4-LA6
Art der Verletzung und Rate der Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfalltage und Abwesenheit sowie die Gesamtzahl der arbeitsbedingten Todesfälle nach Region und Geschlecht. Link

Angaben zum Unfallgeschehen finden sich, aufgeschlüsselt nach der Anzahl der Betriebsunfälle, der Unfallrate und den Ausfalltagen, im online abrufbaren Daten-Tool der Bosch-Gruppe. Die Angaben stehen ab 2007 zur Verfügung und lassen sich nach Berichtsjahr sowie Region filtern und differenziert betrachten.

Leistungsindikator G4-LA8
Gesundheits- und Sicherheitsthemen, die in förmlichen Vereinbarungen mit Gewerkschaften behandelt werden. Link

Die Grundsätze sozialer Verantwortung bei Bosch wurden gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern entwickelt und herausgegeben.

Leistungsindikator G4-LA9
Durchschnittliche jährliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeiter nach Geschlecht und Mitarbeiterkategorie. Link

Angaben zur Weiterbildung finden sich, aufgeschlüsselt nach der Anzahl der Weiterbildungstage und den teilnehmenden Mitarbeitern, im online abrufbaren Daten-Tool der Bosch-Gruppe. Die Angaben stehen ab 2007 zur Verfügung und lassen sich nach Berichtsjahr sowie Region filtern und differenziert betrachten.

Leistungsindikator G4-LA12
Zusammensetzung der Kontrollorgane und Aufteilung der Mitarbeiter nach Mitarbeiterkategorie in Bezug auf Geschlecht, Altersgruppe, Zugehörigkeit zu einer Minderheit und andere Diversitätsindikatoren. Link

Bosch veröffentlicht derzeit ausschließlich den Anteil der Frauen in Führungspositionen. Ihn auf weltweit 20 % bis 2020 zu erhöhen, gehört zu den strategischen Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens. Angaben zum Frauenanteil finden sich im online abrufbaren Daten-Tool der Bosch-Gruppe. Die Angaben stehen ab 2011 zur Verfügung und lassen sich nach Berichtsjahr sowie Region filtern und differenziert betrachten.

Leistungsindikator G4-HR3
Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemaßnahmen. Link

Mitarbeiter sind dazu angehalten, Diskriminierungsvorfälle zu melden. Ansprechpartner ist der zuständige Compliance Officer oder – bei gewünschter Anonymität – die Compliance Hotline. Es ist die Aufgabe der Compliance Officer, Untersuchungen durchzuführen, gerichtsfeste Beweise zu erheben und ggf. erforderliche Maßnahmen einzuleiten. Dazu erhalten diese Unterstützung von den Spezialisten in den Fachabteilungen, die die notwendige Ausbildung und die entsprechenden Befugnisse haben.
Zum aktuellen Zeitpunkt macht Bosch keine öffentlichen Angaben zur Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle.

17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

Als international tätiges Unternehmen mit einem Einkaufsvolumen von mehr als 25 Milliarden Euro reicht die Verantwortung von Bosch für Umwelt und Gesellschaft tief in die Lieferkette hinein. Die Einkaufsrichtlinien des Unternehmens beziehen sich deshalb auf die zehn Grundprinzipien des "Global Compact der Vereinten Nationen", die unter anderem auf die Einhaltung der Menschenrechte sowie auf allgemein gültige Arbeitsnormen – Versammlungsfreiheit, Abschaffung von Zwangs- und Kinderarbeit, Vermeidung von Diskrimierung – abzielen.

Darüber hinaus schreibt Bosch in seinen Lieferantenverträgen fest, dass die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie allgemeine Umweltstandards einzuhalten sind. Ob diese Anforderungen bekannt sind und befolgt werden, prüft das Unternehmen im Rahmen von regelmäßigen Lieferantenaudits: Neben so genannten Quick Scans, die Bosch bei regulären Besuchen vornimmt, hat das Unternehmen seit 2010 insgesamt 367 vorangekündigte Umwelt- und Arbeitsschutz-Audits durchgeführt. Bis zum Jahr 2020 sollen insgesamt 1.000 Audits stattfinden. Dabei werden mögliche Potenziale aufgedeckt, die von den Lieferanten umzusetzen sind. Beim Verstoß gegen die vertraglich festgeschriebenen sozialen oder ökologischen Anforderungen behält sich Bosch Sanktionierungen vor. Bislang waren solche Maßnahmen allerdings noch nicht erforderlich.

Aufgrund der hohen Anzahl von Lieferanten und Unterlieferanten sind der vorgelagerte Teil der Lieferkette und die damit verbundenen Prozessschritte für Bosch nicht flächig zu überwachen oder zu kontrollieren. Da keine vertragliche Beziehung zwischen Bosch und den Unterlieferanten unserer Lieferanten besteht, ist hier ein Eingriff auch rechtlich nicht möglich. Indirekt nimmt das Unternehmen dennoch Einfluss, indem es seine direkten Lieferanten vertraglich dazu anhält, ihre Vorlieferanten entsprechend zu sensibilisieren und zu verpflichten.

Link:
Interaktive Grafik Umwelt- und Sozialaudits

Leistungsindikatoren zu Kriterium 17

Leistungsindikator G4-HR1
Gesamtzahl und Prozentsatz der signifikanten Investitionsvereinbarungen und -verträge, die Menschenrechtsklauseln enthalten oder unter Menschenrechtsaspekten geprüft wurden. Link

Die Bosch Gruppe schreibt in ihren Lieferantenverträgen fest, dass die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie allgemeine Umweltstandards einzuhalten sind. Des Weiteren gilt für Mitarbeiter und Lieferanten der Code of Business Conduct.

Leistungsindikator G4-HR9
Gesamtzahl und Prozentsatz der Geschäftsstandorte, die im Hinblick auf Menschenrechte oder menschenrechtliche Auswirkungen geprüft wurden. Link

Seit 2007 besitzt die Bosch Gruppe ein Arbeitsschutzmanagementsystem, das auf dem weltweit anerkannten Standard OHSAS 18001 basiert. Bislang wurden rund 100 Standorte extern zertifiziert.

Leistungsindikator G4-HR10
Prozentsatz neuer Lieferanten, die anhand von Menschenrechtskriterien überprüft wurden. Link

Das Unternehmen hat seit 2010 insgesamt 367 Audits bei Lieferanten durchgeführt. Bis 2020 sollen insgesamt 1.000 Audits stattfinden.

Leistungsindikator G4-HR11
Erhebliche tatsächliche und potenzielle negative menschenrechtliche Auswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen. Link

Eine Sanktionierung von Lieferanten, die ausschließlich aufgrund von Nachhaltigkeitsthemen erfolgte, war bisher nicht erforderlich.

18. Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Wirtschaftlicher Erfolg und soziales Engagement sind bei Bosch auch aufgrund der besonderen Gesellschafterstruktur eng miteinander verwoben: So ist die Ertragsstärke des Unternehmens Basis für die gemeinnützigen Aktivitäten der Robert Bosch Stiftung (Fördervolumen 68,2 Mio. Euro), dem Hauptanteilseigner von Bosch. Die Stiftung führt das Erbe ihres Namensgebers fort und engagiert sich über weltweite Projekte schwerpunktmäßig in den Bereichen Völkerverständigung, Wohlfahrt, Bildung, Erziehung und Gesundheit.

Darüber hinaus übernimmt Bosch bereits seit Jahrzehnten Verantwortung für die Menschen, die in unmittelbarer Nähe der weltweiten Standorte leben.

Dazu zählt zum einen die unbürokratische Katastrophenhilfe, in dessen Rahmen Bosch Sachmittel, finanzielle Unterstützung und ehrenamtliche Helfer zur Verfügung stellt – so zum Beispiel im Mai 2013 in den deutschen Hochwassergebieten oder 2014 auf den Philippinen, wo ein Taifun Häuser und Infrastruktur zerstörte.

Zum anderen fördert das Unternehmen lokale Bildungsprojekte, die darauf abzielen, insbesondere jungen Menschen zu einer qualifizierten Ausbildung zu verhelfen und ihnen den Weg in eine selbstbestimmte Zukunft zu ebnen. Nahezu jedes Werk engagiert sich über ein oder mehrere Projekte für seine Region, unterstützt durch Tausende von Bosch-Mitarbeitern, die ihre Arbeitskraft ehrenamtlich zur Verfügung stellen.

Besonders nachhaltig ist die Hilfe dort, wo das Engagement in eine eigene Stiftung überführt wurde: Die älteste wurde 1971 als Verein gegründet und 2004 umgewandelt in das Instituto Robert Bosch mit Sitz im brasilianischen Curitiba. Ziel der Stiftung ist es, Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Beispielhaft dafür ist das langfristig angelegte Projekt „Peca por Peca“, mit dem die Stiftung dazu beigetragen hat, die Menschen in einem von Drogen und Armut geprägten Stadtteil systematisch zu unterstützen. Dazu wurde gemeinsam mit der Stadtverwaltung ein umfangreiches Bildungsangebot entwickelt, das neben diversen Fächern auch zweijährige Ausbildungen in Bereichen wie Industrieproduktion oder Elektrotechnik umfasst.

Weitere Stiftungen sind in China, Indien und den USA aktiv. Darüber hinaus spendete die Bosch-Gruppe 2014 rund 13,6 Mio. Euro für gemeinnützige Zwecke.

Links:
Gesellschaftliches Engagement
Mitarbeiter-Engagement - Bosch-Nachhaltigkeitsbericht 2014 (Seiten 16 – 18)
Spendenvolumen - Bosch-Nachhaltigkeitsbericht 2014 (Seite 23)

Leistungsindikatoren zu Kriterium 18

Leistungsindikator G4-EC1
Direkt erwirtschafteter und verteilter wirtschaftlicher Wert. Link

Die Angaben zum direkt erwirtschafteten Wert und zum verteilten wirtschaftlichen Wert finden sich im Jahresabschlussbericht 2014 der Bosch Gruppe.

19. Politische Einflussnahme

Alle wesentlichen Eingaben bei Gesetzgebungsverfahren, alle Einträge in Lobbylisten, alle wesentlichen Zahlungen von Mitgliedsbeiträgen, alle Zuwendungen an Regierungen sowie alle Spenden an Parteien und Politiker sollen nach Ländern differenziert offengelegt werden.

Bosch verfolgt im Rahmen seiner politischen Aktivitäten auch Gesetzgebungsverfahren, die für seine Standorte und Produkte relevant sind. Aufgrund des diversifizierten Unternehmensportfolios betrifft dies eine Vielzahl von Gesetzgebungsvorhaben, etwa aus den Bereichen Energie- und Umweltpolitik, Handelspolitik, Datengesetzgebung oder Arbeit- und Sozialpolitik.

In der Lobbyliste der Europäischen Kommission ist Bosch mit seinem Brüsseler Büro eingetragen. Diese Transparenz zeigt das Unternehmen auch in den USA und anderen Regionen, in denen eine Aufführung der politischen Aktivitäten von Unternehmen verpflichtend ist. Dabei richtet sich Bosch stets nach den staatlichen Vorgaben zur Auflistung der politischen Aktivitäten.

Bosch ist in Deutschland und in Brüssel, aber auch in weiteren Ländern Mitglied in den für die Unternehmensaktivitäten relevanten Industrieverbänden (in Deutschland z.B. im VDA, ZVEI, VDMA). Dort ist das Unternehmen in unterschiedlichen Arbeitsgruppen aktiv an der Positionsfindung der Verbände beteiligt. Die politische Arbeit von Bosch fokussiert sich zudem darauf, technische Lösungsvorschläge für gesellschaftliche Herausforderungen einzubringen.

Bosch tätigt in Deutschland regelmäßig Spenden an politische Parteien. Damit leisten wir einen Beitrag zu einem funktionierenden politischen Diskurs. In Bezug auf Höhe und Veröffentlichung dieser Spenden richten wir uns nach den einschlägigen Vorschriften. Internationale Daten zu den getätigten Zuwendungen an politische Parteien und Zuwendungen bzw. Spenden an politiknahe Institutionen erheben wir aktuell nicht zentral.

Darüber hinaus ist Bosch Mitglied in zahlreichen Organisationen – ein Auszug mit dem Fokus auf das Themenfeld Nachhaltigkeit: Global Compact der Vereinten Nationen (seit 2004), B.A.U.M. (1990), Transparency International (1995), econsense (2000, Gründungsmitglied), Global Reporting Initiative (2006, Organizational Stakeholder) und Forum Compliance & Integrity (2007)

Link:
Mehr Details zu den Mitgliedschaften von Bosch

Leistungsindikatoren zu Kriterium 19

Leistungsindikator G4-SO6
Gesamtwert der politischen Spenden, dargestellt nach Land und Empfänger/Begünstigtem. Link

Bosch verfolgt weltweit eine strenge Zuwendungs-Policy an politische Parteien, derzufolge nur die Geschäftsführung befugt ist, politische Zuwendungen zu tätigen. Über den Gesamtwert der politischen Zuwendungen macht Bosch zum jetzigen Zeitpunkt keine öffentlichen Angaben

20. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Standards, Systeme und Prozesse zur Vermeidung von rechtswidrigem Verhalten und insbesondere von Korruption existieren, wie sie geprüft werden, welche Ergebnisse hierzu vorliegen und wo Risiken liegen. Es stellt dar, wie Korruption und andere Gesetzesverstöße im Unternehmen verhindert, aufgedeckt und sanktioniert werden.

Compliance ist bei Bosch fester Bestandteil des unternehmerischen Wertekanons. „Wir versprechen nur, was wir halten können, sehen Zusagen als Verpflichtung an und beachten Recht und Gesetz“ heißt es dazu im Bosch-Leitbild "We are Bosch". Um die Bedeutung dieses Grundsatzes zu unterstreichen, hat das Unternehmen alle wesentlichen Verhaltensregeln, darunter auch die für alle Mitarbeiter maßgeblichen gesetzlichen Anforderungen, in einem Leitfaden zusammengefasst, dem "Code of Business Conduct".

In Ergänzung dazu gibt es bei Bosch ein zentrales "Compliance Committee", dessen Arbeit durch Compliance-Beauftragte in den Regionen unterstützt wird. Die Bosch Compliance Officer sind dafür zuständig Korruption und Gesetzesverstöße zu verhindern und aufzudecken. Sanktionierungen der Betroffenen liegen im Zuständigkeitsbereich von Vorgesetzten und Personalabteilungen. In der Geschäftsführung ist das Thema Compliance dem Arbeitsdirektor zugewiesen. Zu den Präventions- und Kontrollmaßnahmen gehören unter anderem das Vier-Augen-Prinzip, die Job-Rotation in sensiblen Bereichen, die strikte Trennung von Handlungs- und Kontrollsystemen sowie regelmäßige Audits. Im Geschäftsbereich „Diesel Systems“ wurde 2014 außerdem ein neuer Standardprozess eingeführt: Demnach müssen Wettbewerberkontakte ab sofort zunächst von der Rechtsabteilung geprüft und vom Bereichsvorstand genehmigt werden. Damit schützt sich das Unternehmen vor den Folgen eines Kartellverstoßes und erleichtert es seinen Mitarbeitern, sich in einem rechtlich sicheren Rahmen zu bewegen.

Außerdem umfasst das Compliance-System ein Meldewesen: Mitarbeiter, aber auch Geschäftspartner und Dritte, haben so die Möglichkeit, regelwidriges Verhalten per E-Mail oder Hotline an den zuständigen Compliance Officer zu melden. Über verpflichtende Schulungen stellt Bosch sicher, dass alle Mitarbeiter die Compliance-Grundlagen kennen und wissen, wie und an wen sie Verstöße melden können. Wichtig ist dabei insbesondere, dass Vorgänge gemeldet werden, die auf eine strafbare Handlung – beispielsweise Diebstahl, Betrug oder Bestechung – oder auf einen systematischen Verstoß gegen Gesetze oder unternehmensinterne Regeln hindeuten, beispielsweise die bewusste und nachhaltige Nichteinhaltung von Qualitäts-/Sicherheitsstandards oder der "Grundsätze sozialer Verantwortung bei Bosch".

Die Wirksamkeit des bestehenden Compliance-Management-Systems wurde 2014 umfassend überprüft und im Rahmen eines externen Audits bestätigt. Unabhängig davon hat Bosch eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, um die Compliance-Organisation zu stärken. Dazu gehört auch ein intensiver Austausch zu Compliance-Themen zwischen Führungskräften und Mitarbeitern. Ziel ist, die im Wesentlichen regelbasierte Compliance zu einer primär wertebasierten Compliance weiterzuentwickeln.
Die Bedeutung des Legalitätsprinzips unterstreicht Bosch seit 1995 durch die Mitgliedschaft bei Transparency International.

Links:
Leitbild "We are Bosch"
Code of Business Conduct
Compliance bei Bosch
Mitgliedschaft bei Transparency International

Leistungsindikatoren zu Kriterium 20

Leistungsindikator G4-SO3
Gesamtzahl und Prozentsatz der Geschäftsstandorte, die im Hinblick auf Korruptionsrisiken hin geprüft wurden, und ermittelte erhebliche Risiken. Link

Alle Bosch-Standorte sind dazu angehalten, sich an die Vereinbarungen des Code of Business Conduct zu halten. Dort gibt es klare Verhaltensregeln zum Thema Korruption und Vorteilsnahme. Die Zentralabteilung Unternehmensrevision einschließlich ihrer dezentralen Einheiten hat ein uneingeschränktes Informations- und Prüfungsrecht, soweit dem nicht gesetzliche oder innerbetrieblich vereinbarte Regelungen entgegenstehen. Über die Anzahl der Prüfungen und die dabei ermittelten Risiken macht Bosch aktuell keine öffentlichen Angaben.

Leistungsindikator G4-SO5
Bestätigte Korruptionsfälle und ergriffene Maßnahmen. Link

Über die Anzahl der Prüfungen und die dabei ermittelten Risiken macht Bosch aktuell keine öffentlichen Angaben.

Leistungsindikator G4-SO8
Monetärer Wert signifikanter Bußgelder und Gesamtzahl nicht monetärer Strafen wegen Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften. Link

Über die Höhe von Bußgeldern und die Anzahl nicht monetärer Strafen wegen Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften macht Bosch aktuell keine öffentlichen Angaben.