12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Die Beschaffung von Materialien für ein Wohnungsbauunternehmen ist ein wirkmächtiger Hebel für mehr Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette. Die Etablierung von Nachhaltigkeitskriterien in Einkauf, Bauprozess und Betrieb ist für die Unternehmensgruppe zentral. Die Unternehmensgruppe hat sich dazu verpflichtet, beim Einkauf neben Wirtschaftlichkeit und Qualität insbesondere darauf zu achten, dass eine ökologische Verträglichkeit und Sozialstandards bei der Herstellung von Produkten oder der Erbringung von Leistungen berücksichtigt werden. Dies hat die Unternehmensgruppe mit der Unterzeichnung einer Zielvereinbarung für eine nachhaltige Beschaffung mit dem Land Hessen Anfang 2016 dokumentiert. Alle Beteiligten, wie Lieferanten oder Dienstleister, werden unter anderem vertraglich zur Einhaltung von Sozialstandards und Arbeitnehmerrechten verpflichtet. Mit dem im Berichtsjahr entwickelten Verhaltenskodex für Dienstleister und Lieferanten adressiert die Unternehmensgruppe gezielt ihre Lieferkette und ihre Erwartungen an die sozialen, ethischen und ökologischen Standards ihrer Geschäftspartner. Dieses Vorgehen dient auch einer Vermeidung von Geschäftsrisiken. Schließlich können sich potenzielle Umweltbelastungen oder unmenschliche Arbeitsbedingungen in vor- oder nachgelagerten Bereichen der Lieferkette zu konkreten Geschäftsrisiken entwickeln und die Reputation beschädigen. Zum grundsätzlichen Risikomanagement bei der Unternehmensgruppe finden sich weitere Informationen im Nachhaltigkeitsbericht 2018 auf den Seiten 11 und 12.

Die Unternehmensgruppe hat den Anspruch, den Energiebezug sowohl für ihre Wohnungen als auch für ihre Geschäftsstandorte möglichst lokal und erneuerbar zu gestalten. Der Bezug von Strom für die Geschäftsgebäude und den Allgemeinstrom des Wohnungsbestandes deckt sich seit 2017 nahezu ausschließlich aus erneuerbaren Energien aus Ökostromtarifen. Darüber hinaus wurde im Berichtsjahr die Versorgung der zentral mit Gas beheizten Wohnungen nahezu vollständig auf klimaneutralisiertes Erdgas umgestellt. 

Die Unternehmensgruppe hat in ihrem Zielprogramm 2018+ (siehe Nachhaltigkeitsbericht 2018, S. 23 ff.) konkrete Maßnahmen und Verantwortlichkeiten definiert, um ihr Ressourcenmanagement weiterzuentwickeln:

Integration von Nachhaltigkeit in Lieferanten- und Dienstleistungsmanagement

- Novellierung und Systematisierung einer konzernweit einheitlichen Lieferanten- und Dienstleistungsbewertung sowie Einführung eines standardisierten und strukturierten Präqualifizierungsverfahrens - beginnend mit neuen Partnern

- Klimaoffensive Energiebezug: Energieeinkauf von Strom und Wärme für den Eigenbedarf und Umstellung des umlagefähigen Bedarfes von zentral beheizten Wohneinheiten auf regenerative bzw. klimaneutralisierte Energien

- Qualitätsoffensive im Ökostrombezug und in der Klimaneutralisierung der fossilen Brennstoffe durch Einkauf von zertifizierten Qualitäten nach intern definierten Konzernmindeststandards.

Eine Validierung und Einordnung des Zielstandes plant die Unternehmensgruppe für das Berichtsjahr 2019. Hierfür wird ein adäquates Bewertungsschema entwickelt.

Eine weitere wichtige Voraussetzung für Ressourcenmanagement und klimaneutrales Bauen ist das Knowhow unserer Mitarbeiter. Um das Thema des nachhaltigen Bauens und Betreibens umzusetzen ist die kontinuierliche Schulung der internen Fachleute zentral. Aufbauend auf den Fachkenntnissen und Praxiserfahrungen der Bauingenieure, Architekten und Planer der Unternehmensgruppe bieten wir in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) seit 2017 eine Inhouse-Schulung an. Hiermit kann die Unternehmensgruppe den individuellen Bedarf an internen Fachexperten weitgehend decken. Unter anderem wurde anhand von konkreten Fallbeispielen aus der Quartiersentwicklung und der Gebäudemodernisierung Wissen vertieft und reflektiert. 12 Mitarbeiter haben sich seit 2017 zum DGNB-Consultant weitergebildet.

Auf das Ressourcenmanagement in den Geschäftsgebäuden in den Bereichen Energieverbrauch, Restmüll, ausgemusterte IT-Geräte, Papierverbrauch, sowie bei den Werbemitteln wird im Kriterium Ressourcenverbrauch eingegangen.