11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Ressourcenverbrauch der Wohnungen  

Ein zentraler Hebel für einen verantwortungsvollen Ressourcenverbrauch bei der Unternehmensgruppe Nassauischen Heimstätte | Wohnstadt ist der Energieeinkauf für die Wohnungsbestände. Der Bezug von Strom für die Geschäftsgebäude und den Allgemeinstrom des Wohnungsbestandes deckt sich seit 2017 nahezu ausschließlich aus erneuerbaren Energien aus Ökostromtarifen. Es verbleibt lediglich ein geringer Anteil aus regulären Stromtarifen von unter 1 %, der wegen administrativer Herausforderungen nicht zu vermeiden ist. Die 2016 begonnene Klimaneutralisierung der Erdgaslieferungen wurde im Berichtsjahr konsequent fortgesetzt. Die Unternehmensgruppe versorgt ihre Mieter seit 2018 nahezu ausschließlich mit klimaneutralisiertem Erdgas. Die Umstellung für rund 99 % (2017: 90 %) aller zentral beheizten Haushalte erfolgte 2018 nach Ablauf der letzten Altverträge.  

Nachhaltiges Bauen betrifft neben Klimaschutzaspekten auch die Beschaffung von Materialien und Bauprodukten für Bestand und Neubau. Auch hier verfolgen wir das Ziel, Nachhaltigkeitskriterien systematisch einzubeziehen. Eine lebenszyklusorientierte Bewertung von Baumaterialien unterstützt uns darin, umweltorientierte Entscheidungen auf Basis umfassender Informationen zu treffen. Um über die Materialeigenschaften präzise im Bilde zu sein, bewertet die Unternehmensgruppe Baumaterialien wie Boden- und Dachbeläge, die im Neubau und der Modernisierung zum Einsatz kommen. Insgesamt 120 Bauprodukte wurden im Berichtsjahr einer ersten Nachhaltigkeitsbewertung unterzogen. Es wurde ein einheitliches Produktdatenblatt zur bereichsübergreifenden Bewertung entwickelt.  

Wir stellen sicher, dass Natur- und Artenschutzaspekte bei der Entwicklung, Planung, Errichtung und beim Betrieb von Gebäuden, Freiflächen und Anlagen einbezogen werden, um die standortgerechte Biodiversität zu erhalten beziehungsweise diese zu fördern. Unser Ziel ist es, Biodiversitätsverluste außerhalb unseres direkten Einflussbereiches zu vermeiden, indem wir Materialien auswählen, die sich durch möglichst geringe Auswirkungen beim Abbau und/oder der Herstellung auszeichnen.   

Neben dem Bau und dem Betrieb des Wohnungsbestands fallen auch Altlasten und Gebäudeschadstoffe inklusive Schimmelbefall an, die sich in jedem Stadium des Lebenszyklus von Gebäuden entwickeln können. Im Wohnungsbestand wurden 2018 insgesamt 627 Wohneinheiten auf kontaminierte Flächen/Bauteile untersucht und identifizierte Schadstoffe fachgerecht beseitigt (2017: 782). Dabei wurden insgesamt 184 t belastete Bauteile beziehungsweise Baumaterialien ausgebaut und als gefährliche Abfälle deponiert (2017: 180 t).  

Die Erfassung der Mengen an Mieterabfällen ist nicht oder nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand zu leisten, da zahlreiche Entsorger der Kommunen oder Privatwirtschaft mit der Abfuhr beauftragt sind. Die Menge an Abfällen auf den Baustellen wird nicht erhoben, da die Abfälle aus Neubau und Modernisierung direkt von den verursachenden Firmen entsorgt werden.   

Der Wasserverbrauch in den Mieterliegenschaften belief sich im Berichtsjahr auf 4.061.532 m3.

Ressourcenverbrauch der Geschäftsstandorte  

Der gesamte Energieverbrauch der Unternehmensgruppe belief sich im Berichtsjahr auf rund 4.198 MWh (2017: 4.956) und beinhaltet Strom und Wärme für eigengenutzte Büro- und Betriebsflächen, Baustrom und Wärme für Neubauprojekte sowie den Treibstoffverbrauch für die Fahrzeugflotte. Umgelegt auf die Anzahl der Mitarbeiter als Vollzeitäquivalente beträgt der jährliche Energieverbrauch für die Betriebsflächen rund 6 MWh/MA (2017: 5). Die Treibhausgas-Emissionen der Betriebsgebäude beliefen sich auf 746 t CO2-Äquivalente (2017: 1.160). Der Bezug von Strom für die Geschäftsgebäude deckt sich seit 2017 nahezu ausschließlich mit erneuerbaren Energien aus Ökostromtarifen.  

Seit Anfang 2016 hat die Unternehmensgruppe ihren Papierbezug nahezu vollständig auf klimaneutrales und umweltschonendes Papier umgestellt. Im Berichtszeitraum wurden rund 4,1 Millionen Blatt Papier (2017: 4,4 Millionen) und rund 326.000 Umschläge (2017: 341.000) verbraucht. Im Jahr 2018 wurden in den Betriebsgebäuden rund 5.355 m3 (2017: rund 5.355 m3) Wasser verbraucht.

In den Geschäftsgebäuden der Unternehmensgruppe ist im Berichtsjahr Restmüll in Höhe von rund 700 m3 (2017: rund 700 m3) angefallen. Für elektronische Kleingeräte standen separate Sammelbehälter zur Verfügung. Unternehmensweit wird der Müll in Verpackung, Papier und Restmüll getrennt.  

Im Zuge der Neuausrichtung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie hat die Unternehmensgruppe im Berichtsjahr die Beschaffung von Streuartikeln sowie Werbematerialien für den Kundendialog nachhaltiger gestaltet. Bei der Beschaffung achten der Fachbereich Kommunikation sowie das Sozialmanagement und das Marketing auf eine umweltschonende Produktion, möglichst kurze Lieferwege sowie faire Arbeitsbedingungen und den Ausschluss von Kinderarbeit. Gemeinsam mit dem Nachhaltigkeitsmanagement wurde ein Leitfaden erarbeitet, der festlegt, welche Anforderungen zu erfüllen sind.