10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Innovationsmanagement ist das Kapital der Zukunft und folgerichtig werden die Geschäftsprozesse der Genossenschaft so ausgerichtet, dass Innovationen wahrgenommen und Berücksichtigung finden können. Strategische Zielsetzung der Genossenschaft ist es, ein Innovationsklima zu etablieren: Zwar soll Bewährtes in der Geschäftstätigkeit geschätzt und gepflegt werden, etablierte Strukturen und Prozesse sollen jedoch regelmäßig im Sinne möglicher Optimierungen neu bewertet werden, eine Veränderungsbereitschaft kultiviert werden: Denn, im Zuge des Innovationsmanagements sind Offenheit und Geschwindigkeit Grundvoraussetzungen für den Erfolg.

Geeignete Prozesse zur Beförderung von Nachhaltigkeit setzen heutzutage eine zukunftsfähige IT-Landschaft voraus. Im Rahmen einer ausführlichen IT- und Prozessanalyse hat die Genossenschaft deshalb im Berichtsjahr erarbeiten lassen, wie die diesbezügliche Performance der Genossenschaft einzuschätzen ist. Trotz des durchaus positiven Ergebnisses stellen sich die Entscheidungsträger fortwährend die zeitgemäße Frage, wie der Wunsch nach noch mehr Digitalisierung in der Prozessabfolge zeitnah befriedigt werden kann.

Im Zuge eines von externer Seite moderierten Workshopprojektes beschäftigt sich ein Kernteam in der Genossenschaft mit der Frage, wie es dem Geschäftsfeld Vermietung gelingen kann, angesichts der Vielzahl der Bewerber und Wohnungssuchenden deren Bedürfnisse schnellstmöglich und passgenau zu befriedigen und zudem „den aus Sicht der Genossenschaft besten Kunden/Bewerber“ auszuwählen. Auch hier spielt die Digitalisierung von Prozessen eine maßgebliche Rolle.

Nachhaltigkeit dient den Entscheidungsträgern bei der Genossenschaft als Triebfeder für Innovationen. Nicht nur den Führungskräften kommt im Zuge des Innovationsmanagements eine entscheidende Rolle zu, auch die Nachhaltigkeitspaten der Spar- und Bauverein eG verfolgen Initiativen zur Analyse und Verbesserung der Ressourcennutzung und stellen das tägliche Handeln der Mitarbeiter entsprechend auf den Prüfstand. So integriert die Genossenschaft sinnvolle Veränderungen konsequent in die Prozessabläufe.

Im Rahmen der integrierten Portfolioanalyse betrachtet die Genossenschaft neben technischen, kaufmännischen und standortbezogenen auch energetische Aspekte. Gebäudestrukturen und eben auch deren Heizungssysteme sowie deren Effizienz werden fortlaufend überprüft und bei anstehenden Modernisierungsmaßnahmen effizient und nachhaltig gestaltet. Sehr differenzierte Investitionsstrategien führen mal zu umfassenden Wärmedämmmaßnahmen, mal zur Konzeption effizienter Teilmaßnahmen (Heizungsoptimierung u.a.).

Die Reinvestitionsquoten der Spar- und Bauverein eG (5-Jahres-Rückblick 71-79% der Sollmiete sowie im 5-Jahres-Forecast 70 bis sogar 120%) sind im Branchenvergleich des VdW Rheinland Westfalen als überdurchschnittlich zu bezeichnen. Sie sind nicht nur Ausdruck des hohen Qualitätsstandards des genossenschaftlichen Gebäudebestands, sie sind zudem Beleg dafür, dass innovative Technik bzw. neue Bedürfnisse im Rahmen laufender Investitionsprogramme Berücksichtigung finden können. Die hohen Mittelrückflüsse in den Hausbestand ermöglichen der Genossenschaft, laufend innovativen Lösungen für die Mitglieder und die Umwelt zu suchen und umzusetzen.

Die angedachte Einführung von Nachhaltigkeitskennziffern für alle Geschäftsbereiche wird die bislang überwiegend qualitative Handhabung des Themas zunehmend messbar und vergleichbar machen.

Im Berichtszeitraum hat die Spar- und Bauverein eG zahlreiche Projekte mit Pilotcharakter angestoßen, die im Rahmen der DNK-Berichterstattung nicht einzeln vorgestellt werden können, die aber im integrierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht ausführlich beschrieben werden. Der Bericht steht auf der Homepage der Genossenschaft zur Verfügung. Zu den genannten Projekten zählen unter anderem die umfassende Aktualisierung von Einheitspreisabkommen im Bereich der Instandhaltung zur zeitgemäßen Standardisierung des Leistungsspektrums in inhaltlicher und preislicher Hinsicht, die Digitalisierung des Außenflächenkatasters sowie die Neuausrichtung des Vertragsmanagements einschließlich Verhandlung und Vereinbarung wesentlicher Rahmenabkommen rund um die Wärme- und Stromversorgung, aber auch der Bau der ersten Energie-Plus-Siedlung für den Genossenschaftsbestand. Sichtbares Zeichen für das Bekenntnis der Spar- und Bauverein eG zu einem altersgerechten, sprich barrierearmen bzw. barrierefreien Wohnen ist die Verleihung des Siegels „Betreutes Wohnen NRW“ für zwei Neubauprojekte der Genossenschaft.