5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Die Gesamtverantwortung für eine nachhaltige Unternehmensführung liegt bei der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt. Die Nachhaltigkeitsaktivitäten koordiniert das Team des Nachhaltigkeitsbeauftragten. Dieser leitet auch die Lenkungsgruppe Nachhaltigkeit, die sich aus Vertretern verschiedener Unternehmensbereiche zusammensetzt. Zum Beginn des Berichtsjahres wurde das Kompetenzcenter (KC) Unternehmensentwicklung neu geschaffen, um dem wachsenden Bedarf von strategischen Aufgaben gerecht zu werden. Das KC ist dem leitenden Geschäftsführer unterstellt. Das Nachhaltigkeitsmanagement ist seit dem Berichtsjahr organisatorisch Teil des KC Unternehmensentwicklung, um Synergien zwischen Gremien und Innovations- und Changemanagement zu ermöglichen. Der Nachhaltigkeitsbeauftragte berichtet weiterhin direkt an den leitenden Geschäftsführer.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Das Leitbild der Unternehmensgruppe bildet den Rahmen für die Nachhaltigkeitsstrategie, die als Teil der Unternehmensstrategie durch die Unternehmensführung entwickelt und mit dem Aufsichtsrat abgestimmt wurde. Darüber hinaus wurden bei der Strategieentwicklung die für die Unternehmensgruppe relevanten Aspekte der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessens und des Bundes berücksichtigt. 

Zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie in den relevanten Themenbereichen liegen zu dreizehn Themen Grundsätze in Form von Unternehmensrichtlinien vor. Dazu zählen die Themen Energieeffizienz, Klimaschutz, Materialien/Bauprodukte, Biodiversität, Antidiskriminierung, Beruf und Familie, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Personalentwicklung, Aus- und Weiterbildung, Neubau, Betriebs- und Verkehrssicherheit, Betreiberverantwortung und Datenschutz. Eine Richtlinie zur Beschaffung wurde ergänzend erarbeitet und 2018 in Kraft gesetzt. Diese Richtlinien beinhalten eine Beschreibung des jeweiligen Themenkontextes, eine Ziel- und Zweckdefinition, Angaben zum Wirkungsbereich und den Verantwortlichkeiten, die Prinzipien und die dazugehörigen Performance-Indikatoren sowie Aussagen zur regelmäßigen Überprüfung und zur Berichterstattung. Sie regeln den grundlegenden Umgang mit den Nachhaltigkeitsthemen bei der Unternehmensgruppe und werden im Rahmen der turnusgemäßen Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie aktualisiert. In der operativen Umsetzung unterliegen die Richtlinien einem Ausdefinierungsprozess gemeinsam mit den Fachabteilungen, was auf die unterschiedlichen Sparten der Unternehmensgruppe zurückzuführen ist. 

Im operativen Geschäft findet die Nachhaltigkeitsstrategie durch Handlungsanweisungen, Leitfäden, festgelegte Geschäftsprozesse sowie abteilungsinterne Regelungen Anwendung. Um im Sinne der Werte der Unternehmensgruppe zu handeln veröffentlicht das Unternehmen ein Leitbildwelches allen Mitarbeitern und Geschäftspartnern als Orientierung dienen soll.   

Die Verantwortung für die Handlungsfelder (siehe DNK-Kriterium 1: Strategische Analyse und Maßnahmen) trägt die Lenkungsgruppe Nachhaltigkeit. Sie ist das zentrale Beratungsgremium und überprüft in einem vierteljährlichen Turnus die Fortentwicklung und Umsetzung der Strategie. Klar definierte Handlungsfeldverantwortliche fungieren zudem als fachliche Ansprechpartner und stellen die Umsetzung der beschlossenen Ziele und Maßnahmen der Handlungsfelder bereichsübergreifend sicher.

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Für die Nachhaltigkeitsberichterstattung legt die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt 2019 zum fünften Mal transparent Kennzahlen, Ziele, strategische Entwicklungen und Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit dar. Seit 2014 besteht ein jährlicher Berichtszyklus. Durch den Beitritt zum Public Corporate Governance Kodex (PCGK) veröffentlicht die Unternehmensgruppe ebenfalls einen Corporate-Governance-Bericht mit Entsprechenserklärung. Darüber hinaus werden in dem GRI-Bericht die Leitlinien des GdW zur Nachhaltigkeitsberichterstattung für die Wohnungswirtschaft mit den entsprechenden Kennziffern berücksichtigt. Der Index der erhobenen und berichteten GRI- und durch den GdW empfohlenen Kennzahlen befindet sich auf den Seiten 74 - 79 des Nachhaltigkeitsberichts 2018. Aus diesem umfassenden Satz an Indikatoren, die auch in Zukunft regelmäßig berichtet werden, hat die Unternehmensgruppe Kernindikatoren definiert, die vorrangig zur internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Aussagekräftige Kernindikatoren im Bereich Ökologie sind beispielsweise die CO2-Intensität je mvermieteter Wohnfläche (40,8 kg CO2-Emissionen im Jahr 2018) oder die Durchschnittsmiete pro m2 im Bereich Soziales (5,85 Euro im Jahr 2018).  Wesentliche Bestandteile der Nachhaltigkeitsstrategie sind darüber hinaus quantifizierbare Ziele, um das Nachhaltigkeitsengagement der Unternehmensgruppe messbarer zu machen.  

Die Unternehmensgruppe ist ferner um wissenschaftliche Begleitung ihrer Modernisierungsmaßnahmen bemüht, um Vergleichbarkeit und externes Feedback in ihrer Unternehmensentwicklung einfließen zu lassen. Deswegen beteiligt sie sich beispielsweise an zwei großen Forschungsprojekten des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU). Ziel der Studien ist, einen besseren Vergleich theoretisch errechneter und tatsächlicher Energieeinsparungen zu ermöglichen und damit die Effizienz der Maßnahmen zu prüfen sowie den Mietern zielgerichtet Einsparberatung bieten zu können.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator GRI SRS-102-16: Werte
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. eine Beschreibung der Werte, Grundsätze, Standards und Verhaltensnormen der Organisation.

Unsere Vision ist, dass die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt die Nummer eins rund um das Wohnen und Leben in der Mitte Deutschlands ist. Wir schaffen Lebensraum und bieten Menschen dauerhaft eine sichere Zukunft, indem wir Städte zu lebenswerten Orten machen, bezahlbare Wohnkonzepte für den demographischen Wandel entwickeln, indem wir Klimaschutz und energetische Stadtsanierung vorantreiben und beim Einsatz von Ressourcen besonders auf Nachhaltigkeit achten.

Im Rahmen unserer Unternehmensstrategie 2018+ haben wir zwei zentrale Ziele: Die Unternehmensgruppe will als Wohnungsgesellschaft die Nummer eins in der Mitte Deutschlands mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis im mittleren und unteren Mietensegment sein. Und sie will wachsen: Von derzeit rund 58.000 Wohneinheiten auf einen Bestand von 75.000 Wohnungen. Wir haben dabei den Anspruch, unser Wachstum sozial verträglich und klimaschonend zu gestalten. 

Als Teil unserer Mission übernehmen wir die Verantwortung für Menschen und Lebensräume in der Mitte Deutschlands – als Wohnungsbauunternehmen ebenso wie als Stadt- und Projektentwickler. Somit bieten wir unseren Mietern bezahlbaren Wohnraum für ihre individuelle Lebenssituation und sind persönlich für unsere Kunden da. Die Unternehmensgruppe bietet ihren Mitarbeitern eine offene und familienfreundliche Unternehmenskultur. Seit 2013 ist die Unternehmensgruppe nach dem audit berufundfamilie als familienfreundliches Unternehmen zertifiziert – im Jahr 2019 erfolgt planmäßig die dritte Auditierung.

Seit dem Jahr 2017 wird außerdem der Public Corporate Governance Kodex (PCGK) des Landes Hessen angewandt. Der PCGK stellt wesentliche Regeln und Handlungsempfehlungen für die Steuerung, Leitung und Überwachung von Unternehmen dar, an denen das Land Hessen beteiligt ist. Sie beruhen auf gesetzlichen Vorschriften und anerkannten Standards aber auch den grundlegenden Werten von guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung.

In ihrem Leitbild definiert die Unternehmensgruppe, ihr Werte und Grundsätze, die für alle Mitarbeiter Gültigkeit haben.
Investitionsintensität (Werterhaltung und Werterhöhung des Immobilienbestandes): Angabe in EUR/qm Wohnfläche pro Jahr 
Im Jahr 2018 wurden 111,15 Millionen Euro für die Bestandsertüchtigung aufgewendet. Davon sind 77,81 Millionen Euro auf die Instandhaltung und 33,34 Millionen Euro auf Modernisierungsmaßnahmen entfallen. 334 Wohnungen wurden vollmodernisiert und 506 Wohnungen teilmodernisiert (2017 wurden 443 Wohneinheiten vollmodernisiert und 286 teilmodernisiert). Dies entspricht einer Modernisierungsrate, sprich dem Anteil der modernisierten Wohnungen im Berichtsjahr im Verhältnis zum Gesamtbestand der vermieteten Wohnungen, von 1,45 % (1,24 % im Jahr 2017). Die Modernisierungsintensität, das heißt die Ausgaben für Maßnahmen der Modernisierung im eigenen Bestand im Verhältnis zur Gesamtwohnfläche, stieg im Jahr 2018 mit 9,2 €/m² (8,7 €/m² in 2017) leicht an. 
Gesamtkapitalrentabilität (Ertragskraft des Unternehmens)
Die Gesamtkapitalrentabilität, gebildet aus Jahresüberschuss und Zinsen auf das langfristige Fremdkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme, lag 2018 bei 2,5 % (2017: 2,2 %, 2016: 1,6 %). Die Eigenkapitalrentabilität, das Verhältnis des Jahresergebnisses zum bilanziellen Eigenkapital, lag im Berichtszeitraum bei 7,5 % (2017: 7,5 %, 2016: 6,8 %).

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Gemäß den bei der Unternehmensgruppe angewandten Tarifverträgen wird die Vergütung der Mitarbeiter geschlechtsunabhängig geregelt und staffelt sich nach Qualifikation, Aufgaben- und Verantwortungsbereich sowie Betriebszugehörigkeit. Für die leitenden Angestellten gibt es ein Grundgehalt und eine variable Komponente. Dieser variable Faktor richtet sich an der Zielerreichung des jeweiligen Geschäftsjahres aus und wird zudem jährlich mit der Geschäftsführung vereinbart. Auch die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen ist Bestandteil dieses variablen Anteils und hat damit Einfluss auf die leitenden Angestellten. Die Leistungsbeurteilung nimmt die Geschäftsführung jährlich nach Vorliegen des testierten Jahresabschlusses für das abgelaufene Geschäftsjahr vor (siehe auch Leistungsindikatoren zu Kriterium 8).

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator GRI SRS-102-35: Vergütungspolitik
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und Führungskräfte, aufgeschlüsselt nach folgenden Vergütungsarten:
i. Grundgehalt und variable Vergütung, einschließlich leistungsbasierter Vergütung, aktienbasierter Vergütung, Boni und aufgeschoben oder bedingt zugeteilter Aktien;
ii. Anstellungsprämien oder Zahlungen als Einstellungsanreiz;
iii. Abfindungen;
iv. Rückforderungen;
v. Altersversorgungsleistungen, einschließlich der Unterscheidung zwischen Vorsorgeplänen und Beitragssätzen für das höchste Kontrollorgan, Führungskräfte und alle sonstigen Angestellten.

b. wie Leistungskriterien der Vergütungspolitik in Beziehung zu den Zielen des höchsten Kontrollorgans und der Führungskräfte für ökonomische, ökologische und soziale Themen stehen.

Die Vergütung der Mitarbeiter erfolgt bei der Unternehmensgruppe gemäß geltenden Tarifverträgen geschlechtsunabhängig und staffelt sich nach Qualifikation, Aufgaben- und Verantwortungsbereich sowie Betriebszugehörigkeit. Alle Jahresbruttogehälter können von den Mitarbeitern in Form einer Tariftabelle für alle Gruppen und Stufen eingesehen werden. Im Rahmen der Umsetzung des Entgelttransparenzgesetzes ermöglicht die Unternehmensgruppe ihren Mitarbeitern mindestens alle zwei Jahre, bei Veränderung der Voraussetzungen auch öfter, ein Auskunftsverlangen an den Betriebsrat zu stellen. 

Für die leitenden Angestellten gibt es ein Grundgehalt und eine variable Komponente. Dieser variable Faktor richtet sich an der Zielerreichung des jeweiligen Geschäftsjahres aus und wird jährlich mit der Geschäftsführung vereinbart. Auch die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen kann die Höhe des variablen Anteils beeinflussen. Seit 2019 können offiziell für die erste und zweite Führungskräfteebene Bestandteile des Umsetzungsplans der Nachhaltigkeitsstrategie als Teilaspekt in die Zielvereinbarungen integriert werden. Die Festlegung erfolgt in Abstimmung zwischen Führungskraft und Geschäftsführung. Damit sind die Nachhaltigkeitsziele und -maßnahmen der Unternehmensgruppe fester Bestandteil der Diskussion und werden je nach fachlichem Schwerpunkt der Führungskraft als Zielvereinbarung beschlossen.

Die Leistungsbeurteilung nimmt die Geschäftsführung jährlich nach Vorliegen des testierten Jahresabschlusses für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Die Vergütung der Mitglieder der Geschäftsführung setzt sich aus einer Jahresgrundvergütung und einer nach oben begrenzten variablen Vergütung zusammen. Die Erreichung der Unternehmensziele inklusive der Nachhaltigkeitsziele ist Maßstab für den erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteil der Geschäftsführung und wird vom Aufsichtsrat beurteilt. Hierfür legt die Geschäftsführung dem Aufsichtsrat eine umfangreiche Analyse vor. Im Rahmen der Mitgliedschaft bei dem PCGK des Landes Hessen gemäß der Empfehlung Nr. 6.2.1 ist die Gesamtvergütung jedes Mitglieds der Geschäftsleitung individualisiert, aufgeteilt nach erfolgsunabhängigen, erfolgsbezogenen und Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung unter Namensnennung in allgemein verständlicher Form im Geschäftsbericht 2018 dargestellt. Auch das Sitzungsgeld, sprich die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wird im Geschäftsbericht auf Seite 31 veröffentlicht.

Leistungsindikator GRI SRS-102-38: Verhältnis der Jahresgesamtvergütung
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Verhältnis der Jahresgesamtvergütung der am höchsten bezahlten Person der Organisation in jedem einzelnen Land mit einer wichtigen Betriebsstätte zum Median der Jahresgesamtvergütung für alle Angestellten (mit Ausnahme der am höchsten bezahlten Person) im gleichen Land.

Eine Ermittlung des Verhältnisses der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters zum mittleren Niveau (Median) der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten (ohne den höchstbezahlten Mitarbeiter) plant die Unternehmensgruppe ab der Berichterstattung 2019 zu veröffentlichen. Die Vergütung der Geschäftsführung wird erst seit 2017 veröffentlicht. Die Ermittlung des Medians ist nicht automatisiert abrufbar, sondern muss manuell erfolgen. Daher ist die Aufnahme in den Standard-Indikatorenkatalog erst ab dem Berichtsjahr 2019 möglich.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Im Rahmen ihrer Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2014/2015 hat die Unternehmensgruppe relevante Stakeholder auf Grundlage der Handlungsrelevanz definiert und in einem strukturierten Prozess einbezogen. Die Sicht der Eigentümer wurde durch einen Dialog mit Vertretern des Aufsichtsrats eingeholt. Die Sicht der Mieter wurde in einem Workshop mit Quartiersbeirat und Jugendbeirat erfasst. Die Mitarbeiter wurden durch den eingebundenen Betriebsrat vertreten und die wesentlichen Kreditgeber und das Hessische Umweltministerium als zuständige Fachbehörde gehört.  

Als Kernanspruchsgruppen betrachtet die Unternehmensgruppe Mitarbeiter, Mieter, Aufsichtsrat, Aufsichtsbehörden und Kreditgeber. Auch für die 2018 abgeschlossenen Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie haben wir durch strukturierte Dialoge unsere Kernanspruchsgruppen einbezogen. Im Rahmen der Fortschreibung wurde 2017 zum zweiten Mal ein Anspruchsgruppendialog mit internen und externen Stakeholdern durchgeführt. Die Gespräche mit den Anspruchsgruppen setzten sich aus mehreren Workshops sowie Interviews mit allen Führungskräften der 1. und 2. Ebene sowie internen Fachverantwortlichen zusammen. Es wurden alle Führungskräfte in Einzelgesprächen zur Strategie befragt. Halbtägige Workshops wurden mit Vertretern des Aufsichtsrats und der Ministerien, mit den Arbeitnehmervertretern und mit Fachvertretern des Konzerns durchgeführt. Die aus den Gesprächen resultierenden Erkenntnisse wurden durch den Nachhaltigkeitsbeauftragten ausgewertet und bildeten eine wichtige inhaltliche Grundlage für die Strategiefortschreibung 2018.  

Ein Stimmungsbild der Mieter liefert der Unternehmensgruppe wertvolle Impulse für die Optimierung ihrer täglichen Arbeit. Im Berichtsjahr hat die Unternehmensgruppe eine breit angelegte Meinungsumfrage durch das Forschungsinstitut InWIS durchführen lassen. Insgesamt wurden 1.956 zufällig ausgewählte Mieter der Unternehmensgruppe zu ihrer Wohnsituation befragt. Die Ergebnisse sind somit repräsentativ für die rund 140.000 Mieter der Unternehmensgruppe.  

Über verschiedene Dialogformate bindet die Unternehmensgruppe ihre Anspruchsgruppen auch im Tagesgeschäft aktiv ein. Die Unternehmensgruppe hat beispielweise den Anspruch, bei baulichen Veränderungen betroffene Bürger möglichst frühzeitig bei der Projektplanung einzubeziehen. In Form von Mietersprechstunden fängt die Unternehmensgruppe beispielsweise etwaige Spannungen und Sorgen auf.  
Da sowohl Wirtschafts- als auch Finanz- und Umweltministerium des Landes Hessen im Aufsichtsrat vertreten sind, erfolgt ein regelmäßiger und reger Austausch der Geschäftsführungs-Referenten sowie des Kompetenzcenter Unternehmensentwicklung mit Ministeriumsmitarbeitern. Die Stadtentwicklung steht über ihre Projekte sowie über regelmäßige Netzwerkveranstaltungen auf Bundes- und Landesebene in intensivem Austausch mit Landes- sowie Kommunalvertretern aus 128 Kommunen in Hessen, Thüringen, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Die leitenden Angestellten der Unternehmensgruppe sind in mehreren Branchenverbänden für Stadtentwicklung und Wohnungsbau aktiv.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator GRI SRS-102-44: Wichtige Themen und Anliegen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. wichtige, im Rahmen der Einbindung der Stakeholder geäußerte Themen und Anliegen, unter anderem:
i. wie die Organisation auf diese wichtigen Themen und Anliegen − auch über ihre Berichterstattung − reagiert hat;
ii. die Stakeholder‑Gruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen im Einzelnen geäußert haben.

Anspruchsgruppendialoge

Bei den im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie-Fortschreibung zum zweiten Mal durchgeführten Anspruchsgruppendialogen im Jahr 2017 konnte ein gewachsener Reifegrad bei den beteiligten internen und externen Teilnehmern aufgrund der inhaltlichen Auseinandersetzung und der intensiven Beschäftigung mit der Strategieumsetzung festgestellt werden.

Folgende Themen resultierten aus den Anspruchsgruppenbeteiligungen des Jahres 2017: Investitionsmanagement, Finanzmanagement, Digitalisierung, Innovation, Neubau, Innovative   Arbeitswelten, Wasser und Abwasser. Alle Themen wurden entweder bei der Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie oder bei der Fortschreibung der Unternehmensstrategie berücksichtigt. Beteiligt waren unter anderen folgende Anspruchsgruppen: interne Führungskräfte und Fachexperten, Gesamtbetriebsratsvertreter, Geschäftsführung und Ministeriumsvertreter.  

Mieterbefragung  

Die Ergebnisse der Mieterbefragung sind erfreulich: Die Unternehmensgruppe schnitt in allen befragten Kategorien mit „gut“ (Note 2) oder „sehr gut“ (Note 1) ab. Die Mieter vergaben fast durchweg gute Noten für die Wohnungsgröße (1,7) und deren Zuschnitt (1,8). Rund 80 % der Mieter empfinden die für sie zuständigen Mitarbeiter der Unternehmensgruppe als freundlich und attestierten einen guten bis sehr guten Einsatz für ihre Belange. Selbstverständlich ruht sich die Unternehmensgruppe nicht auf den positiven Ergebnissen aus, sondern begreift das gute Feedback als Bekräftigung ihres Engagements.   

Mitarbeiterbefragung  

Im März 2018 konnten die Mitarbeiter eines innovativen Pilotstandortes ihre neue Arbeitsumgebung im Rahmen einer anonymisierten Mitarbeiter-Befragung bewerten. Positiv wurde von vielen Mitarbeitern (79 %) der Gebäudestandort am Frankfurter Westhafen bewertet. Mehrheitlich zufrieden sind die Befragten mit ihrer neuen Büroumgebung hinsichtlich Funktionalität der Möbel, Bewegungsfreiheit, Ablageflächen und technischer Ausstattung. Etwas mehr als die Hälfte der Mitarbeiter (52 %) nimmt die Möglichkeit in Anspruch, innerhalb des Gebäudes mobil arbeiten zu können. Beliebt sind auch die Kommunikations- und Begegnungszonen (78 %). Kritik gab es hingegen in Bezug auf das Raumklima. Auf Betreiben der Unternehmensgruppe wurden daraufhin vom Vermieter mehrmals Anpassungen an der Lüftungsanlage vorgenommen. In der besonders von Lufttrockenheit betroffenen 15. Etage wird mit Blick auf die nächste Heizperiode zudem geprüft, ob die ergänzende Anbringung von drei vertikal bepflanzten Wandkonstruktionen für weiteren Raumkomfort sorgen kann.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Vor allem im Kerngeschäft der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt – bei dem Neubau und der Modernisierung von Wohnungen – gehen soziale und ökologische Wirkungen Hand in Hand. Nicht zuletzt wird auch die Bezahlbarkeit der Wohnungen durch die Energiekosten beeinflusst.  Die Bereitstellung von preisgünstigem Wohnraum, der gleichzeitig hohe energetische und soziale Ansprüche erfüllt, bildet aus diesem Grund den Kern unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Dabei ist neben der energetischen Modernisierung der Bestandsgebäude der energieeffiziente Neubau ein zentraler Hebel zur Erreichung der gesetzten Klimaziele. Wir planen in den Jahren 2020 bis 2024 insgesamt 1,9 Milliarden Euro in den Neubau von Wohnungen und den Bestand zu investieren. Die neu gebauten Wohnungen der Unternehmensgruppe erfüllen dabei ambitionierte Energiestandards, die über die gesetzlich vorgeschriebene Energieeinsparverordnung hinausgehen. Sämtliche im Berichtsjahr eingereichten Bauanträge der Unternehmensgruppe haben einen Primärenergiebedarf von ca. 33 kWh/m²a – das entspricht dem Standard KfW Effizienzhaus 55. Auch die Versorgung der Gebäude durch regenerativen Strom und CO2-neutralisiertes Erdgas ist ein wichtiges Element, mit der die Unternehmensgruppe zu einer klimaschonenden Stadtentwicklung beiträgt.  

Eine innovative Herangehensweise spielt für die Unternehmensgruppe auch beim Thema zukunftsfähige Mobilitätskonzepte eine zentrele Rolle. Unsere Mitarbeiter können für ihre Dienstfahrten Elektro- oder Erdgasautos sowie Pedelecs und Lastenräder nutzen. An sieben von neun Standorten können Mitarbeiter auf die Fahrzeugflotte zugreifen. Auch für unsere Mieter schaffen wir eine klimaschonende Infrastruktur: Mit ersten Ladestationen und E-Autos im Carsharing-Angebot stellen wir in Pilotsiedlungen hierfür die Weichen.  

Innovation durch praxisnahe Forschung ermöglicht die Unternehmensgruppe durch Beteiligung an einschlägigen Forschungsprojekten. Sie wirkt aktuell bei zwei großen Forschungsprojekten des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU) mit. Ziel der Studien ist, einen besseren Vergleich theoretisch errechneter und tatsächlicher Energieeinsparungen zu ermöglichen und damit die Effizienz der Maßnahmen zu prüfen sowie den Mietern zielgerichtet Einsparberatung bieten zu können. In der Praxis zahlt sich die enge Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten aus. Ein Beispiel ist die Planung von Klimaschutz- und Klimafolgemaßnahmen im Darmstädter Stadtteil Mollerstadt. Von 2012 bis 2013 wurde in Kooperation mit dem IWU ein Integriertes Quartierskonzept für den Stadtteil erarbeitet. Auf Basis einer umfangreichen Bestandsaufnahme und Potenzialanalyse definierte das Projektteam der Unternehmensgruppe 23 Maßnahmen in den Handlungsfeldern energetische Sanierung von Gebäuden, Klimaanpassung, klimafreundliche Mobilität und Nutzersensibilisierung. Wesentlicher Bestandteil waren Begrünungsmaßnahmen im Quartier, die im Rahmen eines städtischen Klimamodells entwickelt wurden. Mit dem „Mollerweb 2.0“ führte das Team zudem ein Online-Beteiligungsverfahren ein, bei dem die Bürger auf einer virtuellen Karte eintragen konnten, wo genau sie in dem dicht bebauten Innenstadtquartier Defizite sahen oder sich eine Begrünung wünschten.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen. Link (Seite 38)

(Hinweis: der Indikator ist auch bei einer Berichterstattung nach GRI SRS zu berichten)

Eine positive oder negative Auswahlprüfung von Finanzanlagen der Unternehmensgruppe nach Umwelt- oder sozialen Faktoren erfolgt derzeit noch nicht. Die Unternehmensgruppe hat sich im Zuge ihrer Strategiefortschreibung 2018+ im Bereich Investitionsmanagement als Ziel gesetzt, die Anlage ihrer liquiden Mittel unter dem Aspekt von Nachhaltigkeitskriterien überprüfen zu lassen. Gleichzeitig möchten wir nachhaltige Finanzinstrumente wie grüne Schuldscheindarlehen verstärkt einsetzen. Hierfür planen wir, die Nachhaltigkeitsperformance der Unternehmensgruppe bewerten zu lassen. Mithilfe eines solchen ESG-Ratings möchten wir die Voraussetzung für weiterführende, nachhaltige Finanzierungsmodelle schaffen.