5. Verantwortung

Die Verantwortlichkeiten in der Unternehmensführung für Nachhaltigkeit werden offengelegt.

Verantwortlich für Entwicklung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie ist der Geschäftsinhaber, Timothy C. Vincent.

6. Regeln und Prozesse

Das Unternehmen legt offen, wie die Nachhaltigkeitsstrategie durch Regeln und Prozesse im operativen Geschäft implementiert wird.

Timothy C. Vincent legt für seinen Betrieb die Werte, Ziele und Verhaltensstandards des von ihm gegründeten Vereins „Handwerk für Verantwortung e.V.“ zugrunde  (siehe Ausführungen zu Kriterium 3 und 7). 

Diese sind schriftlich definiert und gelten als verbindliches Regelwerk für alle Prozesse und betrieblichen Entscheidungen im operativen Geschäft. 

7. Kontrolle

Das Unternehmen legt offen, wie und welche Leistungsindikatoren zur Nachhaltigkeit in der regelmäßigen internen Planung und Kontrolle genutzt werden. Es legt dar, wie geeignete Prozesse Zuverlässigkeit, Vergleichbarkeit und Konsistenz der Daten zur internen Steuerung und externen Kommunikation sichern.

Die interne Planung und Kontrolle durch Nutzung von Leistungsindikatoren ist noch im Aufbau. Für den Bereich "Umwelt" liegen wesentliche Leistungskennziffern vor (siehe Leistungsindikatoren zu Kriterien "Ressourcenmanagement" und "Klimarelevante Emissionen").

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 5 bis 7

Leistungsindikator G4-56
Beschreiben Sie die Werte, Grundsätze sowie Verhaltensstandards und -normen (Verhaltens- und Ethikkodizes) der Organisation. Link

Ergänzend zu den im Kriterium 3 aufgeführten Leitprinzipien legt Timothy C. Vincent für seinen Betrieb die Werte und Verhaltensstandards des Vereins „Handwerk für Verantwortung e.V.“ zugrunde:

Transparenz, Ehrlichkeit und Offenheit:
Die Werte Transparenz, Ehrlichkeit, Offenheit bilden die Basis für eine Vertrauenskultur. Hierzu gehört auch die Aufklärungsarbeit über Produkte, Werk- oder Inhaltsstoffe, die von anderen Lieferanten bezogen wurden. Zur Sicherstellung verpflichtet sich Vincent, die Herkunft der Rohstoffe und Rohprodukte offen zu legen.

Keine Bestechlichkeit:
Verpflichtung, keine Bestechungsgelder entgegen zu nehmen oder zu bezahlen.

Qualität im Handwerk:
Kulturelle Nachhaltigkeit wird durch den Anspruch nach handwerklicher Qualität geschaffen und sorgt für den Erhalt von handwerklichem Wissen. Hier steht nicht die industrielle Fertigung von Gütern im Mittelpunkt, sondern vielmehr der Mensch, sein Wissen und Können sowie Handarbeit.

Neben der Erstellung physischer Güter umfasst die handwerkliche Tätigkeit auch Dienstleistungen in Form von Beratung, Montage, Wartung, Reparatur oder Handel. Qualität umfasst auch die Langlebigkeit von Produkten im Sinne des Kunden.

Produktion im heimischen Betrieb:
Kernprodukte und -dienstleistungen werden soweit wie möglich durch den Betrieb selber entwickelt, hergestellt, verarbeitet, um- und bearbeitet sowie bereitgestellt – unter Einhaltung von hohen ökologischen, tariflichen und sozialen Standards und einem möglichst regionalen Bezug von Rohstoffen und Rohprodukten. Können Bestandteile einer Ware oder Dienstleistung nicht bereitgestellt werden, wird die Kooperation mit regionalen Partnern gesucht, die ebenfalls im eigenen Betrieb fertigen.

8. Anreizsysteme

Das Unternehmen legt offen, wie sich die Zielvereinbarungen und Vergütungen für Führungskräfte und Mitarbeiter auch am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen und an der langfristigen Wertschöpfung orientieren. Es wird offengelegt, inwiefern die Erreichung dieser Ziele Teil der Evaluation der obersten Führungsebene (Vorstand/ Geschäftsführung) durch das Kontrollorgan (Aufsichtsrat/Beirat) ist.

Finanzielle Anreizsysteme sind nicht notwendig, durch die hohe intrinsische Motivation des Geschäftsinhabers.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 8

Leistungsindikator G4-51a
Vergütungspolitik – Berichten Sie über die Vergütungspolitik für das höchste Kontrollorgan und die leitenden Führungskräfte. Link

Auf eine faire Entlohnung der Mitarbeiter wird geachtet. Tarifliche Bestimmungen werden eingehalten. Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil des Geschäftsmodells, daher ist ein Vergütungssystem mit separaten Nachhaltigkeitszielvereinbarungen entbehrlich.

Leistungsindikator G4-54
Nennen Sie das Verhältnis der Jahresvergütung des höchstbezahlten Mitarbeiters in jedem Land mit signifikanten geschäftlichen Aktivitäten zum mittleren Niveau (Median) der Jahresgesamtvergütung aller Beschäftigten (ohne den höchstbezahlten Mitarbeiter) im selben Land. Link

Leistungsindikator noch nicht vorhanden.

9. Beteiligung von Anspruchsgruppen

Das Unternehmen legt offen, wie gesellschaftliche und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen identifiziert und in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden. Es legt offen, ob und wie ein kontinuierlicher Dialog mit ihnen gepflegt und seine Ergebnisse in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden.

Ein Stakeholderbewertungsprozess wurde im Rahmen einer strategischen Analyse durchgeführt. Zunächst wurden alle Stakeholder, mit denen das Unternehmen in Berührung kommt, aufgelistet. Anschließend wurden diese mit Hilfe einer Bewertungsmatrix einzeln dahingehend bewertet, wie stark sie Einfluss auf das Unternehmen nehmen können und wie sie durch das Unternehmen beeinflusst werden können. Als wesentliche Anspruchsgruppen wurden identifiziert:

-          Kunden
-          Mitarbeitende
-          Umwelt
-          Lieferanten
-          Wettbewerber/Kollegen
-          Branchenorganisationen
-          Öffentlichkeit und lokale Gemeinde
-          Familie

Durch den kontinuierlichen Austausch mit den Anspruchsgruppen werden die gewonnenen Erkenntnisse in die betrieblichen Prozesse integriert. Einzelheiten siehe Leistungsindikator G4-27.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 9

Leistungsindikator G4-27
Nennen Sie die wichtigsten Themen und Anliegen, die durch die Einbindung der Stakeholder aufgekommen sind, und wie die Organisation auf jene wichtigen Themen und Anliegen reagiert hat, einschließlich durch ihre Berichterstattung. Nennen Sie die Stakeholdergruppen, die die wichtigen Themen und Anliegen jeweils angesprochen haben. Link

Kunden:
Kunden fokussieren sich häufig bei ihren Anfragen zunächst auf Preis und Qualität. Den meisten fehlt noch das Wissen um Umwelt- und Sozialprobleme, die häufig mit importierten Natursteinen aus Übersee einhergehen. Daher ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie, die Kunden ehrlich aufzuklären, ihr Nachhaltigkeitsbewusstsein zu schärfen und ihnen neue Wege zu einem nachhaltigen Grabmal aufzuzeigen. Kundenwünsche nach nicht nachhaltigen Grabmalen werden nicht erfüllt.

Mitarbeitende:
Der Betrieb bildet regelmäßig aus. Auszubildende lernen das Gesamtspektrum der handwerklichen Gestaltung von Naturstein kennen. Dieses Wissen wird in Betrieben, die vorwiegend industriell gefertigte Grabmale verkaufen, in der Ausbildung nicht oder nur eingeschränkt vermittelt.

Die Mitarbeitenden werden vom Geschäftsinhaber in die Nachhaltigkeitsthemen kontinuierlich eingearbeitet. So lernen sie unter anderem, wie die Kunden zu Nachhaltigkeitsthemen angesprochen werden, aber auch, wie sie sich umweltbewusst verhalten, beispielsweise bei der Abfalltrennung.

Lieferanten/Geschäftspartner
Mit den Lieferanten werden die sozialen und ökologischen Probleme in der Lieferkette von Natursteinen diskutiert. Durch die langjährigen Geschäftsbeziehungen kennen die Geschäftspartner die strengen Beschaffungskriterien von Timothy C. Vincent und wissen, dass er nur nachhaltige Ware bezieht.

Friedhofsverwaltungen erhalten von Vincent Selbsterklärungen zur Umwelt- und Sozialverträglichkeit des Natursteinmaterials.

Wettbewerber/Kollegen:
Der Dialog mit Steinmetz- und Steinbildhauerbetrieben wird intensiv gesucht. Durch die Gründung des Vereins „Handwerk mit Verantwortung e.V.“ in 2015 wird der Austausch zu Nachhaltigkeitsthemen noch intensiver, sogar bundesweit über alle Handwerksgewerke übergreifend.

Branchenorganisationen:
Der Betrieb steht im Austausch mit diversen Branchenorganisationen, u.a. mit der Handwerkskammer, der Landesinnung für Steinmetze und Steinbildhauer, der Westdeutschen Handelskammer.

Öffentlichkeit/lokale Gemeinde:
Durch die Berichterstattung in den Medien werden die von Timothy C. Vincent angesprochenen Nachhaltigkeitsthemen öffentlich:
- durch Events in der lokalen Gemeinde
- durch Bewerbungen für diverse Nachhaltigkeitspreise. Über die Verleihung des Nachhaltigkeitspreises „Mein gutes Beispiel“ an „Handwerk mit Verantwortung e.V“ wurde in den Medien vielfach berichtet.

Familie des Inhabers:
Der Inhaber achtet durch eine ausgewogene Work-Life-Balance auch auf die Interessen seiner Familie. Auch im Privaten werden die Nachhaltigkeitswerte von ihm vorgelebt und an seine Kinder weitergegeben.

10. Innovations- und Produktmanagement

Das Unternehmen legt offen, wie es durch geeignete Prozesse dazu beiträgt, dass Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit bei der eigenen Ressourcennutzung und bei Nutzern verbessern. Ebenso wird für die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen dargelegt, ob und wie deren aktuelle und zukünftige Wirkung in der Wertschöpfungskette und im Produktlebenszyklus bewertet wird.

Vincent will auch durch Innovationen wie das "Recycling-Grabmal" den ökologischen Fußabdruck bei der Grabmalerstellung verbessern. Grabmale werden nach Ablauf der Grabruhezeit oft zu Abfall. Sie werden abgeräumt, zerkleinert und dann als Schotter oder Füllmaterial wieder verwendet. Vor dem Downcycling sollte jedoch stets geprüft werden, ob eine höherwertige Materialverwendung möglich ist.

Recyceln von Grabsteinen:
Nach dem Ablauf der Ruhefrist stellen sich Angehörige die Frage: Wohin mit dem alten Grabstein? Sie haben die Möglichkeit, die Friedhofsverwaltung mit der kostenpflichtigen Entsorgung zu beauftragen, den Stein selbst abzuräumen oder einem an dem Material interessierten Steinmetz das Grabmal zu überlassen.

Als Recycling­ Grabmal wird ein Grabmal bezeichnet, dessen Herstellung auf der Nutzung des Materials eines schon vorhandenen Grabsteines beruht. Abgeräumte Grabmale werden direkt als Ausgangsmaterial für das zukünftige Grabmal genommen. Bei liegenden Grabsteinen wird z.B., wenn möglich, die Rückseite benutzt. Bei stehenden Steinen kann der komplette Stein überarbeitet werden. Allerdings kann nicht jedes Material als Grabmal seine Wiederverwendung finden. Hier setzen die ursprüngliche Bearbeitung, Materialstärke und die Gestaltungsvorschriften des jeweiligen Friedhofes, auf dem das zukünftige Grabmal zu stehen kommen soll, Grenzen.

Eine weitere Möglichkeit ist, aus dem alten Grabmal ein Andenkenobjekt für die Verstorbenen zu gestalten, da sie nach dem Abräumen des Grabsteines auf dem Friedhof keine Erinnerungsstelle mehr besitzen.

Nutzen für Mensch und Natur:
Gerade vor dem Hintergrund der vielfältigen ökologischen und sozialen Probleme, die bei der Produktion von Naturwerkstein und Herstellung von Grabmalen in fernöstlichen Ländern herrschen, bietet das Grabmal­-Recycling eine nachhaltige Alternative. Zudem werden die durch lange Transportwege entstehenden Emissionen vermieden. Das Recycling sichert Arbeitsplätze im Handwerk vor Ort. Kunden profitieren in der Regel von einem Preisvorteil für das schon vorhandene Material.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 10

Leistungsindikator G4-FS11
Prozentsatz der Finanzanlagen, die eine positive oder negative Auswahlprüfung nach Umwelt- oder sozialen Faktoren durchlaufen. Link

Finanzanlagen sind derzeit nicht vorhanden und auch nicht beabsichtigt.