3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Da sich sowohl Umweltschutz als auch -controlling bei Bosch stets auf die Geschäftsziele beziehen, besteht das grundsätzliche Ziel, Ökologie und Ökonomie zumindest langfristig in eine Balance zu bringen. Konkret formulieren wir hierzu bei Bosch vier zentrale Nachhaltigkeitsziele, die sich aus den unter 1. angeführten aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen ergeben:

1. Systematische CO2-Reduktion
Der Klimawandel hat zu einem steigenden Umweltbewusstsein in der Bevölkerung und zu neuen gesetzlichen Vorgaben geführt. Auch für Bosch ist dieses Thema zentral. Mit dem klaren Ziel einer Reduktion der relativen, auf die eigene Wertschöpfung bezogenen CO2-Emissionen um 20 Prozent bis 2020 im Vergleich zu 2007 trägt Bosch zur systematischen CO2-Reduktion bei. Bis 2014 erzielten wir eine Reduktion um 19,9 Prozent.

2. Konsequente Umwelt- und Sozialaudits
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2020 bei 1.000 unserer weltweiten Lieferanten Umwelt- und Arbeitsschutz-Audits durchzuführen. Bislang (Stand: 2014) wurden 367 Lieferanten auditiert. Auf diese Weise gelingt es Bosch, Nachhaltigkeitsstandards entlang der Wertschöpfungskette zu etablieren.

3. Mehr weibliche Führungskräfte
Dem demografischen Wandel und dem damit einhergehenden Fachkräftemangel begegnen wir durch eine systematische Förderung von weiblichen Nachwuchskräften. Vor diesem Hintergrund haben wir uns unter anderem dazu verpflichtet, den Anteil von weiblichen Führungskräften auf 20 Prozent bis 2020 auszubauen. Aktuell werden 12,9 Prozent der Führungspositionen von Frauen eingenommen.

4. Weniger Arbeitsunfälle
Wir streben stetig danach, den Arbeitsschutz für unsere Mitarbeiter zu verbessern. Ziel ist, Arbeitsunfälle bei Bosch bis 2020 auf drei Unfälle pro Millionen geleisteter Arbeitsstunden zu reduzieren. 2014 lag dieser Wert bei 3,1.

Darüber hinaus verfolgt Bosch zahlreiche qualitative Nachhaltigkeitsziele. Dazu zählen der kontinuierliche Ausbau des Umwelt- und Sicherheitsportfolios, die Förderung von Vielfalt im Rahmen der Diversity-Initiative, unser Engagement für Bildung und Mitarbeiterförderung sowie der Anspruch, durch Innovationen zu mehr Umweltschutz beizutragen. In den folgenden Rubriken dieser Entsprechenserklärung werden die qualitativen Nachhaltigkeitsziele weiter ausgeführt.

Für die Festlegung und konkrete Ausgestaltung der Nachhaltigkeitsziele bei Bosch ist der Steuerkreis Nachhaltigkeit (siehe 5.) zuständig. Hier ist der Vorsitzende der Geschäftsführung selbst Mitglied, gemeinsam mit zwei weiteren Mitgliedern der Geschäftsführung sowie Vertretern aus dem Fachbeirat. Von dieser Organisation geht ein klares Signal aus: Nachhaltigkeit ist bei Bosch Chefsache – und das sollte sie in allen Unternehmensbereichen sein.

Die Überprüfung der nicht-finanziellen Ziele erfolgt bei Bosch überwiegend in den Managementeinheiten, die sich in vier Unternehmensbereiche (Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods, Energy and Building Technology) mit jeweils mehreren Geschäftsbereichen gliedern. Die Geschäftsbereiche erhalten dazu von der Geschäftsführung im Planungsprozess Ziele für ihr weltweites Geschäft, die sie auf Produktbereiche und andere Einheiten oder Standorte entfalten und mit den jeweils Verantwortlichen vereinbaren. Dies gilt in gleicher Weise auch für Ziele zur CO2-Reduktion, zur Senkung der Unfallzahlen oder zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen.

Das Controlling unterstützt das Management der Geschäftsbereiche bei den geplanten Maßnahmen, indem es die Chancen und Risiken der Zielerreichung zusammenfassend bewertet. Es achtet beispielsweise bei Umweltprojekten darauf, dass die strategische Planung die ökologischen Zielsetzungen berücksichtigt und dass in der operativen Mittelfristplanung konkrete Umweltschutzinvestitionen mit den entsprechenden Ressourcen eingeplant sind. Die kommunizierten Kennzahlen zum Umweltschutz im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung betreffen überwiegend technische Kennzahlen, die nicht vom klassischen finanziellen Controlling, sondern von Fachexperten, beispielsweise für Umwelt oder Energie, zusammengetragen und interpretiert werden. Da es für die Kennzahlen Zielwerte und regelmäßige Überprüfungen des Fortschritts gibt, bilden sie das direkte Controlling-Instrument für die Steuerung der Aufgaben im Bereich Umweltschutz. Durch erhöhte Transparenz, Abweichungsanalysen und Zielgespräche mit den operativen Bereichen erreichen wir, dass sich die Umweltleistung unseres Unternehmens stetig erhöht.

Wir sind davon überzeugt, dass wir unsere ökologischen Ziele nur dann erreichen können, wenn Inhalte und Aufgaben der Nachhaltigkeit sowie das damit verbundene Controlling fest in unseren Prozessen und Geschäftsaktivitäten verankert ist: von der Produktentwicklung bis zur Forschung & Entwicklung, von der Infrastruktur unserer Standorte bis zur gezielten Steigerung des Umweltbewusstseins unserer Mitarbeiter. Umweltmanagement bei Bosch ist demnach eine Querschnittsaufgabe, die alle Hierarchieebenen und jede betriebliche Funktion betrifft und zu der jeder Akteur seinen Beitrag leistet.

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Interaktive Grafiken für Statistiken zu verschieden Zielen