1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Das primäre Geschäftsziel der Spar- und Bauverein eG, ihre Mitglieder zu fördern, ist sowohl im Genossenschaftsgesetz (§ 1 GenG) als auch in der unternehmensspezifischen Satzung verankert. Für Genossenschaftsmitglieder ergibt sich aus § 2 der Satzung die Möglichkeit, ein geschütztes, dauerhaftes Nutzungsrecht bei moderaten Nutzungsgebühren in Anspruch zu nehmen sowie weitere Mehrwerte gegenüber Nichtmitgliedern nutzen zu können.

Aus dem genossenschaftstypisch sehr langfristig angelegten Geschäftsmodell ergibt sich die maßgebliche Herausforderung, den Grundsatz der Mitgliederförderung jeweils zeitgemäß zu reflektieren und in Handlungsstrategien zu überführen, die den Bedürfnissen aktueller und zukünftiger Mitgliedergenerationen gerecht werden.

Das Nachhaltigkeitsmanagement der Genossenschaft befidnet sich zurzeit im Aufbau und wird schrittweise im Unternehmen etabiliert bzw implementiert. Das folgende Strategiekonzept ist dabei Voraussetzung und Chance zugleich, nachhaltig zu agieren, eine ausgewogene ökonomische, soziale und ökologische Unternehmenspolitik mit langfristiger Perspektive zu betreiben:


Basisstrategie:

Die Genossenschaft bewirtschaftet und entwickelt das genossenschaftseigene Immobilienvermögen entsprechend der Bedürfnisse aktueller und zukünftiger Mitgliedergenerationen: Dabei gilt es, eine nachhaltige Substanz-, Wert- und Ergebnisstabilisierung bzw. -steigerung auf hohem Niveau zu realisieren. Das Geschäftsmodell der Spar- und Bauverein eG richtet sich nicht auf eine kurzfristige Gewinnmaximierung.


Wohngebäudeportfoliostrategie:
Es sind jährlich angemessene und langfristig weitgehend stabile Investitionsvolumina für eine nachhaltige Instandhaltung bzw. Modernisierung der eigenen Wohngebäude vorzuhalten. Die Optimierung der Investitionsströme erfolgt mit Hilfe eines professionellen Portfoliomanagementsystems nach Kosten-/Nutzen-Gesichtspunkten und dient einer mitgliederorientierten Wohnwerterhaltung bzw. –steigerung.

Hierbei gilt es:


Standortrelevanzstrategie (Wachstumsstrategie):

Mittels Nachverdichtung, Arrondierung um zielkonforme Neubaumaßnahmen sowie Akquisitionen werden die Standortrelevanz und die Angebotspalette für die Mitglieder weiter ausgebaut. Ein Wachstum im Quartierszusammenhang ist dabei mit Blick auf die vielfältig möglichen Synergieeffekte in besonderer Weise förderungswert. Eine Grundstücksbevorratung zwecks Sicherstellung auch weiter in die Zukunft gerichteter Bebauungspotenziale ist ebenfalls als ein Baustein der Investitionssteuerung in die Gesamtbetrachtung einzubeziehen.

Standortrelevanz wird weiterhin erreicht durch:

Strategie einer Optimierung in der Wertschöpfungskette:
Fragen von Diversifikation, Ausweitung der Wertschöpfungskette über das Kerngeschäft hinaus, „make or buy“-Entscheidungen im Rahmen der eigenen Dienstleistungspalette sowie Aktivitäten der Initiierung alternativer Handlungsmethoden und Geschäftsprozesse sind grundsätzlich darauf hin zu prüfen, inwieweit eine Berücksichtigung die nachhaltig positive Unternehmensentwicklung sowie das primäre Geschäftsziel der Mitgliederförderung begünstigt.


Strategie einer Qualitätsführerschaft und Prozessoptimierung:
Mittels kontinuierlicher Optimierung des Preis-/Leistungsverhältnisses im Marktvergleich,  interner Wertschöpfung durch operative Excellenz, Nutzung eines professionellen Managementinstrumentariums, zielgerichteter Aus-/Weiterbildung und Personalentwicklung zur Schärfung der Fach-/Methoden- und Sozialkompetenz wird die Qualitätsführerschaft angestrebt.


Strategie moderater Wohnkosten: 
Die Nettomietpreisgestaltung wird verstanden als Balanceakt zwischen wirtschaftlicher Gestaltung und sozialer Verantwortung:
Der allgemein überproportionale Anstieg der sogenannten Nebenkosten, dh. der „zweiten Miete“, ist für den Spar- und Bauverein längst keine Nebensache: Im Bereich der verbrauchsabhängigen Kosten werden vielfältige Einsparpotenzialanalysen und darauf aufbauend –maßnahmen ergriffen, wodurch die Genossenschaft als Vorreiter beim Klimaschutz (z.B. mittels Verringerung der Emissionen) und als ressourcenschonender Investor in Erscheinung tritt.  


Strategie der Mitglieder- und Gemeinwohlorientierung:
Der Spar- und Bauverein versteht sich gleichermaßen als Wirtschafts- und Sozialunternehmen:

Stakeholderstrategie:
Das Zusammenspiel mit allen relevanten Stakeholdern erfolgt ebenfalls nach Nachhaltigkeitsgesichtspunkten:

Personalstrategie:
Ideeller Anspruch ist eine an der individuellen Leistungskraft und dem jeweils zu klassifizierenden Leistungspotenzial zu definierende Aufbau- und Ablauforganisation. Eine die Wertschätzung des Anderen fördernde Unternehmenskultur, ein respektvoller, fairer Umgang miteinander, ein leistungsförderndes und –belohnendes Arbeitsklima, angemessene Arbeitsbedingungen/-zeiten sowie eine gerechte finanzielle Vergütung der jeweiligen Arbeitsleistung sind bedeutsame Bausteine der Personalstrategie. Anzustreben sind zudem ein Denken in Projekten und Prozessen (statt in Abteilungen), eine offene, motivierende Kommunikationskultur und eine Kultivierung von Veränderungsbereitschaft auf Basis bewährter Arbeitsweisen.

Den Führungskräften kommt bei der nachhaltigen Weiterentwicklung der strategischen Meilen- und Bausteine eine wachsende Bedeutung zu: Denn sie sind entscheidende Träger bzw. Repräsentanten des Unternehmensprofils; im Zusammenspiel der Unternehmenshierarchien/ Geschäftsprozessteams sowie im innerbetrieblichen Informationstransfer (in Analogie wie bei einem „Pater Noster-Aufzug“) treten sie als Vorbild und „Wirkkraftverstärker“ auf.