1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die Bosch Gruppe entwickelt „Technik fürs Leben“. Darunter verstehen wir Produkte, die Menschen begeistern, ihre Lebensqualität verbessern und zur Schonung natürlicher Ressourcen beitragen. Um dieses Ziel zu erreichen, gestalten wir Veränderungen und nutzen unsere Chancen insbesondere in den Bereichen Vernetzung, Elektrifizierung, Energieeffizienz, Automatisierung sowie in den aufstrebenden Märkten. Im Geschäftsfeld „Mobility Solutions“ beispielsweise positioniert sich Bosch als Innovationstreiber, der mithilfe verschiedener Effizienztechniken den CO2-Ausstoß von Verbrennungsmotoren kontinuierlich reduziert und die Elektrifizierung des Antriebsstrangs vorantreibt. Andererseits nutzt das Unternehmen seine Marktchancen im Bereich des automatisierten Fahrens, wo es durch stetige Weiterentwicklungen dazu beiträgt, die Vision einer unfallfreien Mobilität zu verwirklichen.

Bei der Entwicklung nutzbringender Lösungen setzen wir auf einen internationalen Forschungs- und Entwicklungsverbund, dem 2014 weltweit rund 45.700 Mitarbeiter angehörten. Sie meldeten rund 4.600 Patente an. Insgesamt fünf Milliarden Euro wendete Bosch im vergangenen Jahr für Forschung und Entwicklung auf, davon entfielen 55 Prozent auf Produkte, die das Leben nachhaltig ökologischer und sicherer machen. Mit diesem sogenannten Umwelt- und Sicherheitsportfolio erwirtschaftete Bosch rund 40 Prozent seines Umsatzes.

Auf Basis der Richtlinie 2009/125/EG des Europäischen Parlaments zur umweltgerechten Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte hat Bosch mit Design for Environment (DfE) zudem einen weltweiten Prozess zur Betrachtung der Umwelterfordernisse bei der Produktgestaltung eingeführt. DfE steht für eine umweltgerechte Gestaltung in allen Entwicklungsphasen, wodurch die Umweltverträglichkeit der Erzeugnisse während des gesamten Lebenszyklus verbessert wird (siehe dazu die Rubriken 6. und 11.).

In der Tradition unseres Firmengründers Robert Bosch (1861–1942) sind wir außerdem davon überzeugt, nur in einer sozial und ökologisch intakten Umgebung langfristig erfolgreich wirtschaften zu können. So sind insbesondere der weltweite Klimawandel und die Verknappung von Ressourcen (fossile Energieträger, Wasser und seltene Metalle) mit finanziellen Risiken verbunden, denen Bosch mit seinem systematischen Nachhaltigkeitsmanagement begegnet.

Hinzu kommen weitere Herausforderungen wie der demografische Wandel, durch den der Anteil älterer Menschen an der Weltbevölkerung stetig zunimmt. Für ein internationales Technologieunternehmen wie Bosch ergeben sich daraus verschiedene Konsequenzen: In den westlichen Industrienationen sinkt die Zahl der qualifizierten Nachwuchskräfte, gleichzeitig steigt in den aufstrebenden Nationen wie China, Indien oder Brasilien der Bildungs- und Ausbildungsbedarf. Darüber hinaus gilt es, die Gesundheit und Leistungsbereitschaft einer zunehmend älteren Belegschaft langfristig zu erhalten.

Eine der großen unternehmerischen Herausforderungen unserer Zeit sieht Bosch zudem darin, eine stabile Beziehung zwischen globaler Wirtschaft und lokalen Strukturen herzustellen. Unterschiede bestehen weltweit zwischen den dynamischen Regionen und den immer noch armen Entwicklungsländern, wo sich die Einkommenskluft stetig vergrößert. Wir sehen, dass sich dieser Trend mit der weltweiten Bevölkerungsentwicklung und der fortschreitenden Urbanisierung noch verstärken wird. Auch in Europa ist die wachsende Kluft zwischen boomenden Regionen und strukturschwachen Gegenden unübersehbar. Eines der wirksamsten Mittel gegen die Polarisierung der Gesellschaft sehen wir darin, den weltweiten Zugang zu Bildung zu verbessern. Wo die Teilnahme an der globalen Wissensgesellschaft wegen mangelnder Qualifikation oder Infrastruktur nicht möglich ist, sind unserer Meinung nach Maßnahmen zur Stärkung der Eigeninitiative und zur sozialen Sicherung ein Gebot gesellschaftlicher Verantwortung.
Aus dem Streben nach wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Balance ergeben sich für Bosch vier Handlungsfelder der Nachhaltigkeit:

Umwelt: Mit jährlichen Zielvorgaben und einem systematischen Umweltcontrolling senken wir den Ressourcenverbrauch und die Abfallentstehung an unseren Standorten weltweit.
Erzeugnisse: Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Material- und Energieeffizienz unserer Produkte zu verbessern, und investieren konstant in die Forschung und Entwicklung nachhaltiger Erzeugnisse.
Mitarbeiter: Wir fördern eine Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter unabhängig von ihrer Herkunft, dem Alter oder Geschlecht Wertschätzung erfahren und ihr Potenzial entfalten können. Eine wichtige Säule unserer Personalpolitik ist unsere Diversity-Initiative.
Gesellschaft: Einen Schwerpunkt unserer gemeinnützigen Arbeit sehen wir darin, Bildungsprojekte umzusetzen und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern.

Weitere Beispiele für Aktivitäten, die Bosch im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung durchführt, finden Sie in unserem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht auf unserem Nachhaltigkeits-Blog und unserer Nachhaltigkeits-Website