1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie orientiert sich stark an den Kriterien von Certified Green Hotel: wir erreichen 2435 von 2500 Punkten. Teilweise gehen wir weit darüber hinaus. Nachhaltigkeit ist kein Einzelmerkmal, sondern betrifft sämtliche Lebensbereiche, aber auch alle betrieblichen Vorgänge.
Wir berücksichtigen dabei alle drei wesentlichen Säulen der Nachhaltigkeit: Handeln nach ökologischen Gesichtspunkten (z.B. Ressourcen schonend, biologische und artgerechte Tierhaltung, umweltbewusst), nach sozialen Gesichtspunkten (z.B. gleichberechtigt, tolerant und am Gemeinwohl aller orientiert) und vor allem ökonomischen Gesichtspunkten (z.B. langanhaltende positive wirtschaftliche Effekte generierend).
Im Tourismusbereich sind Dienstleistungen am Menschen, Einkauf und Verarbeitung von Waren, interne und externe Mobilität, Betriebskosten Optimierung, Mitarbeiterbindung und Soziales die Hauptthemen.
Der stete Gästewechsel ermöglicht die Ansprache vieler Menschen zu einem bewussteren Leben mittels entspannter, lässiger Kommunikation. Seit 2007 Aufbau eines eigenen Netzwerkes von Nahrungsmittelherstellern, Bioland zertifiziert, Mitglied bei fair & regional, Certified Green und Business Hotel.
Fast autark bei Betriebskosten des Biohotels: Stromüberschuss durch PV Anlage, Holzhackschnitzelheizung mit 12,5 ha eigenem Wald, alle WCs mit Regenwasser gespült aber auch Bio und Fairtrade Bettwäsche, Frottee und Kosmetik, essbarer Teppich. Weitere Informationen unter www.landgut-stober.de.
Gewinner des Meeting Expert Green Awards 2015 durch den GCB und EVVC als nachhaltige Tagungs-, Event- und Hotellocation. Seit 2013 CO2 neutral zertifiziert durch CO2OL.
Als positive Auswirkung haben wir bereits erreicht, dass wir deutschlandweit den höchsten Prozentsatz an Gästen haben, die uns buchen wegen unserer nachhaltigen Ausrichtung.
Aber natürlich wollen wir noch besser werden.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Seit 2012 kontinuierliche Optimierung aller drei Aspekte der Nachhaltigkeit, insbesondere bei Soziales und Ökonomie. Jeder Teilaspekt der Nachhaltigkeit ist wichtig, aber gerade der ökonomischen Seite wird zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Wir sparen z.B. durch unsere beiden Holzhackschnitzelheizungen ca. 60.000,- €/pa ein. Der Break Even lässt sich leicht ermitteln bei 180T€ investiven Mehrkosten.
Nachhaltiges Verhalten ist ökonomisches Verhalten! Wir verdienen mit Nachhaltigkeit Geld, weil wir wirtschaftlicher arbeiten als nicht nachhaltige Unternehmen.
Seit 2013 CO2 freie Meetings ohne "Kompensationszahlung" ist ein wesentlicher Betriebsfaktor.
Wichtige Ziele: eigene Trinkwasserversorgung in 2016 aus eigener Quelle und papierlose Meetings und Unternehmen, Abwasserklärung 2017, aber auch Zimmererweiterung auf 300.
Mitarbeiterbindung durch Weiterbildung, eigene Altersvorsorge, flexible Arbeitszeitmodelle, Klärung von Fragen der Mobilität, Bildung, Wohnung.
Eine besondere Chance unseres Unternehmens besteht in unserer Möglichkeit bei vielen Menschen gegen die drei großen Vorurteile zur Nachhaltigkeit etwas tun zu können. Siehe Ausführungen unter Punkt 4.
Getreu unserem Firmenmotto "alles ist gut, fast alles ist prima".

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Wir orientieren uns im Wesentlichen am 70 Fragen-Katalog der Certified Green Hotels der fortlaufend von uns überprüft und verbessert wird, aber auch alle drei Jahre extern geprüft wird.
-Für 2015 und 2016 erfolgt eine bessere Müllvermeidung und -Verwertung, Anschaffung hauseigener Tiere für die Küchenabfälle, weiterer Ausbau regionaler Lieferketten. Unsere Vision ist die Erweiterung auf 300 Zimmer mit einem Nullenergie Hotel 2017.
-Jährlicher Check durch CO2OL, alle drei Jahre durch BTME, ein bis zweimal jährlich durch die Ökoprüfstelle.
-Wir wollen das Landgut Stober in Verbindung mit CO2 freien nachhaltigen Meetings bekannter machen und dieses wiederum nutzen, noch mehr Menschen zum Nachdenken und nachhaltigem Handeln anzuregen.
Fast 40% der Menschen wollen nachhaltig agieren, aber es fehlen ihnen anschauliche Beispiele und Vorbilder. Bei uns finden Sie ihren Ort.
Langfristig wollen wir dazu beitragen, dass nachhaltiges Verhalten kein Nischendasein führt, sondern "mainstream" wird, wie es Frau BKin Merkel kürzlich in Berlin gesagt hat.
Der Anteil unserer -nachhaltigen Grundsätzen verpflichteten- Gäste steigt stetig. Viele sind schon echte Fans und kommen immer wieder und wollen Neuigkeiten erfahren, was wir als nächste Schritte realisiert haben. Wir freuen uns mit unseren Gästen, die beispielsweise stolz berichten, dass sie jetzt ihren Garten auch mit Regenwasser bewässern und nicht mehr mit Trinkwasser. Der erste Schritt ist der Wichtigste.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Bei der Nahrungsmittelherstellung sind wir gemäß Biolandrichtlinien verpflichtet 70% in Bioqualität zu verarbeiten, dürfen aber auch 30% regional sein. Wir sind stolz im Sommer/Herbst zwar 90% Bio, aber mehr als 50% regionale Produkte zu verwenden. Wir besuchen alle unsere Lieferanten persönlich, prüfen deren Herstellungsverfahren unter allen Aspekten der Nachhaltigkeit (Ressourcen Verbrauch, artgerechte Haltung, Biorichtlinien konform, Menschen achtend, Liebe zur Arbeit und zum Produkt, u.a.) und kümmern uns z.B. um den Transport/Logistik oder die Einhaltung von Hygiene- oder Sozialstandards. Wir helfen bei der Finanzierung von wertschöpfungserhöhenden Maßnahmen bei unseren regionalen ländlichen Herstellern. Sofern das Verhalten des Lieferanten allerdings nicht konform ist und sich nicht konformieren lässt, lehnen wir aber die weitere Zusammenarbeit ab.
Allerdings findet auch in unserem Unternehmen eine Wertschöpfung statt:
Aus Rohstoffen entsteht ein gesundes regionales, frisch zubereitetes Essen.
kein Geschmacksverstärker, keine Fertigprodukte, keine Konservierungsstoffe, selbst Soßen werden selbst hergestellt.
Aufgrund unseres authentischen Ortes stellen wir in unserem Hofladen fest, dass die Menschen nicht wirklich ein bestimmtes Produkt erwerben, sondern eine Erinnerung an ihren schönen Aufenthalt bei uns -der Preis ist nebensächlich -das ist originäre und nachhaltige Wertschöpfung.

Das Biohotel Landgut Stober wurde bereits 2013 als nachhaltigstes Privathotel Deutschlands vom VDR/BTME ausgezeichnet. Recyclebar durch konsequente Materialtrennung, gebaut von regionalen Firmen, finanziert von Europas nachhaltigster Bank, Triodos Bank, deren Genossenschaftler Michael Stober ist. Best practice des GCB , des Landes Brandenburg zum Thema nachhaltiger Tourismus.
Beispielsweise wurde andere Hotels durch uns inspiriert, ebenfalls Holzheizungen einzubauen.

Unsere eigentliche Wertschöpfung besteht darin, etwas gegen die drei Vorurteile zur Nachhaltigkeit zu tun:
1. "ah, Sie sind öko" Stimmt nicht, denn das ist nur ein Drittel unseres Nachhaltigkeitsengagements
2. "oh, jetzt wird es teuer", stimmt nicht, denn unsere Preise sind durch nachhaltiges Handeln eher gesunken
3. "und auf was muss ich verzichten?", stimmt nicht, denn der einzige Verzicht ist die Klimaanlage. Dafür gibt es viel Ungewöhnliches zu entdecken und leckere und gesunde regionale Köstlichkeiten.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4

Leistungsindikator GRI 1,2.
Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen.

Die größte und wichtigste Auswirkung unseres Unternehmens sehen wir in der beispielhaften, weil konsequenten Ausrichtung unseres Handels an nachhaltigen Gesichtspunkten.
Wir stehen als "Best practice" Beispiel für alle, die im Bereich Nachhaltigkeit unterwegs sind.
So wird der Geschäftsführer (und Eigentümer) national und international eingeladen, um Vorträge zu nachhaltigem Tourismus zu halten und andere zu inspirieren. Wir sind in vielen Netzwerken mit dem Thema Nachhaltigkeit vertreten: Bioland und demeter, Förderverband ökologischer Landbau (föl), fair®ional, diverse Tourismusverbände wie Tourismusmarketing Brandenburg, Tourismusverband Havelland, Initiator eines Nachhaltigkeitsnetzwerkes touristischer Anbieter auf Landes- und Bezirksebene, GCB, EVVC und im Marketingbeirat des VDR, NABU-Mitglied
Risiken bei diesem Verhalten sehen wir nicht, denn unser nachhaltiges Verhalten bringt uns handfeste wirtschaftliche Vorteile gegenüber unseren Mitbewerbern.
Die ganz große Chance unserer Aktivitäten besteht darin, durch unsere entspannte Kommunikation das Thema Nachhaltigkeit jedem unserer Gäste mit Spaßfaktor nahe zu bringen.
Dabei tun wir etwas gegen die drei großen Vorurteile zur Nachhaltigkeit:
- Aahh, Sie sind öko?
- Oohh, jetzt wird´s aber teuer!
- Äähm, auf was muß ich verzichten?