1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Das Kerngeschäft von MÄRKISCHES LANDBROT ist das Backen von Brot und Brötchen. Unser Engagement ist dem Nachhaltigkeitsgedanken »Es gibt immer einen Anfang für das Bessere« gewidmet. Dieser Ansatz überträgt sich auf unser gesamtes Handeln, das ökologisch und sozial geprägt ist. Auf dieser Basis arbeiten wir eng mit unseren Rohstofflieferanten zusammen und haben als Risiko den Klimawandel und die Erderwärmung erkannt, die unseren wichtigsten Rohstoff, das Getreide, gefährden. Denn an die sich verändernden Bedingungen ist das konventionelle Saatgut nicht angepasst. Daher fördern wir Rekultivierung und Anbau von alten, standortangepassten Getreidesorten. Ein großes Risiko für die Existenz der Biobranche sehen wir zudem in einer nicht gentechnikfeien Zukunft, dazu fördern wir Institutionen, die für die Gentechnikfreiheit einsetzen. Das Umweltmanagementsystem nach EMAS und die Bilanzierung nach der Gemeinwohlökonomie sind unsere zentralen Instrumente für ein nachhaltiges Wirtschaften.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

MÄRKISCHES LANDBROT trägt durch konsequent ökologische Produktion mit biologisch-dynamischen Rohstoffen zur Gesundung der Erde bei und dient mit seinen Produkten, der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Menschen. Das ist unser Leitbild. Mit Hilfe des Umweltmanagementsystems nach EMAS entwickeln wir dazu die Öko-Effizienzziele und mit der Bilanzierung der Gemeinwohl-Ökonomie unsere sozialen Ziele sowie unsere regelmäßigen Mitarbeiter- und Kundenbefragungen. Strategisch konzentrieren wir uns dabei auf das Kern-geschäft Brot und verfolgen das Modell einer reinen Lieferbäckerei mit eigener Mühle. Im Wettbewerb sehen wir uns als Marktführer für nachhaltiges Wirtschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Der gesamte Betrieb wird ständig intern und extern auf ökologische und soziale Gesichtspunkte hin überprüft sowie auf ökologische und soziale Ziele ausgerichtet. Dazu erarbeiten wir unsere Öko- und Gemeinwohl-Bilanz, beides öffentlich zugänglich. Daraus ergeben sich Ziele wie die bevorzugte Nutzung von erneuerbaren Energiequellen oder Spaß im Umgang miteinander zu haben, voneinander zu lernen und die Eigenverantwortung zu fördern.
Die Zielerreichung wird im Rahmen der Auditierung des Umweltmanagements und der Gemeinwohlökonomie extern geprüft. Die Ergebnisse werden veröffentlicht.
Wir lassen uns messen, an unseren veröffentlichten Zielen: Firmenziele MÄRKISCHES LANDBROT, Umweltleitlinien, fair & regional-Charta Bio Berlin-Brandenburg und unserem Nachhaltigkeitsprogramm (Umweltprogramm in der Ökobilanz)

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Unsere Wertschöpfungskette ist auf eine nachhaltige Wirtschaftsweise ausgerichtet. Wir stehen mit unseren Stakeholdern in regem Kontakt und nehmen jedes Anliegen ernst. In zahlreichen Bündnissen stehen wir für unsere Vorstellungen zu einer für Mensch und Natur verträglichen und nachhaltigen Wirtschaftsweise ein. So legen bei uns z.B. die Landwirte am jährlich stattfindenden Runden Tisch Getreide die Rohstoffpreise fest, womit sie nicht mehr das schwächste Glied in der Wertschöpfungskette darstellen und ausreichend finanziellen Spielraum haben, um selbst nachhaltig wirtschaften zu können. Die eigene Mühle ermöglicht MÄRKISCHES LANDBROT weitestgehend verpackungsfreie Rohstoffe zu beziehen. Das gesamte eigene Sortiment (exkl. Schnittbrot) wird verpackungsfrei an die Kunden geliefert. Mit den beauftragten Transportunternehmen ist ein Mindestlohn sowie die Brennstoffart Erdgas für die Auslieferungsfahrzeuge vereinbart. Außerdem zeichnen wir uns durch eine effiziente Reststoffverwertung aus (siehe Ökobilanz).

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4

Leistungsindikator GRI 1,2.
Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen.

Dem Risiko einer nicht nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung und den politischen Tendenzen zu weicheren Öko-Standards.
begegnen wir:
• Wir sorgen mit unserem Rohstoffeinkauf für 663 ha (Jahr 2013) ökologischen Landbau und 1.300 ha biologische-dynamische bewirtschaftete Fläche (Rohstoffe in Demeter-Qualität). Dadurch wird die Biodiversität unterstützt mit allen bekannten positiven Umweltaspekten.
• Rohstoffe aus biologisch-dynamisch gezüchtetem Saatgut (2013): 10% von der gesamten Getreidemenge.
• Verwendung alter Getreidesorten (2013): 23% vom Gesamtrohstoff-Anteil.
• Verwendung von gentechnisch verändertem Getreide oder Hybridsaatgut: 0%.
Regionale Getreidelieferungen 2013: 89% aus Brandenburg und 7% aus Sachsen. Rest aus Deutschland oder vom Demeterhof in Juchowo (Polen).
Ernährungsqualität Brot: Biologisch-dynamische Zutaten, Quellwasser, Verwendung von Quell-, Brüh- und Kochstücken, Verzicht auf Lebensmittelzusatz- und Verarbeitungshilfsstoffe, etwa 80% Vollkornanteil, Produkte mit hohem Roggenanteil, Verarbeitung von Keimlingen.
Gesunde Ernährung für die Region, dadurch Reduzierung des Chemikalieneinsatzes der Pharmaindustrie und Senkung der Gesundheitskosten.
• Produkte: Alle CO2-Fußabdrücke der Eigenprodukte sind seit 2008 veröffentlicht (siehe Ökobilanz / Website).
• Produktion: CO2-neutral (siehe Ökobilanz).
• Dach- und Fasadenbegrünung, Insektenhotels auf dem Betriebsgelände
Hinwirkung auf Verschärfung ökologischer und sozialer Standards: Hauptsächlich Verbandsarbeit, z.B. Demeter e.V., Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL), fair & regional Bio Berlin und Brandenburg des Märkischen Wirtschaftsverbundes.
Spendenwesen: Unterstützung der Aktion Saatgut Brot, Bantam Mais, GMO-Free Regions, Saatgutfond mit 6.100 € (2013).
Forschungsbeteiligung: Ermittlung von praxistauglichen Biodiversitätskennzahlen (Projektlaufzeit 2013 bis 2016).
Gemeinwohl-Bilanzergebnis 2011: 651 Punkte von 1.000 Punkten.