1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die Kreiswohnbau Hildesheim ist ein kommunales Unternehmen. Als solches sind wir gesellschaftlichen Zielen in besonderem Maße verpflichtet. So ist unser Unternehmenszweck „eine sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung der breiten Schichten der Bevölkerung.“

Um diesem Zweck dienen zu können ohne unsere Gesellschafter finanziell zu belasten, müssen wir seit jeher langfristig wirtschaften. Nur so können wir ferner auch eine Vorbildfunktion für andere Unternehmen erfüllen. Zu unserer sozialen Aufgabe (aber auch als Teil dieser) ist in den vergangenen Jahren der Umwelt- und Klimaschutz hinzugekommen. Dies zum einen aus politisch-gesellschaftlichen Gründen (unser Landkreis plant einen vollständigen Wechsel hin zu regenerativen Energien bis 2050) und zum anderen aus Gründen der Mietnebenkosten und damit auch des Wettbewerbs.

Das Leitbild unseres Unternehmens umfasst die drei Bereiche Miteinander, Wirtschaftlichkeit sowie Umwelt- und Klimaschutz. Für diese Bereiche - die so heute auch im Nachhaltigkeitskonzept unterschieden werden - haben wir uns auf eine Vorbildfunktion verpflichtet. Unsere Unternehmensziele fallen also mit Nachhaltigkeitszielen zusammen.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Da unsere Unternehmensziele mit Nachhaltigkeitszielen unmittelbar zusammenfallen (siehe 1.) haben wir für alle Bereiche unserer Arbeit eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Diese gibt Prämissen/Kriterien für Entscheidungen und Handlungen im operativen Geschäft vor – sie gelten für alle drei Bereiche unseres Handelns und betreffen: 1. Wesentlichkeit, 2. Wirtschaftlichkeit, 3. Betroffene und Beteiligte.

Zu 1. unterscheiden wir Maßnahmen nach der Bedeutung ihrer Konsequenzen für das Erreichen unserer Nachhaltigkeitsziele. So möchten wir sicherstellen, dass unsere Ressourcen nicht für ineffektive Einzelmaßnahmen aufgebraucht werden und wichtigere Vorhaben womöglich ausbremsen.

Zu 2. prüfen wir die Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen. Hierzu nutzen wir eine einfache Tabelle mit vier Feldern: 1. nicht-investiv und wirtschaftlich, 2. investiv und wirtschaftlich, 3. nicht-investiv und nicht wirtschaftlich, 4. investiv und nicht wirtschaftlich. Während Maßnahmen aus Feld 1. lediglich hinsichtlich ihrer zeitlichen und personellen Durchführbarkeit geprüft werden, prüfen wir die weiteren Maßnahmen zunehmend streng nach Kosten- und Nutzen-Aspekten. Dabei kommt dem erstgenannten Kriterium der Wesentlichkeit offensichtlich wieder Bedeutung zu.

Zu 3. unterscheiden wir drei Bereiche betroffener und beteiligter Akteure: a. unsere Geschäftsstelle und unsere Servicecenter, b. unser Bestand und c. unsere Geschäftspartner. Während wir Maßnahmen im ersten Feld (a) relativ leicht einschätzen, planen und realisieren können, sind wir in den beiden anderen Feldern auf die Mitwirkung unserer Mieter und Geschäftspartner angewiesen. Zu b) unterscheiden wir mögliche Maßnahmen, die wir I.) vollständig ohne Mitwirkung unserer Mieter realisieren können (z.B. Wechsel von Leuchtmitteln), II.) Maßnahmen, bei denen wir auf die Mitwirkung unserer Mieter angewiesen sind (z.B. angepasstes Nutzerverhalten bei technischen Neuerungen oder dem Ziel der Reduktion von Restmüllmengen) und III.) Maßnahmen, die allein in der Hand unserer Mieter liegen (z.B. die Auswahl eines Stromanbieters).

Auf die gesellschaftliche Herausforderung des demografischen Wandels haben wir mit einer Erweiterung unseres Portfolios reagiert. So bauen wir bereits das dritte "Argentum – intelligentes Wohnen im Alter". Diese modernen Wohnanlagen verbinden Ansprüche an barrierefreies und sicheres Wohnen mit der Möglichkeit, hauswirtschaftliche, soziale und gesundheitliche Dienstleistungen vor Ort in Anspruch zu nehmen. Selbstverständlich stellen wir auch hier hohe Ansprüche an die energetische Qualität unserer Immobilien.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Zum Einstieg in eine standardisierte Nachhaltigkeitsberichterstattung haben wir uns dem Prinzip der Wesentlichkeit (wie es auch von der Global Reporting Initiative - insbesondere seit G4 - empfohlen wird) entsprechend auf das Thema Energiesparen und Verringerung von THG-Emissionen konzentriert. Weitere Maßnahmen, die wir zum Großteil bereits seit vielen Jahren praktizieren, sollen kontinuierlich in unser systematisches Nachhaltigkeitsmanagement und die zugehörige Berichterstattung integriert werden. So zum Beispiel die Aus- und Weiterbildung und der Gesundheitsschutz unserer Mitarbeiter oder auch unser vorhandenes Engagement für lokale Initiativen in den Bereichen Kultur, Sport und Umwelt.

Unsere Ziele zur Reduktion von Energiekosten und THG-Emissionen leiten sich aus der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung und den Klimaschutzzielen des Landkreises Hildesheim (s.o.) ab. Entsprechend streben wir eine massive Reduktion des absoluten Energieverbrauchs und einen vollständigen Wechsel auf regenerative Energien bis zum Jahr 2050 an. Zur Kontrolle des Grades unserer Zielerreichung weisen wir die absoluten Energieverbräuche und THG-Emissionen unseres Bestandes jährlich zusammen mit unseren Finanzkennzahlen aus. Beginnen werden wir mit dem Ausweis der Verbräuche und Emissionen, die für die Beheizung unseres Bestandes benötigt werden. Um eine bessere Vergleichbarkeit im Zeitverlauf zu erreichen, weisen wir ferner klimabereinigte Daten aus und schließlich auch Bezugsgrößen wie Durchschnittsverbräuche pro Einheiten und Quadratmeter. Zudem prüfen wir die Möglichkeit, auch durchschnittliche Verbräuche pro Nutzer auszuweisen.

Zur Einbeziehung von Stakeholdern:
Für einen direkten persönlichen Kontakt mit unseren Mietern sind wir dezentral mit insgesamt vier Servicecentern organisiert. Ferner bieten unsere Nachbarschaftstreffs und unsere jährliche Einladung von Mietern mit Mieterjubiläum regelmäßig Anlässe zum gemeinsamen Austausch.

In unserem Unternehmen tragen neben den alltäglichen Routinen insbesondere große Dienstversammlungen mit allen Mitarbeitenden sowie kleine Dienstbesprechungen mit allen Centerleitern zu einem gesicherten Austausch aller Kolleginnen und Kollegen untereinander bei. Nicht zuletzt stellt unser Betriebsrat die Vertretung aller Mitarbeiter sicher.

Mit unseren Lieferanten führen wir bislang noch keinen über Vertragsverhandlungen hinausgehenden systematischen Dialog. Wir überprüfen jedoch die Durchführung von Veranstaltungsformaten wie einem „Lieferantentag“ o.ä., der beispielsweise zweijährlich stattfinden könnte.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Den bedeutendsten Teil unserer Lieferkette machen lokale Dienstleister aus, insbesondere Handwerksunternehmen. Um ihnen ein verlässlicher Partner zu sein und um zuverlässig gute Arbeit einkaufen zu können, haben wir mit einem Großteil unserer Auftragsnehmer Rahmenverträge zur Leistungserbringung und Vergütung vereinbart.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4

Leistungsindikator GRI 1,2.
Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen.

In allen drei Bereichen (siehe Berichtsfeld 2: Nachhaltigkeitsstrategie) sehen wir Chancen und Risiken, die es zu nutzen bzw. mit denen es umzugehen gilt. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die Verpflichtung unseres Unternehmens auf Nachhaltigkeitsziele uns vor allem langfristig auch Wettbewerbsvorteile bringt. Zu unseren wichtigsten Herausforderungen zählt dabei die kurz- und mittelfristige Ausbalancierung der Kosten, damit sich all unsere Kunden auch weiterhin komfortablen Wohnraum leisten können. Dies ist gerade im Zusammenhang mit dem Thema energetische Sanierung wichtig. Dieses ist für unsere gesamte Branche sowohl aufgrund steigender Energiekosten als auch vor dem Hintergrund des hohen Anteils von THG-Emissionen, die auf Heizenergie für Wohngebäude zurückgehen, zentral (40,7% der Emissionen des privaten Konsums entfallen hierauf).

Risiken wie etwa eine Kritik an den Arbeitsbedingungen innerhalb unserer Lieferkette schätzen wir als gering ein, da die von uns verpflichteten Betriebe vor Ort und zu den hier geltenden Rechtsvorschriften tätig sind. Um dem Zukauf und die Einbeziehung problematischer Materialien und Geschäftspraktiken vorzubeugen, planen wir die Aufnahme einer entsprechenden Verpflichtungserklärung in die Vereinbarung mit unseren Zulieferern.

Um möglichen Fehlern oder Missbräuchen in unserem Einkauf zu begegnen, haben wir unsere Abläufe vom Verband der Wohnungswirtschaft Niedersachsen unter Compliance-Gesichtspunkten untersuchen lassen. In diesem Zusammenhang wurde uns eine professionelle Arbeitsweise attestiert.