1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die FRoSTA AG ist auf die Herstellung von tiefgekühlten Fisch-, Gemüse-, Obst-, und Fertiggerichten spezialisiert. Wir sehen große Chancen, durch ein Angebot an nachhaltig produzierten Lebensmitteln neue Märkte und neue Kunden zu gewinnen. Im Jahr 2003 haben wir die gesamte Produktion unserer FRoSTA Markenprodukte umgestellt und produzieren seitdem komplett ohne Zusatzstoffe und Aromen. Auch die zugekauften Zutaten enthalten keine Zusatzstoffe mehr.
Das Risiko dieser Umstellung war groß. Im ersten Jahr brach der Umsatz dramatisch ein, da die Produkte durch die Umstellung teurer wurden.

Auch heute besteht das Risiko unserer Engagements für Nachhaltigkeit darin, ob unsere Kunden bereit sind, die höheren Preise zu tragen. Unser Engagement für Nachhaltigkeit, sei es die Umstellung aller Fischrohwaren und Meerestiere auf MSC (Marine Stewardship Council) zertifizierte Ware oder auch die Berechnung der Klimabilanzen nach den internationalen Standards (ISO 14065, PAS 2050, GHG Protocol) kann langfristig nur Erfolg haben, wenn unsere Kunden auch bereit sind, die dadurch etwas höheren Preise zu akzeptieren.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

FRoSTA schuf vor vier Jahren ein internes Nachhaltigkeitsnetzwerk, um die Nachhaltigkeit an allen Standorten der FRoSTA AG kontinuierlich zu fördern. Der zentrale Punkt ist ein warenwirtschaftbasiertes System zur Steuerung der Aktivitäten über alle Standorte hinweg. Dabei werden nicht nur die FRoSTA internen Umwelt- und Klimabelange erfasst, sondern es wird vielmehr die gesamte Wertschöpfungskette in enger Kooperation mit unseren Lieferanten behandelt.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Unsere Nachhaltigkeitsziele:
1. Alle Produkte unserer Marke FRoSTA folgen einem selbstauferlegten Reinheitsgebot: sie sind zu 100% frei von Geschmacksverstärkern, Farbstoffe, Aromen, Stabilisatoren, Emulgatoren, chemisch modifizierten Stärken und gehärteten Fetten. Auch sämtliche Zutaten sind frei von Zusätzen. In Deutschland, der Schweiz und Österreich gilt dieses Reinheitsgebot bereits seit 2003. In allen anderen Ländern (wir sind vor allem in Osteuropa vertreten) findet die Umstellung gerade statt und soll bis Anfang 2013 abgeschlossen sein.
2. Wir berechnen für alle Produkte den Product Carbon Footprint (PCF) und veröffentlichen diese im Internet.
3. Wir haben ein Klimaziel für die FRoSTA AG verabschiedet. 5% weitere CO2-Reduktion von 2011 - 2015

Unternehmensklimabilanz der FRoSTA AG 2011

Die Erreichung dieser Ziele ist ohne die Einbeziehung unserer Lieferanten, Mitarbeiter und Kunden nicht möglich. Unsere Lieferanten haben eine zentrale Funktion bei der Bereitstellung von Zutaten ohne Zusatzstoffe und Rohwaren aus verantwortlichen Quellen, zum Beispiel Fisch aus MSC- zertifizierten Fischereien oder Eier von Hühnern aus Freilandhaltung deren Futter keine Farbstoffe enthalten darf. Auch gibt es einen Austausch mit unserer Lieferanten zum Thema CO2 Fußabdruck.

Unsere Mitarbeiter sind in allen Ebenen der Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie eingebunden und mit unseren Kunden führen wir einen intensiven Austausch über unserer Aktivitäten.

Mit unseren Verbrauchern führen wir einen offenen und direkten Dialog über verschiedene Social Media Kanäle (facebook, www.frostablog.de).
Journalisten, NGOs , Verbraucherverbände und Politiker sind eingeladen unser Werk zu besichtigen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Nachhaltigkeitskriterien werden bis zum Ausgangspunkt der Wertschöpfungskette überprüft. Dies ist zum Beispiel notwendig um sicherzustellen, dass eine Zutat wirklich frei von Zusätzen ist (siehe 3.) Die Bedeutung der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung ist groß, da die Nachhaltigkeit den Kern der Marke FRoSTA ausmacht.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4

Leistungsindikator GRI 1,2.
Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen.

Die Neuausrichtung der Marke FRoSTA im Jahr 2003 auf das Reinheitsgebot (konsequenter Verzicht auf Zusatzstoffe und Aromen, verantwortungsvolle Quellen (z.B. MSC, Verzicht auf Palmöl) und möglichst naturbelassene Zutaten (z.B. frische Milchprodukte statt Pulver , Butter statt Margarine, kalt gepresste Öle statt Extraktionsöl, traditionell gekochte Fonds statt Brühen) hat dazu geführt, dass wir seit 2005 Marktführer für tiefgekühlte Fertiggerichte in Deutschland sind und diese sukzessive weiter ausbauen konnten (Quelle: Nielsen). Wir sind davon überzeugt, dass dieser Erfolg ohne die komplette Neuausrichtung unserer Philosophie nicht möglich gewesen wäre. Im Juni 2012 veröffentlichte die Wirtschaftswoche die Ergebnisse einer Befragung von 7.700 Konsumenten welche Marken als nachhaltig angesehen werden. FRoSTA wurde in der Kategorie „Tiefkühl- und Fertiggerichte“ klar zur nachhaltigsten Marke gewählt. Außerdem fand die Studie heraus, dass rund 15% des Umsatzes von FRoSTA auf unsere Nachhaltigkeitsstrategie zurückzuführen sind. (Quelle: Wirtschaftwoche , 4. Juni 2012).

Wir sehen gute Chancen, durch unsere Nachhaltigkeitsstrategie auch in Zukunft zusätzliche Kunden zu gewinnen.
Das Risiko besteht in den höheren Preisen, die mit dieser Ausrichtung verbunden sind. Wir können langfristig nur nachhaltig wirtschaften, wenn die höheren Preise akzeptiert werden.