1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Für LPKF bedeutet Nachhaltigkeit, verantwortungsvoll zu handeln, um dauerhaft wirtschaftlichen Erfolg sowie ökologischen und sozialen Fortschritt zu erzielen und die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Diese unternehmerische Verantwortung ist in unserer Unternehmensstrategie festgelegt. Zur Umsetzung dieser Strategie wurden im Management Handbuch konkrete Maßnahmen formuliert, z. B.

Das Integrierte Managementsystem der LPKF AG nach DIN EN ISO 9001 und DIN ISO 45001 (Management Handbuch) beschreibt das Zusammenwirken der Unternehmensprozesse sowie die Anforderungen an Führungskräfte, Produkte und Dienstleistungen. Regelmäßige interne und externe Audits werden zur Überprüfung der im Management Handbuch festgelegten Standards durchgeführt. Zusätzlich verpflichtet der LPKF Compliance Kodex alle Mitarbeiter dazu, sich jederzeit und überall an geltende Gesetze zu halten, ethische Grundwerte zu respektieren und nachhaltig zu handeln. In Bezug auf die Corporate Governance orientiert sich LPKF am Deutschen Corporate Governance Kodex. Das Leitbild des LPKF-Konzerns „Success is Teamwork“ ist ebenfalls integraler Bestandteil der Konzernstrategie und steht allen Mitarbeitern an allen Standorten zur Verfügung. Es beinhaltet wichtige Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung insbesondere in den Bereichen Wertschöpfung, Beschäftigte, Umwelt und Gesellschaft.

Als Technologiekonzern agiert LPKF in einem dynamischen Marktumfeld. Sich verändernde Technologielandschaften und neue Marktbedürfnisse eröffnen ständig neue Chancen. Bauteile werden immer kleiner, komplexer und präziser. Die fortschreitende Miniaturisierung und die zunehmende Verwendung nanoskaliger Materialien erhöhen die Komplexität der Bauteile und erfordern neuartige Bearbeitungsverfahren, die eine bisher unerreichte Präzision ermöglichen. Lasergestützte Verfahren werden hierbei einen entscheidenden Beitrag leisten. Diese Chancen systematisch zu erkennen und zu nutzen, ist ein wichtiger Faktor für das nachhaltige Wachstum des LPKF-Konzerns. Im Rahmen des Chancenmanagements werden neue Märkte und Anwendungsfelder intensiv beobachtet, Marktanalysen regelmäßig ausgewertet und die Ausrichtung des Produktportfolios überprüft.

Chancen für die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung bestehen insbesondere bei den umweltfreundlichen Anwendungen der Lasertechnologie. Sie steht insgesamt für geringere Werkzeugkosten und einen energieeffizienten Betrieb. Die Lasertechnologie ermöglicht eine ressourcenschonende, flexible Produktion und ein wirtschaftliches Herstellen von Elektronikbauteilen. In einigen Bereichen werden chemische Verfahren verdrängt. Somit leisten wir einen aktiven Beitrag zur Reduzierung von Ausschuss und Abfall bei unseren Kunden. Mit unseren Systemen zur Strukturierung von Solarzellen helfen wir dabei, dass Solarzellen bei der Energiegewinnung noch wirtschaftlicher eingesetzt werden können.

Den Chancen stehen Risiken im Bereich der Entwicklung von neuen laserbasierten Technologien gegenüber. Der Umgang mit Laserquellen als Werkzeug birgt Gefahren für den Anwender. Aus diesem Grund hat die Arbeitssicherheit bei LPKF einen sehr hohen Stellenwert. Alle Mitarbeiter werden regelmäßig von einem internen Laserschutzbeauftragten über alle möglichen Gefahren im Zusammenhang mit Laserquellen geschult.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die LPKF AG ist ein hoch spezialisierter, international aufgestellter Maschinenbauer und in einem breitgefächerten gesellschaftlichen Umfeld aktiv. Durch die verschiedenen Produktsegmente beschäftigen wir uns mit einer Vielzahl von Bereichen wie der Elektronikindustrie, der Medizintechnik, der Automobilindustrie und der Solarindustrie. Obwohl unsere Geschäftstätigkeit generell nur geringe Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsaspekte hat, haben sich im Zuge der Entwicklung unseres Managementsystems folgende Nachhaltigkeitsaspekte als verhältnismäßig relevant für die Geschäftstätigkeit unseres Unternehmens herausgestellt:

Informationen zu Chancen und Risiken aus unserer Geschäftstätigkeit wurden unter Kriterium 1 erläutert. Für die vier genannten besonderen Nachhaltigkeitsaspekte sowie für die Fehlerquote haben wir uns die unter Kriterium 3 genannten strategischen Ziele gesetzt.

 

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die LPKF AG hat sich bezüglich der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte folgende Ziele gesetzt:

Wertschöpfung:

Wir wollen den Kundennutzen erhöhen, Innovationen treiben und die Effizienz steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir in 2016 12,5 % unseres Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert. Im Geschäftsjahr 2017 beliefen sich die F&E-Investitionen auf 10,9%. Unser Ziel für die kommenden Jahre ist die Bereitstellung eines F&E-Budgets von mindestens 10 % der Umsatzerlöse. Die Erreichung des Ziels wird durch die Ermittlung der Kennzahl im Rahmen der Aufstellung des Jahresabschlusses kontrolliert.

Beschäftigte:

Wir wollen ein attraktiver und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein. Unsere hochmotivierten Mitarbeiter sind die Basis für die Zukunft des LPKF-Konzerns. Die Erfahrung und das spezielle Wissen der Menschen, die bei LPKF weltweit arbeiten, ermöglichen es uns, innovative Technologien in teilweise hart umkämpften Märkten erfolgreich anzubieten. Daher sind Mitarbeiterbindung und Personalentwicklung unabdingbar für den langfristigen Erfolg des Unternehmens. Eine weitere Systematisierung der wesentlichen Prozesse im Personalbereich ist ein Arbeitsschwerpunkt im LPKF-Konzern. Im Rahmen einer jährlichen Überprüfung der Prozesse im Personalbereich wird der Stand der Zielerreichung kontrolliert.

Gesellschaft:

Wir engagieren uns im Rahmen unserer Möglichkeiten an den verschiedenen Standorten des Unternehmens. Ziel ist es, als aktives wertvolles Mitglied der Gesellschaft und verantwortungsbewusster Nachbar zu agieren und wahrgenommen zu werden. Für dieses Engagement wurde kein konkret messbares Ziel festgelegt. Die Überprüfung, wie LPKF wahrgenommen wird, ergibt sich beispielsweise aus einer Vielzahl an Gesprächen und der regelmäßigen Sichtung von Presseartikeln.

Umwelt:

Wir streben an, Natur und Ressourcen bei allen unternehmerischen Aktivitäten zu schützen. Zum einen treiben wir die Ablösung chemischer Produktionsverfahren durch Lasertechnologie weiter voran, zum anderen fördern wir im Solarbereich die wirtschaftliche Nutzung erneuerbarer Energien. Ziel ist es auch, bei Investitionen in Gebäude und Anlagen immer sämtliche Möglichkeiten der Energieeinsparung abzuwägen. Aufgrund der geringfügigen ökologischen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit wurden keine konkret messbaren Ziele für diesen Aspekt festgelegt.

Fehlerquote:

Die Fehlerquote wird gemessen als das Verhältnis von Fehlerkosten zum Umsatz und gehört bei LPKF zu den steuerungsrelevanten Kennzahlen. Fehlerkosten umfassen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Erfüllung von Gewährleistungsverpflichtungen. Ziel ist es, die im Geschäftsjahr 2013 ermittelte Fehlerquote im Konzern bis Ende 2016 um 50 % zu senken und dieses verbesserte Niveau in der Folge zu halten. Zur Berechnung der Zielerreichung wird auf eine Durchschnittsbetrachtung in dem Zeitraum von drei Jahren abgestellt. Wird die Fehlerquote nicht verringert, entspricht dies einer Zielerreichung von 0 %. Die Zielerreichung wird durch lineare Interpolation zwischen dem Ausgangswert und dem Minimalwert der Fehlerquote ermittelt. Die Fehlerquote hat sich seit 2013 wie folgt entwickelt:

2013: 100

2014: 71

2015: 60

2016: 73

2017: 78

 

 

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Wertschöpfungskette bei LPKF beginnt bei der Beschaffung und setzt sich fort über Forschung & Entwicklung, Vertrieb und Marketing, Produktion, Auftragsabwicklung, Logistik, Service und Inbetriebnahmen, bis hin zum Kunden. Direkten Einfluss können wir nur auf die internen Prozesse sowie auf die direkten Zulieferer und Kunden nehmen.

Von unseren Lieferanten fordern wir verantwortliches Handeln in Bezug auf Umweltschutz, Arbeitnehmerrechte und Korruptionsvermeidung. Unsere Einkaufsbedingungen verpflichteten sie dazu, Zwangs- und Kinderarbeit zu ächten, international anerkannte Menschen- und Arbeitnehmerrechte sowie Umweltstandards und Antikorruptionsvorschriften einzuhalten. In Reaktion auf den US-amerikanischen Dodd-Frank-Act erwarten wir von unseren Lieferanten, in einer Selbstauskunft die Verwendung sogenannter „Konfliktmineralien“ auszuschließen. Zur Integration unternehmerischer Verantwortung in die operativen Einkaufsprozesse wird ein Code of Conduct für Lieferanten entwickelt und eingeführt, der unseren Umgang mit den Geschäftspartnern regelt.

Der vorgelagerte Teil der Lieferkette und die damit verbundenen Prozessschritte sind für uns nicht flächig zu überwachen oder zu kontrollieren. Da keine vertragliche Beziehung zwischen LPKF und den Unterlieferanten besteht, ist hier ein Eingriff auch rechtlich nicht möglich. Wir weisen deshalb unsere direkten Lieferanten darauf hin, ihre Vorlieferanten entsprechend zu sensibilisieren und zu verpflichten.

LPKF exportiert ca. 90 % der Waren ins Ausland. Um auszuschließen, dass Kunden aus sog. „Embargo-Ländern“ beliefert werden, wurde ein Ausführverantwortlicher benannt, der die innerbetriebliche Exportkontrolle überwacht und verantwortet. Diese Funktion kann nur durch eine Person der Geschäftsführung übernommen werden. Der Ausfuhrverantwortliche überträgt diese Aufgaben an den Bereich der Exportkontrolle und wird von dieser über jegliche Änderungen informiert. Der Exportkontrollbeauftragte ist verantwortlich für die Weitergabe aller relevanten Informationen an die Abteilungen. Zusätzlich hat LPKF das Kundenmanagementsystem durch eine spezielle Software ergänzt, die ein regelmäßiges Sanktionslisten-Screening durchführt.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4